Die 2. Bundesliga 2023/24 war die 50. Spielzeit der zweithöchsten deutschen Spielklasse im Fußball der Männer. Sie wurde am 28. Juli 2023 zwischen dem Hamburger SV und dem FC Schalke 04 (5:3) eröffnet, vom 18. Dezember 2023 bis zum 18. Januar 2024 durch die Winterpause unterbrochen und endete am 19. Mai 2024 mit dem 34. Spieltag.

Veränderungen gegenüber der Vorsaison Aus der Vorsaison stiegen der 1. FC Heidenheim und der SV Darmstadt 98 in die Bundesliga auf und wurden durch die Absteiger FC Schalke 04 und Hertha BSC ersetzt. Schalke musste dabei den direkten Wiederabstieg hinnehmen. Sowohl Schalke als auch Hertha beendeten ihre letzten beiden Zweitliga-Spielzeiten jeweils als Meister (Schalke: 1990/91 und 2021/22; Hertha: 2010/11 und 2012/13).

Nach der Vorsaison hatten sich Arminia Bielefeld, das im Vorjahr bereits aus der Bundesliga abgestiegen war, der SV Sandhausen und der SSV Jahn Regensburg in die 3. Liga verabschieden müssen. Dafür spielt die SV Elversberg erstmals zweitklassig, nachdem ihr der Durchmarsch aus der Regionalliga gelungen war. Der VfL Osnabrück und der SV Wehen Wiesbaden, die bereits 2019 gemeinsam in die 2. Bundesliga aufgestiegen waren, kehrten nach zwei beziehungsweise drei Jahren in diese Spielklasse zurück.

Saisonverlauf Hinrunde Im Verlauf der Hinserie bildeten immer häufiger norddeutsche Vereine das Spitzentrio. Während der Hamburger SV bis zum 19. Spieltag als einziger Teilnehmer stets einen der ersten drei Plätze belegte, griff ab dem 7. Spieltag auch dessen Stadtrivale FC St. Pauli ins Aufstiegsrennen ein. Dem „Kiezklub“ gelang als einzigem Verein eine Hinrunde ohne Niederlage, den eigenen Vereinsrekord aus der Spielzeit 2021/22 (36 Punkte) verpasste man aber um drei Zähler.„Damit haben wir nicht gerechnet“: Wie St. Pauli sich selbst überraschte, mopo.de, abgerufen am 18. Dezember 2023 Da St. Pauli jedoch neunmal unentschieden gespielt hatte, holte sich letztlich Holstein Kiel den inoffiziellen Titel des Herbstmeisters. Kiel hatte beispielsweise den HSV mit 4:2 besiegt, aber etwa auch mit 1:5 beim FC St. Pauli verloren.

Im unteren Drittel der Tabelle waren ebenfalls überwiegend Klubs aus nördlichen Bundesländern vertreten. Der zuvor aufgestiegene VfL Osnabrück belegte am häufigsten Platz 18 und stellte die Defensive, die die meisten Gegentore zugelassen hatte. Am 6. Spieltag unterlag der VfL dem niedersächsischen Rivalen Hannover 96 mit 0:7, was die bis dato höchste Niederlage der Saison markierte. Zum Ende der Hinserie betrug der Abstand der Osnabrücker zu Hansa Rostock auf Rang 16 schon acht Zähler. Nach einer zwischenzeitlichen Serie von neun Partien ohne Sieg (davon fünf Niederlagen in Folge) rutschte Anfang November 2023 mit Eintracht Braunschweig ein weiterer Verein aus Niedersachsen in die Abstiegszone.

Absteiger Schalke 04 belegte in der Hinrunde mehrfach den Relegationsplatz und trennte sich in der Folge von Trainer Reis. Mitabsteiger Hertha BSC spielte im Kampf um die vorderen Plätze ebenfalls keine Rolle und kam über Platzierungen im Mittelfeld der Tabelle nicht hinaus. Im Ligamittelfeld bewegte sich auch Neuling SV Elversberg, während Mitaufsteiger Wehen Wiesbaden nach gutem Saisonstart (Platz 3 am dritten Spieltag) im Verlauf der Hinrunde zeitweilig nur noch Platz 15 belegte. Zum Abschluss der ersten Saisonhälfte rangierte Wiesbaden dann im Mittelfeld der Tabelle.

Insgesamt lagen viele Vereine in der Hinrunde sehr nah beieinander. Den Tabellensechsten (SC Paderborn 07) und die Mannschaft auf Platz 14 (Schalke 04) trennten etwa nach dem 17. Spieltag lediglich sieben Punkte.

Rückrunde St. Pauli und Kiel verteidigten die beiden Aufstiegsplätze auch über weite Strecken der Rückrunde. Der HSV ließ hingegen immer wieder wichtige Punkte liegen und verlor etwa gegen Düsseldorf, den abstiegsbedrohten VfL Osnabrück und Hannover 96. Durch ein 1:0 Hamburgs gegen St. Pauli im 111. Hamburger Stadtderby und einen zeitgleichen Sieg Düsseldorfs gegen den 1. FC Nürnberg verkleinerte sich das Feld der letzten Aufstiegsaspiranten zu Beginn des 32. Spieltags auf nur noch vier Vereine. Neben den beiden Hamburger Mannschaften waren dies noch Kiel und Fortuna Düsseldorf. Da Kiel sein Spiel gegen Wehen Wiesbaden gewann, war es Hamburg aber nicht mehr möglich, direkt aufzusteigen. Am 33. Spieltag vergab der HSV im Freitagsspiel durch eine Niederlage beim SC Paderborn die letzte Chance auf Platz 3 und musste dadurch in sein siebtes Zweitligajahr gehen. Fortuna Düsseldorf war damit noch vor der Auswärtspartie bei Holstein Kiel einen Tag später mindestens für die Aufstiegsrelegation qualifiziert. Die Partie endete 1:1 und bescherte Holstein Kiel den erstmaligen Aufstieg in die Bundesliga, nachdem der Verein 2018 und 2021 noch in der Aufstiegsrelegation gescheitert war. Einen Tag später folgte den Kielern der FC St. Pauli, der zuletzt in der Spielzeit 2010/11 in der Bundesliga spielte. Die Hamburger holten auch am finalen Spieltag durch ein 2:1 bei Wehen Wiesbaden ihren ersten Meistertitel in der eingleisigen zweiten Liga. Fortuna Düsseldorf bestritt hingegen die Aufstiegsrelegation gegen den VfL Bochum. Nachdem die Fortuna das Hinspiel mit 3:0 gewonnen hatte, entschied Bochum zunächst das Rückspiel mit 3:0 für sich. Es folgte eine torlose Verlängerung und schließlich gewannen die Bochumer das darauf folgende Elfmeterschießen und verblieben in der Bundesliga. Es war das erste Mal in der Geschichte der Relegation zwischen Bundesliga und 2. Bundesliga, dass es einer Mannschaft gelang, einen 0:3-Rückstand aus dem Hin- im Rückspiel noch wettzumachen.

Im Abstiegskampf gelang es Osnabrück auch in der Rückrunde nicht, den letzten Platz zu verlassen. Nach einer 0:4-Niederlage gegen den FC Schalke 04 – das Spiel wurde mit drei Tagen Verspätung im Hamburger Millerntor-Stadion ausgetragen, nachdem die Bremer Brücke wegen baulicher Mängel gesperrt wurde – stand der VfL Osnabrück nach dem 32. Spieltag als erster Absteiger fest. Das Team aus Gelsenkirchen konnte sich dadurch den Klassenerhalt vorzeitig sichern. Zwei Spieltage vor Schluss befanden sind noch sechs Vereine im Abstiegskampf, wobei vor allem Nürnberg einem negativen Trend unterlag und vom 26. bis zum 32. Spieltag nicht mehr gewinnen konnte. Eintracht Braunschweig hingegen, das vor der Verpflichtung von Trainer Daniel Scherning im November gemeinsam mit Osnabrück abgeschlagen im Tabellenkeller steckte, erspielte sich bis zum 32. Spieltag einen Vorsprung von drei Punkten auf den Abstiegsrelegationsplatz. Am vorletzten Spieltag gelang dem 1. FC Nürnberg durch einen 3:0-Sieg im letzten Heimspiel vorzeitig der Ligaerhalt, auch Eintracht Braunschweig konnte sich durch einen Sieg gegen Wehen Wiesbaden retten. Da Hansa Rostock ebenfalls verlor, hielten auch der 1. FC Magdeburg und der 1. FC Kaiserslautern die Klasse. Für Rostock und Wehen Wiesbaden war der direkte Klassenerhalt dagegen außer Reichweite, beide Teams kämpften am finalen Spieltag im Fernduell um den Relegationsrang 16. Da beide Vereine jeweils mit 1:2 verloren, änderte sich an der Tabellenkonstellation nichts mehr, weshalb Rostock direkt abstieg und der SV Wehen gegen den Drittligisten SSV Jahn Regensburg in der Relegation antreten musste. Nachdem das Hinspiel mit 2:2 geendet hatte, unterlag der SV Wehen im Rückspiel mit 1:2 und stieg so direkt wieder in die 3. Liga ab.

Statistiken

Abschlusstabelle

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Zum Saisonende 2022/23: (A) Absteiger aus der Bundesliga (R↑) Verlierer der Relegation zur Bundesliga (N) Neuling, Aufsteiger aus der 3. Liga Zum Saisonende 2023/24: Aufstieg in die Bundesliga 2024/25 () Teilnahme an den Relegationsspielen gegen den 16. der Bundesliga 2023/24 () Teilnahme an den Relegationsspielen gegen den Dritten der 3. Liga 2023/24 Abstieg in die 3. Liga 2024/25

Kreuztabelle Die Kreuztabelle stellt die Ergebnisse aller Spiele dieser Saison dar. Die Heimmannschaft ist in der linken Spalte, die Gastmannschaft in der oberen Zeile aufgelistet.

2023/2422px|FC Schalke 0422px|Hertha BSC22px|Hamburger SVx22px|Fortuna Düsseldorf22px|FC St. Paulix22px|SC Paderborn 0722px|Karlsruher SC22px|Holstein Kiel22px|1. FC Kaiserslauternx22px|Hannover 9622px|1. FC Magdeburg22px|SpVgg Greuther Fürth22px|Hansa Rostock22px|1. FC Nürnberg22px|Eintracht Braunschweig22px|SV Elversberg22px|VfL Osnabrück22px|SV Wehen Wiesbaden FC Schalke 04 1:2 0:2 1:1 3:1 3:3 0:0 0:2 3:0 3:2 4:3 2:2 2:1 2:0 1:0 1:2 4:0 1:0 Hertha BSC 5:2 1:2 2:2 1:2 3:1 2:2 2:2 3:1 1:1 3:2 5:04:0 3:3 3:0 5:1 0:0 0:1 Hamburger SV 5:3 3:0 1:0 1:0 1:2 3:4 0:1 2:1 3:4 2:0 2:0 2:0 4:1 2:1 1:0 1:2 3:0 Fortuna Düsseldorf 5:3 1:0 2:0 1:2 1:2 3:1 0:1 4:3 1:1 3:2 1:0 2:0 3:1 2:0 1:1 1:1 1:3 FC St. Pauli 3:1 2:0 2:2 0:0 2:1 2:1 5:1 2:0 0:0 0:0 3:2 1:0 5:1 1:0 3:43:1 1:1 SC Paderborn 07 3:1 2:3 1:0 4:3 2:2 1:1 0:4 1:2 1:0 0:0 0:1 3:0 1:3 1:2 3:1 1:1 2:1 Karlsruher SC 3:0 3:2 2:2 2:2 2:1 0:3 0:2 1:1 1:2 7:0 4:0 2:2 4:1 2:0 3:2 2:1 2:2 Holstein Kiel 1:0 2:3 4:2 1:1 3:4 2:1 1:0 1:3 3:0 2:4 2:1 2:0 0:2 1:2 1:1 4:0 3:2 1. FC Kaiserslautern 4:1 1:2 3:3 1:3 1:2 1:2 0:4 0:3 3:1 4:1 0:2 3:1 3:1 5:0 3:2 3:2 1:1 Hannover 96 1:1 2:2 0:1 2:2 1:2 3:2 2:2 1:2 1:1 2:1 2:1 2:1 3:0 2:0 2:2 7:0 2:0 1. FC Magdeburg 3:0 6:4 2:2 2:3 1:0 1:1 1:1 1:1 4:1 0:3 0:0 1:2 0:1 2:1 1:2 1:1 1:0 SpVgg Greuther Fürth 2:0 1:2 1:1 1:0 0:0 5:0 4:3 2:1 2:1 1:3 1:1 1:0 2:1 3:3 1:4 4:0 2:0 Hansa Rostock 0:2 0:0 2:2 1:3 2:3 1:2 1:2 1:3 0:3 1:2 0:2 1:0 2:0 1:0 2:1 2:1 3:1 1. FC Nürnberg 1:2 3:1 0:2 0:5 0:2 0:2 0:1 0:4 1:1 2:2 1:0 1:1 3:0 2:1 3:0 2:2 2:1 Eintracht Braunschweig 1:0 1:1 0:4 1:4 1:1 1:3 2:0 0:1 2:1 0:0 1:0 0:1 0:1 2:2 5:0 3:2 1:0 SV Elversberg 1:1 4:2 2:1 0:5 0:2 4:1 0:3 0:2 2:1 2:2 0:0 1:1 1:2 0:1 3:0 3:1 0:3 VfL Osnabrück 0:4 2:1 2:1 0:4 1:1 0:0 2:3 1:1 2:2 1:0 0:2 2:0 0:0 2:3 0:3 0:1 0:2 SV Wehen Wiesbaden 1:1 3:1 1:1 0:2 1:2 1:2 1:0 0:1 2:1 1:1 1:1 3:5 1:0 1:1 1:3 0:2 0:1 Stand: Endstand

Relegation Aufstieg Die beiden Relegationsspiele zwischen dem 16. der Bundesliga (VfL Bochum) und dem Dritten der 2. Bundesliga (Fortuna Düsseldorf) fanden am 23. und 27. Mai 2024 statt.

Der VfL Bochum blieb damit in der Bundesliga, Fortuna Düsseldorf in der 2. Bundesliga.

Abstieg Die beiden Relegationsspiele zwischen dem Dritten der 3. Liga (SSV Jahn Regensburg) und dem 16. der 2. Bundesliga (SV Wehen Wiesbaden) fanden am 24. und 28. Mai 2024 statt.

Der SV Wehen Wiesbaden stieg damit in die 3. Liga ab, der SSV Jahn Regensburg stieg in die 2. Bundesliga auf.

Tabellenverlauf Verlegte Partien werden entsprechend der ursprünglichen Terminierung dargestellt, damit an allen Spieltagen für jede Mannschaft die gleiche Anzahl an Spielen berücksichtigt wird.