mini|Carl-von Ossietzky-Straße 60, ehemals Amtsgericht Weimar (2014)mini|Stegmannsches Haus (2014) Die Carl-von-Ossietzky-Straße ist eine Anliegerstraße in Weimar, die sich in der Weimarer Nordvorstadt zwischen Schlachthofstraße (benannt nach dem Schlachthof) und Zeppelinplatz erstreckt und nach dem Widerstandskämpfer und Friedensnobelpreisträger Carl von Ossietzky benannt.

Beschreibung Sie wird von einigen Straßen gekreuzt, u. a. von der Ernst-Thälmann-Straße, der Ernst-Kohl-Straße, der Brehmestraße und der Brennerstraße. Die vom Zeppelinplatz bis zur Florian-Geyer-Straße weitergehende Straße ist die Röhrstraße. Bis zum 23. April 1946 hieß die Straße Watzdorfstraße.

An der Ecke Carl-August-Allee 9/Carl-von-Ossietzky-Straße befindet sich das Stegmannsche Haus als das älteste Gebäude der Carl-August-Allee. Als markantester Bereich zwischen Ernst-Kohl-Straße, Ernst-Thälmann-Straße, Meyerstraße und Carl-von-Ossietzky-Straße. Der Gebäudekomplex Carl-von Ossietzky-Straße 60 beinhaltete vormals das Amtsgericht Weimar (heute in der Ernst-Kohl-Straße 23 a)Der Gebäudekomplex ist indes derselbe. und die Justizvollzugsanstalt, in deren blutiger Geschichte auch Hinrichtungen stattfanden. Einer der Scharfrichter war Johann Reichhart.Gotthold Leistner: Sachsen und die Guillotine. Ein Beitrag zur Geschichte eines Tötungsmonstrums. In: Sächsische Heimatblätter, 48. Jahrgang, 2002, S. 130–149. Dort befindet sich eine Gedenktafel für die Opfer des Stalinismus.

Die Gebäude der Carl-von-Ossietzky-Straße stehen teilweise in der Liste der Kulturdenkmale in Weimar (Sachgesamtheiten und Ensembles). Das Gebäude der Justizvollzugsanstalt steht zudem auf der Liste der Kulturdenkmale in Weimar (Einzeldenkmale).

Carl-von-Ossietzky-Straße 57 a Im Hinterhof der Carl-von-Ossietzky-Straße 57 (Adresse: Carl-von-Ossietzky Straße 57 a) befand sich etwa seit den 1920er Jahren eine Tankstelle, die zu dem Unternehmen Garagen-König gehörte. Heute steht an dieser Stelle ein Anbau in dem sich die Firma Elektroweiße befindet. Am 1. April 1926 wurde dort das Tiefbauunternehmen Hermann Kirchner gegründet, das dort seine Zentrale und ein Lager für Baumaterialien unterhielt. 1948 wurde der Betrieb enteignet und wanderte nach Kassel ab.

Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm der VEAB Weimar das Gebäude. Im Weimarer Volksmund hieß die VEAB „Eier-Ankaufstelle“, da vor allem Eier, aber auch Honig vertrieben wurde.

Nach einigen Eigentümerwechseln erwarben Schilder-Maletz und Rudolf Keßner die Grundstücke Carl-von-Ossietzky-Straße 57 a und 59 mit dem Gewerbegebäude. 1995 wurde das Haus saniert und die Graphische Betriebe Weimar sowie Stempel-Rabe zogen ein. Im Rahmen der Sanierung wurden die Laderampen der VEAB abgebaut, die Fassade gedämmt, die Fenster vergrößert, ein doppelflügliges französisches Fenster im ersten Obergeschoss sowie Schaufenster im Erdgeschoss eingebaut. 2012 zog die Druckerei Schöpfel ins Erdgeschoss ein.

In der Bauweise ähnelt das Gebäude der Großmarkthalle in Weimar. Das Untergeschoss ist massiv: Die Außenwände sind gemauert, die tragenden Stützen sind Ortbeton, die Deckenträger sind als Stahlbetonfertigteile ausgeführt. Die Dachkonstruktion hingegen ist aus Holz, mit Dachpappe belegt. Die Bauweise ist auf Schnelligkeit im Bau, die Nutzung des ersten Obergeschosses als Lagerfläche schwerer Waren und trotzdem möglichst geringen Materialverbrauch optimiert. Wann das Gebäude gebaut wurde, ist nicht bekannt. Die Bauweise lässt vermuten, dass es in der Zeit des Nationalsozialismus errichtet wurde.

Carl-von-Ossietzky-Straße 59 Im Hinterhof der Carl-von-Ossietzky-Straße 59 war seit den 1930er Jahren eine Autowerkstatt mit Garagen unter dem Namen Garagen-König ansässig. Das Unternehmen gehörte Fritz König. Das Werkstattgebäude war eine einstöckige aus Holz erbaute Halle mit Oberlicht.

Nach dem Ankauf durch Schilder-Maletz und Rudolf Keßner wurde das Werkstattgebäude 2016 aufgrund seines schlechten Bauzustandes abgerissen. Es wurden Bodenarbeiten durchgeführt, um die Bodenkontaminationen durch den Tankstellen- und Werkstattbetrieb zu entfernen. An dessen Stelle entstand ein Miethaus für drei Parteien, das 2018 eine Grüne Hausnummer erhielt.

Weblinks

Sanierung Nördliche Innenstadt Weimar, Neugestaltung „Carl-von-Ossietzky-Straße“, auf stadt.weimar.de (im Internet Archive) Landgericht Carl-von-Ossietzky-Straße 60, auf weimar-im-ns.de (im Internet Archive)

Einzelnachweise

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