mini|Apsisfenster im Hohen Chor der Klosterkirche Jerichow (Aufnahme vom Januar 2008) Jochem Poensgen (* 30. Juni 1931 in Düsseldorf; † 30. April 2023 in SoestDie biografischen Eckdaten stammen von: Jochem Poensgen KUNST@SH | Schleswig-Holstein & Hamburg. Abgerufen am 27. Oktober 2023.) war ein deutscher Glaskünstler. Er gestaltete und entwarf im Besonderen Glasfenster für kirchliche und öffentliche Gebäude.
Leben Jochem Poensgen stammte aus der bekannten Düsseldorfer Industriellenfamilie Poensgen, die ihren Ursprung als Reidemeister-Familie im Raum Schleiden in der Eifel hat. Er war der Sohn des Industriellen Siegfried Poensgen (1893–1955) und der Maria Krischer (1906–2004) sowie der Neffe des Industriellen Helmuth Poensgen. Er besuchte von 1941 bis 1951 das Humboldt-Gymnasium Düsseldorf. Poensgen studierte 1951 ein Semester an der Werkkunstschule Wuppertal. Längere Studienaufenthalte in Frankreich und Italien weckten sein Interesse an architekturgebundener Kunst, insbesondere an der Glasmalerei.
Nach der Teilnahme an mehreren Wettbewerben erhielt Poensgen 1956 seinen ersten Auftrag für die Gestaltung von Glasmalereien. Seitdem schuf er zahlreiche Glasgestaltungen für Kirchen, öffentliche Bauten und Privathäuser in Europa und den USA. Daneben schuf er in den 1970er und 1980er Jahren auch Radierungen, Buchgrafiken und Illustrationen.
Vortragstätigkeiten und Gastdozenturen führten ihn nach Großbritannien, Australien, Neuseeland, Mexiko, Kanada, und USA. 1984 gründete er das 1. Internationale Seminar für Architekturbezogene Glasmalerei in Kevelaer. Von 1992 bis 1999 war er Visiting Honorary Professor am Swansea Institute (Faculty of Art & Design) in Swansea, Wales.
Jochem Poensgen lebte seit 1991 in Soest, wohin er 1998 auch sein Atelier verlegt hatte.
Er starb 2023 im Alter von 91 Jahren in Soest und wurde auf dem Nordfriedhof in Düsseldorf beigesetzt.
Werke Arbeiten in Museen (Auswahl) Corning Museum of Glass, Corning, New York (USA) Hessisches Landesmuseum Darmstadt Museum Kunstpalast Düsseldorf Museum Angewandte Kunst Frankfurt am Main Augustinermuseum Freiburg im Breisgau Glasmalerei Museum Izukougen (Japan) Victoria and Albert Museum, London (Groß-Britannien) Deutsches Glasmalerei-Museum, Linnich Vitromusée Romont CH, Romont FR (Schweiz) Schlossmuseum, Murnau Museum Wilhelm Morgner, Soest
Arbeiten in Kirchen (Auswahl) Bad Honnef-Selhof, St. Martin Bassum, Stiftskirche Bergisch-Gladbach-Refrath, St. Elisabeth Bleibach, St. Georg Düsseldorf, St. Maximilian Düsseldorf-Unterbilk, St. Peter Emmendingen, St. Johannes Essen-Rüttenscheid, St. Andreas Fulda, Dom St. Salvator, Bonifatiusgruft Furtwangen, St. Cyriak Hamburg-Altona, St. Marien Hamburg-Barmbek, Bugenhagenkirche Hamburg-St. Georg, Hl. Dreieinigkeitskirche Hannover-Kronsberg, Ev. Gemeindezentrum Höxter, St. Kiliani Lörrach, St. Bonifatius Jerichow, Klosterkirche Königsfeld, St. Peter u. Paul Landshut, St. Jodok, Taufkapelle München, St. Ludwig München, St. Paul Naumburg, Dom St. Peter und St. Paul, Evangelistenkapelle Olpe, St. Josef, Kapelle am Finkenhagen Oberauroff, Evang. Liebfrauenkirche Pilgerzell, Heilige Dreifaltigkeit Reuthe (Vorarlberg), St. Jakobus, Pfarrkirche Reuthe Schopfheim, St. Bernhard Soest, St. Maria zur Höhe (Hohnekirche) Trier, Paradies der Liebfrauenkirche Trier, Zur Heiligen Dreifaltigkeit (Jesuitenkirche) Ziethen, St. Laurentius Zerbst, St. Batholomäi
Einzelausstellungen 2016: Jochem Poensgen. Affinité / Wahlverwandt – Peinture sous verre et vitraux. Hinterglasmalerei und Glasbilder, Vitromusée Romont (Schweiz) 2017: Jochem Poensgen. Affinité / Wahlverwandt – Hinterglasmalerei und Glasbilder, Deutsches Glasmalerei-Museum, Linnich 2021: Jochem Poensgen. Jetzt und früher - Werke von 1951 - 2021, Museum Wilhelm Morgner, Soest
Veröffentlichungen (Auswahl) Jochem Poensgen (Hrsg.): Glaskunst in Architektur. Gedanken und Anregungen. Glass Art in Architecture. Thoughts and Ideas. Studio Jochem Poensgen, Düsseldorf 1987, ISBN 3-00-065935-8. Jochem Poensgen: Über die fröhliche Selbstauslieferung an die Rahmenbedingungen von Gestaltungsaufgaben. In: Matthias Ludwig (Hrsg.): Kunst Raum Kirche. Lautertal 2005, ISBN 3-921098-34-3.
Literatur Holger Brülls, Ulrike Wendland (Hrsg.): Romanik in neuem Licht. Die Fenster der Klosterkirche zu Jerichow. Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Halle (Saale)/Jerichow 2009, ISBN 978-3-939414-38-4. Heiko Seidel (Hrsg.): Poensgen – Ziethen. Glaskunst in Nordelbischen Kirchen. Verlag Ludwig, Kiel 2012, ISBN 978-3-86935-149-0. Holger Brülls (Hrsg.): Jochem Poensgen. Architektur des Lichts. Werke Entwürfe Texte 1956–2012. Verlag Schnell und Steiner, Regensburg 2013, ISBN 978-3-7954-2530-2. Andreas Tacke: Zeitlose Moderne, Die sieben Glasfenster von Jochem Poensgen im Paradies, 2011–2013. In: Andreas Tacke, Stefan Heinz (Hrsg.): Liebfrauen in Trier, Architektur und Ausstattung von der Gotik bis zur Gegenwart. Michael Imhof Verlag, Petersberg 2016, ISBN 978-3-86568-890-3. Stefan Trümpler, Myriam Wierschowsky (Hrsg.): Jochem Poensgen. Affinité – Wahlverwandt. Peinture sous verre et vitraux. Hinterglasmalerei und Glasbilder. Vitromusée Romont und Deutsches Glasmalerei-Museum Linnich, 2016, ISBN 978-2-9700727-2-0. Myriam Wierschowski (Hrsg.): Jochem Poensgen. Hinterglasbilder 2013–2017. Deutsches Glasmalerei-Museum Linnich, 2017, ISBN 978-3-946278-02-3. Jürgen Wiener, Reinhard Köpf (Hrsg.): Moderne Glasmalerei in Düsseldorf. Glasfenster und ihre Künstler. Verlag Kühlen, Mönchengladbach 2021, ISBN 978-3-87448-521-0.
Weblinks
Website von Jochem Poensgen Werkschau zu Jochem Poensgen auf vitrosearch.ch Werke von Jochem Poensgen bei der Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jh. e. V.
Einzelnachweise
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