mini|Keiji Uematsu, 2021 Keiji Uematsu (; * 26. März 1947 in Kobe, Japan) ist ein japanischer Bildhauer, Zeichner und Fotograf. Er lebt und arbeitet in Deutschland und Japan. Mit seinem Umzug nach Düsseldorf 1975 und dem Aufenthalt in Europa und den USA erhielten seine Arbeiten westliche Einflüsse. Daraus entwickelte er die Vereinigung von Zeitgenössischer Kunst mit Zen-Elementen, die seine Fotografien, Grafiken und Skulpturen prägen. Sein bekanntestes Werk ist die Konzeptinstallation Cutting Axis – Latitude – Longitude, für die er 2013 ausgezeichnet wurde.
Leben mini|Keiji Uematsu arbeitet im Studio Düsseldorf an einer Rauminstallation. (1991) mini|Keiji Uematsu in seinem Atelier in Mino / Osaka, Japan (2006)
Schon früh interessierte sich Uematsu für alles, was mit Natur und Technik zu tun hatte. Er liebte es, zu zeichnen und bastelte Modelle aus allen möglichen Materialien. Seine Inspiration dafür fand er in einem Wissenschaftsmagazin für Kinder. Wann immer es möglich war, besuchte er naturwissenschaftliche oder technische Museen. Das brachte ihn auf die Idee, die Wunder der Erde und des Weltalls als eine Art Mechanismus zu sehen, dessen Zusammenhänge es noch zu entdecken galt. Dies prägte später auch seine künstlerischen Arbeiten.
Sein Vater, ein Illustrator und Plattenstecher in einer Druckerei, verbot ihm, die Kunsthochschule zu besuchen und bestand darauf, dass er etwas vernünftiges lerne. Für ein Architekturstudium war sein Notendurchschnitt zu schlecht. Keiji Uematsu fand jedoch heraus, dass es an der Fakultät für Erziehungswissenschaften der staatlichen Universität Kobe eine Kunstabteilung gab und meldete sich dort an. 1969 machte er seinen Abschluss und wurde Lehrer an einer öffentlichen Schule für Kunsthandwerk und Gestaltung.
Bekannt wurde Keiji Uematsu 1969 mit seinem Kunstwerk Transparence – Iron, dass er auf der 1. Contemporary International Sculpture Exhibition auf dem Gelände des Hakone Open Air Museums in Kanagawa präsentierte. Im selben Jahr veranstaltete er seine erste Einzelausstellung in der Galerie 16 in Kyoto mit Tranceparence – H2O. 1972 folgte eine weitere Präsentation auf der Biennale in Kyoto. Die Werke entstanden, während er an der öffentlichen Grundschule und technischen Oberschule unterrichtete.
Der Weg nach Europa eröffnete sich 1974, als er von der Städtischen Kunsthalle Düsseldorf für die Ausstellung Japan: Tradition und Gegenwart angefragt wurde und er daran teilnahm. Im September 1975 zog er nach Düsseldorf und engagierte sich dort in der Avantgardekunstszene. Durch die Begegnung und Zusammenarbeit mit internationalen Künstlern kamen in dieser Zeit auch viele westeuropäische und nordamerikanische Einflüsse in sein künstlerisches Schaffen. Daraus entwickelte er einen Stil aus moderner westlicher Konzeptkunst mit Zenelementen. Für seine Skulpturen verwendet er Materialien wie Metalle, Stein, Holz, Glas und Wasser und Licht und kombiniert sie in geometrischen Formen zu fantastischen Objekten. Eine weitere Form seines Ausdrucks zeigt sich in seinen Bildern, Fotoserien und Filmprojekten, die einen Großteil seiner Werke ausmachen.
Die erste Einzelausstellung in Europa fand 1976–1977 in Stockholm statt. Daraufhin folgten viele weitere Ausstellungen in Galerien und Museen in Europa und Amerika, wo er seine Fotografien, Zeichnungen und Skulpturen zeigte. Sein Heimatland hat er dabei nie vergessen und reiste mehrmals jährlich zwischen Japan und Europa hin und her. Ab 1986 baute Keiji Uematsu viele Freilichtskulpturen, die heute noch Gärten, Plätze und Parks in Europa, Japan und Korea zieren.
Im März 1986 gründete er in Kobe eine weitere Basis für sein künstlerisches Schaffen. Das ersparte ihm die langen Flüge; und zwischen den Vernissagen konnte er sich seiner Kunst und seinen Angehörigen widmen. Durch Preise und Auszeichnungen, die er in Europa und Amerika gewann, wurden die großen asiatischen Kunstgalerien und Museen auf ihn aufmerksam und bekam er mehr Arrangements. Bei dem schweren Erdbeben von Kobe im Jahr 1995 wurde sein Atelier zerstört. Es folgte ein Umzug nach Mino in der Präfektur Osaka. Von Deutschland kam er aber nie weg und behielt sein Atelier in Düsseldorf. Er lebt und arbeitet seitdem in beiden Ländern.
Keiji Uematsu erhielt für seine Kunstwerke zahlreiche Auszeichnungen. 1988 wurde er auf der 43. Biennale in Venedig zum repräsentativen Künstler Japans gewählt. Mit seiner Installation Cutting-Axis Longitude-Latitude gewann er 2013 den Teijiro Nakahara Award, welcher als der renommierteste Skulpturenpreis Japans gilt.
Der Künstler ist immer noch aktiv und nimmt mit seinen Fotografien, Skulpturen und Grafiken an Ausstellungen auf der ganzen Welt teil. In vielen Städten und Kunstmuseen sind Werke von ihm zu sehen.
Arbeiten (Auswahl)
Ausstellungen (Auswahl) 1969 – 1975 Wechselnde Ausstellungen in der Gallery 16, Kyoto, Japan 1974 Fotografien und Filme, Gallery Cheap Thrills, Helsinki, Finnland 1974 Shinanobashi Gallery, Osaka, Japan 1976 – 1977 Fotografien und Filme, Moderna Museet Stockholm, Schweden 1977 Ausschnitte 1, Kunsthalle Düsseldorf, Deutschland 1977 Plastik und Foto, Museum Wiesbaden, Deutschland 1979 Skulptur und Foto, Heidelberger Kunstverein, Heidelberg Deutschland 1980 Städtische Galerie im Lenbachhaus, München / Kunstform, München, Deutschland 1980 Cultuurhuis de Warande, Turnhout, Belgien 1980 Internationales Kulturzentrum, Antwerpen, Belgien 1980 – 1981 Installation Axis-Latitude-Longitude, Project Studios 1 (PS 1), New York, USA 1981 Installation und Foto, Osaka Prefectural Contemporary Art Center, Japan 1981 Installation und Zeichnungen, Galerie Baudoin Lebon, Paris, Frankreich 1984 INAX Gallery, Tokio, Japan 1984 Installation Structures-Cloth-Branch, Centrum Beeldende Kunst Rotterdam, Niederlande 1985 Projekt – Installation und Zeichnungen, Galerie Lörl, Mönchengladbach, Deutschland 1986 Installation, Galerie Baudoin Lebon, Paris, Frankreich 1988 Shinanobashi Gallery, Osaka, Japan 1989 Skulpturen und Zeichnungen, Galerie Kiki Maier-Hahn, Düsseldorf, Deutschland 1989 Skulpturen und Zeichnungen, Galerie Lörl, Mönchengladbach, Deutschland 1989 Gele Zaal, Gent, Belgien 1990 Skulpturen, Wassermann Galerie, München, Deutschland 1991 Installation Breakaway Time / Space, Seibu Art Forum, Tokyo, Japan 1991 Dortmunder Kunstverein, Dortmund, Deutschland 1991 – 1992 Galerie Baudoin Lebon, Paris, Frankreich 1992 Gallery Kuranuki, Osaka, Japan 1992 Ursula Blickle-Stiftung, Kraichtal, Deutschland 1993 Skulpturen und Zeichnungen, Galerie Löhrl, Mönchengladbach, Deutschland 1993 Gallery Kasahara, Osaka, Japan 1994 Gallery Kuranuki, Osaka, Japan 1994 It’s possible – Skulpturen und Zeichnungen, Stadtmuseum Siegburg, Deutschland 1995 Unsichtbare Struktur, Galerie Beatrice Wassermann, München, Deutschland 1996 Hillside Gallery, Tokyo, Japan 1997 Behind the Perception, Edwin-Scharff-Haus, Neu-Ulm, Deutschland 1997 Behind the Perception, Otani Memorial Art Museum, Nishinomiya City, Japan 1999 – 2000 KCAL-Kansai Contemporary Art Laboratory, Amagasaki, Japan 2001 Galerie Baudoin Lebon, Paris, Frankreich 2003 Axis Longitude – Latitude, Wassermann Galerie, München, Deutschland 2003 Eyes under physical consideration, photographs, video and films, 1972-2003, Kitakyushu Municipal Museum of Art, Fukuoka, Japan 2003 – 2004 Inclination of the Earth’s Axis, Aomori Contemporary Art Center, Aomori, Japan 2004 Falling Water, Galerie Baudoin Lebon, Paris, Frankreich 2005 Axis Latitude – Longitude, Kunstlerverein Marlkasen, Düsseldorf, Deutschland 2006 The Garden of Time, Otani Memorial Art Museum, Nishinomiya City, Japan 2008 Yearning for what is Floating, Galerie Baudoin Lebon, Paris, Frankreich 2009 Yearning for what is Floating, Le Cafe Francais Art Gallery, Brüssel 2010 Gallery Yamaki fine art, Kobe, Japan 2011 Yumiko Chiba Associates viewing room shinjuku, Tokyo, Japan 2011 Keumsan Gallery, Seoul, Korea 2011 – 2012 Galerie Baudoin Lebon (mit Vladimir Skoda), Paris, Frankreich 2014 Frieze Masters: Spotlight, Regents Park, London, England 2016 Invisible Force and Seeing, Jacobihaus, Künstlerverein Malkasten, Düsseldorf, Deutschland 2016 Invisible Force and Seeing, Simon Lee Gallery, London, England 2016 Seeing / Measureing / …, Galerie Baudoin Lebon, Paris, Frankreich 2018 Invisible Force and Seeing, Galerie Löhrl, Mönchengladbach, Deutschland 2019 Keiji Uematsu: Invisible Force and Seeing, Simon Lee Gallery, New York, USA 2021 Keiji Uematsu: Ways of Touching the Invisible – Intuition, Ashiya City Museum of Art and History, Ashiya, Japan 2022 Keiji Uematsu: An Invitation to a Nonsensical Journey: Dreams of Seeing, Kirishima Open-air Museum, Kagoshima, Japan
Preise und Auszeichnungen 2013 The 38th Nakahara Teijiro Prize 2010 The Kobe city Cultural Prize 1999 The 6th Asago 2001 Outdoor Sculpture in Tataragi ’99, Grand Prize 1998 The 22nd Iue Culture Prize 1997 Ube-Industry .Ltd, Prize Museum of Modern Art, Hyogo, Prize 1997 The 17th Exhibition of Contemporary Japanese Sculpture 1997 The 28th Nakahara Teijiro Excellent Prize 1996 The 23rd Open Air Sculpture of Nagano City, Prize 1995 Ube-Industry.Ltd, Prize 1995 The 16th Exhibition of Contemporary Japanese Sculpture 1993 Ube-Industry.Ltd, Prize Museum of Modern Art, Kanagawa Prize 1993 The 15th Exhibition of Contemporary Japanese Sculpture 1990 The 12th Contemporary Sculpture Exhibition, Grand Prize 1974 The Kobe City Cultural Encouragement Prize 1973 The 8th Japan Art Festival Excellent Prize
Öffentliche Sammlungen Deutschland Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg Kunsthalle Bremen Städtische Galerie Lenbachhaus, München Museum Wiesbaden Mercedes-Benz Art Collection, Potsdamer Platz, BerlinFrüher Daimler Art, wurde 2022 umbenannt. Ursula Blickle Stiftung, Kraichtal Art Kite Museum, Detmold Amtsgericht Lünen Flughafen München Besucherpark Skulpturenpark am Schloss Broich, Mülheim an der Ruhr Gartenschaupark, HockenheimPark der Landesgartenschau 1991 in Hockenheim
Frankreich Cartier Foundation for Contemporary Art, Paris Musée des Arts Décoratifs (MAD), Paris Musée Réattu, Arles Maison Elsa Triolet Aragon, St-Arnould en Yvelines La Chapelle Art Contemporain, Clairfontaine Pinault Collection, Paris Collection Philippe Austury, Parc de Sculptures Peyrassol, Commanderie de Peyrassol
Schweden Moderna Museet, Stockholm
Niederlande Museum Voorlinden, Wassenaar
USA Bulgari Collection, New York, USA / Rom, Italien Museum of Modern Art, New York Museum of Fine Arts, Houston, Texas
Japan Aichi Prefectural Library, Nagoya Aomori Contemporary Art Centre, Aomori Asago Art Village, Hyogo Asahikawa Museum of Sculpture, Asahikawa Faret Tachikawa, Tokyo The Hakone Open-Air Museum, Kanagawa Hatano City, Kanagawa Herbis, Osaka Hokkaido Ryoikuen, Asahikawa Hyogo Prefectural Museum of Art Ikegami Hall, Ota, Tokyo City of Kobe (Kobe General Children’s Center), Hyogo Kirishima Open-Air Museum, Kurino, Kagoshima Kitakyushu Municipal Museum of Art, Kitakyushu Kobe University, Kobe Kobe City (Kobe Harborland), Hyogo Kurashiki City Art Museum, Okayama Kwansei Gakuin University, Nishinomiya, Hyogo Kyoto Municipal Museum of Art, Kyoto The Museum of Modern Art, Kamakura & Hayama Museum of Modern Art Shiga, Shiga Nagano City The National Museum of Art, Osaka Otani Memorial Art Museum, Nishinomiya City Planning and Promotion Department Secretariat of Tokamachi Region wide-area, Municipal Cooperation, Miigata Setagaya Art Museum, Tokyo Setoda-cho, Hiroshima Setsu City, Osaka St. Andrew’s University, Izumi, Osaka City of Tokai, Aichi The Tokushima Modern Art Museum, Tokushima Ube Outdoor Sculpture Museum, Yamaguchi Yukanboshi River Sculpture Park, Eniwa, Hokkaido
Ausstellungskataloge und Bücher Ausstellungskataloge 1974: Japan, Tradition und Gegenwart, Städtische Kunsthalle Düsseldorf, Deutschland