Victor Henry „Vic“ Elford (* 10. Juni 1935 in London; † 13. März 2022 auf Plantation Island) war ein in den 1960er- und 1970er-Jahren aktiver britischer Automobil-Rennfahrer und Formel-1-Pilot.
Rennsport-Karriere
mini|links|Elford im F1-McLaren-Ford von Colin Crabbe Racing beim Training zum GP von Deutschland auf dem Nürburgring (1969) mini|links|Elford im Werks-Porsche 908-3 beim Training zum 1000-km-Rennen auf dem Nürburgring (1971) Aufgrund seiner vielfältigen Aktivitäten und Erfolge gilt Elford als einer der größten Allrounder der Motorsport-Geschichte. Sein erstes Rennen bestritt er 1961 mit einem Mini von BMC, seine erste Rallye 1962 in einem DKW. Von 1968 bis einschließlich 1971 nahm er in der Formel 1 an insgesamt 13 Grand Prix teil. Sein Debüt gab er am 7. Juli 1968 beim Grand Prix von Frankreich, sein letzter Auftritt war der Grand Prix von Deutschland 1971. Insgesamt erzielte „Quick Vic“ für die Teams von Cooper, McLaren und B.R.M. acht Weltmeisterschaftspunkte. Einige Jahre später war Elford erneut in der F1-Weltmeisterschaft aktiv, 1979 als Manager des deutschen ATS-Formel-1-Teams. Innerhalb von nur drei Monaten gelang es Elford, ATS und dessen Fahrer Hans-Joachim Stuck zu Mitbewerbern um WM-Punkte zu machen, nachdem das Team zuvor Schwierigkeiten hatte, sich überhaupt für Rennen zu qualifizieren.
Vic Elford war auch in der Sportwagenszene bekannt und wurde u. a. häufig von Porsche als Werkspilot eingesetzt. Auf Porsche 908 gewann er unter anderem dreimal das 1000-km-Rennen auf dem Nürburgring, 1968 zusammen mit Jo Siffert, 1970 mit Kurt Ahrens und 1971 mit Gérard Larrousse; 1969 wurde er mit Ahrens Dritter.Michael Behrndt, Jörg-Thomas Födisch, Matthias Behrndt: ADAC 1000 km Rennen. Heel Verlag, Königswinter 2008, ISBN 978-3-89880-903-0. In den USA nahm er Anfang der 1970er-Jahre sowohl an TransAm- als auch an CanAm-Rennen erfolgreich teil. Darüber hinaus war Elford ein siegreicher Rallyefahrer, besonders als Werksfahrer für Porsche. Einer seiner herausragenden Erfolge im Reigen der Wilden-Reiter-Truppe war der Gesamtsieg bei der Rallye Monte Carlo des Jahres 1968. Neben zahlreichen weiteren Aktivitäten auf Rennstrecken und Rallyepisten konnte Vic Elford am 4. Februar 1967 auf dem Lydden Hill Race Circuit in Kent mit einem fabrikneuen Porsche 911 R des britischen Porsche-Importeurs AFN auch das erste Rallycross-Rennen der Autosportgeschichte gewinnen.
In Steve McQueens Film Le Mans ist Vic Elford mehrfach als Fahrer eines Porsche 917 bei Close-up-Aufnahmen in Aktion zu erleben. Im Film The Speed Merchants von Michael Keyser ist er als principal narrator zu hören, also als wichtigster Erzähler und Kommentator. Nachdem Elford bei den 24 Stunden von Le Mans einmal vor laufenden Kameras sein eigenes Fahrzeug verlassen und einen Fahrerkollegen aus dessen brennendem Ferrari gerettet hatte, verlieh ihm der damalige französische Präsident Georges Pompidou für Mut und bewiesene Heldenhaftigkeit den Titel Chevalier de l’Ordre National du Mérite.
Vic Elford lebte zuletzt als Ruheständler in Südflorida (USA). Er starb im März 2022 im Alter von 86 Jahren nach langer Krankheit.Vic Elford Passes Away at 86 Vic Elford gestorben
Statistik
Le-Mans-Ergebnisse
Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Teamkollege Platzierung Ausfallgrund 1967 Porsche System Engineering Porsche 906K Carrera 6 Ben Pon Rang 7 und Klassensieg 1968 Porsche System Engineering Porsche 908 Gerhard Mitter Disqualifiziert 1969 Porsche System Engineering Porsche 917L Richard Attwood Ausfall Getriebeschaden 1970 Porsche KG Salzburg Porsche 917L Kurt Ahrens Ausfall Motorschaden 1971 Martini International Racing Porsche 917L Gérard Larrousse Ausfall Motorschaden 1972 Autodelta SpA Alfa Romeo Tipo 33 Helmut Marko Ausfall Kupplungsschaden 1973 Automobiles Charles Pozzi Ferrari 365 GTB/4 Claude Ballot-Léna Rang 6 und Klassensieg 1974 Robert Buchet Porsche Carrera RSR Claude Ballot-Léna Ausfall Benzineinspritzung 1983 Jean Rondeau Ford France Rondeau M379 Anne-Charlotte Verney Joël Gouhier Ausfall Aufhängung
Sebring-Ergebnisse
Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Platzierung Ausfallgrund 1968 Porsche Automobile Co. Porsche 907 2.2 Jochen Neerpasch Rang 2 1969 Porsche System Engineering Ltd. Porsche 908/02 Richard Attwood Rang 7 1970 Porsche Audi Porsche 917K Kurt Ahrens Ausfall Unfall 1971 Martini & Rossi Racing Porsche 917K Gérard Larrousse Gesamtsieg 1972 Autodelta S.p.A. Alfa Romeo T33/TT/3 Helmut Marko Ausfall Motorschaden
Einzelergebnisse in der Sportwagen-Weltmeisterschaft
Saison Team Rennwagen 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 1964 Ford Ford Cortina 11 1967 Porsche Porsche 910Porsche 906Porsche 911 3 3 7 3 DNF 1968 PorscheBradley Racing Porsche 907Porsche 910Porsche 908 1 2 3 9 1 1 DNF DNF 8 DNF 1969 PorscheDean Racing Porsche 908Porsche 917 DNF 7 2 16 2 3 3 DNF 2 1970 Porsche HoldingPorsche Porsche 917Porsche 908 DNF DNF 2 DNF DNF 3 1 DNF 4 4 1971 Martini RacingAutodelta Porsche 917Porsche 908Alfa Romeo T33 DNF DNF 1 DNF DNF DNF 39 1 DNF DNF 1972 AutodeltaEcurie Bonnier Alfa Romeo T33Lola T280 4 3 DNF 4 DNF 11 DNF DNF 1973 Charles Pozzi Ferrari 365 GTB/4 6 1974 Gelo RacingRobert Buchet Porsche Carrera RSR DNF DNF 1983 Jean Rondeau Rondeau M379 DNF
Weblinks
"The Official Web Site" von Vic Elford (englisch)
Vic Elford bei Racing Sports Cars
Einzelnachweise
Kategorie:Formel-1-Rennfahrer (Vereinigtes Königreich) Kategorie:Rennfahrer der Formel-2-Europameisterschaft Kategorie:Rallyefahrer (Vereinigtes Königreich) Kategorie:NASCAR-Rennfahrer Kategorie:Rennfahrer des 24-Stunden-Rennens von Le Mans Kategorie:Rallycross-Fahrer Kategorie:Träger des französischen Nationalverdienstordens (Ritter) Kategorie:Sportwagen-WM-Rennfahrer Kategorie:Rennfahrer des 12-Stunden-Rennens von Sebring Kategorie:Sieger des 12-Stunden-Rennens von Sebring Kategorie:Europameister (Rallye) Kategorie:Brite Kategorie:Geboren 1935 Kategorie:Gestorben 2022 Kategorie:Mann