mini|Anfang des Gedichts (Autograph) Ode an die Freiheit bzw. Wolnost (, wiss. Transliteration ) ist ein Gedicht von Alexander Puschkin,Pushkin descendant puts Russian poet’s turbulent life on stage for first time das auch unter verschiedenen weiteren Titeln bekannt ist. Es lieferte einen der GründeEr hatte auch im Theater seinem Nachbarn ein Bild von Louvel, dem Mörder des Herzogs von Berry, gezeigt. (vgl. A. S. Pruschawin: Die Inquisition der Russisch-orthodoxen Kirche: Die Klostergefängnisse, Berlin-Charlottenburg 1905, S. 36) für sein vierjähriges Exil in Südrussland.
Nach seinem Abschluss am Lyzeum trug Puschkin das Gedicht öffentlich vor, eines von mehreren, die zu seiner Verbannung durch Zar Alexander I. führten.
Die Behörden riefen Puschkin nach Moskau, nachdem das Gedicht unter den Habseligkeiten der Rebellen des Dekabristenaufstands (1825) gefunden worden war."On This Day: Alexander Pushkin". The Moscow Times. June 6, 2019
Dem jungen Dichter hatte die Verbannung in das Solowezki-Kloster oder nach Sibirien gedroht, er wurde stattdessen aber nach Jekaterinoslaw (heute Dnipro) gebracht.A. S. Pruschawin: Die Inquisition der Russisch-orthodoxen Kirche: Die Klostergefängnisse, Berlin-Charlottenburg 1905, S. 36
Teilübersetzung Entfleuch dem Aug’ dich zu verstecken, Kraftlose Liebeskönigin!… Wo, wo bist du, der Könige Schrecken, Der Freiheit stolze Sängerin? Reiß mir vom Haupt die Blumenkron’ – Die sanfte Laier laß zerspringen, Ich will der Welt die Freiheit singen, Das Laster treffen auf dem Thron. – – – – Des laun’gen Glücke Söhne all’, Erzittert, Ihr der Welt Tyrannen! Doch Ihr vernehmt’s, Euch zu ermannen Ihr Sklaven auf von Eurem Fall!…
Das Auge bebt vor der Bedrängnis Und Noth des Volks entsetzt zurück – Die Tugend schmachtet im Gefängnis, Das Laster schwelgt in Macht und Glück; – Hier Vorurtheil und Unverstand, Dort ganzer Völker Schmach und Schändung ... Es reichen Bosheit und Verblendung Am Throne sich die Bruderhand.
Nur dort liegt eines Volkes Stöhnen Auf stolzem Königshaupte nicht, Wo des Gesetzes Macht den schönen Bund mit der heil’gen Freiheit flicht; Wo starken Schutz ihr Schild gewährt, Und wo geführt von sichern Händen, Rings Schmach und Unheil abzuwenden Dräut ihr gewaltig Flammenschwert.
Es trifft zu strafen und zu rächen Die Sünde mit gerechtem Schlag, Wo schnödes Gold es nicht bestechen Und Furcht es nicht verderben mag. Nicht die Natur – Gesetz gab Reich Und Kron’, Ihr Herrscher! Euch zum Lehen; Mögt höher als das Volk Ihr stehen: Doch das Gesetz steht über Euch!…
O Wehe! Weh’ den Völkern allen, Wo rohe Willkür herrscht, und dann Volk oder König nach Gefallen Ob dem Gesetze walten kann. Sei du zum Zeuge mir erlaubt, Du Opfer glänzender Verbrechen, Im Sturm für deiner Väter Schwächen Gefall’nes königliches Haupt!
Zum Tod’ muß Ludwig sich bereiten Und die gekrönte Stirn gesenkt Sieht man ihn zum Schaffote schreiten, Dem Platz des Gräuls, mit Blut getränkt; Volk und Gesetze waren taub – Das blut’ge Mordbeil nur regierte: Der Purpur, der den König zierte, Wird seiner wilden Henker Raub.
Selbstmächt’ger Bösewicht und Sünder Ich hasse Dich und Deine Brut – Dein Untergang, der Deiner Kinder Entflammt mein Aug’ zu froher Glut; Auf Deiner Stirn gefurchtem Feld Trägst Du als warnendes Exempel Des Volksfluchs untilgbaren Stempel – Du Vorwurf Gottes in der Welt!
Wenn auf der Newa dunkeln Wogen Des Mondes klares Bild sich wiegt Und dem Gewühl des Tags entzogen Rings Alles tief im Schlummer liegt Dann sorgenvoll der Sänger schaut Das Denkmal langer Schreckensjahre: Die öde, weiße Burg der Zare, Die furchtbar durch den Nebel graut.
Er hört aus jener Mauern Schlunde Die finstre Stimme Klio’s weh’n – Er sieht vor sich die letzte Stunde Kalizula’s lebendig stehn: – Geschmückt mit Band und Orden bricht, Berauscht von Wein und argen Tücken, Der Mordschwarm ein mit stieren Blicken: Im Herzen Furcht, Trotz im Gesicht.
Es schwieg der feile Wächter dorten, Als sich die Brücke niederwand, Im nächt’gen Dunkel sind die Pforten Geöffnet von Verrätherhand; Der Janitscharen Rotte bricht Herein o Schrecken unsrer Tage! Von ihrem mörderischen Schlage Fällt der gekrönte Bösewicht.
O nehmt’s, Ihr Herrscher! Euch zur Lehre: Nicht Strafen, nicht des Kerkers Nacht, Nicht Orden, Krieger noch Altäre Sind für Euch eine Schutzeswacht. Vor des Gesetzes sich’rer Macht Sollt Ihr die stolzen Häupter beugen – Und Freiheit, Ruhe wird sich zeigen Als Volks und Thrones treue Wacht!Teilübersetzung, zitiert nach: Die Grenzboten, 9. Jahrgang, 1. Semester, 2. Band, Leipzig 1850, S. 277 f.
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Einzelnachweise und Fußnoten
Kategorie:Gedicht Kategorie:Literarisches Werk Kategorie:Literatur (Russisch) Kategorie:Lyrik Kategorie:Werk von Alexander Sergejewitsch Puschkin Kategorie:Literatur (19. Jahrhundert)