Habighorst ist eine Ortschaft der Gemeinde Eschede im Landkreis Celle in Niedersachsen.

Geografie Habighorst liegt nordöstlich von Celle am Naturpark Südheide.

Das Siedlungsgebiet Habighorster Höhe liegt, durch einige landwirtschaftliche Flächen getrennt, in etwa 600 Meter Entfernung südöstlich von Habighorst und ist über die Kreisstraße K34 angebunden.

Geschichte links|mini|Anteilschein der Bergwerksgesellschaft Habighorst vom 30. Januar 1918, ausgestellt auf die Bergwerksgesellschaft Mariaglück in Höfer mini|Ehemaliges Rittergut und Sattelhof (Herrenhaus von 1673), Habighorst Toter Link mini|hochkant=0.6|Georg Ernest von Melvill (1668–1742) Urkundlich wurde Habighorst erstmals 1291 unter dem Namen Havichhorst erwähnt. Seit dem 15. Jahrhundert ist der Ort als Stammsitz des Ministerialengeschlechts von Habighorst belegt. In einer Lehnsurkunde aus dem Jahr 1427 wird ein Luderus Havichors mit mehreren Hofstellen belehnt. Nach dem Tod von Georg Werner von Habighorst, wird 1702 Georg Ernest von Melvill mit dem Rittergut belehnt (späteren General und Gouverneur der Festung Hameln). Er war der Sohn des aus Schottland eingewanderten braunschweig-lüneburgischen Generalmajors Andreas von Melville (André de Melvill) und am Hofe des Herzogs Georg Wilhelm als Page ausgebildet. Nach dessen Tod im Jahr 1742 gelangte das Gut (und der Krug) an seinen Neffen Ernst August von der Schulenburg (1692–1743).Topographisch-historische Beschreibungen der Städte, Aemter und adelichen Gerichte im Fürstenthum Lüneburg, Band 2, S. 343 Auch dieser starb ohne Nachkommen und so erbte dessen Bruder Friedrich Wilhelm (1699–1764).

1916 begann bei Habighorst die Förderung von Kali aus dem Schacht Fallersleben, der von der fünf Jahre zuvor gegründeten Bergwerksgesellschaft betrieben wurde. Nach Zusammenlegung mit dem Schacht Mariaglück in Höfer, nahm 1922 auch Mariaglück die Förderung auf. 1924 wurde der Schacht Fallersleben bereits wieder stillgelegt und sorgte nur noch für die Bewetterung der Anlage und diente als zweiter fahrbarer Ausgang für den Schacht Mariaglück.

Die Habighorster Höhe wurde angelegt, als in den 1950er Jahren großer Bedarf an Wohnungen für Bergwerksfamilien und Flüchtlinge (aus ehemaligen deutschen Ostgebieten) bestand.

Zum 1. Januar 2014 erfolgte die Auflösung der Samtgemeinde Eschede mit ihren Mitgliedsgemeinden Eschede, Habighorst, Höfer sowie Scharnhorst und dafür die Neubildung einer Einheitsgemeinde Eschede.Gesetz über die Neubildung der Gemeinde Eschede, Landkreis Celle vom 19. Juni 2013, In: Niedersächsisches Gesetz- und Verordnungsblatt Nr. 10/2013 vom 25. Juni 2013, S. 164

Einwohnerentwicklung Die folgende Tabelle zeigt die Einwohnerentwicklung von Habighorst seit 1821.Friedrich Helmke, Heinrich Hohls: Der Speicher, Heimatbuch für den Landkreis Celle, 1930, S. 606 ff Anzumerken ist, dass der sprunghafte Anstieg der Einwohnerzahlen nach dem Zweiten Weltkrieg im Wesentlichen durch den Zuzug Vertriebener bedingt ist.

Jahr Einwohner Häuser Jahr Einwohner Häuser 1821 138 16 1925 325 46 1848 197 29 1939 416 1900 200 1950 882 1910 218 1967 929 1919 324 2000 800

Historischer Bestand des Vieh und der Anzahl der Obstbäume

Für 1913 werden in Habighorst 40 viehhaltende Haushalte angegeben mit 31 Pferden, 172 Rindern, 162 Schafen, 488 Schweinen, 53 Ziegen und 12 55 Obstbäumen, für 1919 werden 38 Kaninchen und für 1921 44 Bienenstöcke angegeben.Friedrich Helmke, Heinrich Hohls: Der Speicher, Heimatbuch für den Landkreis Celle, 1930, S. 614 ff

Politik

Letzter Gemeinderat Der letzte Gemeinderat von Habighorst setzte sich zum Zeitpunkt der Eingemeindung nach Eschede aus neun Ratsmitgliedern zusammen.

Ortsrat Der Ortsrat, der Habighorst vertritt, setzt sich aus sieben Mitgliedern zusammen. Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt.

Bei der Kommunalwahl 2021 ergab sich folgende Sitzverteilung:

Wählergemeinschaft Habighorst: 7 Sitze

Ortsbürgermeister Ortsbürgermeister des Ortsteils Habighorst ist Marc Dornbusch.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Herrenhaus in Burghorn in dem Mackensen verstarb

Siehe auch Liste der Baudenkmale in Habighorst Grethe-Haus von 1818 als Bauernhaus in Fachwerk; Haus und Scheune auch Dorfgemeinschaftshaus Herrenhaus Habighorst vom 18. Jh. Wohn- und Wirtschaftsgebäude Dorfstraße 6 (Habighorst) von 1842 in Fachwerk

Wirtschaft und Infrastruktur Die Bundesstraße 191 verläuft am Westrand durch das Gemeindegebiet von Habighorst, durch Ortschaft selbst verläuft die Kreisstraße 34.

In Habighorst gibt es eine Freiwillige Feuerwehr. Aus Anlass ihres hundertjährigen Jubiläums wurde in Habighorst 2010 der Kreisfeuerwehrtag ausgetragen.

Persönlichkeiten Diethard von Boenigk (* 1956), Handballspieler Karl-Heinz Walkhoff (* 1936), deutscher Pädagoge und Politiker (SPD), wurde in Habighorst geboren August von Mackensen (1849–1945), preußischer Generalfeldmarschall, starb in der Siedlung Burghorn der Ortschaft Habighorst.

Literatur Joachim Hoppe, Kurt W. Seebo: Spuren des Salzes in einer Landgemeinde: Beitrag zur Geschichte der Kali- und Salzbergwerke Fallersleben in Habighorst und Mariaglück in Höfer. Eschede 2003, ISBN 3-8334-0605-4

Weblinks

Habighorst auf der Website der Gemeinde Eschede

Einzelnachweise

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