mini|250px|Steve Jobs bei der WWDC (2010) rahmenlos|zentriert|klasse=notpageimage skin-invert-image|150px mini|Jobs stellte wichtige Apple-Produkte selbst der Öffentlichkeit vor, hier das MacBook Air im Jahr 2008. Bei solchen Auftritten trug er als Markenzeichen stets einen schwarzen Rollkragenpullover und Blue Jeans.
Steven „Steve“ Paul Jobs (* 24. Februar 1955 in San Francisco, Kalifornien; † 5. Oktober 2011 in Palo Alto, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Unternehmer. Als Mitgründer und langjähriger CEO von Apple Inc. gilt er als eine der bekanntesten Persönlichkeiten der Computerindustrie.
Zusammen mit Steve Wozniak und Ron Wayne gründete er 1976 Apple und half, sowohl das Konzept des Heimcomputers als auch später die Generation der Smartphones sowie Tabletcomputer populär zu machen. Zudem war er mit dem Macintosh ab 1984 maßgeblich an der Einführung von Personal Computern mit grafischer Benutzeroberfläche beteiligt und entwickelte mit dem iTunes Store und dem Medienabspielgerät iPod in den frühen 2000er Jahren wichtige Meilensteine für den Markterfolg digitaler Musikdownloads. Jobs war darüber hinaus Geschäftsführer und Hauptaktionär der Pixar Animation Studios und nach einer Fusion größter Einzelaktionär der Walt Disney Company. Sein Vermögen wurde im März 2011 vom Wirtschaftsmagazin Forbes Magazine auf 8,3 Milliarden US-Dollar geschätzt.
Leben Kindheit und Studium mini|hochkant|Jobs 1972 im Jahrbuch der Homestead High School in Cupertino mini|Haus der Eltern Paul und Clara Jobs in Los Altos. Die Garage wurde 1976 zum ersten Firmensitz von Apple Computer.
Steve Jobs wurde als Sohn des syrischen Politikstudenten Abdulfattah Jandali und der Amerikanerin Schweizer Abstammung Joanne Carole Schieble in San Francisco geboren.The Guardian: The non-stop revolutionary 29. Januar 2006, abgerufen am 1. November 2011. Da weder die Eltern seiner leiblichen Mutter noch die Eltern des Vaters einer Ehe zugestimmt hätten und seine 23-jährigen Eltern nicht für den Unterhalt des Kindes sorgen konnten, gab Schieble ihren Sohn als Sozialwaise zur Adoption frei.Isaacson: Steve Jobs: Die autorisierte Biografie des Apple-Gründers. 2011, S. 21. Jobs’ Eltern waren zu dieser Zeit noch nicht verheiratet, die Hochzeit fand erst im Dezember 1955 statt; 1962 wurde die Ehe annulliert, vgl. ebd. S. 22. Schieble machte ihre Zustimmung zur Adoption davon abhängig, dass ihr Sohn bei Akademikern aufwachsen sollte. Zunächst lehnte ein Anwalt die Adoption kurz nach Jobs’ Geburt ab, weil er und seine Frau sich eine Tochter wünschten.
Steve Jobs wurde schließlich kurz nach seiner Geburt von dem deutschstämmigen Paul Reinhold Jobs (1922–1993), sein Großvater Rudolf Carl Jobs war noch in Westpreußen geboren, und dessen armenischstämmiger Frau Clara Jobs geb. Hagopian (1924–1986)Walter Isaacson: Steve Jobs: Die autorisierte Biografie des Apple-Gründers. 2011, S. 1. aus Mountain View, Kalifornien, adoptiert und erhielt von diesen schließlich den Namen Steven Paul Jobs. Dem Ehepaar Jobs, beide keine Akademiker, rang Schieble das Versprechen ab, Jobs den Zugang zum College zu ermöglichen.Isaacson: Steve Jobs: Die autorisierte Biografie des Apple-Gründers. 2011, S. 22. Dies erfuhr er erst rund 20 Jahre später von seinen biologischen Eltern wie auch von seiner leiblichen Schwester, der Autorin Mona Simpson. Schon in seiner Kindheit erwachte Steve Jobs’ Interesse an der zu dieser Zeit im Wachstum befindlichen Elektronikindustrie. Im Silicon Valley, dem Santa Clara Valley, in dem auch Palo Alto lag, wohnte Jobs in unmittelbarer Nachbarschaft zu Ingenieuren von Firmen wie Hewlett-Packard und Intel.Isaacson: Steve Jobs: Die autorisierte Biografie des Apple-Gründers. 2011, S. 28f. Seine Eltern bemerkten früh, dass Steve schnell lernte. Schon bei der Einschulung in die Monta Loma Elementary konnte er lesen und langweilte sich in den ersten Jahren eher, als etwas zu lernen, bis sich eine Lehrerin seiner annahm und ihm ermöglichte, eine Klasse zu überspringen.Isaacson: Steve Jobs: Die autorisierte Biografie des Apple-Gründers. 2011, S. 31f.
Im Jahre 1972 erreichte er den High-School-Abschluss an der Homestead High School in Cupertino, Kalifornien, und schrieb sich am Reed College in Portland ein. Das Studium brach Jobs schon nach dem ersten Semester ab, blieb jedoch noch längere Zeit am Campus und besuchte einzelne Vorlesungen. In seiner Studienzeit probierte er LSD. Einem Reporter berichtete er, LSD zu nehmen sei „eines der zwei oder drei wichtigsten Dinge, die er in seinem Leben getan habe“. Anfang 1974 arbeitete er einige Monate bei Atari und bereiste anschließend Indien, wo er sich mit dem Hinduismus, dem Buddhismus und der Primärtherapie (Urschreitherapie) beschäftigte.Isaacson: Steve Jobs: Die autorisierte Biografie des Apple-Gründers. 2011, S. 42 u. 46. Finanziert hatte die Reise ihm und seinem Freund Dan Kottke der Atari-Ingenieur Allan Alcorn mit der Auflage, über Deutschland zu fliegen. Jobs half in München dann dem dortigen Atari-Vertrieb, Erdungsprobleme amerikanischer 60-Hertz-Netzteile in Atari-Spielecomputern im deutschen 50-Hertz-Stromnetz zu beseitigen.„Als er in Deutschland ankam, war dies eine Sensation. Man erwartete dort keinen Hippie-Techniker mit wilden Augen. Dank eines zweistündigen Kurses über Erdungsschleifen, den Alcorn ihm gegeben hatte, löste er das Problem in zwei Stunden.“ Aus: Jeffrey S. Young: Steve Jobs. 1989, S. 75.
Im Herbst 1974 war er zurückgekehrt und nahm an Zusammenkünften des Homebrew Computer Clubs teil. Er arbeitete wieder bei Atari und beschaffte einen Auftrag für das Spiel Breakout. Steve Wozniak, ein enger Freund, den er einige Jahre zuvor über den gemeinsamen Freund Bill Fernandez kennengelernt hatte,Steve Wozniak und Gina Smith – iWoz: Wie ich den PC erfand und Apple mitgründete. entwickelte das Spiel in vier Tagen. Jobs behauptete, dass er nur 700 Dollar bekommen habe, und gab Wozniak 350 Dollar, obwohl das Honorar 5000 Dollar betrug., abgerufen am 14. Juni 2010. auf classicgaming.gamespy.com (englisch).
In den 1970er Jahren ernährte sich Steve Jobs nach der strengen Ernährungsweise der Frutarier, wodurch nach eigenen Angaben auch der Name seines Unternehmens Apple entstand., PM-Magazin.de, abgerufen am 29. August 2013.
Während dieser Zeit entdeckte John T. Draper (alias Captain Crunch), dass man mit einer modifizierten Spielzeugpfeife, die sich in jeder Packung von Cap’n Crunch Frühstücksflocken befand, den 2600-Hertz-Ton erzeugen konnte, der bei AT&T von den Vermittlungsstellen verwendet wurde, um die Abrechnung der Gesprächsgebühren zu steuern. Wozniak baute daraufhin eine Blue Box, die diesen Ton erzeugen konnte. Er und Jobs begannen 1974, diese Kästen zu verkaufen, die es dem Besitzer ermöglichten, kostenlose Ferngespräche zu führen.
Apple mini|hochkant|Steve Jobs im Jahr 1984, als der erste Macintosh eingeführt wurde mini|Steve Jobs’ Unterschrift findet sich neben anderen im Gehäuse der ersten Macintosh-Computer.
1976 gründeten Jobs und Wozniak zusammen mit Ronald Wayne die Apple Computer Company in Jobs’ Garage in Los Altos, Kalifornien. Ihr erstes, mit dem Apfel mit Biss (Bite) beworbenes Produkt war der Apple I, der für 666,66 US-Dollar verkauft wurde. Der Prototyp steckte in einem selbst gebauten Holzgehäuse.
1977 wurde der Apple II eingeführt, der Apple zu einem wichtigen Akteur im Heimcomputermarkt machte. Im Dezember 1980 erfolgte die Umwandlung von Apple in eine Kapitalgesellschaft, und Apple präsentierte den Apple III, der jedoch kein vergleichbar großer Erfolg wurde. 1983 warb Jobs den Pepsi-Manager John Sculley für den Posten als Geschäftsführer bei Apple an. Im selben Jahr brachte Apple den Apple Lisa auf den Markt.
In dieser Zeit machte sich Steve Jobs für eine steuerlich begünstigte Einführung von Personal Computern in Schulen stark. Der erste Artikel der New York Times, der Jobs erwähnt, handelt von diesem damals noch nicht durchsetzbaren Gesetzesvorhaben:
1984 stellte Apple den Macintosh vor. Es war der erste kommerziell erfolgreiche Computer mit einer grafischen Benutzeroberfläche (also Bildschirmsymbolen statt Kommandozeilen-Code) und der Computermaus als Standardeingabemedium. Die Entwicklung des „Macs“ fing mit Jef Raskin und seinem Team an, die durch die Technik inspiriert wurden, die im Xerox-Forschungszentrum entwickelt, aber nicht kommerziell verwendet wurde. Der Erfolg des Macintosh brachte Apple dazu, den Apple II zugunsten der Macintosh-Produktlinie aufzugeben, die bis heute verfolgt wird.
Nach einem internen Machtkampf mit Sculley verließ Jobs 1985 das Unternehmen. Fünf wichtige Angestellte folgten ihm.
NeXT mini|Der NeXTcube (1988) war eine von Jobs' Unternehmen NeXT produzierte Workstation mit dem auf Unix basierenden Betriebssystem NeXTstep. Der würfelförmige Rechner mit etwa 30 cm Kantenlänge war sowohl vom Hardware-Design als auch der Software sehr fortschrittlich. Das Betriebssystem bildete später die Grundlage für Mac OS X.
Für Jobs begannen fünf Jahre, die er später als eine seiner kreativsten Phasen bezeichnete.Steve Jobs’ Stanford Commencement Speech 2005 (auf YouTube, abgerufen am 19. April 2015).
1986 gründete er mit der Firma NeXT Inc. ein weiteres Computerunternehmen. Aus Sorge, dass er bei den geplanten NeXT-Rechnern Apple-Technik verwenden würde, ging Sculley gegen Jobs vor Gericht. Der Vorwurf lautete: Bruch treuhänderischer Verantwortlichkeit („Breach of fiduciary responsibility“) und „ruchlose“ Anstiftung zum Abziehen von Apples Geschäftsgeheimnissen. Das Verfahren endete am 17. Januar 1986 mit einem Vergleich, in dem sich Jobs verpflichtete, Apple eine Zeit lang Einblicke in NeXT-Entwicklungen zu gestatten, indem er der Firma Prototypen zeigte, und bis zum 1. Juli 1987 keine eigenen Computer auf den Markt zu bringen.
Die NeXT-Workstation war den anderen Geräten am Markt technisch voraus, wurde jedoch außerhalb wissenschaftlicher Anwendungen niemals populär. So entwickelte Tim Berners-Lee das World Wide Web am Schweizer CERN-Institut auf einer NeXT-Workstation. NeXT verwendete zukunftsweisende Techniken wie das objektorientierte Programmieren, Display PostScript und magneto-optische Laufwerke.
Um sich auf die Software-Entwicklung konzentrieren zu können, verkaufte Jobs nach sieben Jahren das Hardwaregeschäft im Februar 1993 an den vormaligen Investor Canon. Von den ursprünglich 530 Mitarbeitern blieben 200 bei NeXT und 100 wechselten zu Canon.Rik Myslewski: The life and times of Steven Paul Jobs, Part One, The Register, 6. Oktober 2011.
Pixar Parallel zur NeXT-Gründung investierte Jobs 1986 gemeinsam mit Edwin Catmull fünf Millionen US-Dollar (ein Drittel des ursprünglichen Preises) plus weitere fünf Millionen, um Pixar, ein in Emeryville, Kalifornien, ansässiges Computertrickfilm-Studio, von dessen Gründer George Lucas aus der Lucasfilm-Grafikabteilung herauszukaufen.
Mit Toy Story gelang dem Unternehmen 1995 ein erster Erfolg, und der Börsengang machte Jobs zum Milliardär. Als erster vollständig computeranimierter Kinofilm wurde die Produktion mit dem Special Achievement Award (Oscar für „besondere Leistungen“) ausgezeichnet. Unter Jobs wurden die Pixar-Filme Findet Nemo und Die Unglaublichen – The Incredibles mit je einem Oscar in der seit 2002 bestehenden Kategorie „Bester animierter Spielfilm“ ausgezeichnet.
Am 24. Januar 2006 gab der Medien- und Entertainment-Konzern Walt Disney Company nach US-Börsenschluss bekannt, dass er Pixar für 7,4 Milliarden US-Dollar übernehmen werde. Als Teil des Geschäfts wurde Pixar-CEO Steve Jobs in den Verwaltungsrat (genau: Board of Directors) von Disney aufgenommen. Zudem wurde Jobs durch seinen Pixar-Anteil von etwa 50,1 % mit 6 % größter Einzelaktionär bei Disney. Im März 2010 hielt Jobs 138 Millionen Disney-Aktien.
Rückkehr zu Apple mini|Jobs bei der Vorstellung des ersten iPhones im Januar 2007 auf der Messe MacWorld Conference & Expo mini|Steve Jobs mit Bill Gates bei All Things Digital (2007)