Harald Mangge (* 26. Dezember 1961 in Villach) ist ein österreichischer Arzt und Universitätsprofessor. Er ist stellvertretender Institutsvorstand und Leiter der Forschungseinheit für Biomarker bei Entzündung und Lebensstilerkrankungen am Klinischen Institut für Medizinische und Chemische Labordiagnostik der Medizinischen Universität Graz und forscht als Labormediziner in den Bereichen Immunsystem, Entzündung, Adipositas und Fettstoffwechsel.Salzburger Nachrichten: Covid-19-Verlauf: Stoffwechselprodukt möglicher Verlaufs-Indikator, 13. Jänner 2022, abgerufen am 30. April 2022

Leben Harald Mangge wuchs in Spittal an der Drau auf und studierte nach der Matura an der medizinischen Universität Graz Humanmedizin, wo er 1986 zum Doktor der Medizin promovierte. Von 1986 bis 1988 forschte er bei Konrad Schauenstein als Gastarzt im Bereich Immunologie am Institut für Allgemeine und Experimentelle Pathologie Graz.Georg Wick: Konrad Schauenstein (1944–2007), Journal of Neuroimmunology, Elsevier BV, Band 190, Heft 1–2, Juni 2007, doi:10.1016/j.jneuroim.2007.07.019 1988 begann er seine Turnusausbildung, 1990 folgte die Fachausbildung für Pädiatrie, die er 1995 abschloss. Ab 1991 leitete er die Spezialambulanz und Arbeitsgruppe für Immunologie und Rheumatologie an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde Graz. Von 1995 bis 1999 absolvierte Harald Mangge eine Facharztausbildung in Labormedizin, woraufhin er 1999 im Fach Medizinisch-Chemische Labordiagnostik der Medizinischen Fakultät der Universität Graz habilitierte. Derzeit (2022) ist Harald Mangge stellvertretender Institutsvorstand am Klinischen Institut für Medizinische und Chemische Labordiagnostik der Medizinischen Universität Graz.Medizinische Universität Graz: , abgerufen am 30. April 2022

Wissenschaftliche Arbeit Harald Mangge beschäftigte sich in seinen wissenschaftlichen Arbeiten vorerst mit der Rolle des Immunsystems und der Entzündungsreaktion bei rheumatologischen und immunologischen Erkrankungen.Mangge H, Kenzian H, Gallistl S, Neuwirth G, Liebmann P, Kaulfersch W, Beaufort F, Muntean W, Schauenstein K.: Serum cytokines in juvenile rheumatoid arthritis. Correlation with conventional inflammation parameters and clinical subtypes. Arthritis Rheum. 1995 Feb;38(2):211-20. doi:10.1002/art.1780380209, PMID 7848311

Nachfolgend konzentrierte sich seine Forschung auf „Adipositas, Adipokine, immunmediierte Entzündung und Artherosklerose“. Hier standen insbesondere Adiponectin, das Immunsystem und Entzündungsmediatoren (Zytokine) in Zusammenspiel mit Fettstoffwechselveränderungen im Fokus. Harald Mangge beschäftigte sich auch mit Nanotechnologie in der Diagnostik der Arteriosklerose im Rahmen des EU-Projektes „NanoAthero“.

Im Zentrum seiner labormedizinischen Forschungen steht unter anderem auch der Kynurenin-Stoffwechselweg bei Herz-Kreislauf-ErkrankungenMangge H, Stelzer I, Reininghaus EZ, Weghuber D, Postolache TT, Fuchs D.: Disturbed tryptophan metabolism in cardiovascular disease. Curr Med Chem. 2014 Jun;21(17):1931-7. doi:10.2174/0929867321666140304105526. PMID 24606499Sandeep Mittal (Hrsg.): Targeting the Broadly Pathogenic Kynurenine Pathway, Springer, Heidelberg 2015, ISBN 978-3-319-11870-3, S. 133 und bei Covid-19-erkrankten Patienten. Hier konnte er einen Zusammenhang zwischen dem Stoffwechselprodukt Kynurenin und einem tödlichen Verlauf der Covid-Erkrankung feststellen.Oberösterreichische Nachrichten: Codi-19-Verlauf voraussagbar?, 14. Jänner 2022, S. 4Mangge H, Herrmann M, Meinitzer A, Pailer S, Curcic P, Sloup Z, Holter M, Prüller F. Increased Kynurenine Indicates a Fatal Course of COVID-19. Antioxidants (Basel). 2021 Dec 7;10(12):1960. doi:10.3390/antiox10121960. PMID 34943063; . Kynurenin ist ein zentrales Abbauprodukt von Tryptophan.Life-Science: Biomarker zur Prognose schwerer Krankheitsverläufe bei Covid-19, abgerufen am 30. April 2022

Im Zentrum weiterer Forschung stehen neue Biomarker für das menschliche Herz-Kreislauf-SystemEmmanuel E. Baetge, Anil Dhawan, Andrew M. Prentice (Hrsg.): Next-Generation Nutritional Biomarkers to Guide Better Health Care, Karger-Verlag, Basel 2016, ISBN 978-3-318-05598-6, S. 81 sowie Entzündung und oxidativer Stress bei Erkrankungen in Zusammenhang mit Adipositas.Ayse Basak Engin, Atilla Engin (Hrsg.): Obesity and Lipotoxicity, Springer International, Cham 2017, ISBN 978-3-319-48382-5, S. 399 Weiters stehen Vitamin D,Mangge H, Weghuber D, Prassl R, Haara A, Schnedl W, Postolache TT, Fuchs D.: The Role of Vitamin D in Atherosclerosis Inflammation Revisited: More a Bystander than a Player? Curr Vasc Pharmacol. 2015;13(3):392-8. doi:10.2174/1570161111666131209125454. PMID 24329737 Vitamin K sowie der Rolle von verzweigtkettigen Aminosäuren bei Arteriosklerose im Fokus von Harald Mangges Forschung. Aktuell (2022) konzentriert er sich auf die Erforschung neuer Möglichkeiten zu einer verbesserten Frühdiagnose der non-alkoholischen FettlebererkrankungPixner T, Stummer N, Schneider AM, Lukas A, Gramlinger K, Julian V, Thivel D, Mörwald K, Maruszczak K, Mangge H, Gomahr J, Weghuber D, Furthner D: The Role of Macronutrients in the Pathogenesis, Prevention and Treatment of Non-Alcoholic Fatty Liver Disease (NAFLD) in the Paediatric Population-A Review.Life (Basel). 2022 Jun 5;12(6):839. doi:10.3390/life12060839. PMID 35743870 und die Erkennung immun-metabolischer Risikoprofile bei COVID-19.

Publikationen (Auswahl)

Einzelnachweise

Kategorie:Mediziner (20. Jahrhundert) Kategorie:Mediziner (21. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Medizinische Universität Graz) Kategorie:Absolvent der Universität Graz Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1961 Kategorie:Mann Kategorie:Labormediziner