Der C3i Bay 13 war ein Durchgangswagen mit Mittelgang, der mit der Blatt-Nr. 173gemäß Wagenbestandliste von 1913 für die Königl. Bayerischen Staatseisenbahnen als sogenannter Ausflugswagen gebaut wurde. Er führte nur die 3. Klasse.
Beschaffung Als Nachfolger zu den zuvor beschafften Wagen nach Blatt 170 und 172 wurden zwischen 1913 und 1917 insgesamt 400 Wagen der Gattung C3i nach Blatt 173 in insgesamt fünf Losen bei der MAN in Nürnberg beschafft.
Verbleib Insgesamt 175 WagenAlto Wagner, Bayerische Reisezugwagen, Seite 110 mussten 1919 als Reparationsleistungen an Belgien oder Frankreich abgegeben werden. Weitere sieben Wagen wurden zu Beiwagen für die im Vorortverkehr von München fahrenden Elektrotriebwagen Typ ET 85 umgebaut. Bis 1939 wurden zusammen elf Wagen ausgemustert. Der Verbleib von 59 Wagen konnte nach dem Kriegsende 1945 nicht mehr geklärt werden. Insgesamt 25 Wagen waren 1947 als Altschadwagen abgestellt. Von den ursprünglich 400 Wagen kamen noch 117 Wagen zur Deutschen Bundesbahn, wo sie bis 1963 ausgemustert wurden.
Zwischen 1918 (Einführung der 4. Wagenklasse) und 1928 (Aufhebung der 4. Wagenklasse) wurden alle Fahrzeuge zur Gattung D3i umgezeichnet, ohne dass eine Änderung der Inneneinrichtung erfolgte.
Konstruktive Merkmale Untergestell Das Untergestell war komplett aus Walzprofilen zusammengenietet. Die äußeren Längsträger hatten eine U-Form mit nach außen zeigenden Flanschen und einer Höhe von 260 mm. Die Pufferbohlen waren komplett aus Walzprofilen aufgebaut. Als Zugeinrichtung hatten die Wagen Schraubenkupplungen mit Sicherheitshaken nach VDEV, die Zugstange war durchgehend und mittig gefedert. Als Stoßeinrichtung besaßen die Wagen vierfach geschlitzte Stangenpuffer mit einer Einbaulänge von 612 mm, die Pufferteller hatten einen Durchmesser von 370 mm. Die Puffer wurden teilweise in den 1930er Jahren gegen Hülsenpuffer der Regelbauart ausgetauscht, wodurch sich auch die LüP änderte.
Laufwerk Die mittlere Achse war seitlich verschiebbar. Die Endachsen waren Vereinslenkachsen. Der Gesamtradstand betrug 9.250 mm, der Einzelachsabstand 4.625 mm. Die Speichenräder der bayerischen Form 39 hatten einen Durchmesser von 990 mm. Gelagert waren die Achsen in Gleitachslagern. Die Tragfedern hatten eine Länge von 2000 mm. Bei den Mittelachsen bestanden sie aus 10 Blättern mit den Maßen 96 mm × 13 mm, bei den Endachsen aus 12 Blättern der gleichen Dimension.
Die Spindelhandbremsen befanden sich auf der offenen Übergangsplattform an einem Wagenende. Diese waren mit sogenannten Dixi-Gittern versehen, die Übergänge waren mit Scherengittern versehen. Alle Wagen waren mit Druckluftbremsen des Typs Westinghouse ausgestattet.
Wagenkasten Das Wagenkastengerippe bestand aus einem hölzernen Ständerwerk. Es war außen mit Blech und innen mit Holz verkleidet. Die Seitenwände waren glatt und bis zu den äußeren Längsträger heruntergezogen, die Blechstöße waren durch halbrunde Leisten abgedeckt. Die Wagen besaßen ein gewölbtes Tonnendach der bayerischen Bauart. Der Innenraum war in insgesamt sieben gleichgroße Abteile aufgeteilt. Ein Teil des Endabteils am Bremser-Wagenende wurde als Abort ausgebaut. Klassenspezifisch waren die Abteile mit Holzlattensitzen ausgestattet. Im Gegensatz zum Vorläufertyp C3i Bay 99 wurden die dort vorhandenen schmalen Doppelfenster gegen breite Einzelfenster getauscht. Auch die äußere Blechbeplankung unterschied sich von den Vorgängertypen, wodurch es zu einer markanten Unterscheidung in der Gestaltung der Deckleisten kam.
Ausstattung Zur Beheizung verfügten die Wagen über eine Dampfheizung. Die Belüftung erfolgte über Lüfter im Bereich des Tonnendachs bzw. über die versenkbaren Fenster.
Die Beleuchtung der Wagen erfolgte durch insgesamt sechs Gasglühlampen. Die Vorratsbehälter hingen in Wagenlängsrichtung am Rahmen. Ab den 1930er Jahren erfolgte eine Umrüstung auf elektrische Beleuchtung.
Skizzen, Musterblätter, Fotos
Wagennummern Die Daten sind den Wagenpark-Verzeichnissen der Kgl.Bayer.Staatseisenbahnen entnommen (siehe Literaturliste) sowie den Büchern von Emil Konrad (Reisezugwagen der deutschen Länderbahnen, Band II) und Alto Wagner (Bayerische Reisezugwagen).
Personenwagen Blatt-Nr.Herstelld. Gattungszeichen je EpocheWagennummern je Epoche Fahrwerk / Ausstattung (siehe jeweilige Legende)Zusatzinfos Bau-jahr Her-steller An-zahl ab1907 Rep.(1919) DR(ab 1923) DRG(ab 1930) Ausge-mustert letzt.Heimat-Bf. Anz.Ach-sen LüP(mm) Unt.Gest. LA. Brem-sen Bl. Hz. Art u.Anz. Abteile (Sitze je Klasse) Mil. BemerkungBlatt-Nr. aus WV vonGattung 1731913C3i C3i Bay 13 C3i Bay 13(siehe jeweilige Legende) A 1. 2. 3. 4. S. O M1913MAN20Mü 10 124–10 143213.574EVPlWsbrGgl(E)D17(66)205235Nü 10 144–10 17835Nü 10 179–10 21340Au 10 214–10 25340Wü 10 254–10 29330Mü 10 294–10 3231914MAN20Au 10 324–10 343213.574EVPlWsbrGgl(E)D17(66)205220Mü 10 324–10 36320Nü 10 364–10 38320Re 10 384–10 4031915MAN20Wü 10 404–10 423213.574EVPlWsbrGgl(E)D17(66)20521916MAN60Mü 10 424–10 483213.574EVPlWsbrGgl(E)D17(66)20521916MAN40Mü 10 484–10 523213.574EVPlWsbrGgl(E)D17(66)2052
Literatur
Weblinks Digitalisat des Bayerischen Hauptstaatsarchivs, Blatt 173 aus dem Wagenstandsverzeichnis von 1913
Einzelnachweise
Kategorie:Reisezugwagen (Bayerische Staatseisenbahnen) Kategorie:Schienenfahrzeug (MAN)