Adalbert Pasdirek-Coreno (* 10. Dezember 1869 in Neutitschein; † nach 1931) war ein österreichischer Architekt, Kunsthandwerker und Stadtbaumeister in Graz.Antje Senarclens de Grancy: Villa Luginsland in Laßnitzhöhe (abgerufen am 15. August 2022)
Leben Er war der Bruder des Malers, Gymnasialprofessors und Mitglieds des Grazer Gemeinderats Ladislaus Hans Pasdirek (* 1858; † 14. Mai 1945 in Graz) und besuchte das k.k. Staatsgymnasium in Brünn. Ab 1888 studierte er an der Akademie der bildenden Künste Wien, wo er 1891 den Spezialschulpreis und Rosenbaum-Preis für die „beste Lösung der Aufgabe Entwurf bronzener Torflügel für Haupteingang zu einem Kunstmuseum“ erhielt. 1898 eröffnete er ein Architekturbüro in Brünn. Im Jahr 1900 wurde Adalbert Pasdirek-Coreno zum Lehrer an der Fachschule für Holzbearbeitung in Bozen ernannt.Bote für Tirol und Vorarlberg. 1900, Nr. 92, 23. April (abgerufen am 15. August 2022) Ab 1903/04 wohnte er in Graz und baute hier zahlreiche Villen.
Für 1922 ist belegt, dass Pasdirek-Coreno zusammen mit L. Zehetmeier Schürfrechte an einer Brauneisenerz-Mine in Pisweg ob Gurk (Kärnten) besaß.
Bauten Seine frühen Arbeiten in Graz sind vermutlich noch von Otto Wagner beeinflusst.
Als einer der ersten Architekten baute er in der Habsburger Monarchie Villen mit Flachdächern, z. B. die Villa Hellenaion in Graz und die Villa Lug ins Land in Laßnitzhöhe (Steiermark).Aufbruch in die Moderne? Paul Schad-Rossa und die Kunst in Graz, November 2014, S. 89, siehe PDF-Datei
Achleitner konzediert ihm, dass er mit seinen mediterran wirkenden, kubisch aufgebauten Häusern mit Dachterrassen die Weichen Richtung Moderne stellte.Friedrich Achleitner: Österreichische Architektur im 20. Jahrhundert. Band II, Residenz Verlag, Salzburg und Wien, 1983, S. 129
Beispiele Staatsgewerbeschule in Komotau – Chomutov, Školní 1060/50 (1902, 1927 durch Umbau und Erhöhung um Obergeschoss und Dachgeschoss stark verändert) Staatsgewerbeschule Komotau (abgerufen am 15. August 2022) Villa Goldmann in Komotau – Chomutov, Čelakovského 1090/22 (früher Schillerstraße) (1903) Villa Pramberger in Graz, Hilmteichstraße 22 (1905) Villa Pramberger in Graz (abgerufen am 15. August 2022) Villa Graz, Hilmteichstr. 22 (abgerufen am 15. August 2022) (seit 2018 ) Villa Lug ins Land in Laßnitzhöhe, Hauptstraße 122 (1905) Architektur - 60 Jahre Moderne (abgerufen am 15. August 2022) () Villa Ofner mit Oktogon in Graz, Krottendorfer Straße 66 (um 1905) Villa Graz, Krottendorfer Str. 66 (abgerufen am 15. August 2022) Schutzkataster Graz (abgerufen am 15. August 2022) Ehem. Villa Hellenaion (auch Villa Manowarda) in Graz, Stiftingtalstraße (1905) (durch spätere Umbauten völlig überformt) Villa Sini in Graz, Dr.-Karl-Lueger-Straße 26 (1906) Villa Sini in Graz (abgerufen am 15. August 2022) Wohnhaus Walda in Graz, Ehlergasse 5 (1907) Wohnhaus in Graz, Ehlergasse 5 (abgerufen am 15. August 2022) Villa Reimann in Graz, Hilmteichstraße 7 (1907) Villa Reimann Graz, Hilmteichstraße 7 (abgerufen am 15. August 2022) (seit 2018 ) Villa in Graz, Stiftingtalstraße 67 (1908) Villa Graz, Stiftingtalstr. 67 (abgerufen am 15. August 2022) Villa Scheucher in Graz, Roßmanngasse 10 (1909) Villa Scheucher in Graz, Roßmanngasse 10 (abgerufen am 15. August 2022) Doppelwohnhaus in Graz, Roßmanngasse 8 (1910) Sezessionistische Wohnanlage Graz, Roßmanngasse 8 (abgerufen am 15. August 2022) Villa Selene in Graz, Fosselgasse 3 (1913) Villa Graz, Fosselgasse 3 (abgerufen am 15. August 2022)
Literatur Antje Senarclens de Grancy: Allgemeines Künstlerlexikon – Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker. Band 94, Berlin/Boston 2016, S. 385.
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Einzelnachweise
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