Die Bundesliga 2023/24 war die 61. Spielzeit der höchsten deutschen Spielklasse im Fußball der Männer. In dieser Saison kehrte man zum üblichen Terminplan zurück, nachdem es in der Vorjahressaison durch die Weltmeisterschaft 2022 in Katar zu einer ungewöhnlich frühen und langen Unterbrechung zum Ende der Hinrunde gekommen war.
Mit dem 1. FC Heidenheim – zusammen mit Darmstadt 98 aufgestiegen – nahm der 57. Verein der Bundesliga-Geschichte teil.
Die Saison wurde am 18. August 2023 eröffnet und ging nach dem 16. Spieltag ab dem 21. Dezember in die Winterpause. Mit dem 17. Spieltag am 12. Januar 2024 wurde die Spielzeit weitergeführt. Der 34. und letzte Spieltag fand am 18. Mai 2024 statt.DFL: Rahmenterminkalender für die Saison 2023/24, dfl.de vom 9. Dezember 2022, abgerufen am 15. März 2023.
Durch den 5:0-Heimsieg über Werder Bremen sicherte sich Bayer 04 Leverkusen am 29. Spieltag die erste deutsche Meisterschaft der Vereinsgeschichte, womit auch Bayern Münchens Serie mit elf Meistertiteln in Folge endete. Als erster Mannschaft überhaupt gelang es Bayer, in einer Bundesligasaison ungeschlagen zu bleiben.
Saisonverlauf Hinrunde Der Titelverteidiger Bayern München stand bis zur Winterpause zweimal auf dem ersten Platz (unter Anrechnung des Nachholspiels vom 13. Spieltag gegen den 1. FC Union Berlin). Während die Münchner die meisten Tore (49) erzielten, ließ Bayer 04 Leverkusen um seinen Schlussmann Lukáš Hrádecký 12 Gegentreffer und somit die wenigsten aller Teams zu. Leverkusen war die Mannschaft, die am häufigsten die Spitzenposition belegte und setzte sich teils deutlich gegen die Gegner (etwa mit 5:1 gegen den Aufsteiger Darmstadt 98 oder mit 4:0 gegen Bochum und Union Berlin) durch. Als einziger Profiklub in Deutschland schaffte es die „Werkself“, von Saisonbeginn an bis zum Jahreswechsel 25 wettbewerbsübergreifende Pflichtspiele in Serie nicht zu verlieren. Der FC Bayern leistete sich im Hinrundenverlauf eine zu diesem Zeitpunkt überraschende erste Liganiederlage, als die Auswärtspartie bei Eintracht Frankfurt mit 1:5 endete. Zuvor war man bereits im Pokal gegen den Drittligisten 1. FC Saarbrücken in der 2. Runde ausgeschieden und hatte das Spiel um den DFL-Supercup gegen RB Leipzig verloren. Demgegenüber standen aber beispielsweise das 7:0 gegen den VfL Bochum oder ein 8:0 gegen den SV Darmstadt, wobei in beiden Partien der Neuzugang Harry Kane jeweils dreimal vor dem Tor erfolgreich gewesen war.
Hervorzuheben ist das Abschneiden weiterer Vereine in der Hinrunde: Zum einen war dies der VfB Stuttgart, der im Frühjahr noch die Klasse über die Relegation gehalten hatte. Stuttgarts guineischer Stürmer Serhou Guirassy erzielte etwa 17 Tore in den ersten 16 Spielen und somit nur vier weniger als der Führende der Torschützenliste, Harry Kane, sowie beinahe die Hälfte aller Tore des VfB (37). Auch defensiv traten die Schwaben wie ein „Topteam“ auf, belegten nach Gegentoren Platz 4 und standen zur Winterpause mit einem Zähler mehr als in der gesamten Saison 2022/23 auf dem dritten Tabellenrang. Borussia Dortmund, in der Vorsaison noch aufgrund des schlechteren Torverhältnisses denkbar knapp im Kampf um den Meistertitel gescheitert, startete an sich ordentlich in die Spielzeit und verlor keins seiner ersten neun Ligaspiele. Nach einem Remis gegen die Frankfurter Eintracht verlor Dortmund aber dann jeweils gegen die direkten Konkurrenten aus München und Stuttgart und gewann das „Borussenduell“ gegen Mönchengladbach. Zum Jahresende folgten für den BVB vier sieglose Spiele. Nach dem 16. Spieltag betrug der Rückstand Dortmunds auf den Tabellenführer Bayer Leverkusen bereits 15 Punkte. Der Vorjahresvierte Union Berlin spielte parallel zur Bundesliga auch erstmals in der UEFA Champions League, wofür der Kader umfangreich verändert wurde. Beispielsweise verpflichtete man Leonardo Bonucci, der mit Italien zwei Jahre zuvor Europameister geworden war, von Juventus Turin. Zwei 4:1-Siegen an den ersten beiden Spieltagen folgten neun Niederlagen in Folge, woraufhin die „Eisernen“ innerhalb von neun Spieltagen vom ersten bis auf den letzten Platz abrutschten. Aufgrund von zwei Punkten schied Union letztlich auch aus der Champions League aus. Der 57. Bundesligist und Neuling 1. FC Heidenheim konnte wiederum zum Jahresausklang dreimal in Folge gewinnen und rangierte zur Winterpause auf dem neunten Platz mit vier Punkten Rückstand auf den Conference-League-Rang.
Darmstadt 98, das Team mit den mit Abstand meisten Gegentoren (41), stand hingegen nach 16 Partien punktgleich mit dem 1. FC Köln und Mainz 05 auf dem letzten Platz.
Rückrunde Bayer Leverkusen baute seinen Vorsprung auf den Zweitplatzierten Bayern München im Rückrundenverlauf weiter aus und hatte nach dem 29. Spieltag bereits 16 Punkte Vorsprung auf den Rekordmeister aus München und den VfB Stuttgart, der am selben Spieltag mit dem Rekordmeister an Punkten gleichzog. Gleichzeitig standen die Rheinländer, die das nationale „Double“ gewannen und bis ins Endspiel der Europa League gelangten, zum Ende der Pflichtspielsaison bei 51 wettbewerbsübergreifenden Partien ohne Niederlage in Serie, seit dem 33. Spiel war Leverkusen in dieser Kategorie besser als jeder Bundesligist zuvor.
Die Leverkusener gewannen Mitte Februar 2024 gegen die Münchner, die ihrerseits auch gegen die im unteren Tabellendrittel rangierenden Teams aus Bremen (0:1) und Bochum (2:3) verloren. Am 27. Spieltag musste der FC Bayern seine fünfte Saisonniederlage hinnehmen, als er Borussia Dortmund erstmals seit zehn Jahren wieder im heimischen Stadion unterlag. Am 28. Spieltag folgte die bereits sechste Saisonniederlage der Bayern in Heidenheim. Einen Spieltag später gelang es Bayer 04 Leverkusen, durch einen 5:0-Heimsieg gegen Werder Bremen vorzeitig die erste Meisterschaft der Vereinsgeschichte zu fixieren. Somit gewann nach 11 Jahren wieder ein anderer Verein als Bayern München diesen Titel. Nach Bayer 04 waren es dann auch die Münchner, die sich erneut für die Teilnahme an der Champions League qualifizieren konnten. Ein vermeintlich richtungsweisendes Duell gab es in dieser Hinsicht am 31. Spieltag, als RB Leipzig (zu diesem Zeitpunkt Vierter) und Borussia Dortmund (zu diesem Zeitpunkt Fünfter) aufeinandertrafen und Leipzig mit 4:1 gewann.
Im Anschluss an diesen Spieltag erhielt die Bundesliga allerdings aufgrund einer Reform der UEFA und des Abschneidens von Leverkusen, München und Dortmund in den internationalen Wettbewerben für die kommende Saison einen einmaligen fünften Champions-League-Starterplatz zugesprochen, wodurch auch Dortmund als Fünfter die Qualifikation für die Champions League sicher hatte.VfB fix in der UEFA Champions League, vfb.de, abgerufen am 2. Mai 2024 Da am letzten Spieltag die Stuttgarter Mönchengladbach mit 4:0 besiegten und der FC Bayern zeitgleich 2:4 in Hoffenheim unterlag, wurde der VfB schließlich sogar noch Vizemeister. Die Frankfurter Eintracht sicherte sich mit Platz 6 die Qualifikation für die Europa League, nachdem sie die komplette Rückrunde auf Platz 6 stand. Die TSG 1899 Hoffenheim kehrte hingegen nach dreijähriger Abstinenz wieder in den Europapokal zurück und qualifizierte sich ebenfalls für die Europa League. Der Aufsteiger aus Heidenheim rückte durch einen Sieg am letzten Spieltag auf Rang 8 vor und spielt durch den DFB-Pokalsieg des Meisters Bayer Leverkusen erstmals in seiner Vereinsgeschichte ebenfalls international.
Am Tabellenende stand Darmstadt 98 nach der 0:1-Heimniederlage gegen Heidenheim am 31. Spieltag als erster Absteiger fest. Zwei Spieltage vor Schluss waren noch bis einschließlich des 13. Platzes alle Vereine rechnerisch nicht gerettet, wobei die Kölner mit 24 Zählern fünf Zähler hinter dem Relegationsplatz lagen, auf dem Mainz 05 rangierte. Die Mainzer wiederum lagen nur einen Punkt hinter dem davor stehenden Team aus Berlin. Die davor platzierten Vereine aus Bochum und Mönchengladbach konnten nicht mehr direkt absteigen, aber noch auf den Relegationsrang abrutschen. Mainz gewann am vorletzten Spieltag gegen den Champions-League-Finalisten Borussia Dortmund mit 3:0 und kletterte so auf Platz 15, Mönchengladbach rettete sich durch ein 1:1-Remis gegen Eintracht Frankfurt. Gleichzeitig gewannen die Kölner gegen Union Berlin durch ein Tor in der Nachspielzeit noch mit 3:2 und rückten bis auf drei Punkte an den Relegationsplatz heran, auf dem die Berliner standen. Der 1. FC Köln verlor am 34. Spieltag mit 1:4 gegen Heidenheim, das Achter wurde, und stieg zum siebten Mal in die zweite Liga ab. Der VfL Bochum unterlag Werder Bremen ebenfalls mit 1:4, wohingegen die Berliner gegen den SC Freiburg in der Nachspielzeit mit 2:1 gewannen. Aufgrund der schlechteren Tordifferenz musste Bochum in der Relegation gegen Fortuna Düsseldorf spielen. Düsseldorf gewann auswärts das Hinspiel mit 3:0. Das Rückspiel endete zunächst mit 3:0 für Bochum, woraufhin eine torlose Verlängerung folgte und Bochum durch einen Sieg im Elfmeterschießen letztendlich die Klasse hielt. Es war das erste Mal in der Geschichte der Relegation zwischen Bundesliga und 2. Bundesliga, dass es einer Mannschaft gelang, einen 0:3-Rückstand aus dem Hin- im Rückspiel noch wettzumachen.
Statistiken TabellenführerTabellenletzter
Abschlusstabelle
|| M/CL || rowspan="4" | CL
|| rowspan="2" | EL
|| (ECL) || rowspan="7"|
|| () || rowspan="2" |
Zum Saisonende 2022/23: (M) Deutscher Meister (P) DFB-Pokalsieger (R) Sieger der Relegation (N) Aufsteiger aus der 2. Bundesliga Zum Saisonende 2023/24: M Deutscher Meister CL Teilnahme an der UEFA Champions League 2024/25 EL Teilnahme an der UEFA Europa League 2024/25 (ECL) Teilnahme an den Play-offs zur UEFA Conference League 2024/25 () Teilnahme an den Relegationsspielen gegen den Dritten der 2. Bundesliga 2023/24 Abstieg in die 2. Bundesliga 2024/25
Kreuztabelle Die Kreuztabelle stellt die Ergebnisse aller Spiele dieser Saison dar. Die Heimmannschaft ist in der linken Spalte, die Gastmannschaft in der oberen Zeile aufgelistet.
2023/2422px|FC Bayern München22px|Borussia Dortmund30px|RB Leipzig28px|1. FC Union Berlin22px|SC Freiburg28px|Bayer 04 Leverkusen22px|Vereinswappen von Eintracht Frankfurt28px|VfL Wolfsburg22px|1. FSV Mainz 0522px|Borussia Mönchengladbach22px|1. FC Köln22px|TSG 1899 Hoffenheim22px|Werder Bremen22px|VfL Bochum22px|FC Augsburg22px|VfB Stuttgart22px|1. FC Heidenheim22px|SV Darmstadt 98 FC Bayern München 0:2 2:1 1:0 3:0 2:2 2:1 2:0 8:1 3:1 2:0 3:0 0:1 7:0 3:1 3:0 4:2 8:0 Borussia Dortmund 0:4 2:3 4:2 3:0 1:1 3:1 1:0 1:1 4:2 1:0 2:3 1:0 3:1 5:1 0:1 2:2 4:0 RB Leipzig 2:2 4:1 2:0 3:1 2:3 0:1 3:0 0:0 2:0 6:0 3:1 1:1 0:0 3:0 5:1 2:1 2:0 1. FC Union Berlin 1:5 0:2 0:3 2:1 0:1 0:3 1:0 4:1 3:1 2:0 0:2 2:1 3:4 1:1 0:3 2:2 1:0 SC Freiburg 2:2 2:4 1:4 0:0 2:3 3:3 1:2 1:1 3:3 2:0 3:2 1:0 2:1 2:0 1:3 1:1 1:1 Bayer 04 Leverkusen 3:0 1:1 3:2 4:0 2:1 3:0 2:0 2:1 0:0 3:0 2:1 5:0 4:0 2:1 2:2 4:1 5:1 Eintracht Frankfurt 5:1 3:3 2:2 0:0 0:0 1:5 2:2 1:0 2:1 1:1 3:1 1:1 1:1 3:1 1:2 2:0 1:0 VfL Wolfsburg 1:2 1:1 2:1 2:1 0:1 1:2 2:0 1:3 1:3 1:1 2:2 2:2 1:0 1:3 2:3 2:0 3:0 1. FSV Mainz 05 1:3 3:0 2:0 1:1 0:1 0:3 1:1 1:1 1:1 1:1 4:1 0:1 2:0 1:0 1:3 0:1 4:0 Borussia Mönchengladbach 1:2 1:2 0:1 0:0 0:3 0:3 1:1 4:0 2:2 3:3 2:1 2:2 5:2 1:2 3:1 2:1 0:0 1. FC Köln 0:1 0:4 1:5 3:2 0:0 0:2 2:0 1:2 0:0 3:1 1:3 0:1 2:1 1:1 0:2 1:1 0:2 TSG 1899 Hoffenheim 4:2 1:3 1:1 0:1 1:2 2:3 1:3 3:1 1:1 4:3 1:1 2:1 3:1 3:1 0:3 1:1 3:3 Werder Bremen 0:4 1:2 1:1 2:0 3:1 0:3 2:2 0:2 4:0 2:2 2:1 2:3 4:1 2:0 2:1 1:2 1:1 VfL Bochum 3:2 1:1 1:4 3:0 1:2 0:5 1:1 3:1 2:2 1:3 1:1 3:2 1:1 1:1 1:0 1:1 2:2 FC Augsburg 2:3 1:1 2:2 2:0 2:1 0:1 2:1 3:2 2:1 4:4 1:1 1:1 0:3 2:2 0:1 1:0 1:2 VfB Stuttgart 3:1 2:1 5:2 2:0 5:0 1:1 3:0 3:1 3:1 4:0 1:1 2:3 2:0 5:0 3:0 3:3 3:1 1. FC Heidenheim 3:2 0:0 1:2 1:0 3:2 1:2 1:2 1:1 1:1 1:1 4:1 2:3 4:2 0:0 2:5 2:0 3:2 SV Darmstadt 98 2:5 0:3 1:3 1:4 0:1 0:2 2:2 0:1 0:0 3:3 0:1 0:6 4:2 1:2 0:6 1:2 0:1 Stand: Saisonende
Relegation