Der Landkreis Donaueschingen war ein Landkreis in Baden-Württemberg, der im Zuge der Kreisreform am 1. Januar 1973 aufgelöst wurde.

Geographie Lage Der Landkreis Donaueschingen lag im Südwesten Baden-Württembergs.

Geographisch hatte der Landkreis Donaueschingen Anteil an den Ausläufern des Schwarzwalds und der Schwäbischen Alb. Das mittlere Kreisgebiet zählte zur Landschaft Baar. Die Kreisstadt Donaueschingen lag etwa in der Mitte des Kreisgebiets.

Nachbarkreise Seine Nachbarkreise waren 1972 im Uhrzeigersinn beginnend im Norden Villingen, Tuttlingen, Stockach, Konstanz, Schaffhausen, Waldshut, Hochschwarzwald und Emmendingen.

Geschichte Das Gebiet des späteren Landkreises Donaueschingen gehörte vor 1800 zu verschiedenen Herrschaften, darunter das Fürstentum Fürstenberg. 1806 kam das Gebiet an Baden, das zunächst mehrere Ämter, darunter die Ämter bzw. Bezirksämter Blumberg, Bräunlingen, Hüfingen, Möhringen und Triberg, bildete, die sich im Laufe der Geschichte mehrmals veränderten bzw. teilweise aufgelöst wurden. Aus dem Amt Hüfingen ging 1844 das Bezirksamt Donaueschingen hervor, das zum Seekreis gehörte. Das Amt Triberg gehörte seinerzeit zum Oberrheinkreis. Ab 1864 gehörten beide im späteren Kreisgebiet noch bestehenden Bezirksämter zum Landeskommissärbezirk Konstanz. 1924 wurde das Bezirksamt Triberg aufgelöst, und einige Gemeinden kamen zum Bezirksamt Donaueschingen. 1936 kamen weitere Gemeinden zum Bezirksamt Donaueschingen, doch gab es auch einige Gemeinden ab, und 1939 erhielt dieses die Bezeichnung Landkreis Donaueschingen.

Der Landkreis fiel 1945 der Französischen Besatzungszone zu und gehörte somit bis 1952 zum neu umgrenzten südlichen Land Baden. Nach der Bildung des Landes Baden-Württemberg 1952 gehörte der Landkreis Donaueschingen zum Regierungsbezirk Südbaden. Durch die Gemeindereform ab 1970 veränderte sich das Kreisgebiet in mehreren Fällen. Zunächst vereinigte sich am 1. Januar 1971 die Gemeinde Nordhalden im Landkreis Konstanz mit der Stadt Blumberg und wechselte so den Landkreis. Am 1. September 1971 wurden die Gemeinden Biesingen, Oberbaldingen und Öfingen, am 1. Januar 1972 die Gemeinden Hochemmingen und Sunthausen und am 1. April 1972 die Gemeinde Unterbaldingen mit der Stadt Bad Dürrheim im Landkreis Villingen vereinigt und verließen damit den Landkreis Donaueschingen. Am 1. April 1972 verließ die Gemeinde Tannheim ebenfalls den Landkreis Donaueschingen, als diese in die am 1. Januar 1972 neugebildete Stadt Villingen-Schwenningen eingegliedert wurde.

Mit Wirkung vom 1. Januar 1973 wurde der Landkreis Donaueschingen aufgelöst. Seine Gemeinden gingen überwiegend im neu gebildeten Schwarzwald-Baar-Kreis auf, der damit Rechtsnachfolger des Landkreises Donaueschingen wurde. Einige Gemeinden wurde dem vergrößerten Landkreis Tuttlingen angegliedert. Je eine Gemeinde kam zum Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald und zum Landkreis Konstanz. Alle Landkreise gehören seitdem zum Regierungsbezirk Freiburg.

Einwohnerentwicklung Alle Einwohnerzahlen sind Volkszählungsergebnisse. Jahr Einwohner 17. Mai 1939 51.169 13. September 1950 54.277 Jahr Einwohner 6. Juni 1961 66.519 27. Mai 1970 76.165

Politik Landrat Die Oberamtmänner bzw. Landräte des Bezirksamts bzw. Landkreises Donaueschingen 1844–1972:

Wappen Das Wappen des Landkreises Donaueschingen zeigte in einem von Blau und Gold gespaltenen Schild vorne drei goldene Ähren nebeneinander, hinten übereinander zwei schwarze Zahnräder. Das Wappen wurde vom Innenministerium Baden-Württemberg am 11. Juni 1956 verliehen.

Die Wappensymbole stehen für die Landwirtschaft und die Industrie im Kreisgebiet.

Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Durch das Kreisgebiet führte keine Bundesautobahn. Daher wurde der Kreis nur durch die Bundesstraße 31 und mehrere Kreisstraßen erschlossen.

Gemeinden Zum Landkreis Donaueschingen gehörten ab 1936 zunächst 59 Gemeinden, davon 8 Städte.

Am 7. März 1968 stellte der Landtag von Baden-Württemberg die Weichen für eine Gemeindereform. Mit dem Gesetz zur Stärkung der Verwaltungskraft kleinerer Gemeinden war es möglich, dass sich kleinere Gemeinden freiwillig zu größeren Gemeinden vereinigen konnten. Den Anfang im Landkreis Donaueschingen machte am 1. April 1970 die Gemeinde Sumpfohren, die sich mit der Stadt Hüfingen vereinigte. In der Folgezeit reduzierte sich die Zahl der Gemeinden stetig.

Am 1. Januar 1973 wurde der Landkreis Donaueschingen schließlich aufgelöst, er wurde zwischen dem Landkreis Tuttlingen und dem neuen Schwarzwald-Baar-Kreis aufgeteilt, außer Stetten und Unadingen, die sich mit Gemeinden anderer Landkreise vereinigten.

Die größte Gemeinde des Landkreises war die Kreisstadt Donaueschingen. Die kleinste Gemeinde war Mistelbrunn.

In der Tabelle stehen die Gemeinden des Landkreises Donaueschingen vor der Gemeindereform. Die Einwohnerangaben beziehen sich auf die Volkszählungsergebnisse in den Jahren 1961 und 1970. frühere Gemeinde heutige Gemeinde heutiger Landkreis Einwohneram 6. Juni 1961 Einwohneram 27. Mai 1970 Aasen Donaueschingen Schwarzwald-Baar-Kreis 760 814 Achdorf Blumberg Schwarzwald-Baar-Kreis 452 470 Aulfingen Geisingen Tuttlingen 492 529 Behla Hüfingen Schwarzwald-Baar-Kreis 290 310 Biesingen Bad Dürrheim Schwarzwald-Baar-Kreis 359 359 Blumberg, Stadt Blumberg Schwarzwald-Baar-Kreis 5.883 6.422 Bräunlingen, Stadt Bräunlingen Schwarzwald-Baar-Kreis 3.142 4.062 Döggingen Bräunlingen Schwarzwald-Baar-Kreis 810 945 Donaueschingen, Stadt Donaueschingen Schwarzwald-Baar-Kreis 10.715 11.648 Emmingen ab Egg Emmingen-Liptingen Tuttlingen 1.197 1.588 Epfenhofen Blumberg Schwarzwald-Baar-Kreis 294 412 Eßlingen Tuttlingen Tuttlingen 260 293 Fürstenberg, Stadt Hüfingen Schwarzwald-Baar-Kreis 358 362 Furtwangen, Stadt Furtwangen im Schwarzwald Schwarzwald-Baar-Kreis 7.404 8.592 Fützen Blumberg Schwarzwald-Baar-Kreis 758 744 Geisingen, Stadt Geisingen Tuttlingen 1.878 2.895 Grüningen Donaueschingen Schwarzwald-Baar-Kreis 387 482 Gütenbach Gütenbach Schwarzwald-Baar-Kreis 1.506 1.754 Gutmadingen Geisingen Tuttlingen 682 641 Hammereisenbach-Bregenbach Vöhrenbach Schwarzwald-Baar-Kreis 481 662 Hattingen Immendingen Tuttlingen 585 625 Hausen vor Wald Hüfingen Schwarzwald-Baar-Kreis 342 355 Heidenhofen Donaueschingen Schwarzwald-Baar-Kreis 197 206 Hintschingen Immendingen Tuttlingen 230 230 Hochemmingen Bad Dürrheim Schwarzwald-Baar-Kreis 453 539 Hondingen Blumberg Schwarzwald-Baar-Kreis 450 449 Hubertshofen Donaueschingen Schwarzwald-Baar-Kreis 221 293 Hüfingen, Stadt Hüfingen Schwarzwald-Baar-Kreis 3.441 4.303 Immendingen Immendingen Tuttlingen 3.265 3.371 Ippingen Immendingen Tuttlingen 318 367 Kirchen und Hausen1 Geisingen Tuttlingen 669 904 Kommingen Blumberg Schwarzwald-Baar-Kreis 230 261 Langenbach Vöhrenbach Schwarzwald-Baar-Kreis 230 284 Leipferdingen Geisingen Tuttlingen 710 733 Linach Furtwangen im Schwarzwald Schwarzwald-Baar-Kreis 170 148 Mauenheim Immendingen Tuttlingen 321 354 Mistelbrunn Bräunlingen Schwarzwald-Baar-Kreis 64 70 Möhringen, Stadt Tuttlingen Tuttlingen 2.576 3.199 Mundelfingen Hüfingen Schwarzwald-Baar-Kreis 640 637 Neudingen Donaueschingen Schwarzwald-Baar-Kreis 697 721 Neukirch Furtwangen im Schwarzwald Schwarzwald-Baar-Kreis 799 842 Oberbaldingen Bad Dürrheim Schwarzwald-Baar-Kreis 644 655 Öfingen Bad Dürrheim Schwarzwald-Baar-Kreis 647 600 Pfohren Donaueschingen Schwarzwald-Baar-Kreis 974 1.097 Riedböhringen Blumberg Schwarzwald-Baar-Kreis 723 782 Riedöschingen Blumberg Schwarzwald-Baar-Kreis 797 847 Rohrbach im Schwarzwald Furtwangen im Schwarzwald Schwarzwald-Baar-Kreis 386 401 Schönenbach Furtwangen im Schwarzwald Schwarzwald-Baar-Kreis 585 745 Stetten Engen Konstanz 245 234 Sumpfohren Hüfingen Schwarzwald-Baar-Kreis 234 – Sunthausen Bad Dürrheim Schwarzwald-Baar-Kreis 556 667 Tannheim Villingen-Schwenningen Schwarzwald-Baar-Kreis 897 1.062 Unadingen Löffingen Breisgau-Hochschwarzwald 731 837 Unterbaldingen Bad Dürrheim Schwarzwald-Baar-Kreis 494 481 Unterbränd Bräunlingen Schwarzwald-Baar-Kreis 172 194 Vöhrenbach, Stadt Vöhrenbach Schwarzwald-Baar-Kreis 2.418 3.000 Waldhausen Bräunlingen Schwarzwald-Baar-Kreis 131 134 Wolterdingen Donaueschingen Schwarzwald-Baar-Kreis 1.077 1.175 Zimmern Immendingen Tuttlingen 326 379

Fußnote:

1 „Kirchen und Hausen“ wurde 1961 in „Kirchen-Hausen“ umbenannt

Kfz-Kennzeichen Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen DS zugewiesen. Es wurde bis zum 31. Dezember 1972 ausgegeben.

Ab dem 16. September 2024 wird im Rahmen der Kennzeichenliberalisierung das Unterscheidungszeichen DS im Schwarzwald-Baar-Kreis wieder ausgegeben.

Literatur Landkreis Donaueschingen. (= Die Stadt- und Landkreise Baden-Württembergs in Wort und Zahl; Heft 21). Hrsg. vom Innenministerium und Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg, Bearbeitung und Druck Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Stuttgart, 1966.

Einzelnachweise

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