mini|hochkant|Xavier de Montépin Xavier de Montépin (* 18. März 1824 in Apremont, Département Haute-Saône; † 30. April 1902 in Paris, beerdigt auf dem Alten Friedhof von Rueil-Malmaison) war ein französischer Roman- und Bühnenschriftsteller.

mini|hochkant|Xavier de Montépin – Kupferstich (um 1899) in den Figures contemporaines, tirées de l’album Mariani. 1899. mini|hochkant|Xavier de Montépin – Werbung für einige Übersetzungen mini|hochkant|Montépin – Karikatur von Georges Lafosse aus Le Trombinoscope 1875.Le trombinoscope. In: Touchatout. 4, Nr. 187, 1876 (ganzes Heftchen, unpaginiert, mit Karikatur, babel.hathitrust.org, französisch).

Leben Xavier de Montépin war ein Sohn des Comte und ein Neffe des ehemaligen Pair de Montepin. Als Absolvent der École nationale des chartes versuchte er sich eine Zeit lang in der Politik, gründete 1848 die Zeitschrift Le Canard: Journal drôlatique, fantastique, anecdotique, politique et critique, die jedoch schon nach elf Nummern wegen eines Artikels gegen Louis-Antoine Garnier-Pagès verboten wurde. Er arbeitete danach an den Zeitungen Le Lampion und Le Pamphlet mit; gab jedoch bald die Politik ganz auf, um sich nur noch der Literatur zu widmen.

Montépin veröffentlichte eine Reihe von Romanen, die zumeist zunächst als Fortsetzungsromane in Zeitschriften erschienen, bevor sie als separate Buchausgaben erneut auf den Markt gebracht wurden.

Werk Montépin schrieb insgesamt über 100 Romane. Stilistisch sind seine Romane der Unterhaltungsliteratur (zuweilen auch Boulevardromantik genannt) oder gar Schundliteratur zuzuordnen. Sie waren vor allem in den 1850er und 1860er Jahren – neben denen von Émile Gaboriau und Pierre Alexis Ponson du Terrail – extrem beliebt und wurden in diverse Sprachen übersetzt, darunter auch ins Deutsche oder auch ins Polnische, wo sie zum Teil in nur selten bibliothekarisch nachweisbaren Billigausgaben verlegt wurden.

Das Erfolgsrezept seiner Romane waren abstruse Geschichten über Personen, die in geheimer Mission und inkognito unterwegs waren und diverse Abenteuer erlebten. Ein Artikel in der Gartenlaube charakterisierte Montépins Romane wie folgt:

Einer der bekanntesten Romane in Frankreich wurde La Porteuse de pain (Die Brotausträgerin), der zunächst im Le Petit Journal erschien. Wie viele andere seiner Romane auch, wurde La Porteuse de pain (Die Brotausträgerin) für das Theater und später sogar für das Fernsehen adaptiert.

Für Aufstehen sorgte ein Gerichtsprozess aufgrund von Plagiatsvorwürfen, angestrengt von Louis-Étienne Jousserandot aufgrund diverser vermeintlicher Ähnlichkeiten und Übernahmen in Montépins Roman Le Médecin des pauvres (Der Armendoktor; 1861). Der Prozess endete jedoch ohne Urteil.

Montépin starb 1902 im Alter von 78 Jahren und war zu dieser Zeit außerhalb Frankreichs nur noch wenig bekannt. Die deutschen Literaturzeitschriften brachten nur eine kurze Nachricht über seinen Tod, ohne weiter auf den Autor einzugehen.

Literatur Jules Martin: M. de Montépin (Xavier-Aymond, Comte). In: Nos auteurs et compositeurs dramatiques. Flammarion, Paris 1897, S. 410–412 (französisch); .

Le trombinoscope. In: Touchatout, 4, Nr. 187, 1876 (ganzes Heftchen, unpaginiert, mit Karikatur, französisch) babel.hathitrust.org

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Autor Kategorie:Trivialliteratur Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1824 Kategorie:Gestorben 1902 Kategorie:Mann