mini|hochkant=1.3|Der Alexandra Palace in London, Austragungsort der World Darts Championship
Die Cazoo World Darts Championship 2023 war die 30. Auflage der von der Professional Darts Corporation (PDC) ausgetragenen Darts-Weltmeisterschaft. Sie fand vom 15. Dezember 2022 bis zum 3. Januar 2023 zum sechzehnten Mal im Alexandra Palace („Ally Pally“) in London statt. Der Titelverteidiger Peter Wright aus Schottland schied in der dritten Runde gegen den Belgier Kim Huybrechts aus. Weltmeister wurde erstmals Michael Smith aus England. Insgesamt 901 geworfene Maxima bedeuten den Rekord aller bisherigen Weltmeisterschaften.
Ereignisse im Vorfeld Am 10. Januar 2022, also eine Woche nach der vergangenen Weltmeisterschaft, verkündete die PDC, dass die PDC World Darts Championship mit dem Gebrauchtwagen-Händler Cazoo einen neuen Sponsor erhält und das Sponsoring mit dem Buchmacher William Hill damit nach acht Jahren ausläuft. Cazoo übernahm auch das Sponsoring für weitere PDC-Majorturniere.Cazoo become World Darts Championship sponsors in new multi-event deal abgerufen am 26. Juli 2022
Am 22. Juli 2022 teilte die PDC die ersten Informationen zu der Ansetzung der Spieltage und dem Ticketverkauf mit. Die Tickets sollten dabei zwischen £ 30 und £ 75 kosten.2022/23 Cazoo World Championship schedule & ticket info confirmed abgerufen am 26. Juli 2022 Spekulationen im Vorfeld, welche besagten, dass die PDC eine Verschiebung des Turnierstarts aufgrund von Überschneidungen mit der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Erwägung ziehe,Darts-WM ändert offenbar Terminplan abgerufen am 26. Juli 2022 bestätigten sich nicht. Lediglich die Uhrzeiten für die Sessions am 17. und 18. Dezember wurden angepasst, damit es möglichst zu keinen Überschneidungen zwischen dem Spiel um Platz 3 respektive dem Finale der Fußball-WM kommt.
Turnierverlauf Runden 1 und 2 Der Nordire Mickey Mansell und Ben Robb aus Neuseeland eröffneten mit ihrer Partie die 30. Weltmeisterschaft der PDC. Mansell ging hierbei mit 3:1 als Sieger hervor und spielte somit im letzten Spiel des Tages gegen den amtierenden Weltmeister Peter Wright. Dort siegte Wright, der als Grinch verkleidet antrat, mit 3:0. Die erste Überraschung gelang dem Südafrikaner Grant Sampson im zweiten Spiel der Weltmeisterschaft: gegen den favorisierten Keane Barry gewann er mit 3:1. Das letzte Erstrundenspiel des ersten WM-Tages spielten der Niederländer Jermaine Wattimena und Nathan Rafferty aus Nordirland. Nachdem beide Spieler in den ersten vier Sätzen jeweils den von ihnen angeworfenen Satz gewonnen hatten, ging es in einen entscheidenden Satz. Durch einen verwandelten Matchdart auf die Doppel-10 zog Rafferty in die zweite Runde ein.
Am zweiten Tag in der Mittagssession gewannen alle favorisierten Spieler ihre Partien mit 3:0 – zuerst gelang dies dem Schotten Alan Soutar, der über Mal Cuming aus Australien siegte; ihm folgte der Kroate Boris Krčmar sowie Adrian Lewis, der den Schweden Daniel Larsson besiegte. Im letzten Spiel des Nachmittags zog der Belgier Kim Huybrechts mit einem Sieg über Sampson in die dritte Runde ein. Am Abend bestritten der Österreicher Rowby-John Rodriguez und Lourence Ilagan von den Philippinen das erste Spiel. Nachdem Ilagan die ersten beiden Sätze gewonnen hatte, gewann Rodriguez die zwei nächsten Sätze. Zwar gelang Rodriguez im entscheidenden fünften Satz ein Break, welches Ilagan jedoch direkt konterte und im letzten Leg das Spiel für sich entschied. Mit der erst 18-jährigen Beau Greaves griff im folgenden Spiel die erste Frau in die WM ein: sie spielte zwei Highfinishes, unterlag jedoch am Ende dem Iren William O’Connor mit 0:3. Es folgte das erste Spiel eines deutschen Spielers: Hempel gewann mit 3:2 gegen den Engländer Keegan Brown, der dadurch seine Tour Card verlor. Michael Smith gewann im letzten Match des Tages gegen Nathan Rafferty alle Legs und zog mit dem bis dahin besten Average von 96,62 Punkten in die dritte Runde ein.
Die ersten beiden Partien des dritten Tages der Weltmeisterschaft wurden wegen des Spiels um Platz 3 bei der Fußball-WM bereits eine Stunde früher ausgetragen. Hier zog der Engländer Martin Lukeman mit einem 3:0-Sieg über den Japaner Nobuhiro Yamamoto in Runde zwei ein. Simon Whitlock aus Australien musste gegen Christian Perez von den Philippinen über die volle Distanz. Aufgrund des dritten Legs im letzten Satz, als beide Spieler zahlreiche Darts auf die Doppelfelder vergaben, schrieb der offizielle Twitter-Account der PDC von „Pub Darts im Ally Pally“. Whitlock holte sich das Leg mit dem 30. Dart und gewann am Ende die Erstrundenpartie. Im Anschluss gab Richie Burnett nach 20 Jahren sein WM-Comeback gegen den tschechischen Debütanten Adam Gawlas. Dieser gewann die Partie ebenfalls im fünften Satz gegen den Waliser und zog in die zweite Runde ein. Zum Abschluss des Nachmittages schied mit Daryl Gurney der erste gesetzte Spieler aus dem Turnier aus. Sein Gegner Alan Soutar entschied dabei alle drei Sätze mit 3:2 Legs zu seinen Gunsten. Am Abend gewannen Ryan Meikle, Cameron Menzies und Josh Rock, die sich alle über die Pro Tour qualifiziert hatten, ihre Erstrundenpartien. Im einzigen Zweitrundenspiel des Abends siegte der Belgier Dimitri Van den Bergh mit einem 164er-Finish über Lourence Ilagan.
Wie bereits am Vortag begann der vierte Turniertag bereits eine Stunde früher, sodass es zu keiner zeitlichen Überschneidung mit dem Endspiel der Fußball-WM kam. Während an diesem Nachmittag kein internationaler Qualifikant die zweite Runde erreichte, siegte Damon Heta zum Abschluss der Session über Adrian Lewis mit 3:0 und zog dadurch in Runde 3 ein. Am Abend gab es zwischen Scott Williams und Ryan Joyce gleich mehrere Rekorde: die beiden Engländer warfen zusammen insgesamt 17 Mal die 180 und überboten damit den Erstrundenrekord von 2020 um drei Maxima. Des Weiteren stellte Williams mit zehn geworfenen 180ern den individuellen Rekord in der ersten Runde von Richard North der WM 2019 ein. Die Partie war zudem das erste WM-Erstrundenspiel, bei dem beide Spieler einen Average über 100 Punkte spielten. Trotz eines Averages von 103,04 Punkten schied Joyce am Ende mit 1:3 aus. Zuvor konnte sich der Belgier Mike De Decker gegen Jeff Smith aus Kanada durchsetzen. Mit Matt Campbell schied im dritten Spiel der Session ein weiterer Kanadier aus; er unterlag dem US-Amerikaner Danny Baggish. Zum Abschluss des Tages besiegte Nathan Aspinall den Kroaten Boris Krčmar.
Am 19. Dezember gab Andrew Gilding nach 2017 sein WM-Comeback und besiegte den Waliser Robert Owen. Im zweiten Spiel des Tages standen sich die Debütanten Danny Jansen aus den Niederlanden und Paolo Nebrida von den Philippinen gegenüber. Nachdem Jansen vier Matchdarts vergeben hatte, gewann Nebrida den dritten und den vierten Satz. Am Ende verwandelte Jansen seinen siebten Matchdart auf der Doppel-11 zum Sieg. Im letzten Erstrundenspiel der Mittagssession zog der Waliser Lewis Williams mit 3:0 über Niels Zonneveld in die zweite Runde ein. Williams verpasste im entscheidenden Leg zum Sieg knapp die Doppel-12 für ein Nine dart finish. José de Sousa aus Portugal setzte sich im Anschluss nach einem 0:2-Satzrückstand gegen den Australier Simon Whitlock durch. Am Abend gab der US-Amerikaner Leonard Gates gegen Geert Nentjes sein Debüt im Alexandra Palace: er gewann den ersten Satz, Nentjes den zweiten. Am Ende zog Gates mit seinem achten Matchdart in die zweite Runde ein, nachdem er sich zuvor beim Umstellen überworfen hatte. Mit David Cameron griff anschließend ein weiterer WM-Debütant aus Nordamerika in das Turniergeschehen ein. In den ersten beiden Sätzen unterlag der Kanadier dem Engländer Ritchie Edhouse. Doch dann wendete sich die Partie und Cameron hatte im dritten Leg des fünften Satzes die Möglichkeit, das Spiel zu entscheiden. Als er noch 92 Punkte auf dem Scoreboard hatte, verrechnete sich Cameron und warf seinen letzten Dart erfolgreich auf die Doppel-20 statt auf das Bullseye; zu seiner Verwunderung musste er dann ein weiteres Leg spielen. Dort vergab er fünf Matchdarts, ehe er seinen sechsten auf die Doppel-10 traf. Es folgte der 32. WM-Auftritt von Steve Beaton, der jedoch gegen den Debütanten Danny van Trijp mit 0:3 unterlag. Den Abschluss des Tages bildeten der topgesetzte Gerwyn Price und Luke Woodhouse. Dieser gewann per Break den ersten Satz, doch Price steigerte sich und gewann die folgenden drei Sätze.
Am sechsten Turniertag fand nur eine Abendsession statt, die mit der Partie von Jim Williams aus Wales und dem Polen Sebastian Białecki begann. Hier setzte sich Williams mit 3:2 durch. Im folgenden Spiel verpassten Jamie Hughes und Jimmy Hendriks im ersten Satz zusammen 33 von 38 Würfen auf Doppelfelder. Zwar gewann Hughes den ersten Satz, doch sicherte sich Hendriks die drei folgenden Sätze für den Turnierverbleib. Mit Fallon Sherrock griff im dritten Spiel des Tages die dritte und letzte Frau in die WM ein. Ihr Gegner Ricky Evans unterlag im ersten Satz mit 1:3, doch danach gewann er alle weiteren Sätze mit 3:2. Sherrock vergab Möglichkeiten zum Satzgewinn, ihre Doppelquote von 29 % war Evans’ 48 % deutlich unterlegen. Raymond van Barneveld traf im letzten Spiel des Tages auf Ryan Meikle, der den ersten Satz für sich entschied. Doch dann spielte van Barneveld im zweiten Satz einen Average von über 115 Punkten zum Ausgleich, gewann auch die folgenden Legs und zog in die dritte Runde ein.
Am 21. Dezember wurde mit den Spielen zwischen John O’Shea gegen Darius Labanauskas und Martijn Kleermaker gegen Han Xicheng die erste Runde abgeschlossen. Während Kleermaker ohne Probleme in die zweite Runde einzog, musste Labanauskas fünf Sätze gegen O’Shea spielen. In den ersten beiden Sätzen vergab Labanauskas jeweils eine 0:2-Führung, jedoch gewann er die drei folgenden Legs und drehte das Spiel. Es folgte ein Youngster-Duell zwischen Callan Rydz und Josh Rock. In einem sehr temporeichen Spiel setzte sich Rock mit 3:0 gegen den an Position 23 gesetzten Rydz durch. Die Mittagssession schlossen die beiden Engländer Dave Chisnall und Andrew Gilding ab. Gilding sicherte sich den ersten Satz, jedoch gewann Chisnall die drei folgenden und zog in Runde drei ein.
Mit Mervyn King zog im ersten Abendspiel der nächste Engländer in die dritte Runde ein. Er gewann die ersten beiden Sätze mit 3:2 Legs gegen den US-Amerikaner Danny Baggish und erspielte sich im dritten Satz einen Matchdart, den er jedoch verfehlte, worauf Baggish sich zurück ins Spiel kämpfte und einen fünften Satz erzwang. Hier behielt King jedoch die Oberhand. Es folgte ein starkes Spiel des Deutschen Gabriel Clemens, der mit 3:0 Sätzen über William O’Connor in die dritte Runde einzog. Clemens spielte dabei ein 131er- sowie ein 132er-Finish über Bullseye-Bullseye-Doppel-16. Ebenfalls mit 3:0 Sätzen zog anschließend Michael van Gerwen gegen Lewis Williams in Runde drei ein. Van Gerwen spielte einen Average von 101,84 Punkten und wies eine Check-out-Quote von 50 % auf. Zudem gewann er im zweiten Satz die Legs mit 13, 12 und 11 Darts, was zugleich mit 125,25 Punkten den bis zu diesem Zeitpunkt höchsten Set-Average des Turniers bedeutete. Ein weiteres englisch-US-amerikanisches Duell zwischen Stephen Bunting und Leonard Gates schloss den Tag ab. Den ersten Satz gewann Gates mit einem High-Finish. Satz zwei ging dann an Bunting, nachdem beide Spieler Darts auf die Doppel-1 vergeben hatten. Fortan gewann Bunting auch die Sätze drei und vier zum Matchgewinn.