Zu der Familie der Filigrankorallen (Stylasteridae) gehören 26 Gattungen. Sie leben in allen Meeren, vorzugsweise in Höhlen und unter Überhängen. Die frühesten Vertreter der Familie stammen aus dem Maastrichtium von Dänemark.Jaroslav Stolarski: Conopora (Stylasteridae, Hydrozoa) from the Eocene of Seymour Island. In: Antarctic Science, 1998, 10 (4), S. 487–492; journals.cambridge.org (PDF).

Merkmale Die Kolonien bilden krustenförmige, oder aufrechte, bäumchen- oder fächerartig verzweigte Stöcke, die aus Aragonit bestehen. Sie sind meist kräftig gefärbt, und oft dünn und empfindlich. Das Exoskelett ist zunächst röhrenförmig, es bildet später durch Verschmelzung ein Maschenwerk. Dieses ist durch sog. Coenosark-Röhren durchzogen, Reste der Stolonen, deren Epidermis das Skelett ausscheidet. Der Stock ist zunächst krustenförmig und verdickt sich durch die Ausscheidung von Aragonit ständig und sendet schließlich nach oben Auswüchse ins freie Wasser. Die Auswüchse können sich verzweigen und bis etwa 50 cm hoch werden. Wie die Feuerkorallen besitzen die Tiere Fresspolypen und Wehrpolypen. Die Fresspolypen sind kurz und zylindrisch mit einem Kranz von Tentakeln, die Wehrpolypen sind dagegen lang und schlank ohne Tentakeln. Die Polypen sitzen in Poren des Skeletts und sind durch das Coenosark oft mehrfach miteinander verbunden. Die Polypen sind entweder unregelmäßig über den Stock verteilt, oder zu sog. Cyclosystemen kombiniert. Dabei sitzen in einem gemeinsamen Becher mehrere Wehrpolypen ringförmig um einen großen Fresspolyen. Die Wehrpolypen sitzen dabei in Längsnischen des Bechers. Am Boden des Bechers kann der Fresspolyp einen Dorn (oder Gastrostyl) ausscheiden. An der Oberfläche des Stockes werden die sessilen, stark reduzierten Gonophoren (Cryptomedusoide) in kugeligen Kammern im Skelett (sog. Ampullen) gebildet. Das Cnidom besteht lediglich aus mikrobasischen Mastigophoren. Die Fortpflanzung erfolgt durch Larviparie. Filigrankorallen leben nicht in Symbiose mit Zooxanthellen.

Geographisches Vorkommen Filigrankorallen kommen weltweit von den Tropen bis zu den arktischen und antarktischen Gewässern vor. Sie leben vom Litoral bis in die Tiefsee. Sie sind auch an der Bildung der tropischen Korallenriffe beteiligt.

Systematik Die hier angegebene Systematik folgt den Angaben des Hydrozoa Directory.Peter Schuchert: The Hydrozoa Directory. ville-ge.ch; abgerufen am 1. Oktober 2007.

Adelopora Cairns, 1982 Astya Stechow, 1921 Calyptopora Boschma, 1968 Cheiloporidion Cairns. 1983 Conopora Moseley 1879 Crypthelia Milne-Edwards & Haime, 1849 Cyclohelia Cairns, 1991 Distichopora Lamarck, 1816 Errina Gray, 1835 Errinopora Fisher, 1931 Errinopsis Broch, 1950 Gyropora Boschma, 1960 Inferiolabiata Broch, 1951 Lepidopora Pourtalès, 1871 Lepidotheca Cairns, 1983 Paraerrina Broch, 1942 Phalangopora Kirkpatrick, 1887 Pliobothrus de Pourtalès, 1868nicht Pliobothus wie im Hydrozoa Directory Pseudocrypthelia Cairns, 1983 Sporadopora Moseley, 1879 Stellopora Cairns, 1983 Stenohelia Kent, 1870 Stephanohelia Cairns, 1991 Stylantheca Fisher, 1931 Stylaster Gray, 1831 Systemapora Cairns, 1991

Literatur Steven R Auscavitch, Jay J Lunden, Alexandria Barkman, Andrea M Quattrini, Amanda W J Demopoulos, Erik E Cordes: Distribution of deep-water scleractinian and stylasterid corals across abiotic environmental gradients on three seamounts in the Anegada Passage. In: PeerJ, 2020, 8, S. e9523. Stefania Puce, Daniela Pica, Stefano Schiaparelli, Enrico Negrisolo: Integration of morphological data into molecular phylogenetic analysis: Toward the identikit of the Stylasterid ancestor. In: PLoS One, 2016, 11, 8, S. e0161423. Svein A Fosså, Alf Jacob Nilsen: Korallenriff-Aquarium. Band 4. Schmettkamp Verlag, Bornheim 1995, ISBN 3-928819-05-4. Bernhard Werner: Stamm Cnidaria. In: Lehrbuch der Speziellen Zoologie. Band I: Wirbellose Tiere. 2. Teil: Cnidaria, Ctenophora, Mesozoa, Plathelminthes, Nemertini, Entoprocta, Nemathelminthes, Priapulida. 4. völlig neubearbeitete Auflage. Gustav Fischer Verlag, Stuttgart 1984, ISBN 3-437-20261-8, S. 11–305.

Weblinks

Stylasteridae. (PDF; 856 kB) Lophelia.org

Einzelnachweise

Kategorie:Hydrozoen