rahmenlos|rechts|Wappen der Freiherren von Godin Godin ist der Name eines bayerischen Adelsgeschlechts. Die Herren von Godin gehören zum bayerischen Briefadel. Zweige der Familie bestehen bis heute.
Geschichte Herkunft Der erste erwähnte Vertreter der Familie soll ein schottischer Esquire gewesen sein, der von einem alten schottischen Adelsgeschlecht abstamme. Dieser soll Jakob II. als königlicher Schiffskapitän nach der Schlacht am Boyne von Kinsale aus vor der Armee William III. nach Frankreich gerettet haben. Bei der Flucht habe der Esquire seinen Neffen René Gaudain (Schreibweisen variieren) mitgenommen. Beide teilten sich das Asyl mit Jakob II. im Schloss Saint-Germain-en-Laye. Nach dem Tod seines Onkels ließ Ludwig XIV. den noch jungen René, mit dem die ununterbrochene Stammreihe beginnt, erziehen. Er wanderte nach Hanau aus und hatte einen einzigen Sohn namens Reinhard. Dieser war fürstlich Hohenlohe-Schillingsfürstischer Geheimrat, Kanzleidirektor und starb als Präsident. 1765 wurde Reinhard aufgrund seiner altadeligen Abstammung von Karl Theodor von der Pfalz und Bayern in den bayerischen Adelsstand erhoben und 1790 ein weiteres Mal in den Reichsritterstand erhoben. Dessen einziger Sohn Karl Xaver war Hof- und Regierungsrat in Bamberg, Landrichter zu Stadtamhof und Pfleger der Schönbornschen Herrschaft Parsberg, welche Karl Theodor 1792 erwarb. 1792 erfolgte auch die Erhebung in den Reichsfreiherrenstand wieder durch Karl Theodor. Die Erhebungen in den Reichsritterstand, sowie in den Reichsfreiherrenstand fanden während der beiden Zeiten statt, in denen Karl Theodor sein Amt als Reichsvikar ausübte. Am 23. Juli 1810 nach der Einführung der Adelsmatrikel am 14. Mai 1802 in Bayern wurde Karl Xaver in die Freiherrenklasse eingetragen.
Standeserhebungen Reinhard von Godin (1714–1795) wurde 1765 in Anbetracht seiner altadeligen Abstammung vom Kurfürsten Karl Theodor in den bayerischen Adelsstand erhoben.
Im Jahr 1790 wurde dieser wieder von Karl Theodor, diesmal jedoch in seiner Funktion als Reichsvikar, in den Reichsritterstand erhoben.
Reinhard Sohn Karl Xaver (1746–1813) wurde auch von Karl Theodor in seiner zweiten Amtszeit als Reichsvikar am 6. Juli 1792 in den Reichsfreiherrenstand erhoben.
Wappen Ein von Silber und Grün quadrirter Schild, und in demselben, im goldnen Mittelschild, ein schwarzer doppelter Adler, mit goldnen Waffen. Im 1sten und 4ten silbernen Feld, zeigt sich ein zwiergeschwänzter, rother Löwe einwärts gekehrt; und im 2ten und 3ten grünen, steht gegen das linke Unterek ein goldner Deckelbecher oder Scheuer, und über demselben, gegen das rechte Oberek, ein 3mal geschwänzter, 6eckiger Cometstern. [...] Den Schild bedekt die Freiherrn-Krone, und auf derselben ruhen 2 gekrönte, offene Turnier-Helme: der zur Rechten trägt einen, von Silber und Roth quergetheilten, offenen Flug, mit verwechselten Tinkturen, zwischen welchem der rothe Löwe des Schilds, wachsend, linksgekehrt, und den goldnen Deckelbecher in den Pranken vor sich haltend, wiederholt ist; der linke von Grün und Gold, quergetheilte Büffelshörner, mit verwechselten Tinkturen, zwischen welchen der Cometstern des Schildes erscheint. Helmdecken: rechts, roth und silber; in de Mitte, schwarz und gold; links, grün und gold.
Bekannte Namensträger Bernhard von Godin (1781–1866), bayerischer Ministerialbeamter Christian von Godin (1765–1817), Hofrat der Fürsten zu Hohenlohe in Bartenstein Christoph von Godin (1835–1891), bayerischer General der Infanterie Emmerich von Godin (1881–1934), bayerischer Major und Ritter des Militär-Max-Joseph-Ordens Ignaz von Godin (1866–1917), bayerischer Generalmajor im Ersten Weltkrieg Ludwig von Godin (1814–1898), bayerischer Forstbeamter und Präsident der fürstlich hohenzollernschen Hofkammer Marie Amelie von Godin (1882–1956), bayerische Schriftstellerin, Frauenrechtlerin, Übersetzerin und Albanienforscherin Reinhard von Godin (1884–1964), Rechtsanwalt und Notar Michael von Godin (1896–1982), Leiter der Polizeieinheit, die 1923 den Hitler-Ludendorff-Putsch gewaltsam auflöste René von Godin (* 1948), Rechtsanwalt
Stammliste René (1680–1742), fürstlich hanau’scher Hoftapezierer, ⚭ Maria Haehnle
Literatur Ernst Heinrich Kneschke: Die Wappen der deutschen freiherrlichen und adeligen Familien. Bd. 2, T.O. Weigel, Leipzig 1855. S. 187–188. (Digitalisat) Ernst Heinrich Kneschke (Hrsg.): Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon. Bd. 3, Verlag von Friedrich Voigt, Leipzig 1861. S. 558. (Digitalisat) Gothaisches genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser auf das Jahr 1858. Jg. 8, Justus Perthes Verlag, Gotha 1858. S. 195–196. (Digitalisat) auf das Jahr 1875. Jg. 25, Justus Perthes Verlag, Gotha 1875. S. 222–223. (Digitalisat) auf das Jahr 1893. Jg. 43, Justus Perthes Verlag, Gotha 1893. S. 286–288. (Digitalisat) Vereinigung des Adels in Bayern (e. V.) (Hrsg.): Genealogisches Handbuch des in Bayern immatrikulierten Adels. Bd. 20, Verlag Degener & Co., Neustadt an der Aisch 1994. S. 283–292. Hannelore Putz: Bernhard Freiherr von Godin. Regierungspräsident von Oberbayern 1847–1848. In: Die Regierungspräsidenten von Oberbayern im 19. und 20. Jahrhundert. Hrsg. im Auftr. von Regierungspräsident Werner-Hans Böhm durch Stephan Deutinger, Karl-Ulrich Gelberg und Michael Stephan. München 2005, S. 115–119. Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band IV, Band 67 der Gesamtreihe, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 1978, S. 157–158, Genealogisches Handbuch des Adels, Freiherrliche Häuser B Band IV, Band 39 der Gesamtreihe, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 1967, S. 255–261.
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Kategorie:Bayerisches Adelsgeschlecht Kategorie:Stammliste