Der FK 03 Pirmasens ist ein Fußballverein aus der Pfalz. Der Verein – die Fans nennen ihn „die Klub“ – wurde am 10. Juni 1903 gegründet. 1905 spaltete sich der SK 1905 Pirmasens ab, der sich am 19. Februar 1919 vorübergehend nochmals anschloss, sich aber noch im selben Jahr endgültig abtrennte und heute als SG 05 Pirmasens existiert.
Der FKP spielte ab 1912 im Stadion an der Zweibrücker Straße, dem „Horeb“, in Pirmasens. Nach dessen Abriss im Jahr 2003 wich der FKP bis zur Fertigstellung des neuen Sportpark Husterhöhe ins Stadion in der Spesbach, die Heimstätte des PSV Pirmasens, aus.
Geschichte Vereinsgründung und Vorkriegszeit (1903–1945) Die Idee, in Pirmasens einen Fußballverein zu gründen, hatte Hugo Deil. Die Stadt wies im Jahr 1900 zwar schon 17 Turn- und Sportvereine auf, jedoch keinen einzigen Fußballverein. Deil schlug also zusammen mit Heinrich Stapf dem TV 1863 Pirmasens vor, eine Fußballabteilung zu gründen. Da der Vorschlag auf Ablehnung stieß, beschlossen die beiden, per Zeitungsannonce Interessierte für einen Fußballverein für den 5. Juni 1903 in die Gaststätte Germania einzuladen. Mehr als 20 Männer folgten dem Aufruf. Die offizielle Vereinsgründung erfolgte schließlich am 10. Juni 1903.
Im südwestdeutschen Fußball entwickelte sich der FK Pirmasens nach dem Ersten Weltkrieg zu einem großen Namen. Von 1930 bis 1933 wurden die Blau-Weißen vier Mal in Folge Meister der Bezirksliga Saar und waren damit in der süddeutschen Meisterschaftsendrunde vertreten. Anschließend wurde die Mannschaft von 1934 bis 1936 drei Mal hintereinander Vizemeister der Gauliga Südwest und verpasste den Einzug in die Endrunde um die deutsche Meisterschaft jeweils nur knapp. Im März 1942 zog sich der FKP nach einer 0:26-Niederlage beim 1. FC Kaiserslautern (Fritz Walter war 13-facher Torschütze), bei der die Mannschaft kriegsbedingt auf etliche Spieler verzichten musste, vom Spielbetrieb zurück. Von 1939 bis 1945 war der städtische Verkehrsdirektor, Mundartdichter und frühere Hockeyspieler beim Verein, Ludwig Kieffer, erster Vorsitzender des FKP.Helmut Igel: Warum in Pirmasens eine Straße nach dem „Kieffer Lui“ benannt wurde. Die Rheinpfalz, Artikel vom 5. Januar 2021.
Saisonbilanzen 1945–1963 Saison Platz Tore Punkte 1945/46 6. Platz 34:44 13:23 1946/47 1. Platz 23:5 1947/48 6. Platz 56:54 27:25 1948/49 4. Platz 58:41 33:15 1949/50 4. Platz 68:36 45:15 1950/51 3. Platz 68:39 37:15 1951/52 5. Platz 80:51 34:26 1952/53 7. Platz 64:56 30:30 1953/54 2. Platz 73:30 51:9 1954/55 5. Platz 70:45 39:21 1955/56 4. Platz 65:42 37:23 1956/57 8. Platz 57:58 30:30 1957/58 1. Platz 63:32 42:18 1958/59 1. Platz 95:32 52:8 1959/60 1. Platz 92:43 44:16 1960/61 3. Platz 79:32 41:19 1961/62 2. Platz 104:33 45:15 1962/63 3. Platz 82:39 41:19 grau unterlegt: Oberligagelb unterlegt: Landesliga
Oberliga mit einjährigem Intermezzo in der Zweitklassigkeit (1945–1963) Nach dem Zweiten Weltkrieg spielten die Pirmasenser in der Saison 1945/46 in der Oberliga Südwest, in der Saison 1946/47 dann in der Landesliga Westpfalz und ab der Saison 1947/48 bis zu deren Auflösung 1963 wieder in der Oberliga Südwest. In der „Ewigen Tabelle der Oberliga Südwest“ belegt der Verein den zweiten Platz hinter dem 1. FC Kaiserslautern. 1954 wurden die Pirmasenser mit 51:9 Punkten Vizemeister der Oberliga mit nur einem Punkt Rückstand auf den 1. FC Kaiserslautern, der damals in seinem Kader mehrere Spieler hatte, die noch im selben Jahr Weltmeister werden sollten. Mit Torwart Heinz Kubsch, der beim WM-Turnier allerdings ohne Einsatz blieb, stellte der FKP ebenfalls einen Weltmeister.
1958 gewann der FK Pirmasens die Südwest-Meisterschaft, der Rivale aus Kaiserslautern zog mit einem Zähler Rückstand diesmal den Kürzeren. In der Gruppe 1 der Endrunde zur deutschen Meisterschaft traf man auf den 1. FC Nürnberg, den 1. FC Köln und den Hamburger SV. Nach zwei Unentschieden gegen Köln und Nürnberg unterlag man im letzten Gruppenspiel dem HSV, der daraufhin als ungeschlagener Gruppenerster ins Finale einzog.
Ein Jahr später wurde „die Klub“ mit 52:8 Punkten erneut Südwest-Meister. In der Gruppenphase der Meisterschaftsrunde, bei der es erstmals Hin- und Rückspiele gab, waren die Gegner diesmal der 1. FC Köln, Eintracht Frankfurt und Werder Bremen. Mit einem 4:0-Sieg über Köln gelang den Pfälzern zunächst ein guter Start, danach folgte eine 2:3-Niederlage gegen Frankfurt. Nach einem 4:1 gegen Bremen gingen alle Rückrundenspiele verloren, so dass die Frankfurter ungeschlagen ins Finale kamen.
1960 war, wie bereits ein Jahr zuvor, Borussia Neunkirchen der härteste Konkurrent im Meisterschaftskampf, in dem die Pirmasenser mit 44:16 Punkten – zum dritten Mal hintereinander – erneut die Oberhand behielten. In der Endrunde konnten die Pfälzer jedoch noch weniger mithalten als die beiden Jahre davor. Es gelang ein einziger Punktgewinn beim 1:1-Unentschieden daheim gegen den 1. FC Köln, der sich auch gegen Werder Bremen und Tasmania 1900 Berlin behaupten konnte; Pirmasens hingegen landete abgeschlagen auf dem letzten Platz.
Im Zuge der 1963 eingeführten Bundesliga entschied eine sogenannte Zwölfjahreswertung über die teilnehmenden Mannschaften. Aus der Oberliga Südwest qualifizierten sich der 1. FC Kaiserslautern und der 1. FC Saarbrücken. Die Entscheidung für Saarbrücken hatte einen faden Beigeschmack, da der im DFB-Präsidium vertretene Hermann Neuberger seinen Heimatverein in der neuen Spielklasse sehen wollte.
Regionalliga Südwest (1963–1974) Saisonbilanzen 1963–1974 Saison Platz Tore Punkte 1963/64 2. Platz 128:49 59:17 1964/65 7. Platz 76:44 41:27 1965/66 1. Platz 62:31 41:19 1966/67 6. Platz 60:31 36:24 1967/68 3. Platz 57:31 41:19 1968/69 4. Platz 65:36 40:20 1969/70 2. Platz 68:36 44:16 1970/71 2. Platz 69:29 44:16 1971/72 6. Platz 56:49 32:28 1972/73 3. Platz 73:40 41:19 1973/74 8. Platz 63:47 32:28 Auch in der 1963 als Unterbau der Bundesliga eingeführten Regionalliga Südwest, blieb der FKP erfolgreich. In allen elf Spielzeiten landete der Verein in der oberen Tabellenhälfte, er führt daher auch deren „Ewige Tabelle“ an. Bereits in der ersten Regionalligasaison spielte der Klub um den Aufstieg in die Bundesliga mit. Mit Ausnahme des zweiten Spieltages wurde durchweg mindestens Tabellenplatz 2 belegt. Mit einem 5:1-Auswärtssieg gegen den 1. FSV Mainz 05 am letzten Spieltag sicherte sich der Verein die Vizemeisterschaft der Regionalliga Südwest, die zur Aufstiegsrunde zur Bundesliga berechtigte. In dieser traf er in Gruppe 2 auf Hannover 96, KSV Hessen Kassel und Alemannia Aachen. Einem 3:0-Sieg über Aachen folgte eine 0:2-Niederlage gegen Hannover. Zwar konnte das dritte Spiel gegen Kassel auswärts mit 4:1 gewonnen werden, „die Klub“ verlor jedoch alle Rückrundenspiele und landete so auf dem letzten Tabellenplatz.
Nach Platz 7 in der folgenden Saison wurde die Spielzeit 65/66 mit Platz 1 beendet. Diesmal traf Pirmasens in der Aufstiegsrunde auf Fortuna Düsseldorf, Hertha BSC und die Kickers Offenbach. Diese entwickelte sich zu einem Zweikampf zwischen den Pfälzern und Düsseldorf. Nachdem die Vorrunde ohne Niederlage abgeschlossen worden war, übernahm der Verein am vierten Spieltag mit einem 2:0 gegen Offenbach die Tabellenführung. Die Niederlage im folgenden direkten Duell gegen die Fortuna sollte die einzige bleiben. Nun waren beide Mannschaften punktgleich, wobei Düsseldorf das bessere Torverhältnis hatte; am letzten Spieltag kam es also zum Fernduell der beiden Aufstiegsaspiranten. Während Pirmasens lediglich ein 2:1-Heimsieg gegen Hertha gelang, sicherten sich die Rheinländer mit einem 5:1-Kantersieg über Offenbach den Aufstieg in die Bundesliga.
In den folgenden Jahren gelang es dem von Weltmeister Fritz Walter trainierten Dorfverein SV Alsenborn zunehmend, den Pirmasensern die Position als zweiterfolgreichstem Pfälzer Fußballverein nach dem 1. FC Kaiserslautern streitig zu machen. Nachdem „die Klub“ den Anschluss an die Spitze für einige Jahre verloren hatte, landete sie 1970 auf Platz 2 hinter den Alsenbornern. In der Relegation zur Bundesliga hingegen blieb der FK chancenlos. Mit nur einem Sieg gegen Hertha Zehlendorf wurde der letzte Platz belegt. Ein Jahr später konnten die Pfälzer ihre dritte Vizemeisterschaft in der Regionalliga Südwest feiern. Die Gruppe 1 der Aufstiegsrunde zur Bundesliga wurde vom VfL Bochum dominiert, der im Auswärtsspiel gegen Pirmasens die einzige Niederlage einstecken musste und somit souverän in die höchste Spielklasse aufstieg.
2. Bundesliga Süd (1974–1978) Saisonbilanzen 1974–1978 Saison Platz Tore Punkte 1974/75 2. Platz 75:62 48:28 1975/76 14. Platz 66:78 33:43 1976/77 18. Platz 43:85 19:57 1977/78 20. Platz 25:120 6:70 1974 war der FKP aufgrund der durchweg guten Platzierungen in der Regionalliga Gründungsmitglied der zunächst zweigleisigen 2. Bundesliga. Diese erste Spielzeit verlief für den FKP sportlich erfolgreich sowohl im DFB-Pokal (Viertelfinale), als auch in der Liga. Leider blieb mit 6 000 Zuschauern im Saisondurchschnitt das Zuschaueraufkommen bei Heimspielen enttäuschend und das erste Jahr in der 2. Bundesliga endete mit einem Minus von 100.000 DM. Im ersten Spiel der neu geschaffenen Spielklasse traf der Verein auswärts auf die SpVgg Fürth. Nach 37 Spielminuten ging „die Klub“ durch ein Tor von Georg Beichle in Führung, die Gastgeber konnten jedoch in der zweiten Hälfte den Ausgleichstreffer erzielen. Anschließend gelangen in den drei Partien Siege gegen die SpVgg Bayreuth, Wormatia Worms und den FC 08 Homburg, so dass ab dem zweiten Spieltag stets mindestens Platz 6 belegt wurde und die Pirmasenser um den Aufstieg mitspielten. Am letzten Spieltag kam es zum Fernduell mit dem FC Bayern Hof, dem 1. FC Schweinfurt 05 und dem TSV 1860 München, die alle um den zweiten Tabellenplatz kämpften. Schützenhilfe erhielt Pirmasens vom SV Darmstadt 98, der in Hof gewann; letztere wären bei einem Sieg für den Relegationsplatz qualifiziert gewesen. Durch ein 5:3 gegen Borussia Neunkirchen wurden die Resultate der Spiele von Schweinfurt und der „Münchener Löwen“ bedeutungslos, da die Pfälzer auf Rang 2 landeten. Gegenüber den punktgleichen Schweinfurtern war die bessere Tordifferenz ausschlaggebend.
In der Relegation um den dritten Aufstiegsplatz traf der Verein auf Bayer 05 Uerdingen, den Vizemeister der Nordstaffel. Das Hinspiel auf heimischem Boden sollte sich als sehr torreich erweisen. Nach einer 1:0-Führung in der ersten Minute stand es bereits nach 24 Minuten 1:2, ehe Pirmasens innerhalb von acht Minuten drei weitere Tore erzielte. Kurz vor der Halbzeitpause erzielten die Uerdinger den 4:3-Anschlusstreffer und in der 81. Minute den Ausgleich zum 4:4-Endstand. Das Rückspiel ging mit 0:6 verloren, womit der Aufstieg in die Bundesliga abermals verpasst wurde (→ Spieldaten der Aufstiegsspiele gegen Bayer 05 Uerdingen).
In der Spitzengruppe der Zweiten Bundesliga Süd konnte sich der Verein nicht halten, bereits in der folgenden Saison fand er sich im Abstiegskampf wieder. Erst am vorletzten Spieltag konnte der Klassenerhalt durch einen 2:1-Sieg über den SSV Reutlingen 05 gesichert werden. Als der sportliche Abstieg 1977 bereits am 33. Spieltag besiegelt worden war, wurde Pirmasens am grünen Tisch durch den Rückzug des SV Röchling Völklingen gerettet. Am letzten Spieltag hatte sich „die Klub“ durch ein Unentschieden gegen den BSV Schwenningen noch den drittletzten Platz erkämpft – bei gleichzeitiger Niederlage des SSV Jahn Regensburg, der aufgrund der schlechteren Tordifferenz absteigen musste.