Der Landkreis Neustadt an der Weinstraße war ein bis 1969 bestehender Landkreis (bis Ende 1938 Bezirksamt) in Südwestdeutschland, der bis 1936 und dann noch einmal einige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg den Namen Neustadt an der Haardt trug. Sitz der Kreisverwaltung war die namensgebende Stadt Neustadt an der Weinstraße, die dem Landkreis aber nicht angehörte.

Geographie Der Landkreis grenzte Anfang 1969 im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Landkreise Frankenthal (Pfalz), Ludwigshafen am Rhein und Speyer, an die kreisfreie Stadt Neustadt an der Weinstraße sowie an die Landkreise Landau in der Pfalz, Bergzabern und Kaiserslautern.

Geschichte

Der spätere Landkreis entstand 1818 im Königreich Bayern als Landkommissariat Neustadt, aus dem 1862 das Bezirksamt Neustadt an der Haardt wurde. Am 1. Oktober 1902 wurde aus 22 Gemeinden des Bezirksamts das neue Bezirksamt Dürkheim gebildet.: Einzelheiten zur Bildung des Bezirksamts Dürkheim Am 1. März 1920 schied die Stadt Neustadt an der Haardt aus dem Bezirksamt aus und wurde zur kreisunmittelbaren Stadt. Das Bezirksamt Dürkheim wurde 1931 wieder aufgelöst und in das Bezirksamt Neustadt an der Haardt zurückgegliedert.

mini|Sitz des Bezirksamtes in Neustadt

Am 12. November 1936 wurde das Bezirksamt Neustadt an der Haardt in Bezirksamt Neustadt an der Weinstraße umbenannt. 1939 wurde das Bezirksamt wie alle bayerischen Bezirksämter in Landkreis umbenannt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Landkreis Teil der französischen Besatzungszone und kam zu Rheinland-Pfalz. Er wurde zunächst in Landkreis Neustadt an der Haardt umbenannt, bis er 1950 seinen endgültigen Namen Landkreis Neustadt an der Weinstraße erhielt.

Im Zuge der rheinland-pfälzischen Gebietsreform wurde der Landkreis am 7. Juni 1969 aufgelöst: Die sieben Umlandgemeinden Geinsheim, Gimmeldingen, Haardt an der Weinstraße, Hambach an der Weinstraße, Königsbach an der Weinstraße, Lachen-Speyerdorf und Mußbach wurden als Ortsteile in die kreisfreie Stadt Neustadt an der Weinstraße eingemeindet. Die Gemeinden Birkenheide und Rödersheim wechselten in den Landkreis Ludwigshafen (heute Rhein-Pfalz-Kreis). Rödersheim fusionierte dort mit Alsheim-Gronau zur Gemeinde Rödersheim-Gronau. Alle übrigen Gemeinden kamen zum neu geschaffenen Landkreis Bad Dürkheim.

Von den Gemeinden des Altkreises Neustadt an der Weinstraße wurde am 16. März 1974 auch noch die Gemeinde Duttweiler in die kreisfreie Stadt Neustadt an der Weinstraße eingegliedert.

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Quelle 1864 66.378 1885 72.813 1900 79.462 1910 53.578 1925 37.082 1939 74.906 1950 85.683 1960 95.600 1968 101.956

Bezirksamtmänner und Landräte 1931–1932Kurt Wolf 1935–1940Adolf Niedhammer 1945Julius Pieper 1945–1946Hanns Haberer 1948–1968Walter Unckrich

Gemeinden Zum Zeitpunkt seiner Auflösung gehörten dem Landkreis vier Städte und 35 weitere Gemeinden an:

Die Gemeinde Winzingen wurde 1892 in die Stadt Neustadt a./H. eingemeindet. Die Gemeinden Grethen und Seebach wurden am 31. März 1935 in die Stadt Bad Dürkheim eingemeindet.

Kfz-Kennzeichen Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen NW zugewiesen. Es wird in der kreisfreien Stadt Neustadt an der Weinstraße durchgängig bis heute ausgegeben.

Einzelnachweise

Neustadt an der Weinstrasse Neustadt an der Weinstrasse Kategorie:Geschichte (Landkreis Bad Dürkheim) Kategorie:Vorderpfalz NeustadtanderWeinstrasse Kategorie:Aufgelöst 1969