Ermsleben ist ein Ortsteil der Stadt Falkenstein/Harz im Landkreis Harz in Sachsen-Anhalt. mini|Romanische Stadtkirche St. Sixtus

Im Stadtteil Ermsleben befindet sich der Verwaltungssitz der Stadt.

Geografie Die Stadt liegt am Nordostrand des Harzes. Die Selke durchfließt den Ort, in dem mehrere Teiche liegen. Dazu gehört auch der Pappelteich.

Geschichte Ermsleben wurde im Jahre 1045 unter dem Namen „Anegremislebo“ als Besitztum der Grafen Falkenstein erstmals urkundlich erwähnt. Schon 1298 wurde der Ort als „oppidum“ (kleine Stadt) bezeichnet. 1296 wird die Kirche St. Sixtus, die später mehrfach baulich verändert wurde, erstmals erwähnt.Reinhard Schmitt: Die Stadtkirche St. Sixtus in Ermsleben (= Kleine Hefte zur Denkmalpflege 3), Halle 2010. Im Jahr 2014 wurden Eichenbalken im Turm dendrochronologisch auf das Jahr 1070 datiert. Das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt nannte St. Sixtus in diesem Zusammenhang „älteste datierte Stadtpfarrkirche Sachsen-Anhalts“. Der Ort erhielt 1530 das Marktrecht.

Zum 1. Oktober 1938 wurde die Gemeinde Sinsleben in die Stadt Ermsleben eingemeindet.

Seit 1992 war Ermsleben Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Falkenstein/Harz, die am 1. Januar 2002 in eine Stadt umgewandelt wurde.StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2002

Politik Wappen

Flagge Die Flagge ist rot - weiß (1:1) gestreift (Hissflagge: Streifen von oben nach unten, Querflagge: Streifen von links nach rechts verlaufend) mit dem aufgelegten Wappen der Stadt.

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft In Ermsleben haben sich mehrere Unternehmen angesiedelt wie Tonfunk, ein Fertigungsdienstleister für Originalausrüstungshersteller (OEM), der sich als Anbieter von der Leiterplattenbestückung bis zur Montage kompletter elektronischer Baugruppen, Geräte und Systeme im Markt für Electronic Manufacturing Services (EMS) etabliert hat. Ferner gibt es in Ermsleben die Kominex Mineralmahlwerk GmbH, ein Unternehmen mit Produkten für die unterschiedlichsten Anwendungen in den Bereichen Strahl- und Oberflächentechnik und die Verwertung von Abfällen. Auch die Firma Feickert, die deutschlandweit agiert, hat in Ermsleben einen Firmensitz.

Verkehr Der Bahnhof in Ermsleben liegt an der Bahnstrecke Frose–Quedlinburg, welche seit 2004 nicht mehr befahren wird.

Der öffentliche Personennahverkehr wird unter anderem durch den PlusBus des Landesnetzes Sachsen-Anhalt erbracht. Folgende Verbindung führt durch Ermsleben:

Linie 240: Quedlinburg ↔ Gernrode ↔ Ballenstedt ↔ Ermsleben ↔ Aschersleben

Durch weitere Buslinien der Harzer Verkehrsbetriebe ist Ermsleben auch aus Pansfelde über Endorf und Reinstedt erreichbar.

Die Bundesstraße 185 von Ballenstedt nach Aschersleben durchquert Ermsleben.

Durch den Ort verläuft die internationale Hauptstadt-Route (EV2) des Eurovelo-Radfernnetzes. Sie ist in Deutschland verlaufsgleich mit dem Europaradweg R1 und entspricht im nationalen D-Routennetz der Europaroute (D3). Ebenfalls routengleich in dem Abschnitt verläuft die D-Route Radweg Deutsche Einheit.

Söhne und Töchter der Stadt Joachim Ramdohr (1587–1667), Bauherr und Magistratsmitglied in Aschersleben Johann Wilhelm Ludwig Gleim (1719–1803), Dichter Friedrich Eberhard Siegmund Günther von Goeckingk (1738–1813), preußischer General Johann Heinrich Christian Barby (1765–1837), Pädagoge und Philologe in Berlin Wilhelm Gottlieb Hankel (1814–1899), Physiker Carl Albert Dauthendey (1819–1896), Fotograf Oswald Bertram (1827–1876), Buchhändler und Verleger Werner Sombart (1863–1941), Soziologe und Volkswirt, 1938 zum Ehrenbürger von Ermsleben ernannt Carl Delius (1874–1953), Politiker der DDP Klaus Friedrich (* 1945), Geograph, Sozialgeograph und Hochschullehrer Inge Schneider (1947–2021), Filmeditorin

Kulturdenkmale Ermselben besitzt 84 Bauwerke, die in der Liste der Kulturdenkmale in Falkenstein aufgezählt und mit Foto abgebildet sind. Bodendenkmale sind in der Liste der Bodendenkmale in Falkenstein/Harz verzeichnet. Darunter befindet sich der:

Nagelstein Der an einen Menhir erinnernde Nagelstein von Ermsleben steht vor dem Rathaus. Er hat eine Höhe von etwa 2,3 Meter. Im unteren Drittel ist er zerbrochen und wurde wieder zusammengefügt. In seine Seiten sowie in den oberen flachen Bereich wurden im Laufe der Zeit unzählige Nägel eingeschlagen.

Literatur

Weblinks

Andreas Wild: Chronik der Stadt Ermsleben auf einer privaten Website

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Harz Kategorie:Geographie (Falkenstein/Harz) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Harz) Kategorie:Ort an der Selke Kategorie:Ersterwähnung 1045 Kategorie:Gemeindeauflösung 2002