Bettina Scheuritzel (* 5. Oktober 1968 in Berlin) ist eine deutsche Schauspielerin und Hörspielsprecherin.

Leben Scheuritzel besuchte ab 1974 die Grundschule in Hofheim am Taunus und beendete ihre Schullaufbahn am dortigen Gymnasium 1988 mit dem Abitur. Ab 1992 fing sie zunächst an, Angewandte Theaterwissenschaft an der Justus-Liebig-Universität in Gießen zu studieren, bevor sie ihr Schauspielstudium an der Hochschule des Saarlandes für Musik und Theater in Saarbrücken begann. Dieses schloss sie 1996 mit dem Schauspieldiplom ab.

Zwischen 1987 und 1990 arbeitete sie vor allem am Schauspiel Frankfurt, wo sie mit Einar Schleef zusammenarbeitete. Dort stand sie als Gretchen in Urfaust auf der Bühne. Diese Zusammenarbeit wurde später 1993 am Schillertheater Berlin und 1996 am Berliner Ensemble fortgesetzt. 1998 und 1999 führte Scheuritzel zusammen mit Caroline Peters Regie an der Schaubühne am Lehniner Platz und am Theaterhaus Gessnerallee in Zürich.

Es folgten unter anderem Stationen am Staatstheater Darmstadt, Staatstheater Wiesbaden, Staatstheater Saarbrücken, Deutschen Theater Berlin, Schauspiel Hannover, Grillo-Theater, Hans Otto Theater und Theater Oberhausen.

Seit 2006 ist Scheuritzel festes Ensemblemitglied am Theater Aachen. Dort arbeitete sie mit Regisseuren wie Ludger Engels, Lilian Naef, Bernadette Sonnenbichler, Christina Rast, Roland Hüve, Dominik Günther, Marc Becker und Christian von Treskow.

Neben ihrer Tätigkeit auf der Bühne steht Scheuritzel auch vor der Kamera. So spielte sie im Film Meine Tochter Anne Frank von Raymond Ley die Hauptrolle Edith Frank.

Als Hörspielsprecherin ist sie in Hörspielen des WDR und Radio Bremen zu hören.

Theater (Auswahl)

Schauspiel Frankfurt

1987: Candide von Voltaire, Regie: Alexander Brill 1988: Die Schlacht, Regie: Alexander Brill 1989: Urgötz, Regie: Einar Schleef 1990: 1918, Regie: Einar Schleef 1990: Urfaust, Regie: Einar Schleef 1990: Yvonne, die Burgunderprinzessin, Regie: Alexander Brill

Weitere Theater

1996: Herr Puntila und sein Knecht Matti von Bertolt Brecht, Regie: Einar Schleef, Berliner Ensemble 1997: Blunt oder Der Gast von Karl Philipp Moritz, Regie: Bernarda Horres 1997: Biedermann und die Brandstifter von Max Frisch, Regie: Dirk Fröse, Staatstheater Wiesbaden 1998: Der Ozeanflug, Regie: Robert Wilson, Berliner Ensemble 1998: Kleine Zweifel, Regie: Bettina Scheuritzel und Caroline Peters, Schaubühne am Lehniner Platz 1999: Fräulein Julie von August Strindberg, Regie: Stefan Schön, Stadttheater Ingolstadt 1999: Der deutsche Zwilling, Regie: Nikolaus Büchel, Staatstheater Saarbrücken 2000: Bal-Trap von Xavier Durringer, Regie: Ina Schott, Deutsches Theater Berlin 2001: Lara Croft, Regie: Stefan Otteni, Schauspiel Hannover 2002: Der Lebkuchenmann, Regie: Peter Hilton Fliegel, Grillo-Theater 2003: Roberto Zucco, Regie: Carsten Werner, Junges Theater Bremen 2004: Riverside Drive, Regie: Jörn-Udo Kortmann, Grillo-Theater 2005: Heimat 24, Regie: Stefanie Döhle, Hans Otto Theater 2005: Der gute Mensch von Sezuan von Bertolt Brecht, Regie: Bernarda Horres, Theater Oberhausen 2006: Superposition. Eine Wissensgesellschaft, Regie: Lajos Talamonti, Sophiensäle Berlin 2006: Karaoke, Regie: Gesine Danckwart, Hebbel am Ufer

Theater Aachen

2006: Angst essen Seele auf auf nach Rainer Werner Fassbinder, Regie: Cora Frost 2006: Das Wirtshaus im Spessart nach Wilhelm Hauff, Regie: Florian M. Böder 2007: Die Nibelungen, Regie: Markus Bothe 2007: Merlin oder Das wüste Land von Tankred Dorst, Regie: Stefan Nolte 2007: Leonce und Lena von Georg Büchner, Regie: Thomas Oliver Niehaus 2008: Orestie von Aischylos, Regie: Ludger Engels 2008: Der Besuch der alten Dame von Friedrich Dürrenmatt, Regie: Lilian Naef 2008: Die Dreigroschenoper von Bertolt Brecht, Regie: Deborah Epstein 2009: Eins, zwei, drei nach Billy Wilder, Regie: Elina Finkel 2010: Die Glasmenagerie von Tennessee Williams, Regie: Bernadette Sonnenbichler 2010: Kabale und Liebe von Friedrich Schiller, Regie: Bernadette Sonnenbichler 2011: Viel Lärm um nichts von William Shakespeare, Regie Christina Rast 2011: Harper Regan von Simon Stephens, Regie: Ronny Jakubaschk 2011: Woyzeck von Georg Büchner, Regie: Bernadette Sonnenbichler 2011: Ein Volksfeind von Henrik Ibsen, Regie: Elina Finkel 2012: Tartuffe von Molière, Regie: Christina Rast 2012: Der zerbrochne Krug von Kleist, Regie: Markus Kopf 2012: Die Präsidentinnen von Werner Schwab, Regie: Roland Hüve 2012: Verrücktes Blut von Nurkan Erpulat und Jens Hillje, Regie: Eike Hannemann 2013: Deportation Cast von Björn Bicker, Regie: Jan Langenheim 2013: Lichter ziehen vorüber nach Aki Kaurismäki, Regie: Christina Rast 2014: Der Menschenfeind von Molière, Regie: Dominik Günther 2015: Der Meister und Margarita nach Michail Bulgakow, Regie: Bernadette Sinnenbichler 2015: Manderlay nach Lars von Trier, Regie: Jan Langenheim 2015: Alles für Euch. Der Autohausschlager von Marc Becker, Regie: Marc Becker 2018: Das kalte Herz von Wilhelm Hauff, Regie: Sebastian Martin 2019: Die Nibelungen von Friedrich Hebbel, Regie: Christina Rast 2019: Furor von Lutz Hübner und Sarah Nemitz, Regie: Lilli-Hannah Hoepner 2020: Der Ursprung der Liebe nach Liv Strömquist, Regie: Marion Schneider-Bast 2020: Die Jungfrau von Orleans von Friedrich Schiller, Regie: Sarah Klöfer 2021: Tango von Sławomir Mrożek, Regie: Christian von Treskow 2022: Ein Sommernachtstraum von William Shakespeare, Regie: Roland Hüve 2022: In weiter Ferne von Caryl Churchill, Regie: Martin Schulze

Filmografie (Auswahl)

1994: Private Life Show (Fernsehfilm), Regie: Martin Buchhorn 2005: Die Nacht der großen Flut (Fernsehfilm), Regie: Raymond Ley 2008: Eschede Zug 884 (Fernsehfilm), Regie: Raymond Ley 2008: Der Vorleser, Regie: Stephen Daldry 2014: Meine Tochter Anne Frank (Fernsehfilm), Regie: Raymond Ley 2016: Bettys Diagnose (Fernsehserie, eine Folge: Sabine) 2021: Der große Fake – Die Wirecard Story (Doku-Spielfilm), Regie: Raymond Ley

Hörspiele (Auswahl)

2004: Bernadette La Hengst, Till Müller-Klug: Die Liebespopulistin – Komposition und Realisation: Bernadette La Hengst, Till Müller-Klug (Hörspielbearbeitung – WDR) 2006: Falk Richter : Deutlich weniger Tote – Regie: Christiane Ohaus (Hörspielbearbeitung, Kurzhörspiel – Radio Bremen)

Auszeichnungen

2010: Goldenes Kammerbühnenbodenbrett Theater Aachen 2015: Kurt-Sieder-Preis (für herausragende Schauspielkunst) 2015: Fernsehfilmpreis der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste für Meine Tochter Anne Frank

Weblinks

Website von Bettina Scheuritzel

Einzelnachweise

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