Çorum ist eine Provinz der Türkei. Ihre Hauptstadt ist das gleichnamige Çorum. Sie grenzt – im Norden beginnend im Uhrzeigersinn – an folgende Provinzen: Sinop, Samsun, Amasya, Yozgat, Kırıkkale, Çankırı und Kastamonu. Die Provinz liegt auf Platz 20 in der Reihenfolge nach der FlächeDirectorate General of Mapping Fläche 2014 (Excel-Tabelle) 48 KB (2014: 1,6 % der Landesfläche) und auf Platz 43 in der Reihenfolge nach der BevölkerungTürkiye’nin En Kalabalık İlleri 2020, abgerufen am 26. März 2021 (2020: 0,63 % der Bevölkerung des Landes).

Verwaltungsgliederung Die Provinz Çorum gliedert sich in vierzehn Landkreise: Kreis-code Landkreis(İlçe) Fläche(km²) Bevölkerung (2020) Anzahl der Einheiten Bevölke-rungs-dichte(Ew./km²) städt.Anteil(in %) sexratio Grün-dungs-datum, Landkreis(İlçe) Verwal-tungssitz(Merkez) Gemein-den(Belediye) Stadt-viertel(Mah.) Dörfer(Köy)1124Alaca1.29631.26419.9561710124,163,8310091177Bayat71715.7755.785154022,036,67106619581778Boğazkale2643.6481.198131413,8232,898919871911Dodurga2295.5882.496161224,444,67105719901414İskilip1.17031.02718.1361146426,558,4510231445Kargı1.17415.4115.680165813,136,86106919361972Laçin1964.5141.294131423,028,6794719901520Mecitözü82514.5644.208185417,628,899901259Merkez Çorum 2.436299.315267.701223198122,989,9810171976Oğuzlar1215.0802.79117642,054,94106819901556Ortaköy3006.6912.157251422,361,8799419591558Osmancık1.27343.18329.0861185533,967,3610261642Sungurlu1.99947.89030.91011610924,064,5410171850Uğurludağ4286.1762.852152014,446,189741987PROVINZ Çorum12.428530.1261612675942,775,051019

Bevölkerung Ergebnisse der Bevölkerungsfortschreibung Nachfolgende Tabelle zeigt die jährliche Bevölkerungsentwicklung am Jahresende nach der Fortschreibung durch das 2007 eingeführte adressierbare Einwohnerregister (ADNKS). Zusätzlich sind die Bevölkerungswachstumsrate und das Geschlechterverhältnis (sex ratio, also Anzahl der Frauen pro 1000 Männer) aufgeführt. Der Zensus von 2011 ermittelte 534.825 Einwohner, das sind über 62.000 Einwohner weniger als zum Zensus 2000.

Jahr Bevölkerung am Jahresende Wachstums-rate der Be-völkerung (in %) Geschlechterverhältnis(Frauen auf1000 Männer) Rang(unter den 81 Provinzen) gesamt männlich weiblich 2020530.126262.590267.536−0,14101943 2019530.864263.354267.510−1,05102642 2018536.483265.678270.8051,53101941 2017528.422261.605266.8170,11102041 2016527.863261.606266.2570,51101840 2015525.180259.993265.187−0,39102040 2014527.220261.187266.033−0,91101940 2013532.080263.906268.1740,40101640 2012529.975262.155267.820−0,86102240 2011534.578265.163269.415−0,15101639 2010535.405264.759270.646−0,98102239 2009540.704268.501272.203−0,87101438 2008545.444270.107275.337−0,80101938 2007549.828271.942277.886−7,91102237 20001597.065311.897285.168−91438 1 Zensus 2000

Bevölkerungszahlen der Landkreise Die Werte bis zum Jahr 1960 sind E-Books (der Originaldokumente) entnommen, die Werte ab 1965 entstammen der Datenabfrage des Türkischen Statistikinstituts – abrufbar über diese Webseite:Genel Nüfus Sayımları (Volkszählungsergebnisse 1965 bis 2000). Volkszählungsergebnisse Landkreise19271935194019451950195519601965197019751980198519902000Corum60.86967.63972.03573.40388.056103.749118.536130.513144.569156.592168.985187.462186.377221.699Alaca26.92635.43537.59240.00146.44451.53454.31558.08956.65755.92656.72457.54454.81453.193Bayat−−−−−−22.83625.25827.07828.93231.95731.91635.01030.574Boğazkale −−−−−−−−−−−−10.4258.190Dodurga −−−−−−−−−−−−13.55010.439Iskilip53.76363.00465.78066.14566.61171.47855.61860.03167.43472.17372.56976.34451.87745.327Kargı 28.24131.56432.81632.26131.55431.24729.68926.76220.388Laçin −−−−−−−−−−−−12.5849.425Mecitözü36.69139.42643.19645.84444.31940.57234.59836.99935.49635.42334.91135.30932.05926.064Oğuzlar −−−−−−−−−−−−11.8469.083Ortaköy−−−−−−9.5809.90811.01611.83612.42012.85213.07311.820Osmancik29.19932.64433.12934.62833.49437.74842.96048.91553.84959.57663.01864.93752.49053.758Sungurlu40.47848.60351.01352.70262.42968.22576.38283.03890.00695.568100.000103.15181.66580.840Uğurludağ −−−−−−−−−−−−27.33116.265Summe Provinz247.926286.751302.745312.723341.353401.547446.389485.567518.366547.580571.831599.204609.863597.065 Die Bevölkerungszahlen sind erst ab dem Datum dargestellt, ab dem der Landkreis (İlçe) selbständig wurde.

Geschichte mini|Löwentor in Ḫattuša 5000–3000 v. Chr.: Erste menschliche Siedlungen im Gebiet von Çorum wurden vor etwa 7000 Jahren gegründet. Nach Ausgrabungen in Alaca Höyük, Balımsultan, Büyük Güllücek, Boğazkale, Eskiyapar, Hüseyindede und Kuşsaray war diese Region durch nahe gelegene Rohstoffvorkommen technisch und kulturell weit entwickelt. 3000–1000 v. Chr.: In der Bronzezeit war Çorum Schauplatz vieler Städtegründungen. Um 2000 v. Chr. gehörte Çorum zu einem Fürstentum der Hattier. 1950–1850 v. Chr.: In dieser Zeit existierten in diesem Gebiet Handelskolonien (Karum) der Assyrer, aus denen die ersten schriftlichen Nachrichten stammen. vor 1500–1200 v. Chr.: Die Hethiter haben das Zentrum ihres Reiches in Ḫattuša, bei dem heutigen Ort Boğazkale. Nach dem Seevölkersturm und dem indirekt damit zusammenhängenden Fall des Hethiterreiches gehört das Gebiet zu den Reichen der Phryger und später der Meder, um anschließend im Perserreich und danach dem Reich Alexanders aufzugehen. Nach den Diadochenkämpfen wird das Gebiet Teil des Königreiches Kappadokien, das später Teil des römischen und danach des byzantinischen Reiches wird. 1075: Eroberung durch oghusische Türken und Eingliederung ins Fürstentum der Danischmenden (Danişmend Beyliği). 1276: Sieg über die Mongolen unter der Führung von Emir Celalettin. 14. Jahrhundert: Eingliederung ins Osmanische Reich. 1923: Çorum wird eine Provinz der Republik Türkei. 1980: Türkische Rechtsextremisten töten beim Pogrom von Çorum etwa 57 Angehörige der alevitischen Minderheit.

Sehenswürdigkeiten Zu den Sehenswürdigkeiten der Provinz zählen:

Der Boğazköy-Alacahöyük-Nationalpark, das Thermalbad von Figanı (Beke), die Hügelgräber von Balımsultan, Büyük Güllicek, Kuşsaray, Güzelcedere, Pazarlı (das Dorf Çikhasan), Eskiyapar und Kalınkaya, die Burgen von Çorum, Kaletepe, Kale (Eğercidağ), Iskilip und Osmancık (Kundıber), die Siedlungsruinen von Melik Gazi, Kalehisar und Gerdekkaya, die Felsengräber von Iskilip Bayat und Kızılcapelit, die Große Moschee (Ulu Cami) von Çorum, die Moscheen von Hamid, Han, Şeyh Muhiddin-i Yavsi, Tabakhane, Mihri Hatun, Oğuzköy und Koca Mehmed Pascha (Imaret), die Große Moschee, der Sinan Pascha Komplex, die Medressen von Alaca Hüseyin Gazi und Akşemseddin, die Koyun-Baba-Brücke, die Badehäuser von Güpür Pascha, Ali Pascha, Koca Mehmed Pascha und Sunguroğlu, die Museen von Çorum, Alaca Höyük und Boğazkale (Boğazköy).

Ruinenplätze Zu den wichtigsten und frühesten Siedlungsplätzen gehören Alaca Höyük und die Hauptstadt der Hethither Ḫattuša, heute Boğazkale (früher Boğazköy) mit dem Felsheiligtum von Yazılıkaya. An beiden Orten befinden sich eindrucksvolle Ruinen und ein kleines Museum. Sehenswert ist ebenfalls die hethitische Stadt Šapinuwa bei Ortaköy.

Wichtige Tage Volksfeste Das Kargı-Volksfest zwischen dem 31. Oktober und 6. November

Festspiele Das Internationale Hethiterfestival in der Stadt Çorum am 15. Juli Osmancık-Reisfestival in Osmancık zwischen dem 1. und 10. November Mecitözü-Sonnenblumenfestival in Mecitözü in der letzten Woche des September

Feierlichkeiten Die Hıdrellez-Feier in Osmancık zwischen 6. und 8. Mai Die traditionellen Herbstringkämpfe und die Musikfeier in İskilip in der ersten Woche des September Ringkampf und Feier in Sungurlu im Herbst Ringkampf im Dorf Berk des Landkreises Dodurga im Oktober

Persönlichkeiten Matthaios Kofidis (1855–1921), osmanischer Parlamentsabgeordneter pontosgriechischer Herkunft İbrahim Kaypakkaya (1949–1973), türkischer Revolutionär, Gründer der Türkiye Komünist Partisi/Marksist-Leninist İsmail Beşikçi (* 1939), türkischer Soziologe und Schriftsteller Aşık Gülabi (* 1950), türkischer Sänger

Weblinks

Yerelnet Çorum Website der Stadtverwaltung Çorum Website der Zeitung Çorum Haber Web Portal der Stadt Çorum

Einzelnachweise

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