Karl Ernst Friedrich Moritz Theodor, Graf zu Solms-Tecklenbug-Sonnewalde-Rösa (* 1. Dezember 1800 in Neuhof; † 15. Februar 1879 in Rösa) war ein deutscher Adliger in Anhalt,C. Herrlich: Wochenblatt der Johanniter-Ordens-Balley. Jg. 20, Nr. 9, Carl Heymanns Verlag, Berlin, den 26. Februar 1879, S. 49. der sich vor allem im Jagdwesen berühmt machte.

Leben

Herkunft und Familie Friedrich war das fünfte von acht Kindern des preußischen Offiziers Carl Ulrich Detlef Christian Benjamin, Graf zu Solms-Tecklenburg (1761–1835) und dessen Ehefrau Charlotte Johanne, geborene von Prittwitz und Gaffron (1766–1842). Er heiratete am 6. Mai 1826 (Johanne Wilhelmine) Luise, geborene von KnebelGenealogisch-historisch-statistischer Almanach für das Jahr 1848. Weimar 1848, S. 553. (1798–1854),Gothaisches genealogisches Taschenbuch der gräflichen Häuser auf das Jahr 1855. Jg. 28, Gotha 1854, S. 968. Tochter des königlich preußischen Majors (Johann Wilhelm) Heinrich (seit 1759: vonBriefe an Goethe: Gesamtausgabe in Regestform, Band 7; 2004, S. 78. Österreichisches Staatsarchiv: AT-OeStA/AVA Adel RAA 225.16 Knebel, Johann Christian, markgräflich Brandenburg-Onolzbacher Konsistorialrat und Pfarrer in Ansbach, Johann Wilhelm, Oberstwachtmeister bei dem Bayreuthischen Infanterieregiment, Adelsstand, „von“, privilegium denominandi, Lehenberechtigung, 1759.05.14, Stand 6. Juni 2022.Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Alter Adel und Briefadel. 1922. Jg. 16, Gotha 1921, S. 489.Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Alter Adel und Briefadel. 1925. Jg. 18, Gotha 1924, S. 477.Hans Friedrich von Ehrenkrook: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. B (Briefadel). 1956. Band II, Band 12 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Glücksburg/Ostsee 1956, S. 166.Leopold von Zedlitz-Neukirch: Neues Preussisches Adels-Lexicon. Band 2, Leipzig 1836, S. 43.Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon. Band 5, Friedrich Voigt, Leipzig 1864, S. 152.) Knebel (1752–1821)Gottlieb Friedlaender: Die Königliche Allgemeine Kriegs-Schule und das höhere Militair 1765–1813, Berlin 1854, S. 346.Karlheinz Gerlach: Die Freimaurer im Alten Preussen 1738-1806: Die Logen zwischen mittlerer Oder und Niederrhein. Band 1 von 2, In: Quellen und Darstellungen zur europäischen Freimaurerei. Band 8; Studienverlag, Innsbruck/Bozen 2007, ISBN 978-3-7065-4037-7, S. 64. in Dessau.GS-Rösa.Muldestausee.com.: Aus der Geschichte der Dörfer Rösa und Brösa, Stand 6. Juni 2022. Solms-Rösa hatte drei Kinder, nämlich Wilhelm zu Solms-Rösa (1828–1904), ein hochrangiger Adliger, Friedrich Ludwig zu Solms (1829–1906), Regierungsreferendar, Landrat und späterer Rittergutsbesitzer in Radajewit, und Klara zu Solms-Tecklenburg (*/† 1838).

Karriere Friedrich zu Solms-Tecklenburg-Sonnewalde-Rösa trat früh in den preußischen Militärdienst ein und wirkte seit 1817Jahr, in dem das Regiment in Breslau stationiert war. im Grenadier-Regiment „König Friedrich III.“ (2. Schlesisches) Nr. 11, welches in Breslau stationiert war. Nachdem er aus dem Militärdienst austrat, zog es ihn in das Herzogtum Anhalt-Dessau, wo sein Vater im Jahre 1820 in den Besitz eines Ritterguts in Rösa gekommen war. Im Fürstentum Anhalt-Dessau wirkte er seit dem 1. September 1824 als Jagdjunker und Leutnant.

Er zeichnete sich durch erhebliche Verdienste im Jagdwesen aus, weshalb er schon am 1. Oktober 1835 zum Hofjägermeister im anhaltischen Hofstaat ernannt wurde. Nach dem Tode seines Vaters erbte er sein Gut in Rösa und kam später auch in den Besitz eines Ritterguts in Crina. Er tat sich in beiden Orten durch wohltätige Spenden und Restaurationen, unter anderem einer Kirche in Rösa, hervor.Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Merseburg. 1856. Merseburg 1856, S. 39. 1836 erhielt er nun als Ritter den Königlich Preußischen St. Johanniter-Orden und wurde somit nach 1852 Ehrenritter des wieder neu gegründeten Johanniterorden, Balley Brandenburg.C. Herrlich: Wochenblatt der Johanniter-Ordens-Balley Brandenburg. 1879. Jg. 20, Nr. 9, Julius Sittenfeld-Carl Heymanns Verlag, Berlin, den 26. Februar 1879, S. 49. Am 24. Januar 1842 wurde er zum Ritter des Hausorden Albrecht des Bären.Anhalt-Dessau: Staats- und Adreß-Handbuch für die Herzogthümer Anhalt-Dessau und Anhalt-Köthen. 1851, S. 18 1847 vertrat er den Fürsten von Anhalt-Dessau im Ersten Vereinigten Landtag.A. Hofmann: Geordnete Uebersicht der Verhandlungen des ersten Preussischen Vereinigten Landtags, S. 168. Nach Ausbruch der Deutschen Revolution, welche auch Dessau ergriff, legte Friedrich sein Amt aus politischen Gründen nieder. Erst 1853 wirkte er wieder als Hofjägermeister am anhaltischen Hofe. Im selben Jahr wurde er endgültig zum Oberhofjägermeister befördert, welches die höchste Position des Jagdwesens darstellte. Als Oberhofjägermeister versuchte Friedrich die alten Jagdverhältnisse wieder herzustellen und verfügte, mit Ausnahme von ein paar Rittergütern, die gesamte Jagd im nun vereinigtem Anhalt unter sich. Im Juli 1854 wurde ihm das Komturkreuz I. Klasse des Herzoglich-Sachsen-Ernestinischen-Hausorden verliehen.Sachsen-Altenburg: Staats- und Adreß-Handbuch des Herzogthums Sachsen-Altenburg. 1855, S. 27. Da Leopold IV. Friedrich von Anhalt-Dessau über das Amt Walternienburg in der preußischen Provinz Sachsen verfügte, wurde ihm ein Sitz als Abgeordneter freigestellt, welcher 1854 bis 1857 durch Friedrich als höchsten Bevollmächtigten vertreten wurde.Provinz Sachsen, Provinzial-Landtag: Verhandlungen des ... Provinzial-Landtages der Provinz Sachsen nebst dem allerhöchsten Landtags-Abschiede. 1854/56, S. 8. Da Friedrich seine beiden Söhne gleichermaßen begütet sehen wollte und sein jüngerer Sohn, Friedrich junior, nach der Erbfolge das Gut Rösa nicht erben würde, kaufte er das Rittergut Radajewitz in der Provinz Posen, welches er ihm vor seiner Heirat schenkte. 1864 wurde ihm das Komturkreuz mit Stern des Herzoglich Sachsen-Ernestinischen Hausordens verliehen.Sachsen-Weimar-Eisenach: Staatshandbuch für das Großherzogtum Sachsen. 1874, S. 19.

Im Jahr 1867 besuchte er Berlin.Berlinische Nachrichten von Staats- und gelehrten Sachen. 1867 ,3/4, Berlin 1867, S. 65. Im Laufe seines Lebens erhielt Friedrich noch zahlreiche weitere Medaillen und Orden, darunter den preußische Kronenorden II. Klasse mit Stern, den preußische Rote Adlerorden II. Klasse mit Stern, das Ritterkreuz II. Klasse des Hannoverschen Guelphen-Ordens und das Komturkreuz mit Stern des Hausordens vom Weißen Falken.Hof- und Staats-Handbuch für das Herzogtum Anhalt 1867, S. 72 In den späten 1870ern wurde sein ältester Sohn, Wilhelm, auch zum Oberhofjägermeister ernannt. Bis 1876 erreichte Friedrich auch die Position des Chefs des Hofjagdamtes.Anhalt: Hof- und Staats-Handbuch für das Herzogtum Anhalt. 1876, S. 50 Gegen Ende seines Lebens litt Friedrich an teilweiser Lähmung, weshalb er auch 1873 nach Karlsbad in Böhmen reiste, um sich im dortigen Hotel Klapka in der Kirchengasse einer Kur zu unterziehen.Wochenblatt für Karlsbad und die Umgegend 1873, S. 101. Trotz alledem starb er 1879 in Rösa.

Genealogie Genealogisch-historisch-statistischer Almanach für das Jahr 1848. Jg. 25. N. F. Jg. 3, Verlag des Landes-Industrie-Comptoirs, Weimar 1848, S. 553. Gothaisches genealogisches Taschenbuch der gräflichen Häuser auf das Jahr 1855. Jg. 28, mit: Nekrolog. Justus Perthes, Gotha 31. August 1854, S. 968. M. Gritzner, Ad. M. Hildebrandt: Wappenalbum der gräflichen Familien Deutschlands und Österreich-Ungarns. Band 4: S - Z. Mit: Grafen su Solms-Sonnenwalde-Zweig zu Rösa (Urgrafen; Anhalt; Preussen), T. O. Weigel Nachfolger, Leipzig 1890, S. 623.

Quellen Landesarchiv Sachsen-Anhalt (LASA): H 196, Nr. 262 Vermögensveranlagung des Grafen Friedrich zu Solms auf Rösa zur Einkommensteuer im Kreise Bitterfeld, 1861-1875 (Akte) [Benutzungsort: Wernigerode] Archivportal-D: Dismembration des dem Grafen Friedrich zu Solms gehörigen Erbrichterguts Nr. 5 in Rösa | Landesarchiv Sachsen-Anhalt | H 196, Nr. 887 (Benutzungsort: Wernigerode) | Gutsarchiv Rösa Kap. I Tit. 8 Lit. A Nr. 115

Einzelnachweise

Friedrich Friedrich Kategorie:Kammerherr (Anhalt) Kategorie:Träger des Königlich Preußischen St. Johanniterordens Kategorie:Ehrenritter (Johanniterorden) Kategorie:Mitglied des Zweiten Vereinigten Landtages für die Provinz Sachsen Kategorie:Ritter des Hausordens Albrechts des Bären Kategorie:Träger des Herzoglich Sachsen-Ernestinischen Hausordens (Komtur I. Klasse) Kategorie:Träger des Preußischen Königlichen Kronenordens 2. Klasse Kategorie:Träger des Roten Adlerordens 2. Klasse Kategorie:Ritter des Guelphen-Ordens Kategorie:Träger des Hausordens vom Weißen Falken (Kommandeur) Kategorie:Anhalter Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1800 Kategorie:Gestorben 1879 Kategorie:Mann Kategorie:Wikipedia:Geburts- oder Sterbeort unbekannt Kategorie:Mitglied des Ersten Vereinigten Landtages für die Provinz Sachsen