mini|Grünanlagen am Graben Lage und Verlauf Der Graben in Weimar ist ein Straßenzug mit Resten der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Außer den Mauerresten ist der Kasseturm als markantestes Überbleibsel anzusehen. Er ist Teil der Weimarer Altstadt, beginnt am Goetheplatz und geht nach Überquerung der Jakobstraße über den UntergrabenRainer Müller: Kulturdenkmale in Thüringen: Stadt Weimar, Bd. 4.1.: Altstadt, E. Reinhold Verlag, Erfurt 2009, S. 506. als ein breiter Straßenzug nach Osten in die Gerberstraße über. Vom Untergraben 17 zweigt der Brühl stadteinwärts ab. Teilweise ist der Graben begrünt. Ab 1841 hieß der Graben Obergraben. Als Graben ist er seit 1854 benannt.Gitta Günther, Rainer Wagner: Weimar. Straßennamen. RhinoVerlag, Ilmenau 2012, S. 68. ISBN 978-3-939399-49-0 Die Bezeichnung Untergraben gibt es seit 1838.Gitta Günther, Rainer Wagner: Weimar. Straßennamen. RhinoVerlag, Ilmenau 2012, S. 132. ISBN 978-3-939399-49-0

Geschichte Der Graben wurde in der Zeit der Regentschaft von Anna Amalia von Braunschweig-Wolfenbüttel verfüllt und mit dem größten Teil der Stadtbefestigung niedergelegt. Das schuf Platz für die Stadterweiterung, war aber auch eine Folge des Siebenjährigen Krieges.Annette Seemann: Weimar. Eine Kulturgeschichte. Ch. Beck, München 2012, ISBN 978-3-406-63030-9, S. 71 f. Außerdem wurden Teile des Grabens zu Teichen angestaut. Die Bebauung der Südseite begann 1801. Der Durchbruch durch die Stadtmauer zur Teichgasse erfolgte 1819.Rainer Müller: Kulturdenkmale in Thüringen: Stadt Weimar, Bd. 4.1.: Altstadt, E. Reinhold Verlag, Erfurt 2009, S. 500.

Der Graben wie auch der Untergraben stehen auf der Liste der Kulturdenkmale in Weimar (Sachgesamtheiten und Ensembles). Es befinden sich eine Reihe weiterer Einzeldenkmale in diesem Bereich: das Johannes-Falk-Denkmal aus dem Jahr 1913 von Gottlieb Elster, die heutige Sparkasse, ein Bau von 1912/13 von Bruno Röhr, der Löwenbrunnen, den Carl Dornberger schuf, sowie der Brunnen am Graben oder der Stadtmauerbrunnen, der die Jahreszahl 1859 trägt, und Bauten des Jugendstils u. a. von Rudolf Zapfe und Max Starkes wie Graben 39 und 41 oder Haus Graben 11. Etwas bescheidener erscheint hingegen das klassizistische Wohn- und Geschäftshaus Graben 33. An der Grenze zum Untergraben befindet sich Graben 47.

Im Jahr 1848 wurde Am Graben 4 für die 1821 gegründete Sparkasse Weimar mit vielen Umbauten und Erweiterungen ein großes repräsentatives Bank- und Verwaltungsgebäude errichtet.200 Jahre Sparkasse Mittelthüringen. In: Sparkasse Mittelthüringen, 2021. Abgesehen von einigen modernen Anbauten wurde das Gebäude 1912/13 in der Form von Bruno Röhr als Neubau errichtet.Art. Graben, in: Gitta Günther, Wolfram Huschke, Walter Steiner (Hrsg.): Weimar. Lexikon zur Stadtgeschichte. Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1998, S. 180. Von dem Vorgängerbau von 1848 steht daher nichts mehr. Der Gebäudekomplex wurde mit Neubauten der Sparkasse Ende der 1990er Jahre erweitert. Der Eingang in die Filiale erfolgt über die Teichgasse. Ungewöhnlich sind drei ovale gusseiserne Kanaldeckel, die 1994 mit den Motiven Wellenmuster, Delphin und Dreizack geschaffen wurden. Diese Deckel wurden speziell für Weimar entworfen und auch in anderen Straßen und Plätzen eingesetzt.Solche befinden sich in gleicher Ausführung auch vor dem Geleitbrunnen, am Burgplatz (gleich zweifach!), an der Ackerwand und am Platz der Demokratie. Ein weiterer dieser Deckel liegt am Asbach-Grünzug, am Weg entlang dem Asbach parallel südlich zur Asbachstraße, etwa auf der Höhe des Torwegs. Die vorherige Ausführung der Deckel hatte ein Gittermuster wie der Deckel in der Böttchergasse.Hans-Joachim Leithner: Von Brunnenstuben, Röhrenfahrten und Wasserleitungen, den historischen und jüngeren Brunnen in Weimar. In: WeimarWissen 1, Der Weimarer Brunnenschatz. Eigenverlag, Gutenberg Druckerei Weimar 2018, S. 27 f. Bemerkenswert sind u. a. die barocken ehemaligen Gasthäuser Untergraben 13 und 15. Das Wohnhaus Untergraben 1 ist ein Wohnhaus aus dem 18. Jahrhundert.

Am Graben 6/8 hat die Volkshochschule Weimar ihren Sitz. Zusammen mit Haus Teichgasse 18 (Weimar) bildet sie eine klassizistische Hauszeile.

Literatur Graben, in: Gitta Günther, Wolfram Huschke, Walter Steiner (Hrsg.): Weimar. Lexikon zur Stadtgeschichte. Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1998, S. 180. Fritz Fink: Der Graben. Die Geschichte einer Weimarer Straße, Vimaria-Verlag, Weimar 1933.

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