Stärkeether sind Derivate der Stärke, die durch Veretherung von Hydroxygruppen der Glucose-Einheit entstehen. Die Stärke hierfür wird meistens aus Kartoffeln, Mais oder Weizen gewonnen. Zwei Stärkeether werden heute als Lebensmittelzusatzstoff eingesetzt.

Herstellung Es gibt verschiedene Methoden, mithilfe derer Stärkeether synthetisiert werden könne. Dazu zählt neben der Anlagerung von Epoxiden, die Michael-Addition aktivierter Olefine und die Williamson-Synthese unter nucleophiler Substitution von Verbindungen mit aliphatisch gebundenem Halogen. Die Reaktionen laufen dabei im alkalischen Milieu ab. Hierbei wird keine vollständige Umsetzung der Stärke anvisiert, da die erwünschte Eigenschaft der Kaltwasserlöslichkeit bereits bei niedrigem Substitutionsgrad auftritt.K. Engelskirchen: Umwandlung von Stärke. In: Houben-Weyl. Methoden der organischen Chemie, 1987, Georg Thieme Verlag, Stuttgart, S. 2135–2175. H. J. Roberts: Nonedegradavtive Reactions of Starch. In: Chemistry and Technology, 1967, Acedemic Press, New York, S. 439–493.

Als Veranschaulichung wird die polymeranaloge Reaktion der Hydroxypropylstärke aufgezeigt. Dabei reagiert alkalisch vorbehandelte Stärke mit Propylenoxid.J. Pal, R. S. Singhal, P. R. Kulkarni: A comparative account of conditions of synthesis of hydroxypropyl derivative from corn and amaranth starch. In: Carbohydrate Polymers, 2000, Ausgabe 43, S. 155 – 162, doi:10.1016/S0144-8617(00)00144-2.F. Böttger: Synthese und Charakterisierung neuer Stärkederivate für die klinische Anwendung. Fachbereich Naturwissenschaften der Universität Kassel, Kassel, 2003, S. 23. Da bei dieser Reaktion nicht alle Hydroxygruppen reagieren, entstehen Gemische mit unterschiedlich hohem Substitutionsgrad. Auch der Substitutionsgrad der einzelnen Stärkebausteine innerhalb eines Polymers kann unterschiedlich hoch ausfallen. zentriert|600px

Zur Gruppe der Stärkeether gehören neben den Hydroxypropylstärken folgende Derivate: Carboxymethylstärke wird durch die Umsetzung von alkalisch vorbehandelter Stärke mit Chloressigsäure hergestellt.M. Čeh Dipl.‐Ing.: Darstellung der Carboxymethylstärke. In: Starch, 1972, Vol. 24, Nr. 4, S. 124 – 127, doi:10.1002/star.19720240406. Hydroxyethylstärke wird durch die Umsetzung von alkalisch vorbehandelter Stärke mit Ethylenoxid hergestellt. Allylstärke kationische Stärken

Verwendung Lebensmittelzusatzstoff Die Hydroxypropylstärke () und das zu den Hydroxypropylstärken gehörende Hydroxypropyldistärkephosphat () werden in der Lebensmittelindustrie als Lebensmittelzusatzstoffe verwendet. Dabei gehören sie zur Gruppe der modifizierten Stärken und fungieren hauptsächlich als Verdickungsmittel. Sie werden in Desserts wie Puddings, Salatsaucen, Tortenfüllungen und Fertigprodukte verwendet. Aufgrund der guten Gefrier-Tau-Stabilität werden sie auch bei der Herstellung von Tiefkühlprodukten verwendet.Eintrag zu Hydroxypropyldistärkephosphat. In: Lexikon der Lebensmittelzusatzstoffe: Zusatzstoffe im Essen. Frank Massholder, abgerufen am 22. Juni 2022.Eintrag zu Hydroxypropylstärke. In: Lexikon der Lebensmittelzusatzstoffe: Zusatzstoffe im Essen. Frank Massholder, abgerufen am 22. Juni 2022. Papier- und Textilindustrie Die Hydroxypropyl- und Hydroxyethylstärken werden in der Papier- und Textilindustrie in großem Maßstab eingesetzt.R. L. Kearney, H. W. Maurer: Starch and Starch Products in Paper Coating, 1990, TAPPI Press, Atlanta. Auch die kationischen Stärken werden in der Papierindustrie eingesetzt. Dort dient sie u. a. als Retentionsmittel und zur Trockenverfestigung.Mano Wolf: . Abgerufen am 26. Juni 2022. Siehe auch Polymeranaloge Reaktion modifizierte Stärke Liste der Lebensmittelzusatzstoffe Liste der E-Nummern

Einzelnachweise

Kategorie:Stärke Kategorie:Verdickungsmittel Kategorie:Lebensmittelzusatzstoff (EU) Kategorie:Polyhydroxyoxan Kategorie:2-Alkoxyoxan Kategorie:Ether