Die Liste der Stolpersteine in Schüttorf enthält alle Stolpersteine, die im Rahmen des gleichnamigen Kunst-Projekts von Gunter Demnig in Schüttorf verlegt wurden. Mit ihnen soll der Opfer des Nationalsozialismus gedacht werden, die in Schüttorf lebten und wirkten. Bei zwei Verlegungen im Dezember 2017 und September 2018 wurden insgesamt 24 Stolpersteine verlegt. +Bild Person/InschriftAdresseBemerkungenrahmenlos Hier wohnteSally LöhnbergJg. 1872Flucht 1936 Hollandtot 21.05.1942in EnschedeFöhnstraße 81900 eröffnete der 27-jährige Sally Löhnberg aus Bausenhagen sein „Modewaren Herren- und Damenconfectionsgeschäft“ in Schüttorf. Spätestens in dem 1909 an der Föhnstraße errichteten Wohn- und Geschäftshaus richtete er zusätzlich ein Fotoatelier ein. Er machte sein Hobby zum Beruf und war für seine guten Fotografien bekannt. 1901 heiratete er Clementine, Wertheim. Dem Ehepaar Löhnberg wurden sechs Kinder (Rudolf *1902, Ludwig *1903, Albert *1906, Helene *1913, Ilse*1919 und Max-Hermann *1921) geboren. Zur Jahreswende 1935/36 emigrierten Sally und Clementine Löhnberg mit ihrer jüngsten Tochter Ilse nach Enschede. Sally verstarb in Enschede.Personenstandsregister im Kreis- und Kommunalarchiv Nordhornrahmenlos Hier wohnteClementine Löhnberg geb. WertheimJg. 1882Flucht 1936 Hollandmit Hilfe überlebtFöhnstraße 8Clementine Löhnberg wurde als Tochter des Schüttorfer Kaufmanns Leffmann Wertheim, Inhaber eines Bekleidungsgeschäftes, 1882 in Schüttorf geboren. Sie heiratete 1901 Sally Löhnberg. Während ihr Mann überwiegend das Fotoatelier betrieb, kümmerte sie sich um das Bekleidungsgeschäft. Nach der Flucht in die Niederlande überlebte sie mit Hilfe von Pfarrer Overduin und seiner Widerstandsgruppe. Kurz nach dem Krieg wanderte sie mit ihrem jüngsten Sohn Max-Hermann nach Israel aus. Hier kam Clementine Löhnberg 1953 bei einem Verkehrsunfall ums Leben.rahmenlos Hier wohnteAlbert LöhnbergJg. 1906Flucht 1934 Hollandmit Hilfe überlebtFöhnstraße 8Albert Löhnberg wurde 1906 in Schüttorf geboren und war das dritte Kind von Sally und Clementine Löhnberg. Er war wie sein Vater Fotograf. 1934 verzog er erst nach NL-Oldenzaal, dann nach NL-Enschede und eröffnete hier ein Fotoatelier. Er heiratete 1935 die Emdenerin Sophie Martha Visser. Wie seine Mutter überlebte auch er mit Hilfe von Pfarrer Overduin und seiner Widerstandsgruppe. Nach dem Krieg lebte er zusammen mit seiner Frau und drei Kindern in NL-Enschede und betrieb ein Fotoatelier.rahmenlos Hier wohnteIlse LöhnbergJg. 1919Flucht 1936 Hollandmit Hilfe überlebtFöhnstraße 8Ilse Löhnberg wurde 1919 in Schüttorf geboren und war die jüngste Tochter von Sally und Clementine Löhnberg. Sie flüchtete zur Jahreswende 1935/36 mit ihren Eltern nach NL-Enschede. Nach der Flucht in die Niederlande überlebte sie mit Hilfe von Pfarrer Overduin und seiner Widerstandsgruppe. Ilse Löhnberg starb 1965 in NL-Termunten.rahmenlos Hier wohnteMax-Hermann LöhnbergJg. 1921 Flucht 1937 Hollandmit Hilfe überlebt Föhnstraße 8 Max Hermann Löhnberg wurde 1921 in Schüttorf geboren und war der jüngste Sohn von Sally und Clementine Löhnberg. Als seine Eltern 1935/36 in die Niederlande flüchteten, lebte er im Landwerk (Hachschara) Neuendorf bei Brandenburg, einer jüdischen Ausbildungsstätte. Ende 1937 folgte er seinen Eltern in die Niederlande. Mit Hilfe von Pfarrer Overduin und seiner Widerstandsgruppe überlebte er die Kriegszeit. Kurz nach dem Krieg wanderte er mit seiner Mutter nach Israel aus. Hier lebte er unter dem Namen Mordechai Laron. Er verstarb 1986 in Regba/Israel.rahmenlos Hier wohnteHelene Löhnberg verh. WilzigJg. 1913Flucht 1935 Hollandmit Hilfe überlebtFöhnstraße 8Helene Löhnberg wurde 1913 in Schüttorf geboren als Tochter von Sally und Clementine Löhnberg geboren. Sie lebte 1935 in Dülmen und flüchtete von dort in die Niederlande. 1937 heiratete sie in Gildehaus den Handlungsgehilfen Herman Wilzig aus Witten und lebt mit ihm in Enschede. Im März 1939 flüchtete das Ehepaar nach New York. Helene Löhnberg starb 1980 in Broward/Florida. Rudolf LöhnbergRudolf Löhnberg wurde 1902 in Schüttorf als Sohn von Sally und Clementine Löhnberg geboren. Er heiratete 1930 Johanna Levie aus Rhoden und zog in den Heimatort seiner Frau. Im August 1935 emigrierte das Ehepaar mit Tochter Ingeborg nach Baltimore/USA. Für Rudolf Löhnberg gibt es keinen Stolperstein, da er Schüttorf vor 1930 verließ. Ludwig LöhnbergLudwig Löhnberg wurde 1903 in Schüttorf als Sohn von Sally und Clementine Löhnberg geboren. Er verzog 1931 mit seiner aus Bentheim stammenden Frau Hildegard geb. Wertheim nach Rheine. 1933 emigrierte die Familie mit Sohn Werner in die Niederlande. Alle drei wurden über Westerbork nach Auschwitz deportiert und dort im Frühjahr 1943 ermordet. Für Ludwig Löhnberg gibt es in Schüttorf keinen Stolperstein, da er Schüttorf vor 1930 verließ.mini|289x289px Hier wohnteLuise Löwensteingeb. WertheimJg. 1902Deportiert 1941 RigaermordetMarkt 9Luise Löwenstein geb. Wertheim wurde 1902 in Schüttorf geboren und war die jüngste Schwester von Clementine Löhnberg. Ihre Eltern waren Leffmann Wertheim und Helene Isaac. Luise heiratete 1927 Josef Löwenstein, den Witwer ihrer Schwester Johanne (1890–1925) und führte mit ihm das elterliche Bekleidungsgeschäft in Schüttorf am Markt. Nach Enteignung und Pogromnacht harrte man in Schüttorf aus. Am 13.12.1941 wurde die Familie mit dem "Bielefelder Transport" nach Riga deportiert. Luise Löwenstein starb dort den Hungertod.rahmenlos Hier wohnteJosef LöwensteinJG. 1890Schutzhaft 1938 SachsenhausenDeportiert 1941 RigaermordetMarkt 9Josef Löwenstein wurde 1890 in Fürstenau geboren. Er heiratete die Schüttorferin Johanne Wertheim (1890–1925), führte mit ihr das Bekleidungsgeschäft des verstorbenen Vaters. 1922 wurde Tochter Herta und 1925 Sohn Günther geboren. Kurz nach der Geburt des Sohnes verstarb seine Ehefrau. Josef Löwenstein ehelichte 2 Jahre später seine Schwägerin Luise, die den Halbwaisen eine gute Mutter war. 1938 wurde das Geschäft geschlossen. In der Pogromnacht wurde Josef Löwenstein verhaftet und für 4 Wochen nach Sachsenhausen verschleppt. Nach diesen Erfahrungen versuchte die Familie zu emigrieren, doch das Vermögen der ehemals wohlhabenden Geschäftsinhaber lag auf Sperrkonten und eine Ausreise wurde verweigert. Am 13.12.1941 wurde die Familie mit dem "Bielefelder Transport" nach Riga deportiert. Josef Löwenstein wurde kurz nach der Ankunft erschossen.rahmenlos Hier wohnteHerta LöwensteinJG. 1922Deportiert 1941 Riga1944 Stutthofermordet 01.10.1944Markt 9Herta Löwenstein wurde 1922 in Schüttorf geboren und war die Tochter von Josef Löwenstein und seiner Ehefrau Johanne geb. Wertheim. Mit ihren Eltern und ihrem Bruder Günther wurde sie am 13.12.1941 nach Riga deportiert. Am 09.08.1944 erfolgte die Verlegung nach Stutthof, wo sie kurz darauf im Alter von 22 Jahren ermordet wurde.rahmenlos Hier wohnteGünther LöwensteinJG. 1925Deportiert 1941ermordet 31.01.1942Riga-SalaspilsMarkt 9Günther Löwenstein wurde 1925 in Schüttorf geboren und war der Sohn von Josef Löwenstein und seiner Ehefrau Johanne geb. Wertheim. Er musste Ende 1938 die Schule in Schüttorf verlassen und zur israelitischen Gartenbauschule in Ahlem bei Hannover wechseln. Mit den Eltern und seiner Schwester Herta wurde der 16-Jährige am 13.12.1941 nach Riga deportiert und kurz nach der Ankunft vor den Augen der Eltern erschossen.rahmenlos Hier wohnteAmanda Löhnberggeb. WertheimJG. 1884Flucht 1938 PalästinaMarkt 9Amanda Löhnberg wurde 1884 in Schüttorf geboren und war die Schwester von Clementine, Johanne und Luise Wertheim. Sie heiratete 1907 David Löhnberg, den Bruder von Sally Löhnberg (1872–1942). Das Ehepaar lebte erst in Epe/Gronau, dann in Schüttorf und ab 1911 in Unna. Hier eröffnete man ein Schuhgeschäft, das 1934 arisiert wurde. Der Familie war die Lebensgrundlage entzogen. Mit ihrer Tochter Herta kehrte das Ehepaar nach Schüttorf zurück und fand im mütterlichen Elternhaus bei Schwester Luise eine Unterkunft. März 1938 gelang ihr mit Mann und Tochter die Flucht nach Palästina. Für Amanda Löhnberg wurde auch in Unna ein Stolperstein gelegt.rahmenlos Hier wohnteDavid LöhnbergJG. 1876Flucht 1938 PalästinaMarkt 9David Löhnberg wurde 1876 als Sohn Kaufmanns Max Löhnberg in Bausenhagen geboren. Er war der jüngere Bruder von Sally Löhnberg (1872–1942). 1907 heiratete David Löhnberg in Schüttorf Amanda Wertheim. Das Ehepaar lebte erst in Epe/Gronau, dann in Schüttorf und ab 1911 in Unna. Hier eröffnete der gelernte Schneider ein Schuhgeschäft, das 1934 arisiert wurde. Mit ihrer Tochter Herta kehrte das Ehepaar nach Schüttorf zurück und fand bei Löwensteins eine Unterkunft. März 1938 gelang ihm mit Frau und Tochter die Flucht nach Palästina.