Grusdewo (, ) ist ein verlassener Ort im Rajon Neman der russischen Oblast Kaliningrad.

Die Ortsstelle befindet sich an dem kleinen Fluss Budarka (dt. Budup, 1938 bis 1945: Auerbach) etwa drei Kilometer nordwestlich von Kanasch (Jurgaitschen/Königskirch). Westlich verläuft die Föderalstraße A216, nördlich die Kommunalstraße 27K-187.

Geschichte Die Landgemeinde Brettschneidern entstand 1929 im Kreis Tilsit-Ragnit durch den Zusammenschluss der beiden Landgemeinden Groß Brettschneidern (s. u.) und Klein Brettschneidern (s. u.).Rolf Jehke, Amtsbezirk Brettschneidern (Kreis Tilsit-Ragnit)

1945 kam der Ort in Folge des Zweiten Weltkrieges mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion. 1947 erhielt er (als Großwörtlich „Grot“ Brettschneidern) den russischen Namen Grusdewo und wurde gleichzeitig dem Dorfsowjet Kanaschski selski Sowet im Rajon Sowetsk zugeordnet.Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 ноября 1947 г. «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte der Oblast Kaliningrad" vom 17. November 1947) 1954 gelangte der Ort in den Nowokolchosnenski selski Sowet. Grusdewo wurde vor 1988 aus dem Ortsregister gestrichen.In der Административно-территориальное деление Калининградской области 1989 (Die administrativ-territoriale Einteilung der Oblast Kaliningrad 1989 (mit Stand von 1988), herausgegeben vom Sowjet der Oblast Kaliningrad) auf soldat.ru (rar-Datei) taucht der Ort nicht mehr auf.

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner 1933Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, Teil I: Altreich und Land Österreich. Herausgegeben vom Statistischen Reichsamt, Vierte Auflage, 1939 182 1939 177

Groß Brettschneidern Groß Brettschneidern, zunächst einfach Brettschneidern genannt, war um 1780 ein meliertes Dorf.Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I, Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom Litthauischen Cammer-Departement, S. 17. Seit spätestens etwa 1820 trug der Ort den Beinamen Groß.Alexander August Mützell: Neues Topographisch-Statistisch-Geographisches Wörterbuch des Preussischen Staates, Erster Band, A-F, Halle 1821, S. 172. 1874 wurde die Landgemeinde Groß Brettschneidern namensgebend für einen neu gebildeten Amtsbezirk im Kreis Niederung.Rolf Jehke, Amtsbezirk Brettschneidern (Kreis Niederung) Seit 1922 gehörte Groß Brettschneidern zum Kreis Tilsit-Ragnit.

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Bemerkungen 1867Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihre Bevölkerung nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871, Berlin 1874 268 1871 235 davon im Abbau 155 1885Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, I. Provinz Ostpreußen, Berlin 1888 204 1905Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Heft 1, Provinz Ostpreußen, Berlin 1907 181 davon 44 litauischsprachige 1910 151

Klein Brettschneidern Klein Brettschneidern (genaue Lage ?) lässt sich seit spätestens etwa 1820 als meliertes Dorf nachweisen. 1874 wurde auch die Landgemeinde Klein Brettschneidern dem Amtsbezirk Brettschneidern im Kreis Niederung zugeordnet. Seit 1922 gehörte Klein Brettschneidern zum Kreis Tilsit-Ragnit.

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner 1867 109 1871 87 1885 80 1905 54 davon 19 litauischsprachige 1910 68

Amtsbezirk Brettschneidern 1874–1945 Der Amtsbezirk Brettschneidern wurde 1874 im Kreis Niederung eingerichtet. Er bestand zunächst aus sieben Landgemeinden (LG) und einem Gutsbezirk (GB). Seit 1922 gehörte der Amtsbezirk zum Kreis Tilsit-Ragnit. 1935 wurden die Landgemeinden in Gemeinden umbenannt.

Name Änderungsnamevon 1938 Russischer Namenach 1945 Bemerkungen Alloningken (LG) Allingen Birkenwalde (GB) Kljuschino seit 1928 LG, 1939 zur Gemeinde Allingen (ex Alloningken) Groß Brettschneidern (LG) Grusdewo wurde 1929 mit der LG Klein Brettschneidern zur LG Brettschneidern zusammengelegt Kaukwethen 1928 zur LG Birkenwalde, 1939 aufgeteilt auf die Gemeinde Bartken im Amtsbezirk Argenbrück (ex Neu Argeningken) und die Gemeinde Tauern (ex Taurothenen) im Amtsbezirk Ehrenfelde (ex Eromeiten) Kaukweth-Kludszen Raunenwalde Kitowo 1929 zur LG Alloningken Klein Brettschneidern (LG) wurde 1929 mit der LG Groß Brettschneidern zur LG Brettschneidern zusammengelegt Sandlauken (LG) Sandfelde Schtschukino Seikwethen (LG) Ulmental Saizewo

Im Januar 1945 umfasste der Amtsbezirk Brettschneidern die vier Gemeinden Allingen, Brettschneidern, Sandfelde und Ulmental. Davon ist nur noch das ehemalige Seikwethen/Ulmental bewohnt.

Kirche (Groß u. Klein) Brettschneidern gehörte zum evangelischen Kirchspiel Jurgaitschen.

Weblinks Brettschneidern bei wiki.genealogy.net

Einzelnachweise

Kategorie:Wüstung in der Oblast Kaliningrad