alternativtext=|mini|Universität Paderborn|306x306px Die Universität Paderborn in Paderborn, Deutschland, ist eine 1972 gegründete Universität in Nordrhein-Westfalen.
Überblick Die Universität Paderborn ist eine Campusuniversität mit über 16.000 Studenten (Stand: Wintersemester 2024/2025) und gehört damit zu den mittelgroßen Universitäten in Deutschland. Die Universität Paderborn hat 259 Professuren, 1.270 wissenschaftliche Mitarbeiter und 747 nichtwissenschaftliche Mitarbeiter (inkl. Auszubildende). Sie bietet rund 70 Studiengänge.
Im Jahre ihrer Gründung studierten an der Universität 2.500 Studierende. Diese Zahl ist bis heute auf 16.181 angestiegen, wobei vor allem im Wintersemester 2011/12 die Zahl um rund 2.000 Studenten von 15.228 anstieg. Zum Doppelabiturjahrgang im WS 2013/14 gab es rund 3.400 Studienanfänger, was im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung um rund drei Prozent bedeutet.
Der Forschungsschwerpunkt liegt einerseits in den Bereichen Informatik, Wirtschaft, Technik und Mathematik und andererseits in den Geistes- und Sozialwissenschaften (hier vor allem in Anglistik, Geschichte, Kulturerbe, Musikwissenschaft, Germanistik und Digital Humanities).
Von besonderer Bedeutung ist das Fach Informatik, das im Hochschulranking 2006 des CHE/Die Zeit in der Gesamtwertung zu der Spitzengruppe von vier Fakultäten in Deutschland gehörte. Die Wirtschaftsinformatik der Universität Paderborn zählt laut den CHE-Rankings 2005 und 2014 ebenfalls zur vordersten Gruppe. Im gleichen Ranking von 2005 liegt auch das Fach Anglistik/Englisch auf einem der ersten Plätze. Ebenso belegte die Universität im Förder-Ranking der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) 2006 im Bereich Elektrotechnik, Informatik, Systemtechnik eine Platzierung im Spitzenfeld. Die Universität Paderborn konnte im Jahr 2016 mit 44,3 Mio. Euro an Forschungsdrittmitteln planen. Wegen der großen Nachfrage nach Studienplätzen wurden seit dem Wintersemester 2006/2007 an der Universität Paderborn 43 Studiengänge mit einem Numerus clausus (NC) belegt, was zum Teil in einzelnen Fächern zu sehr verschärften Zulassungskriterien führte.
Geschichte Die am 1. August 1972 als Gesamthochschule wiedergegründete Universität Paderborn, die neben der Universität mehrere Fachhochschulabteilungen umfasste, wurde 2002 ausschließliche Universität.
Bereits für das 8. Jahrhundert lässt sich eine karolingische Domschule nachweisen. Im Jahr 1614 gründete Dietrich IV. von Fürstenberg eine Universität in Paderborn, die älteste in Westfalen. Hier lehrte einige Jahre Friedrich Spee von Langenfeld, der mit seiner Cautio criminalis für seinen Einsatz gegen die Hexenverfolgung berühmt wurde. Die Hochschule besteht heute in Form der Theologischen Fakultät weiter.
Die Gründung 1972 als Universität-Gesamthochschule (Universität-Gesamthochschule Paderborn) war ein Zusammenschluss aus der Pädagogischen Hochschule Westfalen-Lippe (PH) und vor allem der Fachhochschule Südost-Westfalen, in der die staatlichen Ingenieurschulen Paderborn, Höxter, Meschede und Soest sowie die Höhere Wirtschaftsfachschule Paderborn und die Soester Ingenieurschule für Landbau zusammengefasst worden waren. Sie kam auf Initiative der Ratsfrau Ellen Rost, des PH-Institutsdirektors Helmar Gunter Frank und des Paderborner Computerpioniers Heinz Nixdorf zustande. Nixdorf verhalf dabei der Universität zu einem internationalen Forschungsschwerpunkt in Informatik.
Im Jahre 1790 wurde die Normalschule in Paderborn zur Lehrerausbildung gegründet. Im Dezember 1946 entstand die Pädagogische Akademie für Lehrerbildung in Paderborn, die im Jahr 1962 in eine Pädagogische Hochschule umgewandelt wurde. Diese wurde 1965 zu einer der fünf Abteilungen der Pädagogischen Hochschule Westfalen-Lippe.
Die Ingenieurschule für Bauwesen in Höxter ging zurück auf die 1864 in Höxter errichtete Baugewerkschule. Sie war die erste ihrer Art in Preußen. 1963 wurde die Ingenieurschule Paderborn mit den Fächern Maschinenbau, Verfahrens- und Elektrotechnik vorbereitet. Die gleichen Fächer bot die Ingenieurschule in Soest an, die 1964 mit einer Außenstelle in Meschede gegründet wurde. Im Jahr 1968 wurde der Standort in Meschede als Ingenieurschule für Maschinenbau selbstständig.
Die von Anfang an bestehende Verbindung zwischen der Firma des Computerunternehmers Heinz Nixdorf und der Universität Paderborn fand 1987 Ausdruck in der Gründung des Heinz Nixdorf Instituts. Dieses interdisziplinäre Forschungsinstitut ist eine der zentralen Forschungseinrichtungen der Universität. Die Universität besitzt mit der Domain uni-paderborn.de seit März 1988 eine der ersten 6 registrierten DE-Domains.
Die Universität hat mehrere Träger des Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preises der Deutschen Forschungsgemeinschaft und Empfänger von ERC-Grants des Europäischen Forschungsrats hervorgebracht. Weltweites Aufsehen erregte der von dem rumänischen Mathematiker Preda Mihăilescu an der Universität Paderborn im April 2002 vorgelegte Beweis der Catalan’schen Vermutung, die auf den belgischen Mathematiker Eugène Charles Catalan (1814–1894) zurückgeht. Letzterer formulierte im Jahr 1844 die Annahme, dass sich unter allen Potenzen ausschließlich und um den Wert 1 unterscheiden.
Regional bedeutend ist die an der Universität angesiedelte Koordinierungsstelle für das „immaterielle und digitale Kulturerbe“, darunter auch das europäische und UNESCO-Weltkulturerbe.
Im Oktober 2004 erhielt die Universität den Negativpreis Big Brother Award in der Kategorie „Regional“ für ihre Kameraüberwachung in Hörsälen und Rechnerpools.Big Brother Awards 2004, Kategorie Regional: Laudatio
Am 25. April 2007 wählte die Universität als erste Hochschule Nordrhein-Westfalens gemäß dem Hochschulfreiheitsgesetz einen Hochschulrat.Senat der Universität Paderborn wählte am Mittwoch, 25. April 2007, Hochschulrat. Pressemeldung der Universität Paderborn, 25. April 2007. Dieser besteht aktuell aus Dagmar Simon (Geschäftsführerin von EVACONSULT), Jürgen Brautmeier (Vizepräsident des Medienrats Ostbelgiens, Honorarprofessor der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf), Rita Burrichter (Universität Paderborn), Vera Denzer (Universität Paderborn), Ralf Göttel (BENTELER International AG), Hans-Gerhard Husong (ehem. Staatssekretär für Wissenschaft und Forschung, Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung, Berlin), Bettina Schiller (Universität Paderborn), Friedhelm Meyer auf der Heide (Universität Paderborn) und Martina Schraudner (Technische Universität Berlin).
Der Innovationspreis des Landes Nordrhein-Westfalen wurde 2008 in der Kategorie Innovation an die beiden Paderborner Professoren Reinhold Noé und Ulrich Rückert auf Grund ihrer Forschungen zur optischen Nachrichtentechnik verliehen.
Am 29. Oktober 2009 kam es wegen intransparenter Informationspolitik seitens der Uni-Führung zu massiven Studentenprotesten. Sie erwirkten zunächst die Öffentlichkeit und Verlegung einer nur für die Presse vorgesehenen Konferenz, die dann am Abend im Audimax für über 1000 Studenten und auch Lehrende stattfand. Den Stellungnahmen folgten Diskussionen zwischen Verantwortlichen und Studierenden.
Seit November 2009 sendet das Paderborner Campusradio L’UniCo im Stadtgebiet Paderborn auf der UKW-Frequenz 89,4 MHz.
Am 19. Dezember 2016 verlieh die Fakultät für Kulturwissenschaften der Universität Paderborn dem damaligen Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier die Ehrendoktorwürde. Mit der Ehrenpromotion zeichnen Fakultät und Universität insbesondere Steinmeiers Verdienste um die Förderung der deutschen Auslandsinstitute und des UNESCO-Weltkulturerbes sowie seinen beharrlichen Einsatz für die interkulturelle Verständigung aus. Im Jahr 2017 erhielt Christiane Floyd die Ehrendoktorwürde der Fakultät für Elektrotechnik, Informatik und Mathematik der Universität Paderborn, weil sie sich in ihrer Wirkungszeit stets für die Förderung junger Informatikerinnen starkmachte und zudem ländliche Räume in Entwicklungsländern zu unterstützen versuchte.MIN-Dekanat: Prof. em. Dr. Christiane Floyd erhält Ehrendoktorwürde der Universität Paderborn, 30. Oktober 2017
Alle 3 Jahre wird von der Universität Paderborn der Margarete-Schrader-Preis für Literatur verliehen. Die Hochschule betreibt zusammen mit der Qingdao-Universität für Wissenschaft und Technik die Chinesisch-Deutsche Technische Fakultät.
Fakultäten mini|Kunstsilo mini|Das Gebäude Q beherbergt die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften.
I Fakultät für Kulturwissenschaften Institut für Anglistik und Amerikanistik Institut für Erziehungswissenschaft Institut für Evangelische Theologie Institut für Germanistik und Vergleichende Literaturwissenschaft Historisches Institut Institut für Humanwissenschaften (Philosophie, Psychologie, Soziologie) Institut für Katholische Theologie Institut für Kunst, Musik, Textil Institut für Medienwissenschaften Institut für Romanistik Musikwissenschaftliches Seminar Detmold/Paderborn
II Fakultät für Wirtschaftswissenschaften Department 1: Management Department 2: Taxation, Accounting and Finance (Steuern, Rechnungswesen und Finanzierung) Department 3: Wirtschaftsinformatik Department 4: Economics (Wirtschaftswissenschaft) Department 5: Wirtschaftspädagogik Department 6: Recht
III Fakultät für Naturwissenschaften Department Physik Department Chemie Department Sport und Gesundheit
IV Fakultät für Maschinenbau Institut für Mechatronik und Konstruktionstechnik Institut für Prozess- und Werkstofftechnik Institut für Energie- und Verfahrenstechnik Institut für Kunststofftechnik
V Fakultät für Elektrotechnik, Informatik und Mathematik Institut für Elektrotechnik und Informationstechnik Institut für Informatik Institut für Mathematik
Forschung Organisation Die Universität hat in unterschiedlichen Organisationsformen Interdisziplinäre Forschungseinrichtungen, zentrale Betriebseinheiten, Sonderforschungsbereiche, Graduiertenkollegs und Forschergruppen der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), ein Fraunhofer-Institut, Joint Ventures, Kooperationen mit anderen Hochschulen, Interdisziplinäre Foren und weitere Einrichtungen gebildet.
Interdisziplinäre Forschungseinrichtungen Center for Optoelectronics and Photonics Paderborn (CeOPP) Center for Risk Management (CeRiMa) Heinz Nixdorf Institut (HNI) Institut für Leichtbau mit Hybridsystemen (ILH) Institut für Photonische Quantensysteme (PhoQS) Kompetenzzentrum „Musik-Edition-Medien“ (ZenMEM) Kompetenzzentrum für Nachhaltige Energietechnik (KET) Musikwissenschaftliches Seminar Detmold/Paderborn Paderborn Center for Advanced Studies (PACE) Paderborn Institute for Data Science and Scientific Computing (DaSCo) Paderborner Institut für Additive Fertigung (PIAF) Paderborner Zentrum für Paralleles Rechnen (PC²) Software Innovation Lab (SI-Lab) Zentrum für Bildungsforschung und Lehrerbildung (PLAZ-Professional School) Zentrum für Geschlechterstudien/Gender Studies (ZG) Zentrum für Komparative Theologie und Kulturwissenschaften (ZeKK)
Sonderforschungsbereiche der DFG Folgende Sonderforschungsbereiche der Deutschen Forschungsgemeinschaft sind an der Universität Paderborn eingerichtet: SFB/TRR 142 – Maßgeschneiderte nichtlineare Photonik: Von grundlegenden Konzepten zu funktionellen Strukturen TRR 285 – Methodenentwicklung zur mechanischen Fügbarkeit in wandlungsfähigen Prozessketten TRR 266 – Accounting for Transparency: Rechnungswesen, Steuern und Unternehmenstransparenz TRR 318 – Konstruktion von Erklärbarkeit (zusammen mit der Universität Bielefeld)
Ehemalige Sonderforschungsbereiche: SFB/TR TRR 30 – Prozessintegrierte Herstellung funktional gradierter Strukturen auf der Grundlage thermo-mechanisch gekoppelter Phänomene SFB 614 – Selbstoptimierende Systeme des Maschinenbaus SFB 376 – Massive Parallelität – Algorithmen, Entwurfsmethoden, Anwendungen SFB 901 – On The Fly Computing
Fraunhofer Einrichtungen