mini|hochkant|Stolperstein in Mödling

Die Liste der Stolpersteine im Bezirk Mödling enthält Stolpersteine, die im Rahmen des gleichnamigen Kunst-Projekts von Gunter Demnig im niederösterreichischen Bezirk Mödling verlegt wurden. Stolpersteine erinnern an das Schicksal der Menschen, die von den Nationalsozialisten ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Sie liegen im Regelfall vor dem letzten selbst gewählten Wohnsitz des Opfers.

Die ersten Verlegung in diesem Bezirk erfolgte am 14. August 2006 in der Bezirkshauptstadt Mödling.

Liste der Stolpersteine Guntramsdorf In der Marktgemeinde Guntramsdorf wurden sechzehn Stolpersteine an sieben Adressen verlegt. Stolperstein Inschrift Verlegeort Name, Leben 120px HIER WOHNTEMARTHA ARNHOLDJG. 1929EINGEWIESENHEILANSTALTAM STEINHOF/WIENERMORDET 17.10.1944 Neudorferstraße 56 (bei Busstation) (1929–1944) 120px HIER WOHNTEHERTA BAUMGEB. LICHTBLAUJG. 1913FLUCHT 1938FRANKREICHAUSTRALIEN Kirchenplatz 3 (vor Postamt) , geborene Lichtblau (1913–) 120px HIER WOHNTELEOPOLD W. BAUMJG. 1912FLUCHT 1938FRANKREICHAUSTRALIEN Kirchenplatz 3 (vor Postamt) (1912–) 120px HIER WOHNTESARAH C. BAUMJG. 1912FLUCHT 1938FRANKREICHAUSTRALIEN Kirchenplatz 3 (vor Postamt) (1912–) 120px HIER WOHNTEFRANZ EISINGERJG. 1919DEPORTIERT 16.11.1941GHETTO MINSKKZ PLASZOWTODESMARSCHKZ FLOSSENBÜRGERMORDET Rudolf-Heintschel-Straße 9 (1919–1941/45) 120px HIER WOHNTEGEORG EISINGERJG. 1924DEPORTIERT 16.11.1941GHETTO MINSKERMORDET Rudolf-Heintschel-Straße 9 (1924–1941/45) 120px HIER WOHNTENATHAN EISINGERJG. 1885DEPORTIERT 16.11.1941GHETTO MINSKERMORDET Rudolf-Heintschel-Straße 9 (1885–1941/45) 120px HIER WOHNTESIDONIE EISINGERGEB. MANDLJG. 1889DEPORTIERT 16.11.1941GHETTO MINSKMALY TROSTINECERMORDET 8.9.1942 Rudolf-Heintschel-Straße 9 , geborene Mandl (1889–1941/45) 120px HIER WOHNTESIEGFRIED EISINGERJG. 1921DEPORTIERT 16.11.1941GHETTO MINSKERMORDET Rudolf-Heintschel-Straße 9 (1921–1941/45) 120px HIER GEBORENFRANZ FRÖHLICHJG. 1908IM WIDERSTANDVERHAFTET 1943'HOCHVERRAT'ZUCHTHAUS STRAUBINGBEFREIT Kirchengasse 14 (1908–) 120px HIER WOHNTEFRANZ LAAHAJG. 1891IM WIDERSTANDVERHAFTET 1942'HOCHVERRAT'ZUCHTHAUS STRAUBINGBEFREIT Rudolf-Heintschel-Straße 5 (1891–) 120px HIER WOHNTEGUSTAV S. LICHTBLAUJG. 1877GEDEMÜTIGT / ENTRECHTETTOT 4.7.1939 Kirchenplatz 3 (vor Postamt) (1877–1939) 120px HIER WOHNTELEO LICHTBLAUJG. 1907FLUCHT 1939ENGLAND Kirchenplatz 3 (vor Postamt) (1877–1939) 120px HIER WOHNTEROSA LICHTBLAUGEB. FRIEDMANNJG. 1888DEPORTIERT 14.6.1942SOBIBORERMORDET Kirchenplatz 3 (vor Postamt) , geborene Friedmann (1888–1942/45) 120px HIER WOHNTESELIG HIRSCHLÖWYJG. 1892FLUCHT BELGIENÜBERLEBT Hauptstraße 55 (1892–) 120px HIER WOHNTETHERESIA POKORNYGEB. FLECKJG. 1893IM WIDERSTANDVERHAFTET 1942'HOCHVERRAT'ZUCHTHAUS AICHACHBEFREIT Römergasse 32 (Stein verlegt am anderen Ende des Grundstückes, am Gehsteig bei Triesterstraße 13) , geborene Fleck (1893–)

Hinterbrühl In der Marktgemeinde Hinterbrühl wurden zwei Stolpersteine an zwei Adressen verlegt. Stolperstein Inschrift Verlegeort Name, Leben 120px HIER WOHNTEEDUARD GÖTHJG. 1898VERHAFTET 7.8.1942HINGERICHTET 13.3.1944IM LANDESGERICHTWIEN Hauptstraße 70b war Oberlehrer und gehörte der Widerstandsorganisation der Revolutionären Sozialisten Österreichs an. Der Schwerpunkt seiner Tätigkeit als Widerstandskämpfer lag in Floridsdorf und in Wiener Neustadt, wo er Berichte über die Rüstungs­zentren verfasste. Göth wurde verraten und am 7. August 1942 verhaftet. Die Haft verbrachte er in Wien, zuerst im Gestapo-Haupt­quartier am Morzinplatz, anschließend im Gefängnis des ehemaligen Bezirks­gerichts Margareten (heute Justizanstalt Wien-Mittersteig). Er wurde am 15. Dezember 1943 vom 1. Senat des Volks­gerichts­hofs unter Vorsitz von Roland Freisler wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ zum Tode verurteilt. Am 13. März 1944 wurde Göth im Landes­gericht Wien mit dem Fallbeil hingerichtet. 120px HIER WOHNTEKARL V. MOTESICZKYJG. 1904VERHAFTET 13.10.1942DEPORTIERTAUSCHWITZERMORDET 25.6.1943 Kröpfelsteigstraße 42 (SOS-Kinderdorf Hinterbrühl) , geboren am 25. Mai 1904 in Wien, war ein österreichi­scher Psycho­analytiker und aktiver Gegner des National­sozialismus. Motesiczky stammte aus einer vermögenden Wiener Adels­familie und studierte Cello, später Jus. Er engagierte sich in der sozialistischen Studenten­bewegung und kam auch in Kontakt mit dem Kommunismus. 1933 folgte er Wilhelm Reich in die Emigration nach Norwegen und war Geld­geber für dessen Zeitschrift für Politische Psychologie und Sexualökonomie. im Winter 1937/38 kehrte er nach Öster­reich zurück und blieb, obwohl als „Mischling ersten Grades“ gefährdet, auch nach dem Anschluss Österreichs in der Hinter­brühl. Mutter und seine Schwester Marie-Louise emigrierten zuerst in die Nieder­lande, schließlich nach London. Wem Gefahr drohte, von der Gestapo Wien, verhaftet zu werden, gewährte er Unter­schlupf. 1942 wurde er denunziert und nach vier Monaten Gestapo-Haft nach Auschwitz deportiert. Er ist am 25. Juni 1943 in Auschwitz an Typhus gestorben. Postum wurde er als Gerechter unter den Völkern geehrt.

Mödling

In der Stadt Mödling wurden 46 Stolpersteine an 30 Adressen verlegt.

Stolperstein Inschrift Verlegeort Name, Leben 120px HIER WOHNTEPAULA BAYERGEB. SCHWARZJG. 1895DEPORTIERT 1944AUSCHWITZERMORDET Ferdinandgasse 3 , geborene Schwarz(1895–1944/1945) 120px HIER WOHNTEHEDY BLUMJG. 1931DEPORTIERTMALY TROSTINECTOT 23.8.1942 Hauptstraße 79 (geb. am 23. August 1931) wurde als noch nicht Elfjährige am 17. August 1942 gemein­sam mit ihrer Mutter Sidonie ins Vernichtungslager Maly Trostinez deportiert, wo beide am 21. August 1942 ermordet wurden. 120px HIER WOHNTESIDONIE BLUMGEB. KORNITZERJG. 1898DEPORTIERTMALY TROSTINECERMORDET 22.8.1942 Hauptstraße 79 (geb. am 6. Jänner 1898) wurde am 17. August 1942 gemeinsam mit ihrer Tochter Hedy ins Vernichtungslager Maly Trostinez deportiert, wo beide am 21. August 1942 ermordet wurden.120px HIER WOHNTEMARIA BREUERGEB. EPSTEINJG. 1905DEPORTIERT 15.10.1941LODZERMORDET Kielmannsegggasse 3 , geborene Epstein(1905–1941/1945)120px HIER WOHNTEGISELA DASCHEGEB. SCHNABELJG. 1869DEPORTIERT 12.3.1941LAGOW-OPATOWERMORDET Eisentorgasse 8 , geborene Schnabel(1865–1941/1945) 120px HIER WOHNTEHERMANN DASCHEJG. 1910DEPORTIERTZASAVICETOT 12.10.1941 Eisentorgasse 8 wurde am 23. Februar 1910 in Hohenau geboren. Er war Inkassant. Verheiratet war er mit Felicia Dasche, geborene Winter. Am 20. März 1939 mussten er und seine Frau die Wohnung in Mödling verlassen und in eine Sammel­wohnung für Juden in die Sperl­gasse 1 in Wien umziehen. Felicia Dasche gelang die Flucht in die USA, Hermann versuchte im Herbst 1939 mit dem Kladovo-Transport nach Palästina zu flüchten, die Schiffe wurden gestoppt. Zuerst mussten die Flücht­linge in Kladovo warten, später wurden sie nach Šabac deportiert. Die meisten unter 17-Jährigen dieses Transportes konnten im März 1941 auf dem Land­weg nach Palästina gelangen. Alle anderen wurden in einem Lager interniert. Am 12. Oktober 1941 wurde Hermann Dasche erschossen. Er war das Opfer des sogenannten Sühnebefehls der Deutschen Wehr­macht: für jeden durch Partisanen verwundeten deutschen Soldaten wurden 50 Zivilisten erschossen, für jeden durch Partisanen getöteten deutschen Soldaten wurden 100 Zivilisten erschossen. Alle erwachsenen Männer des Kladovo-Transportes wurden Opfer dieser Massen­hinrich­tungen. 120px HIER WOHNTEFERDINAND DIAMANTJG. 1871DEPORTIERT 1942THERESIENSTADTERMORDET 1942 INTREBLINKA Hauptstraße 25 wurde am 21. Juli 1871 in Felsö Locs (Slowakei) geboren. 1900 heiratete er Lotte geb. Licht­blau, auch Sharlota genannt. Das Paar hatte zwei Töchter – Helene und Margit. In der Hauptstraße 37 in Mödling hatte die Familie das Geschäft Bazar, 1913 eröffneten sie in der Hauptstraße 25 ein Waren­haus. Von 1915 bis 1920 war Ferdinand Diamant stell­vertretender Vorsteher der Israelitischen Kultus­gemeinde Mödling (IKG Mödling). Sharlota Diamant verstarb 1930 an den Folgen einer Blind­darm­entzündung. Am 23. März 1938 wurde das Kaufhaus arisiert und von der National­sozialis­tischen Betriebs­zellen­organisation (N.S.B.O.) kommissarisch geleitetMödlinger Nachrichten, 26. März 1938, S. 4.. Auch die Wohnung mussten sie verlassen und in eine Sammelwohnung für Juden in der Weintraubengasse 30 im 2. Wiener Gemeinde­bezirk umziehen. Am 14. Juni 1942 wurde Ferdinand Diamant mit dem Transport 31 von Wien nach Theresien­stadt deportiert (seine Nummer auf dem Transport lautete 804). Am 21. September 1942 wurde er ins Vernichtungslager Maly Trostinez überstellt (seine Nummer auf dem Transport lautete 575).Begleitbroschüre Aktion Stolpersteine Laut Yad Vashem wurde Ferdinand Diamant im Vernichtungslager Treblinka ermordet. Auch seine Tochter Helene, verehe­lichte Eckstein, wurde von den National­sozialisten ermordet.

Seiner Tochter Margit, verheiratete Weitz, gelang zusammen mit ihrem Ehemann und den zwei Söhnen 1938 die Flucht nach Palästina. Sie überlebten. 120px HIER WOHNTEHELENE ECKSTEINGEB. DIAMANTJG. 1902DEPORTIERT 1942IZBICAERMORDET 1942 Hauptstraße 25 , geborene Diamant, wurde am 26. Jänner 1902 in Wien geboren. Ihre Eltern waren Ferdinand und Sharlota (Lotte) Diamant. Sie hatte eine Schwester – Margit. Die Familie Diamant hatte in Mödling ab 1913 ein Kaufhaus (davor ein Geschäft namens Bazar). Ihre Mutter starb bereits 1930 an den Folgen einer Blind­darm­entzündung. Helene heiratete den Rechts­anwalt Paul Eckstein. Am 23. März 1938 wurde das Kaufhaus enteignet und arisiert. Sie musste gemeinsam mit ihrem Vater in eine Sammel­wohnung in der Wiener Leopold­stadt umziehen. Am 5. Juni 1942 wurde Helene Eckstein mit dem Transport 25 von Wien nach Izbica deportiert, wo sie noch im selben Jahr ermordet wurde.