mini|hochkant=1|Maria Dolorosa in Hagenhausen (2013) Die römisch-katholische, denkmalgeschützte Filialkirche St. Maria Dolorosa steht in Hagenhausen, einem Gemeindeteil der Stadt Altdorf bei Nürnberg im Landkreis Nürnberger Land (Mittelfranken, Bayern). Das Bauwerk ist unter der Denkmalnummer D-5-74-112-160 als Baudenkmal in der Bayerischen Denkmalliste eingetragen. Die Kirche gehört zur Heiligsten Dreifaltigkeit im Pfarrverband Altdorf im Dekanat Nürnberg-Süd des Bistums Eichstätt.

Geschichte und Architektur Der Chorturm wurde im 13./14. Jahrhundert gebaut. Er wurde in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts zur Unterbringung der Turmuhr und des Glockenstuhls aufgestockt und mit einem Pyramidendach bedeckt. Das an ihn angebaute Langhaus, das mit einem Satteldach bedeckt ist, wurde 1660 erneuert und erweitert. Der Innenraum des Chors, d. h. das Erdgeschoss des Chorturms, ist mit einem Kreuzrippengewölbe überspannt, der des Langhauses mit einer Flachdecke.

Ausstattung des Innenraums mini|Prospekt der Bittner-Orgel von 1891 Der Altar mit viesäuligem, marmoriertem Holzaufbau füllt fast den gesamten Chor der Kirche aus. In der Mitte zwischen den Säulen steht eine aus Holz geschnitzte, farbig gefasste Pietà aus der Zeit um 1370/80. Bekrönt ist der Altar mit Rocaillebögen, Blumenvasen und Putten, dazwischen in einem Strahlenkranz ein Herz, das Herz Jesu. Auf Konsolen links und rechts am Altar stehen die Statuen von Petrus und Paulus, zwei der zwölf Apostel, deren zehn weitere Figuren im Kirchenschiff angebracht sind. Von den Seitenaltären wird angenommen, dass sie aus dem 17. Jahrhundert stammen. In dem nördlichen beziehungsweise linken Altar steht eine Madonna mit Jesuskind aus der Zeit um 1460/70, neben ihr in neueren kleinen Statuen dargestellt Erzengel Michael und ein Schutzengel. Auf dem südlichen Seitenaltar steht in der Mitte der heilige Sebastian, flankiert von je einer Heiligenfigur links und rechts. In einem kleinen Ölgemälde auf Holz im Altarauszug ist die Verkündigung der Geburt Jesu dargestellt. Dieses Bild entstand wahrscheinlich im 17. Jahrhundert.

Die Kanzel ist jünger als die Altäre. Sie ist klassizistisch gestaltet, mit den Tafeln der Zehn Gebote am Kanzelkorb. Auf dem Schalldeckel ist in einem Strahlenkranz die Bibel zu sehen. Der Taufstein aus dem 17. Jahrhundert zeigte ursprünglich keinerlei Schmuck; den Deckel mit Rankenschnitzwerk erhielt er um 1700. Ungewöhnlich ist der 1763 von Franc Xaver Rot aus Winklarn Hinterglastechnik gemalte Kreuzweg.Kirchenführer Hagenhausen. Abgerufen am 6. Mai 2026.

Die Orgel auf der Empore hat sechs Register, ein Manual und Pedal und wurde 1891 von Joseph Bittner gebaut und 2006 von Winterhalter Orgelbau restauriert.Information zur Orgel

Glocken Maria Dolorosa hat ein dreistimmiges Geläut mit den Schlagtönen as′, b′ und des′. Älteste Glocke ist die Marienglocke, eine im 15. Jahrhundert wahrscheinlich in Nürnberg gegossene Bronzeglocke. Sie wiegt 845 kg. Im Zweiten Weltkrieg 1941/42 musste sie zusammen mit einer weiteren als sogenannte Metallspende abgegeben werden, kam jedoch 1947 fast unbeschädigt zurück. Eine kleine Glocke, möglicherweise aus dem 16. Jahrhundert, die in Hagenhausen erhalten geblieben war, hatte einen Riss bekommen und wurde 1952 eingeschmolzen. Die 361 kg schwere Sebastianglocke und die Josephglocke mit einem Gewicht von 226 kg goss 1952 David Lotter (II) in Bamberg.Dekanatsnachrichten Nürnberg Süd. Abgerufen am 6. Mai 2026.

Sonstiges Die Kirche ist von einer denkmalgeschützten Friedhofsmauer umgeben.

Literatur

Weblinks

Pfarrverband Altdorf

Einzelnachweise

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