Frieda Witt (geb. am 19. März 1875 als Caroline Auguste Friederike Witt in Hamburg-St. Pauli; gest. am 20. November 1963 in Bremen) war eine deutsche Malerin und Zeichnerin. Ihr Schwerpunkt lag auf der Porträtmalerei.

Leben Frieda Witt war die Tochter des Hamburger Kaufmanns Carl Friedrich Witt (1837–1902), dessen Vater evangelischer Pastor in Hohenwestedt/Schleswig-Holstein war, und seiner Ehefrau Johanna Friederike, geborene Boeckmann (* 1845).

Ihren beruflichen Werdegang beschrieb Frieda Witt 1933 rückblickend: „…nachdem ich in Hamburg, Paris, Worpswede studiert habe, bildete ich in Bremen seit 1906 Zeichenlehrerinnen aus. 1921 legte ich nachträglich in Hamburg meine Prüfung zur Zeichenlehrerin ab“.Fragebogen zur Durchführung des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums, 7. April 1933, Staatsarchiv Bremen. Die Kaufmannstochter gehörte zu den sogenannten „Malweibern“, die die Künstlerkolonie Worpswede für Studienzwecke besuchten. Im September 1899 zeigte sich Paula Modersohn-Becker nach kurzer Abwesenheit von Worpswede erstaunt über die große Anzahl von Malschülerinnen im Dorf. Die beiden Künstlerinnen könnten einander begegnet sein. Witts Bildnis eines Bauern mit gesenktem Kopf spricht dafür. Die großformatige Kohlezeichnung zeigt denselben Mann, den auch Marie Bock, die zwischen 1998 und 1902 in Worpswede arbeitete, um 1898/99 malerisch festhielt,Vgl. Abb. in: Kat. Mythos und Moderne – 125 Jahre Künstlerkolonie Worpswede, S. 71. und im Werk von Hans am Ende ist sein Porträt mehrfach zu finden. Witts Porträt ist undatiert, gehört aber in eine Reihe von Kohlezeichnungen, die im Herbst/Winter 1898 entstanden sind. Sie belegen somit den frühen Aufenthalt der Künstlerin in Worpswede, wenngleich ihr Name erst am 25. August 1901 im dortigen Künstleranmeldebuch verzeichnet ist.

Im Frühjahr 1901 reiste Frieda Witt zu Studienzwecken nach Paris. Hier wurde sie von Ottilie Reylaender (1882–1965) porträtiert, die ebenfalls seit 1898 in Worpswede lebte und Schülerin von Fritz Mackensen war. Reyländer war mit Paula Modersohn-Becker, deren Atelier sie in Paris nutzen durfte, und mit der Bildhauerin Clara Rilke Westhoff freundschaftlich verbunden. In Paris besuchte sie die Académie Colarossi und die Académie Julian, so dass das schwungvolle Bildnis von Frieda Witt beim Zeichnen in einer dieser beiden privaten Kunstschulen entstanden sein wird. Es ist betitelt und datiert: Frieda Witt aus Hamburg – Paris März 1901.Vgl. Abb. in: Kat. Mythos und Moderne – 125 Jahre Künstlerkolonie Worpswede, S. 59.

Witt blieb unverheiratet und entschied sich Lehrerin zu werden. In Bremen eröffnete sie ihr „Privatinstitut zur Ausbildung von Zeichenlehrerinnen“, das von 1906 bis 1920 bestand. In dieser Unternehmung wurde sie von Emil Högg, dem damaligen Direktor des Bremer Kunstgewerbemuseums (späteres Focke-Museum), unterstützt. Darüber hinaus plante er, Witts Institut an die dortige Kunstgewerbeschule anzugliedern. Diese Idee konnte nicht mehr umgesetzt werden, da Högg 1911 einer Professur nach Dresden folgte und sein Nachfolger Erich Kleinhempel sich dagegen aussprach.Briefwechsel von Prof. Kleinhempel mit dem Bremer Schulrat Prof. Böhm von 1915 und Senator Dr. Oelrichs von 1913; Bremer Staatsarchiv. 1921 legte Frieda Witt in Hamburg die staatliche Prüfung ab, die sie zum Unterrichten an Mittel- und Höheren Schulen sowie an Lehrerinnenseminaren berechtigte und war im Bremischen Schuldienst zunächst als Lehrerin und ab 1926 als Oberlehrerin tätig. Eine Postkarte von 1909 zeigt Frieda Witt, umringt von ihren Malschülerinnen in der Kaiserstraße, heutige Bürgermeister-Smidt-Straße (Hintere Reihe, 5. von links). Vorne im Bild ist die damals 21-jährige Elisabeth Noltenius zu erkennen, die die Kunstgewerbeschule in Bremen besuchte und 1910 ihr Zeichenlehrerinnen-Examen machte.Standort Kt.u.B.66:53, Bremer Universitätsbibliothek.

Witt, die sich mit ihrer Lehrtätigkeit eine eigenständige Existenz geschaffen hatte, darf mit in den Blick genommen werden, wenn es um Bremer und Worpsweder Kunst am Anfang des 20. Jahrhunderts geht. Sie gehörte zu der dortigen Malerinnen-Generation um Marie Bock, Margarethe von Reinken, Sophie Wencke, Anna Feldhusen und nicht zuletzt Paula Modersohn-Becker.

Frieda Witt, zuletzt wohnhaft in der Wätjenstr. 28 in Bremen, starb mit 88 Jahren und wurde auf dem Osterholzer Friedhof beigesetzt.Die MAUS, Staatsarchiv Bremen, StA-Nr.:4691.

Literatur Auf der Suche nach Frieda Witt. In: Weser Kurier, 22. März 2021.

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