Elisabeth Bier, auch als Elisa oder Lisa bekannt (* 30. Oktober 1888 in Wallstadt; † 14. Dezember 1957 in Weimar), war eine deutsche Widerstandskämpferin und Mitglied der KPD und der Roten Hilfe. Sie engagierte sich außerdem im Freidenkerverband sowie in Sanitätseinheiten im Spanischen Bürgerkrieg.
Leben Elisabeth Bier wurde 1888 in Wallstadt (Baden) als Tochter eines Arbeiters geboren. Über ihre Kindheit und Ausbildung liegen keine Informationen vor.
1928 trat sie der KPD in Saarbrücken bei und arbeitete in der Internationalen Roten Hilfe und der Roten Hilfe Deutschlands, um die politischen Gefangenen der Arbeiterbewegung und deren Angehörige zu unterstützen.Günther, Gitta: Gedenkstätten der Arbeiterbewegung in Weimar. Weimar 1977, S. 13.
1933 floh sie ins Saarland.Brändle, Brigitte und Gerhard: Adelante Libertad. Spanienfreiwillige aus Baden 1936–1939. Karlsruhe 2016, S. 40. Sie war eine bekannte Arbeiterfunktionärin im Saarland und wurde das erste Mal im Januar 1935 wegen des Besitzes von Sprengstoff verhaftet. Nach ihrer Entlassung im gleichen Jahr emigrierte sie zunächst nach Frankreich und von dort 1936 nach Spanien.Abel, Werner / Hilbert, Enrico: „Sie werden nicht durchkommen“: Deutsche an der Seite der Spanischen Republik und der sozialen Revolution. Bd. 1. Lich 2015, S. 67.
Ab 1942 kämpfte sie in der RésistanceSchiborowski, Ingrid / Anita Kochnowski: Frauen und der spanische Krieg 1936–1939. Eine biografische Dokumentation. Berlin 2016, S. 23. und ab 1943 gehörte sie dem Komitee Freies Deutschland für den Westen (KDFW) (frz. CALPO (Comité „Allemagne libre“ pour l’Ouest)), d. h. dem französischen Nationalkomitee Freien Deutschen Bewegung für den Westen.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 kehrte Elisabeth Bier zunächst nach Saarbrücken zurück. 1946 wurden Bier und ihr Lebensgefährte Max Obermeier (* 11. Oktober 1896 in Abach; † 15. Februar 1958 in Weimar) aufgrund von Agitation bezüglich des Anschlusses des Saargebietes an Frankreich ausgewiesen. Nach Übersiedlung in die Sowjetische Besatzungszone arbeitete sie in Schwerin für die Landesleitung der SED. Obermeier und sie lebten ab 1951 in Weimar.
In der Deutschen Demokratischen Republik setzte sich Bier besonders für die Erziehung der Jugend ein. Es war ihr wichtig, ihre Erfahrungen an jüngere Generationen weitergeben zu können.Asch, Erich: Spanienkämpfer. Lebensbilder und Erlebnisberichte des Bezirkes Erfurt. Erfurt 1985. In Weimar übernahm sie Anfang der fünfziger Jahre die Leitung des Pionierlagers „Fasanerie“ in Internationale Frauen im Spanischen Krieg 1936 - 1939 und war in der ehrenamtlichen Arbeit tätig.
Danach arbeitete Elisabeth Bier als Chefköchin einer Parteischule und später in Graal-Müritz als Wirtschaftsleiterin in einem SED-Erholungsheim.Abel, Werner / Hilbert, Enrico: „Sie werden nicht durchkommen“: Deutsche an der Seite der Spanischen Republik und der sozialen Revolution. Bd. 1. Lich 2015, S. 67.
Engagement im Spanischen Bürgerkrieg mini|Hans-Beimler-Medaille Im September 1936 gelangte sie auf dem Seeweg nach Valencia in das republikanische Spanien. Elisabeth Bier arbeitete zunächst als Krankenschwester und wurde später Verwaltungsleiterin des Hospitals der Internationalen Brigaden in Benicàssim.Brändle, Brigitte und Gerhard: Adelante Libertad. Spanienfreiwillige aus Baden 1936–1939. Karlsruhe 2016, S. 40. In den Internationalen Brigaden gehörte sie dem „Ernst-Thälmann-Bataillon“ an.Asch, Erich: Spanienkämpfer. Lebensbilder und Erlebnisberichte des Bezirkes Erfurt. Erfurt 1985. Dort lernte sie ihren späteren Lebensgefährten Max Obermeier kennen, der wie sie im Sanitätsdienst tätig war. Im Dezember 1937 arbeitete sie in Barcelona. Im selben Jahr wurde sie in die Partido Comunista de España aufgenommen.
Für ihr Engagement in den Internationalen Brigaden erhielt sie vom Ministerrat der DDR die Hans-Beimler-Medaille.Kühne, Horst: Pasaremos. Deutsche Antifaschisten im national-revolutionären Krieg des spanischen Volkes. Bilder – Dokumente – Erinnerungen. Dt. Militärverlag. Berlin 1970, S. 347.
Internierung im Lager Gurs Im Juli 1938Abel, Werner / Hilbert, Enrico: „Sie werden nicht durchkommen“: Deutsche an der Seite der Spanischen Republik und der sozialen Revolution. Bd. 1. Lich 2015, S. 67. ging sie zurück nach Paris und wurde 1940 im Lager Gurs am Nordrand der Pyrenäen interniert,Brändle, Brigitte und Gerhard: Adelante Libertad. Spanienfreiwillige aus Baden 1936–1939. Karlsruhe 2016, S. 40. aus welchem sie von ihrem Lebensgefährten Max Obermeier befreit werden konnte.Günther, Gitta: Gedenkstätten der Arbeiterbewegung in Weimar. Weimar 1977, S. 13.
Literatur Abel, Werner / Hilbert, Enrico: „Sie werden nicht durchkommen“: Deutsche an der Seite der Spanischen Republik und der sozialen Revolution. Bd. 1. Lich 2015. Asch, Erich: Spanienkämpfer. Lebensbilder und Erlebnisberichte des Bezirkes Erfurt. Erfurt 1985. Brändle, Brigitte und Gerhard: Adelante Libertad. Spanienfreiwillige aus Baden 1936–1939. Karlsruhe 2016. Brändle, Brigitte und Gerhard: Spanienfreiwillige aus Baden (1936–1939). In: Borgstedt, Angela u. a. (Hrsg.): Mut bewiesen. Widerstandsbiographien aus dem Südwesten. Stuttgart 2017. Kühne, Horst: Pasaremos. Deutsche Antifaschisten im national-revolutionären Krieg des spanischen Volkes. Bilder – Dokumente – Erinnerungen. Dt. Militärverlag. Berlin 1970. Schiborowski, Ingrid / Anita Kochnowski: Frauen und der spanische Krieg 1936–1939. Eine biografische Dokumentation. Berlin 2016.
Einzelnachweise
Kategorie:Person (Weimar) Kategorie:KPD-Mitglied Kategorie:SED-Mitglied Kategorie:Interbrigadist Kategorie:Mitglied der Roten Hilfe Kategorie:Résistancekämpfer Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1888 Kategorie:Gestorben 1957 Kategorie:Frau Kategorie:Person (Komitee Freies Deutschland für den Westen)