Die Rote Linie () ist eine Stadtbahnstrecke, die als Hauptlinie des Stadtbahnsystems Danqal () für den Personennahverkehr im Bezirk Tel Aviv konzipiert ist. Die Rote Linie verbindet über eine Länge von etwa 24 Kilometern, davon elf Kilometer unterirdisch, die Städte Bat Jam, Bnei Braq, Petach Tiqwah, Ramat Gan und Tel Aviv-Jaffa.

Im mittleren Abschnitt der Strecke, in Bnei Braq, im Diamantendistrikt Ramat Gans und Tel Avivs Innenstadt (Bezirk Mitte) ist die Rote Linie als Untergrundbahn in zwei parallelen Röhren von je 6,5 Metern Durchmesser ausgeführt,ʿAmmiram Barqat (), “” (19. Mai 2014), auf: (Globes); abgerufen am 5. Mai 2022. während die Linie in den übrigen Streckenteilen oberirdisch verkehrt meist ebenerdig auf unabhängigem Bahnkörper inmitten breiter Durchgangsstraßen, aber teils auch im Geländeeinschnitt auf einem stillgelegten Abschnitt der Bahnstrecke Jaffa–Jerusalem (J&J-Linie). In Bnei Braq mündet eine Zweigstrecke aus dem Norden Petach Tiqwahs ein, wo sich auch die Danqal-Werkstätte Depot Qirjat Arjeh befindet.

Lage Die Rote Linie verbindet fünf Städte im Ballungsraum Gusch Dan. Von Petach Tiqwah im Nordosten kommend passiert sie westwärts nacheinander Bnei Braq und Ramat Gan und quert dann den Bezirk Mitte () von Tel Aviv in Richtung Südwest. Zwischen Petach Tiqwah und Merkaz Tel Aviv folgt die Rote Linie der historischen Landstraße von Nablus Richtung Jaffa (der Straßennamen wegen auch genanntVgl. den Eintrag zu dieser historischen Landstraße (הדרך ההיסטורית יפו–שכם) in der hebräischen Wikipedia.), die in diesem Abschnitt als Landesstraße 481 () klassifiziert ist.

Die ersten 15 Stationen befinden sich sämtlich im Verlauf dieser historischen Landstraße, ab dem Tel Aviver Beit Hadar folgende Halte liegen im Tunnel unter dem Trassenverlauf des in diesem Abschnitt bis zum Bahnhof Jaffa stillgelegten südwestlichen Endes der J&J-Linie. In Jaffa schwenkt die Rote Linie nach Süden und durchfährt in dieser Richtung den Rova 7 Tel Avivs (, Jaffa und seine südlichen Vororte) im Zuge der Hauptverkehrsader Sderot Jeruschalajim über Tel Avivs südliche Stadtgrenze hinaus ins südwestlich benachbarte Bat Jam am Mittelmeer. Auf ihrem weiteren Weg zur Endstation an Bat Jams südlicher Ortsgrenze wechselt die Linie mehrfach Richtung und Straße, um weiträumig Wohngebiete zu bedienen.

Stationen in Nord-Süd-Folge Die 34 Stationen der Roten Linie des Danqal, davon zehn Untergrundbahnhöfe, messen jeweils mindestens 88 Meter in der Länge. Die Entfernung zwischen oberirdischen Haltestellen beträgt etwa 500 Meter, aus Kostengründen liegen Untergrundbahnhöfe im Durchschnitt etwa 1000 Meter auseinander.

Während oberirdische Stationen je nach gegebenem Straßenraum mitunter schmal gehalten sind, beträgt die Breite der Untergrundbahnhöfe 22 Meter. An 20 Stationen dieser Linie installierte Kone 106 Fahrtreppen und 63 Aufzüge, wie in der am 24. Juni 2019 gewonnenen Ausschreibung festgeschrieben.Osnat Nir (), “” (23. Februar 2019), auf: TheMarker; abgerufen am 5. Mai 2022. Die Tunnels liegen normalerweise in einer Tiefe von 20 Metern. Eine Ausnahme bildet der unterirdische Kreuzungsbahnhof Carlebach, der bis in die Tiefe von 50 Metern reicht, da Rote und Grüne Linie sich hier unterirdisch kreuzen.

Die Untergrundstationen haben massive oberirdische Zugangsgebäude, um die unterirdischen Bahnhofsbereiche hermetisch abschließen zu können. Die Untergrundbahnhöfe sind durch massive stählerne Schleusen an Zugängen und explosionsgeschützte Tunneltüren an ZufahrtenNN, „Stadtbahnprojekt Red Line, Tel Aviv“ (8. Oktober 2020), auf: edilon)(sedra Iberica; abgerufen am 5. Mai 2022. sowie durch Filteranlagen geeignet, im Rahmen des Zivilschutzes insgesamt bis zu 20 000 Menschen Zuflucht vor Angriffen mit Raketen, mit biologischen und/oder chemischen Waffen zu geben.Dotan Levy (), „“ (19. Juni 2019), auf: ; abgerufen am 5. Mai 2022.

mini|Blick 2011 ostwärts vom Halt Beilinson in der Busspur, ab 2020 die Tramtrasse der Roten Linie, Petach Tiqwah 250px|mini|Blick 2012 vom Gescher Mejtarim westwärts den Rechov Jabotinski entlang vor der Einmündung des Rechov Denmark, die mittige Busspur wurde 2020 zudem Tramtrasse der Roten Linie, Petach Tiqwah

Stationen in Petach Tiqwah Die Rote Linie beginnt am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) Petach Tiqwah Tachanah Merkasit an der Landstraße Jaffa–Nablus (Kvisch ), die zunächst den Namen Rechov Səʾev Orlov führt, ihrem Verlauf Richtung Tel Aviv folgend schließen sich die Stationen Pinsker und Krol jeweils nahe den querenden Straßen Rechov Jehuda Leib Pinsker und Rechov Jaʿaqov Krol an.

Weiter westlich heißt die ehemalige Landstraße Rechov Səʾev Jabotinsky und bietet westwärts dem Verlauf folgend die Stationen Dankner am nördlich abzweigenden Rechov Meʾir Dankner, Beilinson am Medizinischen Rabin-Zentrum (1936 bis 1996 nach Moscheh Beilinson [1889–1936] benannt; Lehrkrankenhaus der Universität Tel Aviv), Tachanat haSchacham nahe dem südlich abzweigenden Rechov haSchacham und Shenkar beim nördlich abzweigenden Rechov Arieh Shenkar, bevor die Rote Linie als Tunnelstrecke die Stadt westwärts verlässt.

In Qirjat Arjeh, einem Gewerbegebiet im Norden der Stadt, befindet sich der Bahnhof Petach Tiqwah – Qirjat Arjeh, eine Umsteigestation zwischen Zügen der Rakkevet Israel (RI) im Regional- und Fernverkehr auf der Jarqonbahn und einer Verzweigung der Roten Linie des Danqal,Walter Rothschild, “News from the line: (i). The New Station of Petah-Tikva – Kiryat-Arie & Tickets”, in: , No. 82 (September 2008), Jg. 21 #3, S. 5. . die im anschließenden Depot Qirjat Arjeh (, minder förmlich: ) der Stadtbahn Tel Aviv Danqal endet. Westwärts führt die Zweigstrecke ebenfalls per Tunnel ins benachbarte Bnei Braq.

mini|Blick 2018 von der Station Gescher Em haMoschavot in den Tunnel Richtung Depot Qirjat Arjeh in Petach Tiqwah

Stationen in Bnei Braq und Ramat Gan Die nördliche Verzweigung von Danqal-Depot und Bahnhof Petach Tiqwah – Qirjat Arjeh kommend führt nach Bnei Braq mit erstem Halt in der Untergrundstation Gescher Em haMoschavot an der gleichnamigen Brücke und mündet unterirdisch in den Hauptstrang der Roten Linie, die westwärts weiter als Untergrundbahn unter der Landstraße (Kvisch ) verläuft. Dieser heißt in Bnei Braq ebenfalls Rechov Səʾev Jabotinsky mit den Haltestellen Aharonowicz knapp westlich des südlich abzweigenden Rechov Reʾuven Aharonowicz und Ben Gurion (Baubeginne beider Halte waren Anfang bzw. Mitte Februar 2016.Danah Jarqatzi (), „“ (15. Februar 2016), auf: ; abgerufen am 4. Februar 2022.) unter der Kreuzung mit der Derech Ben Gurion. Im Bahnhof Aharonowicz begann nach Abschluss der Bahnsteigebene am 11. Februar 2020 die Herrichtung der darüber gelegenen Halle mit Fahrkartenautomaten und Vorrichtungen für Billettkontrollen.

Im westlich benachbarten Ramat Gan bildet die Derech Səʾev Jabotinsky die Landstraße Jaffa–Nablus und bietet die unterirdischen Haltestellen Bialik (erster Spatenstich war am 20. November 2015) nahe der Kreuzung der gleichnamigen Straße und Abba Hillel (begonnen am 27. August 2015) mit Übergang zur Diamantenbörse westlich der von Norden einmündenden Derech Abba Hillel Silver.

Stationen in Tel Aviv-Jaffa Im Tunnel unterquert die Rote Linie den Ajjalon und den in dessen Bett sich drängenden Ajjalon-Korridor von vielstreifigem Ajjalon-Schnellweg (Kvisch 20px) und RI-Hauptlinie Naharijjah–Beʾer Scheva und erreicht Tel Aviv. Die Station Arlosoroff (Baubeginn 4. September 2015) unter der Derech Menachem Begin, wie die ehemalige Landstraße hier heißt, ist als Umsteigebahnhof mit der im Bau befindlichen Violette Linie (Fertigstellung für 2026 geplant) angelegt und bietet einen Übergang zum Bahnhof Tel Aviv Savidor Merkaz. Die Fahrzeit von der nordwestlichen Endstation Petach Tiqwah Tachanah Merkasit (d. h. ZOB) hierher wird voraussichtlich 19 Minuten betragen.NN, “” (19. April 1999), auf: (Globes); abgerufen am 5. Mai 2022.

mini|Baugruben der Station Schaʾul haMelech links und rechts der Derech Begin, November 2019 Weiter im Verlauf der Derech Begin folgen südlich der westlich abzweigenden Sderot Schaʾul haMelech der gleichnamige Halt, der haQirjah und den Merkaz ʿAzriʾeli erschließt, und die Haltestelle Jehudit zwischen Sarona und den von Osten einmündenden Sderot Jehudit (nach Judith Montefiore; Solel Boneh übertrug als Subunternehmer die Arbeiten an den beiden letztgenannten Halten an Danya Cebus.) vor der Umsteigestation Carlebach (am 14. August 2015 begonnen) südlich des von Nordwesten einmündenden Rechov Esriel Carlebach, wo gemäß Bauplanung ab 2028 die Grüne Linie kreuzen wird.

Vor dem Beit Hadar schwenkt der Tunnel der Roten Linie nach Westen unter den Rechov haRakkevet (), wo sich als Teil der J&J-Linie seit 1920 der Bahnhof Tel Aviv befand, der ab 1949 den Zusatz Darom (d. h. Süd) im Namen führte, bevor er 1970 mit dieser Bezeichnung um 2,5 Kilometer im Streckenverlauf nach Südosten verlegt wurde. Unter der einstigen Trasse der J&J-Linie, deren Gleisanlagen hier komplett erweitertem Straßenraum gewichen sind, am Übergang des Rechov haRakkevet in den Rechov Jehudah HaLevi befindet sich die südlichste Untergrundstation Allenby,Schachar Chai () und Hillel Posseq (), „“ (22. Juni 2015), auf: ; abgerufen am 5. Mai 2022. östlich des kreuzenden Rechov Allenby, wo Umsteigemöglichkeit zur Violette Linie bestehen wird. Die Betonarbeiten und technischen Installationen waren im Untergrundbahnhof Allenby am 14. April 2020 abgeschlossen, womit der Einbau von Schildern, Wandverkleidungen und Stationsmobiliar beginnen konnte.

mini|hochkant|Blick 2011 westwärts vom Gescher Chelouche: Bahneinschnitt der J&J-Linie als Parkraum und Hinterhoffläche Während der Rechov HaLevi nach Westen schwenkt, verläuft der Tunnel weiter unter dem südwestlichen Ende der hier seit 1948 stillgelegten J&J-Linie, das westlich des kreuzenden Rechov Nachalat Binjamin als Geländeeinschnitt ohne spätere Überbauung erhalten geblieben ist. Dieser Bahneinschnitt, den die Brücken Gescher Nechuschtan und Gescher Aharon Chelouche zwischen den Vierteln Neweh Zedeq und Walhalla überspannen und der 1950 von Gleisen geräumt worden war, hatte danach teils als Hinterhof anliegender Häuser und später vor allem als Parkraum für den wachsenden Individualverkehr gedient (u. a. als Chanjon Beit Romano ). Die Planung sah bis 2017 vor, die Rote Linie ebenerdig durch diesen Streckenabschnitt der J&J-Linie zu führen.Aharon Rosen (), “” (7. April 1999), auf: (Globes); abgerufen am 5. Mai 2022.

mini|Park haMesillah mit namengebendem neuem Gleis in Beton und Gescher Nechuschtan zwischen Walhalla (li.) und Neweh Zedeq (re.), Oktober 2020 Schließlich wurde entschieden den ehemaligen Gleiseinschnitt zwischen Rechov Herzl und kurz vor der südwestlich nächsten Station Elifelet zu untertunneln, um auf der Tunneldecke Platz für eine Grünanlage zu schaffen. Nach Fertigstellung der Tunneldecke wurde bis Oktober 2020 im Schnellverfahren der neue Park haMesillah (; Plene auch: ) angelegt,Assaf Sagrisak (), „“ (3. Oktober 2020), auf: ; abgerufen am 5. Mai 2022. um den durch Massenquarantäne zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie aus an sich öffentlich zugänglichen Gebäuden ausgeschlossenen Menschen neuen Freiraum mit Aufenthaltsqualität unter freiem Himmel zu verschaffen.

Die Rote Linie verlässt den Tunnel auf Höhe der denkmalgeschützten Brücke Gescher Chelouche, 1892 nach Plänen des Ingenieurs Achilles Garrigues' durch die Compagnie de travaux publics et construction de Paris zur kreuzungsfreien Querung der osmanischen J&J-Linie erbaut und damit älteste moderne Brücke des Landes, kurz vor der Verschwenkung der alten Trasse nach Nordwesten zur Endstation der J&J-Linie, dem Bahnhof Jaffa, der heute Restaurants und Boutiquen beherbergt. 250 Meter südlich dieses Bahnhofs befindet sich im offenen Geländeeinschnitt die neue Danqal-Station Elifelet in neu angelegter Bahntrasse am nördlichen Ende der gleichnamigen Straße.

mini|Sderot Jeruschalajim: Probefahrt am 22. November 2021