Jeremias Johannes Sauter, auch Jeremias Saudter, (* 30. Dezember 1650 in Salzburg; † 9. November 1709Salzburg-Dompfarre: Sterbebuch STBII 1671–1714. ebenda) war Hofuhrmacher des Salzburger Fürsterzbischofs Johann Ernst von Thun und Hohenstein. Er stellte das bekannte Salzburger Glockenspiel fertig.
Leben Sauter wurde am 30. Dezember 1650 im Salzburger Dom von Stadtkaplan Caspar Schwab auf den Namen Hieremias Joannis getauft.Salzburg-Dompfarre: Taufbuch TFBIV 1633–1657. Sein Vater war der Uhrmacher Hans Sauter, seine Mutter Maria geb. Strobl. Jeremias tauchte schon 1674, mit 24 Jahren, im Salzburger Meisterbuch auf. Er wurde „Groß- und Klein-Hof-Uhrmacher“ des Salzburger Fürsterzbischofs Johann Ernst von Thun und Hohenstein.Friedrich Pirckmayer: Notizen zur Bau- und Kunstgeschichte Salzburgs, in: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde (MGSLK) 43, 1903, S. 191–340 Persönliches ist von Jeremias Sauter darüber hinaus praktisch nicht bekannt. Auch nicht, ob er mit der aus der Schweiz stammenden Salzburger Chirurgenfamilie SauterRobert Sauter-Riedenegg: Beiträge zur Salzburger Familiengeschichte. 19. Sauter und Sauter von Riedenegg, in: MGSLK 72, 1932, S. 45–49. verwandt war. Eine Marmortafel an der Gartenmauer des Hauses Mönchsberg Nr. 6 in Salzburg erinnert jedoch an den Erwerb durch Jeremias Sauter im Jahr 1696.„Gott mit unß. Anno 1696 im Monath Februar habe ich, Jeremias Saudter, hochfürstll. Salzburg. Clein-, Groß-, Hoff-, und Landuhrmacher, dises Haus erkaufft und von Neuem aufgerichtet etc.“ Sauter verstarb am 9. November 1709 und wurde am Friedhof von St. Peter begraben. Werkstattnachfolger war der Großuhrmacher Joseph Christoph Schmid.
Werk mini|Werk des Salzburger Glockenspiels
Das Salzburger Glockenspiel Fürsterzbischof Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein hatte um 1695 von dem Antwerpener Glockengießer Melchior de Haze ein Glockenspiel aus 35 Glocken herstellen und liefern lassen. 1698 unternahm Sauter eine Reise in die Spanischen Niederlande, um sich über die Technik von Glockenspielen zu informieren. Am 6. März 1702 wurde Sauter vertraglich mit dem Bau des Glockenspiels beauftragt. Im Dezember 1703 vollendete er erfolgreich das Gehwerk, das bis 1969 dem Antrieb des Spielwerks diente. Seinen Lohn erhielt Sauter trotz ständiger Eingaben bei der erzbischöflichen Hofkammer und trotz Unterstützung durch das Stadtgericht erst im Juni 1705 vollständig ausbezahlt.Ulrike Engelsberger: Neue historische Forschungsergebnisse über die Anfänge des Salzburger Glockenspiels. In: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde. Jahrgang 142, 2002, S. 335–342 (). Das barocke Werk des Salzburger Glockenspiels gilt als eine eigenständige Salzburger Arbeit, deren treibender Kopf Sauter war.
Sonstige Werke Von Jeremias Sauter sind einige Kleinuhren überliefert, einer Reiseuhr von 1688 befindet sich z. B. in der Kunst- und Wunderkammer im DomQuartier Salzburg. Sauter fertigte zudem die Turmuhren für folgende Kirchen im damaligen Erzstift Salzburg (auf denen in der Regel ein Löwe thronte, das Markenzeichen von Jeremias Sauter):
1683: Salzburger Domuhr (1000 fl.) und Wallfahrtskirche Maria Plain 1687: Pfarrkirche Berndorf 1685–1688: Erhardkirche in Nonntal (800 fl.) 1688: Pfarrkirche zum hl. Jakobus d. Ä. in Faistenau 1690: Pfarrkirche Köstendorf 1693: Pfarrkirche Anthering 1693: Burgkapelle Tittmoning, heute im Museum Rupertiwinkel um 1699: Krankenhauskirche St. Johannes des St. Johanns-Spitals in Mühleck 1700: Wallfahrtskirche Maria im Mösel in Arnsdorf (161 fl.) 1701: Pfarrkirche zum hl. Martin in Eugendorf (213 fl.)Andreas Radauer: Eugendorfer Heimatbuch, Andreas Radauer Verlag, 1987. 1707–1708: Wallfahrtskirche Maria Kirchental (250 fl.)
Quellen Michael Neureiter: Jeremias Sauter als Turmuhrmacher "... mit aller Zugehör seiner Khunst und Wissenschaft". In: Das Salzburger Glockenspiel in der Neuen Residenz", Jahresschrift des Salzburg Museum, Band 55, hg. vom Bundesdenkmalamt, Salzburg 2000, S. 37–51. Das Salzburger Glockenspiel wird 300. Vorschläge zum Rückbau auf den historischen Bestand. In: Unser Land Nr. 1/2001, S. 7. Hermann Spieß: Geschichtliches über das Salzburger Glockenspiel. In: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde. Jahrgang 86/87, 1947, S. 49–56. Friedrich Pirckmayer: Notizen zur Bau- und Kunstgeschichte Salzburgs, in: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde (MGSLK) 43, 1903, S. 191–340, hier: S. 259.
Einzelnachweise
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