Haus des Geldes: Korea (Originaltitel: Jongi-ui Jip: Gongdonggyeongjeguyeok, wörtlich: Haus des Papiers: Gemeinsame Wirtschaftszone, internationaler Titel: Money Heist Korea: Joint Economic Area) ist eine südkoreanische Serie, bei der es sich um eine Adaption der spanischen Serie Haus des Geldes handelt. Die Serie wurde am 24. Juni 2022 weltweit auf Netflix veröffentlicht. Der zweite Teil der Serie wurde am 9. Dezember 2022 zu Netflix hinzugefügt.

Handlung Die unter der Regierung von Moon Jae-in begonnenen Gespräche mit Nordkorea und die folgenden Gipfeltreffen zwischen Kim Jong-un und Donald Trump ab 2018 liefen erfolgreich, so dass eine Wiedervereinigung zwischen Nord- und Südkorea beschlossen wird. Die ehemalige Joint Security Area wird zur gemeinsamen Wirtschaftszone, der Joint Economic Area (JEA; in der deutschsprachigen Synchronisation als „Gemeinsame Wirtschaftszone (GWZ)“ bezeichnet) umfunktioniert. Hier befindet sich auch die neu errichtete Banknotendruckerei für die koreanische Einheitswährung. Nord- und Südkorea sollen nach und nach vereinigt werden, doch Reisen sind direkt möglich.

Die junge Frau Lee Hong-dan wächst in Nordkorea auf und hört heimlich Musik von BTS. Nach ihrem Schulabschluss muss sie sofort in die Armee und wird dort ausgebildet. Als im Jahre 2025 überraschend die Errichtung der gemeinsamen Wirtschaftszone beschlossen wird und Reisen zwischen Nord und Süd ermöglicht werden, versucht sie ihr Glück in Südkorea. Dort macht sie jedoch desillusionierende Erfahrungen und der koreanische Traum bleibt nur ein Traum: Sie landet in einer Bar für nordkoreanische Escorts, weist die Männer aber immer ab, bevor es zum Sex kommt. Als ihr Chef ihr sagt, sie würde so nie ihre Schulden abbezahlen können, und ihr Drogen anbietet, platzen plötzlich zwei weitere Männer in die Unterhaltung rein, eine Frau im Schlepptau, die kaum bei Bewusstsein ist. Sie wollte flüchten und die Männer wollen dafür ihre Organe. Lee erkennt die Frau und will ihr helfen. Es gelingt ihr aufgrund ihrer militärischen Ausbildung letztlich, alle drei Männer zu überwältigen. Später tötet sie weitere Gangster und will anderen Frauen helfen, wird jedoch aufgrund der Morde von der Polizei gesucht. Sie sieht keinen Sinn mehr im Leben und will sich umbringen, als plötzlich ein Mann auftaucht, der sich Professor nennt. Er erzählt ihr, dass von der Wiedervereinigung alle hätten profitieren sollen. Stattdessen wurden aber nur die Reichen noch reicher. Um eine Veränderung zu bewirken, plane er etwas Großes und möchte Lee Hong-dan in seinem Team haben.

Der Professor stellt ein Team mit weiteren Ganoven aus dem Norden und dem Süden zusammen, um kurz vor der Wiedervereinigung Koreas in die Banknotendruckerei einzudringen und dort vier Billionen Won zu drucken.(Dieser Geldbetrag ist schwierig in heutige Währungen umzurechnen, da es sich um eine neue, wiedervereinigte Währung von Nord- und Südkorea handeln soll. Nach den Wechselkursen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Serie entsprächen vier Billionen südkoreanische Won etwa drei Milliarden Euro; vier Billionen nordkoreanische Won hingegen gut vier Milliarden Euro. Stand: 25. August 2023.)

Um ihre Identität zu schützen und um persönliche Bindungen zu vermeiden, benennen sich die Mitglieder der Gang nach Großstädten. Lee Hong-dan heißt von nun an Tokio, die anderen Mitglieder nennen sich Berlin, Rio, Helsinki, Oslo, Moskau, Denver und Nairobi. Sie überfallen eine Papierlieferung an die Banknotendruckerei und schleusen sich auf diese Weise in das Gebäude ein. Während der Professor von außen das Geschehen steuert, bemühen sich die acht Gangmitglieder im Inneren des Gebäudes, das Geld zu drucken, die Geiseln in Schach zu halten und ein Eindringen der Polizei zu verhindern. Während die Gang die Geiseln den vermeintlichen Fluchttunnel graben lässt, mit dem die Polizei in die Irre geführt werden soll, kümmert Spezialist Moskau sich um den tatsächlichen Fluchtweg, auf dem dann das selbstgedruckte Geld aus dem Gebäude geschafft werden soll.

Abweichungen von der Handlung der Originalserie Abgesehen von den zwangsläufigen Änderungen, die durch den neuen Ort der Handlung bedingt sind (andere Währung, andere Ränge und Titel bei der Polizei bzw. den Einsatztruppen, andere Ortsnamen usw.), wurden im Vergleich zur spanischen Originalserie bereits in der ersten Hälfte der Folgen diverse Abweichungen in der Handlung oder in einzelnen Aspekten eingebaut, von denen einige im Folgenden aufgelistet sind: Die Masken, die von der Gang verwendet werden (sowohl die „Hauptmaske“ als auch die „Ersatzmaske“), sind andere als in der Originalserie. Anstelle der Dalí-Masken werden traditionelle Hahoe-Masken verwendet, um mehr koreanische Elemente in die Serie zu bringen. Diese wurden in früheren Zeiten vor allem von Narren getragen, die die herrschende Klasse kritisierten und in ihren Stücken verspotteten. Tokio und Rio sind in der Adaption kein Paar, sondern nähern sich erst während des Überfalls einander zaghaft an. Der Professor und die ermittelnde Inspektorin kennen sich bereits vor dem Überfall und haben bereits im Vorfeld eine Affäre. Der Professor ist selbst Inhaber des Cafés, in dem er sich mit der Inspektorin oft trifft. Dieses trägt den Namen Bella Ciao; das gleichnamige italienische Partisanenlied, das in der Originalserie mehrfach auftauchte und durch sie zu neuer Popularität gelangte, kommt im Remake jedoch nicht vor. Der Professor war früher tatsächlich als Hochschuldozent tätig. Helsinki und Oslo sind keine ehemaligen Soldaten, sondern Schutzgeldeintreiber und kennen sich aus der gemeinsamen Zeit in einem Waisenhaus. Dafür hat Tokio eine militärische Vergangenheit und entsprechende Kenntnisse und Fähigkeiten. Die Affäre des Direktors, in die Denver sich dann verlieben wird, behauptet hier lediglich für eine Weile, schwanger zu sein. In der Originalserie erwartete sie tatsächlich ein Kind. Der gewalttätige Ex-Mann der Inspektorin ist kein Polizeikollege, sondern ein ambitionierter Politiker. Rio ist ein ehemaliger Medizinstudent und besitzt daher bessere medizinische und anatomische Kenntnisse als der Rest der Truppe. Aufgrund eines unabsichtlich gesendeten Videos werden von der Polizei in der Folgezeit nicht Rio und Tokio, sondern Rio und Nairobi als erste Bankräuber identifiziert. Die Banknotendruckerei besitzt eine Kantine, sodass die Verpflegung der Geiseln und der Gang zunächst gewährleistet ist. Die wertvollste Geisel war in der Originalserie das „Lämmchen“, die Tochter des britischen Botschafters in Spanien. Hier ist sie das „Mäuschen“ und die Tochter des US-Botschafters in Südkorea. Das Auto, das die Gang während der Vorbereitungen nutzte, wurde ebenfalls ungeplanterweise nicht verschrottet, nur ist hier dafür Oslo verantwortlich, nicht Helsinki. Außerdem gelingt es dem Professor hier in der Adaption nicht, die Spuren in jenem Auto zu entfernen, sodass er es vom Hof des Schrottplatzes stehlen muss und sich eine wilde Verfolgungsjagd mit der Polizei liefert. Während der Direktor der Banknotendruckerei nach einer Schussverletzung operiert wird, versucht die Polizei, ein paar ihrer Leute in das Gebäude eindringen zu lassen, die sich dort, ebenfalls mit roten Overalls und Masken verkleidet, unter die Geiseln mischen sollen. Dies deckt sich bis auf kleine Abweichungen mit der Handlung im Original. Hier in der Adaption gelingt es jedoch einem der Polizisten, den Plan umzusetzen und sich unter die Geiseln zu mischen. Hierdurch ergibt sich ein neuer Handlungsstrang. Als die Inspektorin in die Banknotendruckerei gelassen wird, um sich vom Zustand der Geiseln zu überzeugen, wird ihr gestattet, diesen Besuch mit einer Kamera live für die Außenwelt zu übertragen. Einige weitere Änderungen kommen durch den Umstand zustande, dass der Konflikt zwischen Nord- und Südkorea aufgegriffen wird. So bestehen sowohl das Ermittlerteam als auch die Gruppe der Geiseln aus Nord- und Südkoreanern, was zu Spannungen führt. Der Vertrauenskonflikt der Originalserie, der zwischen Inspektorin Raquel Murillo Fuentes und Subinspektor Ángel Rubio entstand, wird hier zwischen der südkoreanischen Inspektorin Seon Woo-jin und ihrem nordkoreanischen Kollegen Cha Moo-hyuk ausgetragen. Ein weiterer Unterschied zwischen Originalserie und Adaption ist, dass die Handlung in der koreanischen Fassung in weniger Folgen und somit in deutlich kürzerer Laufzeit erzählt wird. Die Handlung wurde daher an vielen Stellen stark verdichtet, es treten weniger (und kürzere) Rückblenden in die Zeit der Planungen und Vorbereitungen auf und die Figuren werden nicht in vergleichbarer Tiefe vorgestellt.

In der zweiten Hälfte weiten sich die Unterschiede zwischen Originalserie und südkoreanischer Adaption deutlich aus und es wird ein stärkerer Fokus auf die politischen Zusammenhänge des geteilten Koreas gelegt. Szenen und Aspekte sowie der grobe Fortlauf der Originalserie werden jedoch weiterhin aufgegriffen; an wenigen Stellen werden zudem Vorgänge aus dem zweiten Coup der Originalserie eingebaut, so zum Beispiel das Auftauchen von Nairobis Sohn als Druckmittel gegen die Bankräuber oder der Geldabwurf aus Ballons über dem Zentrum einer Stadt. Weitere Unterschiede zur Originalserie sind im zweiten Teil unter anderem: Nachdem (wie in der Originalserie) Oslo und Moskau in der Banknotendruckerei ihren Tod fanden, scheint auch Berlin bei der Flucht am Ende zu sterben. Im Gegensatz zum spanischen Original überlebt er jedoch im Remake überraschend und taucht ganz am Ende wieder auf. Das Versteck der Bande, von dem aus die Flucht mit einem Lastwagen stattfinden soll, wird früher als im Original von der Polizei entdeckt und umzingelt, sodass dieser Weg nun abgeschnitten ist. Das Team flieht dann durch einen alten nordkoreanischen Tunnel, den der Vater von Berlin und dem Professor freigehalten hat. Das Land verlassen sie dann mit einem Zug, der von Nordkorea nach Cherson (Ukraine) fährt. Offenbar soll es sich hierbei um eine erweiterte Strecke der Transsibirischen Eisenbahn handeln, die über die Bahnstrecke Chassan–Rajin bereits heute bis nach Nordkorea führt. Die Inspektorin reist dem Professor somit nicht nach Palawan im Westen der Philippinen nach, sondern trifft ihn in der Ukraine am Mündungsdeltas des Dnepr beim Angeln.

Produktion Im Juni 2020 wurde bekannt gegeben, dass BH Entertainment ein Remake der spanischen Netflix-Serie La casa de papel plane und mit Netflix im Gespräch sei. Letztlich beteiligte sich Netflix an der Produktion. Regie führte Kim Hong-sun, der seine Karriere 1996 als Produzent beim Fernsehsender SBS begann. Zuletzt drehte er die Fernsehserien L.U.C.A.: The Beginning (tvN, 2021), Tell Me What You Saw (OCN, 2020) und The Guest (OCN, 2018). Das Drehbuch adaptierte Ryu Yong-jae, der zuvor die Netflix-Serie My Holo Love (2020) schrieb.

Als Szenario wollte man zum Plot des Originals die Koreanische Wiedervereinigung als Thema hinzufügen. Dafür wurde in der Joint Economic Area eine fiktive Stadt kreiert, die nord- und südkoreanische Kultur vereinigt. Für die neu geschaffene Währung des vereinten Koreas haben die Produzenten das Porträt der Unabhängigkeitsaktivistin Yu Gwan-sun für den 100.000-Won-Schein gewählt. Auf den 50.000-Won-Schein ist das Porträt von An Chung-gun zu sehen, der ebenfalls Unabhängigkeitskämpfer war.

Besetzung und Synchronisation Die deutschsprachige Synchronisation entstand nach den Dialogbüchern von Tobias Ache, Alexander Ziegenbein und Jens Hartwig sowie unter der Dialogregie von Andreas Hinz durch die Synchronfirma Iyuno-SDI Group Germany in Berlin.