Die Dissoi Logoi () sind eine nicht vollständig überlieferte, antike Abhandlung eines unbekannten Autors. Aufgrund einiger im Text erwähnter historischer Ereignisse kann als Terminus ante quem das Jahr 404 v. Chr. angenommen werden. Eine Überlieferung gibt es von Sextus Empiricus.
Inhalt und Form Der Text behandelt moralphilosophische, sprachphilosophische und politische Themen. Er hat eine Affinität zur Skepsis und wird der Sophistik zugeordnet. Es wird unter anderem vermutet, dass er nicht zur Veröffentlichung bestimmt war, sondern als Übungs- oder Werbeschrift für den Unterricht eines Sophisten benutzt wurde oder die Mitschrift eines Schülers ist. Auch, wenn der eigene philosophische Gehalt des Textes tendenziell als eher schwach eingestuft wird, lassen sich zentrale Konzepte sophistischen Denkens an und in ihm finden. Andreas Hetzel hebt die kulturrelativistischen, pro-demokratischen und proto-strukturalistischen Tendenzen des Traktats hervor.
Benannt wurde die Schrift nach ihrem Einstieg. Die titelgebenden sind je der Dogmatismus und der Relativismus im Bezug verschiedene Themen. Diese teilen sich auf 9 Kapitel auf: Gut und Böse Schön und Schändlich Gerecht und Ungerecht Wahr und Falsch Sein und Nicht-Sein Weisheit und Tugend
Die weiteren Kapitel weichen vom Pro-Contra-Schema ab. Sie behandeln:
Beamtenwahl Zusammenhang von Sprache, Wissen und Handeln Erinnerung (bzw. Gedächtnistraining)
Ausgaben (2004) Text und Übersetzung. In Alexander Becker & Peter Scholz (Ed.), BAND 9 Dissoi Logoi. Zweierlei Ansichten: Ein sophistischer Traktat. Text – Übersetzung – Kommentar (S. 45–91). Berlin: Akademie Verlag. (2003) Text und Übersetzung. In Thomas Schirren & Thomas Zinsmaier (Hrsg.), Die Sophisten. Griechisch/Deutsch: Originalversion mit deutscher Übersetzung (Reclams Universal-Bibliothek 18264, S. 290–323). Stuttgart: Philipp Reclam.
Einzelnachweise
Kategorie:Philosophie der Antike Kategorie:Anonymes Werk Kategorie:Philosophie Kategorie:Rhetorik