Hunawihr () ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Département Haut-Rhin in der Region Grand Est (bis 2015 Elsass). Sie ist Mitglied des Gemeindeverbandes Pays de Ribeauvillé. Auf Grund des intakten Ortsbildes wurde Hunawihr in die Liste der schönsten Dörfer Frankreichs aufgenommen.Hunawihr auf Les plus Beaux Villages de France (französisch)

Geografie Hunawihr liegt in der Oberrheinebene zwischen Riquewihr und Ribeauvillé am Osthang der Vogesen inmitten von Weinbergen an der Elsässer Weinstraße (Route des vins). Bekannteste Weinlage ist der Alsace Grand Cru Rosacker. Das Gemeindegebiet gehört zum Regionalen Naturpark Ballons des Vosges.

Geschichte Im 7. Jahrhundert könnte das heutige Hunawihr Sitz des fränkischen Stammesherrn Huno gewesen sein, der sich am Platz einer ehemaligen gallo-römischen Villa niedergelassen haben soll.Association des Amis de l’Église Historique de Hunawihr: Die Wehrkirche von Hunawihr Über dessen Frau Huna existiert die Legende, dass diese am Brunnen unterhalb der Kirche die Wäsche der Kranken wusch. Außerdem, dass sie in einem Jahr schlechter Ernte das Wasser des Brunnens in Wein verwandelte. Ihr Grab in der Dorfkirche entwickelte sich im Laufe des Mittelalters zu einem Wallfahrtsort. 1520 wurde Huna heiliggesprochen. Urkunden vor dem 12. Jahrhundert sind bis heute nicht gefunden worden. Mit einem "Wilra" des 9. Jahrhunderts kann auch ein anderer -weiler, -willer oder -wihr-Ort gemeint sein und frühe Verbindungen zum Kloster St.-Dié, in dessen Nähe der Heilige Deodat(us) um 600 ein Kloster gegründet hat, sind nicht urkundlich nachweisbar. Die "Vita Deodati", in der Hunawihr genannt sein soll, wurde frühestens im 11. Jahrhundert verfasst. Im Jahr 1114 soll Hunawihr an die Abtei St.-Dié "rückgegliedert" worden sein (www.visitgrandest.com). Richtig daran ist, dass frühere Verbindungen zu dieser Abtei bestanden haben müssen, denn im Jahr 1114 bestätigte Kaiser Heinrich V., dass die Abtei St.-Dié in Hunawihr eine Kirche besitzt ("ecclesiam Huniuille" in MGH DD H V 116). Gegen 1324 verkauften die Grafen von Horbourg ihre Güter an den Grafen von Württemberg, ihren Vetter. In 1397, durch seine Vermählung mit der Erbin der Grafschaft von Montbéliard ermöglichte Graf Eberhard II. von Württemberg den mächtigen Grafen von Württemberg-Montbéliard in den Besitz der Gutsherrschaft von Riquewihr zu gelangen und ihn bis zur französischen Revolution zu halten. Der Graf von Württemberg wurde 1495 zum Herzog erhoben. Am 15. April 1520 wurde die Kirche des Dorfes auf Veranlassung des Herzogs Ulrich VIII von Württemberg als Wallfahrtsort errichtet, nachdem ihn seine Untertanen zum Beweis ihrer Ergebenheit an Huna darum gebeten hatten. Huna wurde für ihre Taten zugunsten der Armen heilig gesprochen (nach der Legende ging die heilige Huna und wusch die Kleider der Armen an dem Brunnen, der heute ihren Namen trägt. Auch Wunder wurden ihr zugeschrieben, wie der Wein, der aus dem Brunnen sprudelte, als in einem Jahr die Ernte schlecht war). Es entwickelte sich eine Wallfahrt in die Kirche Saint-Jacques-le-Majeur von Hunawihr zu den Reliquien der heiligen Huna, die zu dieser Zeit in der Krypta der Kirche aufbewahrt wurden. Im Jahr 1534 führte Georg von Württemberg den protestantischen Glauben in Hunawihr ein. Das Dorf folgte zunächst der Zwingli-Strömung, die von dem zum Pastor gewordenen katholischen Pfarrer Nicolas Koenig übernommen wurde (dieser Pastor trug in hohem Maße zur Ausbreitung der Bewegung in den Nachbarorten bei). Der Nachfolger von Georg von Württemberg setzte im Jahr 1559 das Luthertum durch. Im Jahr 1687 wurde unter Ludwig XIV die Ausübung des katholischen Glaubens in Hunawihr wieder möglich: das Simultaneum wurde eingeführt, darum auch heute noch die Benutzung der Kirche sowohl durch die protestantische als auch durch die katholische Gemeinde.

Von 1871 bis zum Ende des Ersten Weltkrieges gehörte Hunaweier als Teil des Reichslandes Elsaß-Lothringen zum Deutschen Reich und war dem Kreis Rappoltsweiler im Bezirk Oberelsaß zugeordnet.

Bevölkerungsentwicklung

Jahr 1910 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 20172023 Einwohner 586 518 523 521 537 503 511 591 602555 Quelle: Gemeindeverzeichnis, Cassini und INSEE

Sehenswürdigkeiten Bei der kleinen, burgähnlichen gotischen Kirche St. Jakobus (St. Jacques) aus dem 14. Jahrhundert (im 16. Jahrhundert renoviert) wurde mit dem Ziel, eine Wallfahrtskirche zu schaffen, der Kirchenraum mehrmals erweitert. Das untere Geschoss des massiven Kirchturms wurde mit Fresken, einem spätgotischen Chor und einer steinernen Kanzel ausgestattet. Die Wehrmauer aus dem 12. Jahrhundert bot der Bevölkerung Schutz bei Angriffen. Die Kirche ist eine Simultankirche: in ihr finden katholische und evangelische Gottesdienste statt. Die Kirchturmuhr hat lediglich einen Zeiger: einen mit Weintrauben verzierten Stundenzeiger. Die Kirche ist seit 1929 klassifiziert als Monument historique. Weiterhin sehenswert sind das Rathaus (1517) sowie einige in der Renaissance entstandene Winzerhäuser und der Brunnen Sankt Huna. Im Osten der Gemeinde befinden sich ein Storchenpark (Parc des Cigognes) und ein Schmetterlingspark (Parc des papillons). Der Ort wurde auf Grund des Ortsbildes aufgenommen in die Liste der schönsten Dörfer Frankreichs.

Weblinks

Literatur Le Patrimoine des Communes du Haut-Rhin. Flohic Editions, Band 2, Paris 1998, ISBN 2-84234-036-1, S. 962–967.

Einzelnachweise

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