mini|hochkant=1.3|Rheinpark von der Kölner Seilbahn aus gesehen mini|hochkant=1.3|Rheinpark/Jugendpark, Blick von der Zoobrücke mini|hochkant=1.3|Der Kölner Rheinpark

Der Rheinpark ist ein am Rhein zwischen den Stadtteilen Deutz und Mülheim gelegener rechtsrheinischer Naherholungsbereich in Köln. Der Park mit seiner wechselvollen Geschichte steht seit dem Jahr 1989 unter Denkmalschutz.

Geschichte Der Park in preußischer Zeit Die Schleifung des inneren Festungsrings ließ die militärisch nutzlos gewordenen Flächen dieser Anlagen zum Brachland werden. Im Bereich Deutz begann man 1907 damit, solche Flächen in städtisches „Grün“ umzuwandeln. Grundlage war ein Vertrag der Stadt Köln mit dem Reichsmilitärfiskus vom 14. Dezember 1907, der den Erwerb von Festungsanlagen zum Inhalt hatte. Das Gelände um die Bastion am Helenenwall, das Gelände einer Lünette am Jüdischen Friedhof und das im späteren Rheinpark gelegene Umland des Fort XII (später Fort XV genannt) in der Deutzer Rheinaue ergaben einen breiten Geländestreifen zwischen dem Mülheimer Hafen und der Hohenzollernbrücke mit einem freien Blick auf die Kölner Altstadt. Dieser wurde zu einem Landschaftspark umgewandelt, der heute ein Teil des Kölner Grüngürtels ist.

mini|hochkant|Wilhelm II. mini|Der Glashaus-Pavillon von Bruno Taut auf der Kölner Werkbundausstellung 1914

Zum Anlass des fünfundzwanzigjährigen Jubiläums der Inthronisation des Kaisers Wilhelm entstand so bis 1913 unter dem Oberbürgermeister Max Wallraf (Mitglied der 1. Kammer (Herrenhaus)) ein erster nach einem Entwurf des Kölner Gartendirektors Fritz Encke angelegter Park. Dieser sollte zu Ehren des deutschen Herrschers „Kaiser Wilhelm Park“ genannt werden, doch wurde seine Benennung durch Ausbruch des Ersten Weltkriegs verhindert.

Werkbundausstellung und Kriegsfolgen Anlässlich der Kölner Werkbundausstellung im Jahre 1914 bot der Park eine Reihe von Attraktionen namhafter Architekten und Künstler. So das „Glashaus“ von Bruno Taut, oder eine „Fabrik“ von Walter Gropius sowie ein Theater von Henry van de Velde. Anders als diese nur für die Zeit der Ausstellung errichteten Sehenswürdigkeiten war das von Wilhelm Kreis im klassizistischen Stil auf dem Gelände des niedergelegten Festungs-Kernwerkes gestaltete Teehaus auf Dauer angelegt worden. Das 1957 abgerissene Gebäude war von dem erhaltenen und von Encke zu einem Staudengarten gestalteten Wallgraben sowie vom alten Baumbestand der ehemaligen Festungsanlage umgeben.

Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges im August 1914 wurde die Ausstellung vorzeitig beendet. Der Kriegsausgang beendete vorerst die Weiterentwicklung des Parkgeländes, welches mit seinen Ausstellungsbauten bald nach Kriegsausbruch vom Militär beschlagnahmt worden war. Einige der Gebäude verfielen und wurden abgebrochen. In der Nachkriegszeit wurde das Gelände mit den verbliebenen Baulichkeiten von englischen Besatzungstruppen in Beschlag genommen, bis sie, nachdem ein Hochwasser im Jahr 1920 vieles endgültig zerstört hatte, dort abzogen. Übrig geblieben waren wenige Häuser, darunter 13 Gebäude des so genannten „niederrheinischen Dorfes“ aus der Werkbundausstellung (die Gebäude dienten in späteren Jahren der Gartenverwaltung zur Erstellung und Aufbewahrung der gefertigten Modelllandschaften der Planungsabteilung unter Nußbaum)Verwaltungsbericht der Stadt Köln aus dem Jahr 1921, S. 16. In: Joachim Bauer: Innerer und Äußerer Grüngürtel. S. 158 und das in der Folge „Parkhaus“ genannte, von alten Pappeln gesäumte Teehaus. Von 1920 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1926 baute Encke den nun erstmals „Rheinpark“ genannten Volkspark wieder auf.André Dumont, Alexander Hess: Der Rheinpark und seine Geschichte – Vom Fort zum Volkspark. In: Joachim Bauer, Carmen Kohls: Köln unter französischer und preußischer Herrschaft. In: Werner Adams, Joachim Bauer (Hrsg.): Vom Botanischen Garten zum Großstadtgrün – 200 Jahre Kölner Grün. (Stadtspuren – Denkmäler in Köln, Band 30), S. 2222 f.

Weiterentwicklung Dem Gelände der Werkbundausstellung hatte sich nördlich der Hohenzollernbrücke ein Vergnügungspark mit einem dahinter anschließenden Sportstadion angeschlossen, auf dem die Truppen der Engländer Unterkünfte und Stallungen errichtet hatten. Nach deren Abzug wurden dort in den Jahren 1922 bis 1924 auf Bestreben des Oberbürgermeisters Konrad Adenauer die ersten Gebäude der Kölner Messe errichtet.

Diese Gebäude wurden wegen ihrer wenig anspruchsvollen Architektur in Anlehnung an die ehemaligen Bauten der englischen Kavallerieeinheiten vom Volksmund als „Adenauers Pferdeställe“ bezeichnet. In den Folgejahren wurde im Hinblick auf angestrebte weitere große Ausstellungen unter Adolf Abel eine einheitliche Randbebauung mit Turm konzipiert und bis zur Eröffnung der Pressa im Jahr 1928 fertiggestellt. Diese nördliche Randbebauung des Parks, zwischen Auenweg und Rheinufer, mit dem Halbrund des „Staatenhauses“ sowie den Rheinhallen mit ihrem Wahrzeichen Messeturm bilden heute den Eingangsbereich des Rheinparks.

Encke, der den „Volkspark“ bis 1926 weiter entwickelt hatte, gelang es, der Bevölkerung diesen stadtnahen Erholungsraum trotz spürbarer Begehrlichkeiten von Industrie und Kölner Messe zu erhalten, indem er seinen Einfluss auf die politischen Entscheidungsträger nutzte.

Internationale Presse-Ausstellung Die Pressa war eine internationale Ausstellung des gesamten Pressewesens, die auf Initiative Konrad Adenauers 1928 stattfand. Die Entwürfe anlässlich der Pressa, mit Rosengarten und Liegewiesen sowie die Gestaltung der Messeanlagen erarbeitete Gartentechniker und Baudirektor Theodor Nußbaum.Ulrich S. Soénius, Jürgen Wilhelm: Kölner Personen-Lexikon.

Rheinterrassen Neben dem Halbrund des eigens für die ausländische Presse errichteten „Staatenhauses“Carl Dietmar, S. 366 wurde zur bevorstehenden „Pressa“ auch das im gleichen Backsteinstil gehaltene Restaurant „Rheinterrassen“ fertiggestellt. War noch zur Werkbundausstellung Glas (Glaspavillon von Taut) ein experimenteller Baustoff, so verfügte das asymmetrische Bauwerk über großzügig verglaste Fronten zur Parkseite. Zur Rheinseite erstreckten sich spitz zulaufende Terrassen. Entworfen wurden die Rheinterrassen von Adolf Abel, der seit 1925 Leiter des Kölner Hochbauamtes war, sowie vom Architekten Paul Bonatz. Das Bauwerk wurde 1957 durch Hans Schilling modernisiert.

Bundesgartenschauen BUGA 1957 mini|hochkant|Wasserterrasse (Herta Hammerbacher)

Ende des Jahres 1953 erhielt Köln als dritte Stadt den Zuschlag, eine Bundesgartenschau durchzuführen, die dann 1957 in Köln stattfand. Der Rheinpark war die Hauptausstellungsfläche dieser Bundesgartenschau.

Von den für die Bundesgartenschau errichteten Bauwerken blieb vieles erhalten, so etwa ein kleiner Teich hinter dem Rosengarten, der in Anlehnung an Adenauers Hobby, die Rosenzucht, den Namen „Adenauerteich“ erhielt. Über das Gelände verteilt erbaute der Gartenarchitekt Theo Breddermann insgesamt 14 aus Sandsteinplatten und Kieselmaterial gefertigte Brunnen, von denen zehn in kreisrunden gepflasterten Mulden im Brunnengarten arrangiert waren. Diese mit Fontänen ausgestatteten Brunnen waren bei Einbruch der Dunkelheit erleuchtet. Trotz einer Restaurierung 1998 war das Ensemble lange ohne Funktion. Erst durch die Initiative der Nichte und der Neffen des Gartenarchitekten und deren 2011 gegründetem Förderverein Brunnengarten im Rheinpark sowie mit Hilfe der Stadt, die die Technik sanierte und anderer, konnten zehn Brunnen der Anlage im Frühling 2012 wieder in Gang gesetzt werden. Die vier großen Brunnen folgten bis Oktober 2014. Neben der Vielfalt der im Gelände installierten Zierbrunnen war und ist die Anlage des „Wassergartens“ mit Brunnenhof ein zentraler Bereich und Anziehungspunkt des Parks.

mini|Brunnen im Adenauerweiher mini|hochkant|Wasserfall und Brücke

Josef Jaekel errichtete einen künstlichen Wasserfall, der aus einer mit Travertinplatten verkleideten Terrassenwand aus einiger Höhe herabstürzte. Den Effekt erzeugten sieben mächtige in der Wand eingelassene von Metallschwingen eingefasste Düsen, deren ausgestoßene Wassermengen in ein erstes Auffangbecken stürzten. Von dort floss das Wasser, eine Fußgängerbrücke unterquerend, in mehreren Gefällestufen in eine größere Beckenanlage. Die asymmetrisch gestaltete nach Süden flach auslaufende Anlage hatte im Bereich des sich weitenden Beckens ebenfalls mehrere installierte Düsen, die, wie es in den 1950er Jahren beliebt war, horizontal über die Wasserfläche ihre Fontänen ausstießen. Die Uferzonen der Beckenausweitungen hatten zum Teil separierte mit Wasserpflanzen versehene Beckenbereiche oder waren dort, wo kein Weg angrenzte, an den seitlichen Einfassungen mit Röhricht bestanden.

mini|Ersatz des im Krieg zerstörten Teehauses, das Parkcafé mini|Kölner Seilbahn

Erhalten blieb von der Bundesgartenschau 1957 auch die den Rhein querende Kölner Seilbahn. Die Parkeisenbahn dagegen wurde abgebaut, und der über den Park führende Sessellift wurde 2003 abgerissen, nachdem er zuvor schon jahrelang nicht mehr in Betrieb gewesen war. Die heute noch verkehrende Parkeisenbahn wurde – auf der Trasse der Bahn von 1957 – mit der Bundesgartenschau 1971 errichtet.

BUGA 1971 Das Gelände des Rheinparks wurde erneut 1971 Teil einer Bundesgartenschau, nachdem eine größere Planung dafür, am südlichen Innenstadtrand von Köln, an zu hohen Kosten gescheitert war. Diese Bundesgartenschau fand neben der Ausstellungsfläche im Rheinpark auch noch in der Riehler Aue statt.

Vieles von der Gestaltung der BUGA 1957 wurde erhalten und renoviert. Hinzu kamen aber auch neue Anlagen, die auch über die Dauer der Ausstellung hinaus erhalten blieben. Dazu zählt der von dem israelischen Künstler Walter Polak gestaltete „Mittelmeergarten“ im südöstlichen Bereich des Parks (hinter dem Staatenhaus). Blick- und Anziehungspunkte für die Besucher des Bereiches Mittelmeergarten sind verschiedene Wasserspiele. Auch die zentral im Park angelegte „Spielhügellandschaft“ stammt von der BUGA 71, ebenso wie weitere moderne im Park präsentierte Plastiken. Dem Zeitgeschmack entsprechend waren es nun die Werke einer neuen Generation, deren Objekte, wie die von Otto Piene (Windplastiken), François Baschet, Alexander Sarda und Anton Berger (kinetische Metallobjekte), erst in der freien Natur im Zusammenspiel mit Wind und Wasser zur vollen Entfaltung kommen. Einige der 1957 aufgestellten Kunstwerke hatten zwischenzeitlich in Museen oder auch in anderen städtischen Grünanlagen neue Standorte erhalten. So steht eine Bronze des Bildhauers Fritz Behn, die Diana mit springender Antilope, heute am Sachsenring.

Kunstwerke Zu beiden Bundesgartenschauen wurden in den Rheinpark zeitgenössische Skulpturen eingebracht. 1957 stellte das damalige Wallraf-Richartz-Museum unter Leopold Reidemeister eine große Zahl von Kunstwerken aus den Jahren 1875 bis 1956 zur Verfügung. Diese blieben dem Park zum Teil erhalten, wechselten bei folgenden Veränderungen aber auch ihren Standort.

Bronze-Statue Gaea (1965) von Gerhard Marcks im Rosengarten, (eine Variation Gaea II, halbverhüllt (2005), steht in der Stollwerkpassage an der Hohe Straße). Bronze-Statue Eva II von Gerhard Marcks Bronze-Statue Häusliche Sorgen (1913), Frau und Modell (Nel) des Belgischen Malers und Bildhauers Rik Wouters, 1956 vom Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen für die BUGA von den Königlichen Museen der Schönen Künste in Brüssel angekauft.nach KStA Magazin 16./17. April 2011 S. 9 Sitzende von Kurt Lehmann (1905 bis 2000) Kindergruppe von Kurt Lehmann, geschaffen 1952/53 Schreitender von Richard Scheibe (1879 bis 1964), geschaffen 1952 Rotierende Windrose von François Baschet und Bernard Baschet, siehe auch: Cristal Baschet Igel mit Schlange von Fritz Bernuth (1904 bis 1979) Zwei Störche von Philipp Harth (1887 bis 1968) Assunta von Georg Kolbe (1877 bis 1947), geschaffen 1921 Steigendes Pony von Renée Sintenis (Renate Alice) (1888 bis 1965), geschaffen 1942