Das FFH-Gebiet Markgräfler Rheinebene von Weil bis Neuenburg in Baden-Württemberg wurde 2005 durch das Regierungspräsidium Freiburg angemeldet. Mit Verordnung des Regierungspräsidiums Freiburg zur Festlegung der Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung vom 25. Oktober 2018 (in Kraft getreten am 11. Januar 2019) wurde das Schutzgebiet ausgewiesen.

Lage Das 15,3 km² große Schutzgebiet Markgräfler Rheinebene von Weil bis Neuenburg liegt in den Naturräumen Markgräfler Rheinebene und Markgräfler Hügelland. Es liegt zu 61 % im Landkreis Lörrach mit den Gemeinden Bad Bellingen, Efringen-Kirchen, Schliengen und Weil am Rhein sowie zu 39 % im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald mit der Gemeinde Neuenburg am Rhein.

Beschreibung Das Gebiet zeichnet sich insbesondere durch die naturnahen und vielfältigen Relikte der früheren Rheinaue mit großflächigen Trockanstandorten, artenreichen Wiesen, Altarmen und Auwaldbeständen. Durch den Kiesabbau sind zudem zahlreiche Baggerseen und Kiesgruben entstanden, die als Sekundärlebensraum für viele Arten dienen.

Schutzzweck Lebensraumtypen Folgende Lebensraumtypen nach Anhang I der FFH-Richtlinie kommen im Gebiet vor:

EUCode

Lebensraumtyp (offizielle Bezeichnung) Kurzbezeichnung 3140

Oligo- bis mesotrophe kalkhaltige Gewässer mit benthischer Vegetation aus Armleuchteralgen Kalkreiche, nährstoffarme Stillgewässer mit Armleuchteralgen 3150

Natürliche eutrophe Seen mit einer Vegetation des Magnopotamions oder Hydrocharitions Natürliche nährstoffreiche Seen 3260

Flüsse der planaren bis montanen Stufe mit Vegetation des Ranunculion fluitantis und des Callitricho-Batrachion Fließgewässer mit flutender Wasservegetation 40A0

Subkontinentale peripannonische Gebüsche Felsenkirschen-Gebüsche 6110

Lückige basophile oder Kalk-Pionierrasen (Alysso-Sedion albi) Kalk-Pionierrasen 6210 Naturnahe Kalk-Trockenrasen und deren Verbuschungsstadien (Festuco-Brometalia) Kalkmagerrasen 6510

Magere Flachland-Mähwiesen (Alopecurus pratensis, Sanguisorba officinalis) Magere Flachland-Mähwiesen 7220

Kalktuffquellen (Cratoneurion) Kalktuffquellen 8210

Kalkfelsen mit Felsspaltenvegetation Kalkfelsen mit Felsspaltenvegetation 8310

Nicht touristisch erschlossene Höhlen Höhlen und Balmen 9110 Hainsimsen-Buchenwald (Luzulo-Fagetum) Hainsimsen-Buchenwald 9130

Waldmeister-Buchenwald (Asperulo-Fagetum) Waldmeister-Buchenwald 9160 Subatlantischer oder mitteleuropäischer Stieleichenwald oder Eichen-Hainbuchenwald (Carpinion betuli) Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwald 9170 Labkraut-Eichen-Hainbuchenwald Galio-Carpinetum Labkraut-Eichen-Hainbuchenwald 91E0

Auen-Wälder mit Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior (Alno-Padion, Alnion incanae, Salicion albae) Auenwälder mit Erle, Esche, Weide

Arteninventar Folgende Arten von gemeinschaftlichem Interesse sind für das Gebiet gemeldet:

Bild EUCode

Art wissenschaftlicher Name Artengruppe

150px|Grüne Flussjungfer 1037 Grüne Flussjungfer Ophigomphus cecilia Libellen 150px|Spanische Flagge 1078

Spanische Flagge Callimorpha quadripunctaria Schmetterlinge 150px|Hirschkäfer 1083 Hirschkäfer Lucanus cervus Käfer 150px|Dohlenkrebs 1092 Dohlenkrebs Austropotamobius pallipes Krebse 150px|Bachneunauge 1096 Bachneunauge Lampetra planeri Fische und Rundmäuler 150px|Rapfen 1130 Rapfen Aspius aspius Fische und Rundmäuler 150px|Strömer 1131

Strömer Leuciscus souffia agassizi Fische und Rundmäuler 150px|Bitterling 1134 Bitterling Rhodeus sericeus Fische und Rundmäuler 150px|Steinbeißer 1149

Steinbeißer Cobitis taenia Fische und Rundmäuler150px|Groppe 1163

Groppe Cottus gobio Fische und Rundmäuler 150px|Gelbbauchunke 1193 Gelbbauchunke Bombina variegata Amphibien 150x150px|zentriert|Wimperfledermaus 1321 Wimperfledermaus Myotis emarginatus Säugetiere 150px|Biber 1337

Biber Castor fiber Säugetiere 150px|Grünes Besenmoos 1381 Grünes Besenmoos Dicranum viride Moose Spanische Flagge, Dohlenkrebs, Rapfen, Steinbeißer und Biber konnten im Gebiet bei den Erfassungen für den Managementplan im Jahr 2010 allerdings nicht aktuell nachgewiesen werden.

Zusammenhängende Schutzgebiete Folgende Naturschutzgebiete liegen ganz oder teilweise innerhalb des FFH-Gebiets: Totengrien Isteiner Klotz Kapellengrien Galgenloch Eichholz-Buchholz Blansinger Grien

Siehe auch Liste der FFH-Gebiete in Baden-Württemberg

Einzelnachweise

Weblinks

Standarddatenbogen für das FFH-Gebiet „Markgräfler Rheinebene von Weil bis Neuenburg“

Karte des Schutzgebiets im Daten- und Kartendienst der LUBW

Kategorie:FFH-Gebiet im Landkreis Lörrach Kategorie:FFH-Gebiet im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald Kategorie:Geographie (Bad Bellingen) Kategorie:Geographie (Efringen-Kirchen) Kategorie:Geographie (Schliengen) Kategorie:Geographie (Weil am Rhein) Kategorie:Geographie (Neuenburg am Rhein) Kategorie:Schutzgebiet (Umwelt- und Naturschutz) in Europa Kategorie:Schutzgebietsgründung 2019