Wicked – Die Hexen von Oz ist ein Musical. Die Musik und die Texte des Musicals stammen von Stephen Schwartz und es basiert auf dem Buch von Gregory Maguire. Es ist der thematische Vorgänger (Prequel) zum legendären Musical-Film Der Zauberer von Oz von 1939. Seit Oktober 2003 läuft das Musical im Gershwin Theatre am Broadway in New York.playbill.com Die deutschsprachige Erstaufführung fand am 15. November 2007 im Palladium Theater in Stuttgart statt.
Regisseur Jon M. Chu adaptierte das Werk mit Wicked und Wicked: For Good als zweiteiligen Kinofilm, mit Veröffentlichung des ersten Teils im Dezember 2024 und des zweiten Teils im November 2025.
Vorlagen Das Musical Wicked – Die Hexen von Oz basiert auf dem Bestseller Wicked – Die Hexen von Oz. Die wahre Geschichte der Bösen Hexe des Westens von Gregory Maguire. Das Buch ist der erste Band der Tetralogie The Wicked Years, welche außerdem die Bücher Son of a Witch (2005), A Lion Among Men (2008) und Out of Oz (2011) umfasst. Die deutsche Übersetzung erschien 2008 beim Verlag Klett-Cotta.
Inhaltlich orientieren sich die Wicked-Bücher an den Rahmenhandlungen von Der Zauberer von Oz und dessen Fortsetzungen von L. Frank Baum, dessen Initialen auch die Inspiration für den Namen Elphaba waren . Die Geschichten werden dabei aus der Sicht von bekannten oder neuen Nebencharacteren erzählt, wodurch die Welt von Oz um mehr Details erweitert, verändert und die Handlungen und Motivationen der Charactere umgedeutet werden. Anders als die Kinderbücher und das Musical, richten sich die Wicked-Bücher eher an ein erwachsenes Publikum.
Größeren Einfluss auf die Buchvorlage von Wicked als die Oz-Bücher selbst hatte deren Adaption als Musicalverfilmung Der Zauberer von Oz, in welcher die böse Hexe des Westens erstmals in grün dargestellt wurde.
Komponist und Texter Stephen Schwartz war bereits zuvor für seine Werke Godspell, Pippin und Gepetto bekannt.
Charaktere Hauptfiguren
Elphaba Elphaba ist die älteste Tochter des Gouverneurs von Munchkinland. Hervorstechend ist ihre Hautfarbe: Sie ist grün. Doch hämische Bemerkungen über ihre Erscheinung berühren Elphaba nicht besonders. Sie hat eine starke Persönlichkeit mit hohen moralischen Grundsätzen. Sie tritt z. B. für Schwächere ein: Elphaba liebt TIERE/Tiere (durch Großschreibung des Namens, im Englischen nur die des Anfangsbuchstabens des Namens, kennzeichnet man im Wicked-Universum intelligente, sprechende TIERE und unterscheidet sie dadurch vom klein geschriebenen Vieh) und kämpft für deren Rechte. Fürsorglich und hingebungsvoll pflegt sie ihre im Rollstuhl sitzende Schwester Nessarose. Durch Elphabas gute Menschenkenntnis kommt sie dem Zauberer von Oz schnell auf die Schliche, ohne sich von seinen Versprechungen nach Macht und Reichtum fehlleiten zu lassen. Zu all dem ist sie eine hervorragende Studentin mit außergewöhnlichen Zauberkräften, die sie aber aus Bescheidenheit zu verheimlichen versucht.
Die Rolle wird von einer Mezzosopranistin gesungen.
Galinda / Glinda Glinda ist wunderschön, wird bewundert und schnell Anführerin der Klasse. Sie stammt aus wohlhabenden Verhältnissen und ist verwöhnt. Glinda fordert, was sie will und bekommt, was sie will. So zuckersüß sie äußerlich scheint, ihre Fassade ist trügerisch: Vor allen Mitschülern macht sie verletzende Anspielungen über Elphaba und nutzt Menschen zu ihrem Vorteil aus. Trotz besseren Wissens erliegt Glinda der Versuchung, sich dem Zauberer von Oz anzuschließen und somit ihr Ansehen im Land Oz zu stärken. Allerdings hat Glinda auch eine andere Seite. So steht sie als einzige Elphaba bei (Tanz durch die Welt) und will, dass sie glücklich ist. Außerdem will sie Elphaba helfen, etwas beliebter zu werden. Glinda lässt sich trotz des schmerzlichen „Todes“ von Elphaba nichts vor dem Volk von Oz anmerken und erfährt nie, dass sie noch lebt. Außerdem sorgt sie dafür, dass der Zauberer Oz für immer verlässt und Madame Akaber eingesperrt wird. Von da an kümmert sie sich um alle Ozianer.
Diese Rolle wird mit einer Sopranistin besetzt.
Nebenfiguren
Fiyero Fiyero ist ein gut aussehender Schüler, der bereits von mehreren Schulen verwiesen wurde. In Saus und Braus lebt er in den Tag hinein, immer auf der Suche nach Amüsement. Dabei denkt er nur an sich, kennt keine Sorgen und keine Pflichten. Er kommt mit allen gut aus und ist beliebt. Auf den ersten Blick wirkt er oberflächlich, aber Elphaba entdeckt auch andere, tiefsinnige Seiten an ihm. Durch sie wird ihm klar, was im Leben wichtiger ist als Schönheit und Spaß.
Ein Tenor singt diese Rolle.
Der Zauberer von Oz Ohne auch nur eine Spur von magischen Fähigkeiten zu haben, ist er zur angesehenen Position des „wunderbaren Zauberers von Oz“ aufgestiegen. Der Zauberer von Oz heischt nach Ansehen und Geltung. Sein Handeln ist berechnend, manipulierend und machtbesessen. Er ist ein Meister im Täuschen. Damit die Bewohner von Oz ihn um Hilfe bitten, schürt er extra Angst unter ihnen.
Diese Rolle wird mit einem Bariton besetzt.
Madame Akaber Die exzentrische Leiterin der Hexenschule von Glizz besitzt magische Kräfte, mit denen sie beispielsweise das Wetter beeinflussen kann. Ihre Ernennung zur Vertrauten des Zauberers von Oz stellt einen gewaltigen Karrieresprung dar. Sie gewinnt an Macht, setzt diese aber nicht für gute Zwecke ein. Auch mit ihrer Zauberkraft vollzieht sie Unheil: Für den Tod von Nessarose ist sie verantwortlich. Madame Akaber verleumdet Elphaba im Land Oz als „Böse Hexe des Westens“.
Die Darstellerin singt im Alt.
Dr. Dillamond Dr. Dillamond ist ein ZIEGENBOCK und unterrichtet an der Hexenschule von Glizz Geschichte. Er macht Elphaba auf die Veränderungen aufmerksam, die in Oz vor sich gehen.
Ein Bariton singt diese Rolle.
Nessarose Elphabas jüngere Schwester ist gehbehindert und auf einen Rollstuhl angewiesen. Sie ist die Lieblingstochter des Gouverneurs von Munchkinland und ausgesprochen hübsch. Als Abschiedsgeschenk bekommt sie von ihm ein Paar mit Juwelen besetzte Schuhe, die sie jeden Tag trägt. Unglücklich verliebt wird Nessarose in ihrem späteren Leben die grausame und zurückgezogen lebende Gouverneurin von Munchkinland, auch „Böse Hexe des Ostens“ genannt.
Auch die Darstellerin singt im Alt.
Moq Moq ist ein Mitstudent von Elphaba und Galinda. Vom ersten Tag an ist er in Galinda verliebt. Damit er sie und Fiyero nicht weiter belästigt, bittet Galinda ihn, sich um Nessarose zu kümmern. Um Galinda zu gefallen, geht er darauf ein und spielt Nessarose vor, sie zu lieben. In der Folge bleibt er aus Pflichtgefühl bei ihr, aber beide werden in der Beziehung nicht wirklich glücklich.
Auch hier wird ein Tenor eingesetzt.
Handlung Erster Akt Ganz Oz feiert den Tod Elphabas, der Bösen Hexe des Westens (engl. Wicked Witch of the West; No One Mourns the Wicked, deutsch „Keiner weint um Hexen“). Nur Glinda, die gute Hexe, versucht Verständnis für Elphaba zu wecken, die seit ihrer Geburt aufgrund ihrer grünen Hautfarbe und ihren magischen Fähigkeiten eine Außenseiterin war. Als ein Ozianer nachfragt, ob Glinda mit Elphaba bekannt war, erinnert sie sich, wie sie das grüne Mädchen an der Universität Glizz (engl. Shiz) kennengelernt hat (Dear Old Shiz, deutsch „Im guten alten Glizz“).
Bei der Zimmervergabe am ersten Tag erkennt die Schuldirektorin Madame Akaber (engl. Madame Morrible) durch Zufall Elphabas zauberisches Talent und eröffnet ihr eine grenzenlose Zukunft an der Seite des Zauberers der Smaragdstadt, wodurch Elphaba die Hoffnung auf baldigen Respekt der Gemeinschaft schöpft (The Wizard and I, deutsch „Der Zauberer und ich“). Die oberflächliche und beliebte Galinda und Elphaba teilen sich durch ein Missverständnis ein Zimmer und hassen sich von Anfang an („What Is This Feeling?“ – deutsch „Was fühl ich in mir?“).
Eine Vorlesung wird von einem Ziegenbock namens Dr. Dillamonth (englisch Dr. Dillamond) gehalten, der Elphaba von Tieren berichtet, die ihre Fähigkeit zu sprechen verloren haben. Er befürchtet, dass sich dieses Phänomen in Oz ausbreitet („Something Bad“, deutsch „Nichts ist mehr geheuer“). Elphaba glaubt jedoch nicht, dass der Zauberer solches Unrecht zulassen würde.
Als der lebenslustige Fiyero in Glizz eintrifft, sind alle außer Elphaba von seiner sorgenlosen Art begeistert (Dancing Through Life, deutsch „Tanz durch die Welt“). Galinda möchte auf seiner Party nur mit ihm tanzen und überredet deshalb ihren Verehrer Moq (engl. Boq), Elphabas’ im Rollstuhl sitzende Schwester Nessarose einzuladen. Nessarose denkt daraufhin, dass Moq sie liebt, nur Elphaba ist misstrauisch. Als Galinda ihr jedoch einen spitzen, schwarzen Hut schenkt, glaubt auch Elphaba, dass Galinda es gut meint, und überredet Madame Akaber, auch Galinda Zauberstunden zu geben. Auf der Party wird sie mit dem spitzen Hut zum allgemeinen Gespött, aber Galinda steht ihr plötzlich bei. So werden die beiden Freundinnen und Galinda versucht, Elphaba die Kunst des Beliebtseins beizubringen (Popular, deutsch „Heißgeliebt“).
Während der nächsten Vorlesung wird Dr. Dillamonth von Soldaten entfernt. Elphaba protestiert als einzige lautstark. Der neue Professor bringt ein verängstigtes, eingesperrtes Löwenbaby in den Hörsaal, das Elphaba mit Fiyeros Hilfe befreit. Dabei verlieben sie sich ineinander. Elphaba unterdrückt jedoch ihre Gefühle, weil sie weiß, dass sie gegen Galinda keine Chance hat (I’m Not That Girl, deutsch „Ich bin es nicht“). Kurz darauf wird Elphaba von Madame Akaber aufgesucht, die ihr mitteilt, dass Elphaba in die Smaragdstadt zum Zauberer eingeladen wurde (The Wizard and I (reprise), deutsch „Der Zauberer und ich (Reprise)“).
Galinda wartet mit Elphaba am Bahnhof auf deren Abreise. Fiyero erscheint und eröffnet Elphaba, dass er oft an den Tag denken muss, an dem sie zusammen den Löwen gerettet haben – zu einer offenen Aussprache kommt es jedoch nicht, da sich Galinda in das Gespräch einklinkt und, um Fiyero zu imponieren, in Gedenken an Dr. Dillamonth mit seinem beharrlichen Aussprachefehler nun Glinda genannt werden will. Fiyero verlässt die beiden, während Glinda ahnt, dass Fiyero sie möglicherweise nicht wirklich lieben könnte. Elphaba bittet Glinda daraufhin, sie in die Smaragdstadt zu begleiten, wo die beiden nach einem aufregenden Tag in der Stadt endlich den Zauberer treffen (One Short Day, deutsch „Nur ein Tag“). Dort treffen die beiden auch wieder auf Madame Akaber, die mittlerweile zur Vertrauten des Zauberers ernannt wurde. Der Zauberer verlangt von Elphaba als Test ihrer Fähigkeiten, dass sie mit Hilfe eines Zauberbuchs seinen Affen Flügel zaubert (A Sentimental Man, deutsch „Ein seelenvoller Mann“). Das meistert sie auch, aber als sie erfährt, dass der Zauberer selbst keine Magie besitzt und die Affen als Spione benutzen will, um die TIERE zu überwachen, ist sie wütend, enttäuscht und verweigert die Zusammenarbeit. Elphaba flieht vor dem Zauberer auf das Dach seiner Residenz. Glinda folgt ihr und versucht, sie zu einer Entschuldigung zu überreden. Aber Elphaba kann nicht gegen ihre Überzeugungen handeln und will ihre Fähigkeiten nutzen, um den Zauberer zu bekämpfen und den TIEREN zu helfen. In der Zwischenzeit wird die Bevölkerung der Smaragdstadt von Madame Akaber aufgerufen, die „Böse Hexe“ zu ergreifen. Elphaba bittet Glinda, mit ihr zu kommen, aber die kann ihren Wunsch nach Beliebtheit nicht aufgeben und so trennen sich die Wege der beiden Freundinnen (Defying Gravity, deutsch „Frei und schwerelos“).
Zweiter Akt