Keene Holbrook Curtis (* 15. Februar 1923 in Salt Lake City, Utah; † 13. Oktober 2002 in Bountiful, Utah) war ein US-amerikanischer Schauspieler mit einer über 50 Jahre umfassenden Bühnen- und Bildschirmkarriere.

Leben Keene Curtis war der Sohn von Polley Francella Holbrook, einer Lehrerin, und Ira Charles Curtis, einem Beamten. Er wuchs zusammen mit seinem Bruder Hal in Bountiful auf und besuchte die Davis High School sowie die Emery High School in Huntington.

Nach seiner Schulzeit trat er während des Zweiten Weltkriegs der United States Navy bei und diente drei Jahre als Lieutenant im Pazifikkrieg. Im Anschluss an den Militärdienst studierte er an der Universität von Utah, an der er 1943 seinen Bachelor-Abschluss und 1947 seinen Master-Abschluss machte; an der Universität war er Mitglied der Studentenverbindung Theta Alpha Pi und wurde später deren Vizepräsident.

1973 erhielt er den „Distinguished Service Award“ seiner Alma Mater für besondere Verdienste.

Curtis lebte in Hollywood Hills, wenn er nicht in New York City auf der Bühne stand. Aufgrund seiner Erkrankung an Alzheimer kehrte er Ende der 1990er Jahre in seine Heimat im US-Bundesstaat Utah zurück, wo er die letzten Jahre in einem Pflegeheim und im Kreise von Familie und Freunden verbrachte. Curtis, der nie verheiratet war und keine Kinder hatte, starb im Alter von 79 Jahren an den Folgen seiner Erkrankung und wurde im Bountiful Memorial Park beigesetzt. Er war Mitglied der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage.

Bruce Hoover, ehemaliger Bühnenmeister der APA-Phoenix Repertory Company, sagte zum Tod von Keene Curtis gegenüber der Publikation „Playbill On Line“:

Karriere Bereits als Kind und Jugendlicher entdeckte Curtis sein Interesse für die Schauspielerei und spielte in High-School-Aufführungen mit. Als Freshman an der Universität begeisterte er 1941 in June Mad und wurde 1943 als „einer der vielseitigsten Theatermänner, die jemals die Universität besucht haben“ und „herausragender Schauspieler“ ausgezeichnet. 1947 wurde er von Orson Welles entdeckt, als dieser bei einer College-Theaterproduktion von Macbeth Regie führte und von Curtis’ Leistung derart beeindruckt war, dass er ihn im Folgejahr bei seiner Filmadaption Macbeth – Der Königsmörder besetzte. Curtis arbeitete die folgenden zwölf Jahre als Bühnenmeister bei der Martha Graham Dance Company sowie für Katharine Cornell und Guthrie McClintock.

In den 1960er Jahren wechselte er als ein Gründungsmitglied der APA-Phoenix Repertory Company von Ellis Rabb Vollzeit zur Schauspielerei und spielte Klassiker am Broadway, Off-Broadway sowie im Regional- und Tourneetheater – beispielsweise im McCarter Theatre in Ann Arbor und sogar auf Bermuda. Auf der Musical-Bühne wurde er in der Rolle des glatzköpfigen „Daddy Warbucks“ in Annie und als flamboyanter Alban in La Cage aux Folles bekannt. 1981 war er Mitglied des Schauspielensembles des Stratford-Festival in Kanada und spielte Sir George Thunder in Wild Oats.

1971 erhielt er den Tony Award für seine Darstellung von vier verschiedenen Rollen in dem Bock-und-Harnick-Musical The Rothschilds. 1990 wurde er mit dem Drama-Logue Award für The Cocktail Hour geehrt.

Neben seinem Auftritt als Lennox in der Macbeth-Adaption von Orson Welles aus dem Jahr 1948, war Curtis ab 1970 auch in zahlreichen Filmen und Fernsehserien sowohl in Haupt- als auch Nebenrollen zu sehen; außerdem war ein gefragter Synchronsprecher. So wirkte er in Filmen wie I Want to Kill (1973), American Hot Wax (1978), Der Himmel soll warten (1978), Modesty Blaise (1982), Biete Mutter – suche Vater (1984), Lambada – Heiß und gefährlich (1990), Sliver (1993) und I.Q. – Liebe ist relativ (1994) mit.

Wiederkehrende Rollen im Fernsehen hatte er in Fernsehserien wie Der Magier als Max Pomeroy, Hawaii Fünf-Null, Lou Grant, Herzbube mit zwei Damen, Hart aber herzlich, in Cheers als Restaurant-Besitzer John Hill, in der Drew-Carey-Show und in Sunset Beach. Hinter der Kamera war er auch in zahlreichen Zeichentrickserien als Sprecher zu hören und sprach 1980 Grand Moff Tarkin in der NPR-Radioadaption von Star Wars: Eine neue Hoffnung.

Zuletzt war Curtis 1998 in einer Gastrolle der Fernsehserie Pretender und in dem Fernsehfilm Richie Rich – Die Wunschmaschine zu sehen. Im selben Jahr, seinem gesundheitsbedingten Karriereende, gründete er eine Stiftung an seiner alten Universität, die Absolventen des dortigen Ausbildungsprogramms für Schauspieler bei ihrem Karrierestart über Stipendien unterstützen soll; außerdem schenkte er der Universität seinen Tony Award und 48 Kisten mit Theater-Memorabilien und persönlichen Papieren.

Im deutschen Sprachraum wurde Curtis unter anderem von Friedrich W. Bauschulte, Friedrich Georg Beckhaus, Lothar Blumhagen, Charles Brauer, Wolfgang Condrus, Hermann Ebeling, Karl-Heinz Grewe, Hans-Joachim Hanisch, Gerd Holtenau, Joachim Höppner, Horst Kempe, Horst Lampe, Kurt E. Ludwig, Peter Matic, Heinz Petruo, Wolf Rahtjen, Dietmar Richter-Reinick, Frank-Otto Schenk, Franz-Josef Steffens, Jürgen Thormann, Eric Vaessen, Gerd Vespermann, Wolfgang Völz, Winfried Wagner und Hasso Zorn synchronisiert.

Auszeichnungen 1971: Tony Award in der Kategorie „Bester Hauptdarsteller in einem Musical“ für The Rothschilds 1973: „Distinguished Service Award“ der Universität von Utah 1990: Drama-Logue Award für The Cocktail Hour (James A. Doolittle Theatre, University of California in Los Angeles) 1998: Grand Jury Award des US Comedy Arts Festival für „Sketches for the Festival by Steve Martin“

Filmografie (Auswahl) Film 1948: Macbeth – Der Königsmörder (Macbeth) 1972: American Heritage – American Revolution I: The Cause of Liberty (Kurzfilm) 1972: American Heritage – The American Revolution II: The Impossible War (Kurzfilm) 1973: Blade – Der Kontrabulle (Blade) 1974: The Lady’s Not for Burning (Fernsehfilm) 1974: The Missiles of October (Fernsehfilm) 1974: The Cloning of Clifford Swimmer 1975: Abenteuer im Weltraum (Stowaway to the Moon; Fernsehfilm) 1975: The Wrong Damn Film 1975: Strange New World (Fernsehfilm) 1977: The Magnificent Magical Magnet of Santa Mesa (Fernsehfilm) 1977: The Royal Family (Fernsehfilm) 1978: American Hot Wax 1978: Ja, lüg’ ich denn? (Rabbit Test) 1978: Der Himmel soll warten (Heaven Can Wait) 1981: Unit 4 (Fernsehfilm) 1982: The Smurfs Springtime Special (Kurzfilm; Stimme) 1982: Modesty Blaise (Pilot-Fernsehfilm) 1984: Biete Mutter – suche Vater (The Buddy System) 1984: The Hoboken Chicken Emergency (Fernsehfilm) 1989: The Easter Story (Kurzvideo) 1990: Lambada – Heiß und gefährlich (Lambada) 1993: Sliver 1993: Gypsy (Fernsehfilm) 1994: I.Q. – Liebe ist relativ (I.Q.) 1997: Mutter Teresa – Im Namen der Armen Gottes (Mother Teresa: In the Name of God’s Poor; Fernsehfilm) 1998: Anwaltsgeflüster – Ein Unrecht kommt selten allein (Legalese; Fernsehfilm) 1998: Richie Rich – Die Wunschmaschine (Richie Rich’s Christmas Wish; Fernsehfilm)

Fernsehen 1970: Dark Shadows 1971: Gefahr unter Wasser (Primus) 1973–1974: Der Magier (The Magician; 12 Folgen) 1974: M*A*S*H 1974: The Wide World of Mystery 1974: The Lives of Benjamin Franklin (Miniserie) (2 Folgen) 1974–1975: Hawaii Fünf-Null (Hawaii Five-O; 2 Folgen) 1975: Karen 1975: Sanford and Son 1975: Baretta 1975: Ellery Queen 1976: Cannon 1976: Die Jeffersons (The Jeffersons) 1976: Wonder Woman 1977: Quincy (Quincy, M.E.) 1977: Logan’s Run 1977: California Okay (The San Pedro Beach Bums) 1978–1981: Lou Grant (3 Folgen) 1979: Eight Is Enough 1979: Scooby und Scrappy-Doo (Scooby-Doo and Scrappy-Doo; Stimme) 1979: Struck by Lightning 1979–1981: Herzbube mit zwei Damen (Three’s Company; 2 Folgen) 1980: One in a Million (13 Folgen) 1981: Space Stars (Stimme) 1981: Star Wars: The Original Radio Drama (Stimme) 1981–1982: Hart aber herzlich (Hart to Hart; 2 Folgen) 1982: Cassie & Co. 1982: Private Benjamin 1982: Trapper John, M.D. 1982: Mork & Mindy/Laverne & Shirley/Fonz Hour (Stimme) 1982: Benson 1982–1989: Die Schlümpfe (The Smurfs; Stimme) 1983: The Dukes (Stimme) 1983: Knight Rider 1983: Matt Houston 1983: Boone 1983: Amandas stilles Haus (Amanda’s) 1984: Computer Kids (Whiz Kids) 1984: Caulfields Witwen – Ein Duo mit Charme (Partners in Crime) 1986: Abenteuer aus der Bibel (The Greatest Adventure: Stories from the Bible; Miniserie; Stimme) 1986: Wildfire (Stimme) 1987: The Wizard 1988: Harrys wundersames Strafgericht (Night Court) 1988: Superman (Miniserie; Stimme) 1989: Tattingers 1989: Newhart 1990: The Adventures of Don Coyote and Sancho Panda (Miniserie; Stimme) 1990: Die wunderbare Welt der Märchen (Timeless Tales from Hallmark; Stimme) 1990: Bill und Teds irre Abenteuer (Bill & Ted’s Excellent Adventures; Stimme) 1990–1993: Cheers 1991: The Pirates of Dark Water (Stimme) 1991: Beverly Hills, 90210 1992: Arielle, die Meerjungfrau (The Little Mermaid; Miniserie; Stimme) 1993–1994: Swat Kats: The Radical Squadron (Stimme) 1993: Mord ist ihr Hobby (Murder, She Wrote) 1993: Bonkers, der listige Luchs von Hollywood (Bonkers; Miniserie; Stimme) 1994: Full House 1995: Emergency Room – Die Notaufnahme (ER) 1995: Mit Herz und Scherz (Coach) 1995: Silver Girls (Hope & Gloria) 1996: Caroline in the City 1996: Adventures from the Book of Virtues (Stimme) 1996: Star Trek: Raumschiff Voyager (Star Trek: Voyager) 1996: Brüder (Brotherly Love) 1996: Superman – Die Abenteuer von Lois & Clark (Lois & Clark: The New Adventures of Superman) 1996–1997: Die Drew Carey Show (The Drew Carey Show) 1997: Ein Single kommt immer allein (The Single Guy) 1997: The Jeff Foxworthy Show 1997: Immer wieder Fitz (Cracker) 1997: Stargate – Kommando SG-1 (Stargate SG-1) 1997: Ein Hauch von Himmel (Touched by an Angel) 1997: Ally McBeal 1997: Der Mann an sich… (Men Behaving Badly) 1997–1998: Sunset Beach 1998: Party of Five 1998: Pretender (The Pretender)

Theater (Auswahl) Bühnenmeister 1941: June Mad 1943: Heaven Can Wait 1943: Hayfoot, Strawfoot 1947: Macbeth 1955: The Dark Is Light Enough 1955–1956: The Desk Set 1957: Four Winds 1957–1958: Nude With Violin 1958: Present Laughter 1958: The Firstborn 1959: Look After Lulu 1959: Much Ado About Nothing 1959–1960: Silent Night, Lonely Night

Schauspieler 1941: June Mad 1943: Heaven Can Wait 1943: Hayfoot, Strawfoot 1947: Macbeth 1965–1967: You Can’t Take It With You 1966: Right You Are If You Think You Are 1966–1967: The School for Scandal 1967: The Wild Duck 1967: War and Peace 1967–1968: Pantagleize 1968: The Cherry Orchard 1968–1969: The Cocktail Party 1968–1969: The Misanthrope 1969: Cock-A-Doodle Dandy 1969: Hamlet 1969: A Patriot for Me 1970: Too Much Johnson 1970: Blood Red Roses 1970–1972: The Rothschilds 1972: Night Watch 1972: Via Galactica 1977–1983: Annie / Annie – Second National 1980: Division Street 1981: Wild Oats 1983–1987: La Cage aux Folles 1984: Light Comedies 1987: Happy Birthday, Mr. Abbott! 1988–1990: The Cocktail Hour 1993: White Liars & Black Comedy

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Einzelnachweise

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