Das FFH-Gebiet Rotachtal liegt im Nordosten von Baden-Württemberg und ist Bestandteil des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000. Es wurde 2005 angemeldet und mit Verordnung des Regierungspräsidiums Stuttgart zur Festlegung der Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung vom 30. Oktober 2018 (in Kraft getreten am 11. Januar 2019) ausgewiesen.
Lage Das rund 518 ha große Schutzgebiet Rotachtal liegt in den Naturräumen Östliches Albvorland und Mittelfränkisches Becken. Die Gemeinden Kreßberg und Fichtenau im Landkreis Schwäbisch Hall und die Gemeinden Ellenberg, Stödtlen, Tannhausen, Unterschneidheim und Wört im Ostalbkreis im haben Anteile am FFH-Gebiet.
Beschreibung Das Gebiet hat eine Nord-Süd-Ausdehnung von ca. 20 km und setzt sich aus zahlreichen Teilgebieten zusammen. Der Landschaftscharakter des Schutzgebiets wird im Wesentlichen durch die das Muldental der Rotach und zahlreiche Weiher und Teiche bestimmt. Die Kleingewässer sind häufig von Röhrichtbeständen und Seggenrieden umgeben. Weitere landschaftsprägende Vegetationsformen sind Nadelforste sowie artenreiche Wiesen.
Schutzzweck Lebensraumtypen Folgende Lebensraumtypen nach Anhang I der FFH-Richtlinie kommen im Gebiet vor:
EUCode
Lebensraumtyp (offizielle Bezeichnung) Kurzbezeichnung 3130 Oligo- bis mesotrophe stehende Gewässer mit Vegetation der Littorelletea uniflorae und/oder der Isoëto-Nanojuncetea Nährstoffarme bis mäßig nährstoffreiche Stillgewässer 3150 Natürliche eutrophe Seen mit einer Vegetation des Magnopotamions oder Hydrocharitions Natürliche nährstoffreiche Seen 3260 Flüsse der planaren bis montanen Stufe mit Vegetation des Ranunculion fluitantis und des Callitricho-Batrachion Fließgewässer mit flutender Wasservegetation 5130 Formationen von Juniperus communis auf Kalkheiden und -rasen Wacholderheiden 6230
Artenreiche montane Borstgrasrasen (und submontan auf dem europäischen Festland) auf Silikatböden Artenreiche Borstgrasrasen 6410 Pfeifengraswiesen auf kalkreichem Boden, torfigen und tonig-schluffigen Böden (Molinion caeruleae) Pfeifengraswiesen 6430 Feuchte Hochstaudenfluren der planaren und montanen bis alpinen Stufe Feuchte Hochstaudenfluren 6510 Magere Flachland-Mähwiesen (Alopecurus pratensis, Sanguisorba officinalis) Magere Flachland-Mähwiesen 7140 Übergangs- und Schwingrasenmoore Übergangs- und Schwingrasenmoore 7230 Kalkreiche Niedermoore Kalkreiche Niedermoore 91E0
Auen-Wälder mit Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior (Alno-Padion, Alnion incanae, Salicion albae) Auenwälder mit Erle, Esche, Weide 9410
Montane bis alpine bodensaure Fichtenwälder (Vaccinio-Piceetea) Bodensaure Nadelwälder
Arteninventar Folgende Arten von gemeinschaftlichem Interesse kommen im Gebiet vor:
Bild EUCode
Art wissenschaftlicher Name Artengruppe 150px|Dukler Wiesenknopf-Ameisenbläuling 1061
Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling Maculinea nausithous Schmetterlinge 150px|Biber 1337
Biber Castor fiber Säugetiere 150px|Firnisglänzendes Sichelmoos 1381
Firnisglänzendes Sichelmoos Drepanocladus vernicosus Moose
Zusammenhängende Schutzgebiete Folgende Naturschutzgebiete sind Bestandteil des FFH-Gebiets: Weiherkette beim Spitalhof Auweiher (Rotach) Birkenweiher mit Ober- und Unterholzweiher Breitweiher mit Hilsenweiher
Siehe auch Liste der FFH-Gebiete in Baden-Württemberg
Weblinks
Standarddatenbogen für das FFH-Gebiet „Rotachtal“
Einzelnachweise
Kategorie:FFH-Gebiet im Landkreis Schwäbisch Hall Kategorie:FFH-Gebiet im Ostalbkreis Kategorie:Schutzgebiet (Umwelt- und Naturschutz) in Europa Kategorie:Kreßberg Kategorie:Fichtenau Kategorie:Geographie (Ellenberg, Württemberg) Kategorie:Geographie (Stödtlen) Kategorie:Tannhausen Kategorie:Geographie (Unterschneidheim) Kategorie:Geographie (Wört) Kategorie:Schutzgebietsgründung 2019