Als Laway (auch Lavay, Lavey, Lawey oder Lavei geschrieben) (dt. Aufstand, Arbeitsniederlegung, Streik) werden die wilden Streiks der Deicharbeiter im 17., 18. und 19. Jahrhundert bezeichnet. Oft wurde schon wenige Wochen nach Baubeginn die Laway-Fahne als äußere Zeichen solcher Arbeitsniederlegungen aufgezogen. Ursachen waren die harten Arbeitsbedingungen (12–14 Stunden täglich an 6 Arbeitstagen in der Woche), mangelhafte Unterkünfte und teure Verpflegung. Da für den Deichbau an der Nordsee nur wenige Monate im Sommer genutzt werden konnten, standen die Auftraggeber unter starkem Zeitdruck. Durch diesen Umstand hatten die Streikenden häufig gute Chancen, Lohnzugeständnisse zu erreichen.

Der Oberdeichgraf Anton Günther von Münnich berichtete folgendes über einen Laway:Werner Brune (Hrsg.): Wilhelmshavener Heimatlexikon, Band 1–3. Brune, Wilhelmshaven 1986–1987, Band 2, Seite 153, Lavay

Bei der Eindeichung des Charlottenpolders bei Bunde kam es 1682 zu einem der beiden größten Laways in Ostfriesland. Der wilde Streik, in dessen Zuge auch Beutezüge auf Bauernhöfen stattfanden, wurde schließlich von herbeigeeilten Soldaten aus der Festung Leerort niedergeschlagen, wobei es jedoch keine Toten gab.Bernd Uphoff: Lavey als Ultima Ratio. Deicharbeiter in Ostfriesland im 17. und 18. Jahrhundert. In: Emder Jahrbuch für historische Landeskunde Ostfrieslands, Band 75 (1995), S. 81–94, hier S. 88/89.

Weblinks Museumsweg Carolinensiel … und sie rufen Lavey, lavey

Einzelnachweise

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