Anna Baumann (* 16. Dezember 1873 in Herisau; † 14. Dezember 1950 in Blonay; heimatberechtigt in Herisau) war eine Schweizer Malerin aus dem Kanton Appenzell Ausserrhoden.
Leben Anna Baumann war eine Tochter von Johannes Baumann, Stickereifabrikant und Kantonsrat, und Anna Altherr. Sie war eine Schwester von Ständerat und Bundesrat Johannes Baumann sowie eine Halbschwester der Ausserrhoder Malerin Ida Baumann.Studer: Ida Baumann. S. 127.
Anna Baumann studierte ein Jahr lang an der Bernischen Handwerker- und Kunstgewerbeschule. Darauf folgte ein Studienaufenthalt beim Schweizer Maler Léon Gaud in Genf. Im Winter 1896/1897 weilte sie zur Ausbildung zusammen mit ihrer Halbschwester Ida Baumann an der Damenakademie des Münchner KünstlerinnenvereinsStuder: Ida Baumann. S. 125 und 127.. Weiter besuchte sie Kurse in der Münchner Pinakothek. Zurück in Herisau, unterrichtete sie in Skizzieren.Künstlerinnendossier, SIK-ISEA, Brief vom 24. Dezember 1941.
In den Jahren 1899 bis 1901 kehrte sie zurück an die Bernische Handwerker- und KunstgewerbeschuleBerichte Bernische Handwerker und Kunstgewerbeschule, Wintersemester 1899/1900 und 1900/1901.. Sie schloss dort ihre Ausbildung mit einem Diplom ab, das sie zum Dozieren im Fach Zeichnen an einer höheren Schule befähigte. Nach dem Erhalt des Diploms unterrichtete sie bis im November 1902 in Bern.Künstlerinnendossier, SIK-ISEA, Brief vom 24. Dezember 1941.
Im Alter von 29 Jahren zog sie 1902 in ein Haus mit Malatelier in Blonay, Kanton Waadt. Es entstanden viele Landschaftsbilder aus der Gegend am und über dem Genfersee.Künstlerinnendossier, SIK-ISEA, Brief vom 24. Dezember 1941. Sie war aktives Mitglied der Schweizerischen Gesellschaft Bildender Künstlerinnen.Gosteli-Stiftung: Mitgliederlisten 1908–1966, AGoF 299-82.
Anna Baumann starb am 14. Dezember 1950 in Blonay.Todesanzeige. In: Appenzeller Zeitung. 18. Dezember 1950.
Werke (Auswahl) 1895: Intimus, 34,1 cm × 44,5 cm, Aquarell, Trogen, Kantonsbibliothek Appenzell Ausserrhoden ca. 1900: Landschaft, 20 cm × 29,7 cm, Aquarell, Trogen, Kantonsbibliothek Appenzell Ausserrhoden 1900–1920: Amtsstube, 60,9 cm × 47 cm, Öl auf Leinwand, Trogen, Kantonsbibliothek Appenzell Ausserrhoden 1900–1920: Bäume am Ufer, 44,6 cm × 37,2 cm, Öl auf Holz, Trogen, Kantonsbibliothek Appenzell Ausserrhoden 1900–1920: Porträt eines Mannes, 44,6 cm × 37,2 cm, Öl auf Leinwand, aufgeklebt auf Holz, Trogen, Kantonsbibliothek Appenzell Ausserrhoden 1902: Säntis und Steif von Linde, Sicht auf Herisau, 58 × 71 cm, Öl auf Leinwand, Trogen, Kantonsbibliothek Appenzell Ausserrhoden ca. 1913: Alp, 23,9 cm × 33,7 cm, Öl auf Leinwand, Trogen, Kantonsbibliothek Appenzell Ausserrhoden ca. 1913: Wiese, 20,1 cm × 33,1 cm, Öl auf Leinwand, Trogen, Kantonsbibliothek Appenzell Ausserrhoden 1919–1926: Heft mit Aquarellen und Bleistiftszeichnungen, 20,7 × 16,6 cm, Trogen, Kantonsbibliothek Appenzell Ausserrhoden 1919: Vor Kaffeehütte, 20,9 cm × 16,5 cm, Aquarell, Trogen, Kantonsbibliothek Appenzell Ausserrhoden 1919: Jetzt umgebaute Kaffehütte, 16,5 × 20,9 cm, Aquarell, Trogen, Kantonsbibliothek Appenzell Ausserrhoden 1919: Wohnhaus Bondenoces, 16,5 cm × 20,9 cm, Aquarell, Trogen, Kantonsbibliothek Appenzell Ausserrhoden 1919–1926: Aussicht vom hinteren Châlet, 16,5 cm × 20,9 cm, Aquarell, Trogen, Kantonsbibliothek Appenzell Ausserrhoden ca. 1920: Kruselkopf, 36,5 cm × 29,2 cm, Bleistift, Trogen, Kantonsbibliothek Appenzell Ausserrhoden ca. 1920: Soldat, 45,5 cm × 29,1 cm, Aquarell, Trogen, Kantonsbibliothek Appenzell Ausserrhoden 1921: Chésières, Bleistift, 16,5 × 20,9 cm, Bleistift, Trogen, Kantonsbibliothek Appenzell Ausserrhoden 1921: Chésières Dorf, Bleistift, 20,8 cm × 16,4 cm, Aquarell, Trogen, Kantonsbibliothek Appenzell Ausserrhoden 1921: Von Chésières nach Ollon: Blick gegen das Wallis, Aquarell, 16,5 cm × 20,9 cm, Trogen, Kantonsbibliothek Appenzell Ausserrhoden 1921: Vue du Col du Soud sur Villars-Chésières, 16,5 cm × 20,9 cm, Aquarell, Trogen, Kantonsbibliothek Appenzell Ausserrhoden 1926: Hinteres Châlet Bondenoces: Nuser Logis, Aquarell, 16,5 × 20,9 cm, Trogen, Kantonsbibliothek Appenzell Ausserrhoden 1926: Schneiter-Hütte: Argentière, Dents du Midi, Mont Blanc, Bleistift, 16,5 × 20,9 cm, Trogen, Kantonsbibliothek Appenzell Ausserrhoden
Quellen und Literatur Schweizerisches Institut für Kunstwissenschaft (SIK-ISEA), Künstlerinnendossier Anna Baumann, Brief von Anna Baumann vom 24. Dezember 1941 an den Redaktor des Schweizer Künstler-Lexikons. Archiv Schweizerische Gesellschaft Bildender Künstlerinnen in der Gosteli-Stiftung in Worblaufen, AGoF 299. Archiv Schweizerische Gesellschaft Bildender Künstlerinnen, Sektion Waadt, Genf und Neuenberg im Schweizerischen Institut für Kunstwissenschaft in Lausanne, SIK-ISEA, AR 112, AR 113 und AR 114. Berichte über die Bernische Handwerker- und Kunstgewerbeschule Wintersemester 1899/1900 und Wintersemester 1900/1901 im Staatsarchiv Bern, BB IV 1113. Todesanzeige in der Appenzeller Zeitung vom 18. Dezember 1950. Christine Krause: Die Malerin Lise Oppel 1897–1960: Ein faszinierendes Leben in Worpswede und am Mittelmeer. Herausgegeben von der Kulturstiftung Landkreis Osterholz. Kellner-Verlag, Bremen 2010, S. 16–18. Daniel Studer: Ida Baumann. In: Daniel Studer (Hrsg.): Berufswunsch Malerin! Elf Wegbereiterinnen der Schweizer Kunst aus 100 Jahren. FormatOst, Schwellbrunn 2020, S. 125–139.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Person (Kanton Appenzell Ausserrhoden) Kategorie:Maler (Schweiz) Kategorie:Schweizer Kategorie:Geboren 1873 Kategorie:Gestorben 1950 Kategorie:Frau