Laura Hinze (* 1997 in Minden) ist eine deutsche Medizinerin und Krebsforscherin.

Leben Nach ihrem Abitur im Jahr 2013 begann Laura Hinze im Alter von 16 Jahren ihr Medizinstudium an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Nachdem sie 2015 ihr Physikum absolviert hatte, begann sie ihre Dissertation über genetische Aberrationen in kindlichen Leukämien unter Leitung von Martin StanullaKumulative Dissertation: Die Bedeutung von Glucocorticoid-Vincristin Pulsen in der Erhaltungstherapie für das Therapieergebnis IKZF1-deletierter akuter lymphoblastischer Leukämien im Kindes- und Jugendalter, MHH 2019 in der Abteilung für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie an der MHH. Anschließend folgte von 2017 bis 2019 ein Forschungsaufenthalt am Boston Children’s Hospital in der Arbeitsgruppe von Alejandro Gutierrez. Nach ihrer Rückkehr an die MHH baute sie ihre eigene Forschungsgruppe auf. 2021 wurde Hinze mit ihrer Arbeit über kindliche Leukämien promoviert und war als Forschungsgruppenleiterin und Assistenzärztin in der Klinik für pädiatrische Hämatologie und Onkologie unter Leitung von Christian Kratz tätig. Hinze wurde 2023 mit Arbeiten zu metabolischen Veränderungen in Leukämiezellen habilitiert und erhielt die Venia legendi im Fach Translationale Pädiatrische Hämatologie und Onkologie an der MHH.

Zwischen 2024 und 2025 erhielt Hinze einen Ruf auf die W2-Professur für Translationale Pädiatrische Hämatologie und Onkologie an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt. Ersteren Ruf nahm Hinze an und ist seit Mai 2025 in der Klinik für Pädiatrische Hämatologie, Onkologie und Klinische Immunologie an dem Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) unter Leitung von Arndt Borkhardt tätig.PD Dr. Laura Hinze ernannt, auf medizin.hhu.de

Werk Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im translationalen Tumormetabolismus in akuten lymphatischen Leukämien (ALL), der häufigsten Krebserkrankung bei Kindern und Jugendlichen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Medikament Asparaginase, das den Leukämiezellen die lebenswichtige Aminosäure Asparagin entzieht, welche diese im Gegensatz zu normalen Körperzellen nicht selbst herstellen können. Hinze erforscht u. a., wie Krebszellen resistent gegen Asparaginase werden, um neue Therapieansätze zu entwickeln. Hinze und ihrem Team gelang es, einen spezifischen Teil des Wnt-Signalwegs zu entschlüsseln, welcher durch gezielten Proteinabbau Leukämiezellen mit freien Aminosäuren versorgt und so die Resistenz vermitteln kann.Herausragende Forschung zur Krebsresistenz: Laura Hinze erhält Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Nachwuchspreis, Pressemitteilung, Goethe-Universität Frankfurt, 25. Januar 2022Laura Hinze, Alejandro Gutierrez u. a.: Synthetic lethality of Wnt pathway activation in drug-resistant acute leukemias, Cancer Cell, Band 35, 2019, S. 664–676, Sciencedirect

Diese Erkenntnisse im Kontext der Leukämie eröffnen darüber hinaus neue therapeutische Ansätze für Darmkrebs (und möglicherweise weitere solide Tumore) sowie tiefere Einblicke in die molekularen Mechanismen der Anpassung von Krebszellen an eine limitierte Aminosäureverfügbarkeit.

Durch ihre Arbeiten ist sie an verschiedenen Forschungsverbünden im Bereich der Tumorzellbiologie beteiligt, die u. a. vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert werden.

Auszeichnungen Für die Dauer ihres Medizinstudiums erhielt Hinze ein Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes. Nach mehreren Auszeichnungen der European Hematology Association (EHA) und American Society of Hematology (ASH) erhielt Hinze 2019 für ihre Forschung zur Überwindung von Therapieresistenzen in Leukämiezellen den Forschungspreis der Walter Schulz Stiftung.Junge Ärztin erhält Preis für Leukämieforschung, Ärztezeitung, 16. Dezember 2020 Im Jahr 2020 folgte die Auszeichnung mit dem Vincenz-Czerny-Preis der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) für ihre weiterführenden Arbeiten in soliden Tumorentitäten.Preisträger Vincenz-Czerny-Preis und deren Arbeiten, auf dgho.de 2021 wurde sie im Max-Eder Nachwuchsprogramm der Deutschen Krebshilfe mit einer Fördersumme von 743.000 Euro ausgezeichnet.Große Ehre für eine der jüngsten MHH-Ärztinnen, MHH Pressemitteilung, 7. Dezember 2021Great honour for one of the youngest MHH doctors, MHH Insight, 7. Dezember 2021 2022 erhielt sie den renommierten Paul-Ehrlich und Ludwig Darmstaedter Nachwuchspreis und ist die bis dahin jüngste Preisträgerin dieses Preises.24-jährige Krebsforscherin aus Hannover ausgezeichnet, ndr.de, 14. März 202224-jährige Krebsforscherin Hinze mit Preis ausgezeichnet, auf zeit.deLaura Hinze: Junges Ausnahmetalent in der Krebsforschung, auf aerzteblatt.de 2023 wurde Hinze mit dem Wissenschaftspreis der Fritz-Behrens-Stiftung ausgezeichnet.Ausgezeichnete Krebsforscherin: 120.000 Euro für Privatdozentin Dr. Laura Hinze, auf mhh.de Im Jahr 2025 wurde sie in die Forbes 30 under 30 Liste gewählt.Laura Hinze, auf forbes.at 2026 erhielt sie den Leopoldina-Preis für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

Einzelnachweise

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