Johannes Erich Gottschald (* 16. März 1887 in Dresden; † 12. Februar 1949 in Göppingen) war ein deutscher Verwaltungsjurist und Ministerialbeamter in Sachsen. In der NS-Zeit war er von 1935 bis 1944 Intendant des Sächsischen Staatstheaters in Dresden und leitete von 1939 bis 1945 die Sächsische Staatskanzlei.

Leben und Wirken Gottschald war ein Urenkel von Ludwig Richter und besaß mehrere Originale von ihm. Sein Vater war der Rechtsanwalt Maximilian Hugo Gottschald. Nach Schulbesuch und Studium der Rechtswissenschaften (u. a. an der Universität Oxford) wurde er 1910 an der Universität Leipzig zum Dr. jur. promoviert.

Anschließend schlug Gottschald eine Laufbahn in der Verwaltung des Königreichs bzw. später des Freistaats Sachsen ein: Zwischen 1914 und 1921 war er zunächst beim Polizeipräsidium in seiner Heimatstadt Dresden, dann als juristischer Hilfsarbeiter beim sächsischen Innenministerium und Wirtschaftsministerium tätig. 1921 trat er dann in den Dienst des sächsischen Außenministeriums, zum Zeitpunkt seiner Heirat 1923 war er dort Legationssekretär. Von 1928 bis 1930 war er sächsischer Gesandter bei den Regierungen der süddeutschen Staaten mit Sitz in München.

Inzwischen zum Ministerialdirektor aufgestiegen, wurde Gottschalk im Dezember 1935 nach der Ablösung Paul Adolphs mit der Führung der Geschäfte der Generalintendanz des Sächsischen Staatstheaters beauftragt. Diese Funktion nahm er bis 1944 wahr. Als Nachfolger von Curt Lahr leitete er zudem ab Januar 1939 die Sächsische Staatskanzlei in Dresden unter Reichsstatthalter Martin Mutschmann.Warnack (Hrsg.): Taschenbuch für Verwaltungsbeamte, 60. Jahrgang, Carl Heymanns Verlag, Berlin, 1943, S. 113. Er blieb bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges in dieser Funktion. Der Zeithistoriker Thomas Schaarschmidt schätzt Gottschalds Rolle als „farbloser Fachbeamter“ ein.Thomas Schaarschmidt: Die regionale Ebene im zentralistischen „Führerstaat“ – das Beispiel des NS-Gaus Sachsen. In: Michael Richter, Thomas Schaarschmidt, Mike Schmeitzner (Hrsg.): Länder, Gaue und Bezirke. Mitteldeutschland im 20. Jahrhundert. Mitteldeutscher Verlag, Halle 2007, ISBN 978-3-89812-530-7, S. 125–140, hier S. 139.

Nach Kriegsende verließ Gottschalk Dresden und ließ sich in Göppingen nieder, wo er 1949 starb.

Auszeichnungen 1916 Ritterkreuz 2. Klasse mit Schwertern des königlich sächsischen Albrechtsordens

Schriften (Auswahl) Die Ehrenzahlung der Wechselordnung. Inaugural-Dissertation. Buchdruckerei O. Wigand, 1910.

Literatur Tobias C. Bringmann: Handbuch der Diplomatie 1815-1963: Auswärtige Missionschefs in Deutschland. K. G. Saur Verlag, München, 2001, S. 356.

Weblinks Personalakte während seiner Zeit als juristischer Hilfsarbeiter im Sächsischen Ministerium für Wirtschaft

Einzelnachweise

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