mini|hochkant=1.8|Einige der Figuren auf einem Wandgemälde in Brüssel
Der Artikel Figuren aus Asterix stellt ausgewählte Figuren aus René Goscinnys und Albert Uderzos Comic Asterix vor.
Hauptfiguren Die Hauptfiguren werden in den meisten Bänden auf Seite 4 kurz vorgestellt. Die Vorstellungsseite der Ersterscheinung von Asterix wurde lange in allen Folgeheften und -auflagen beibehalten. Später wurde der Text bezüglich Idefix ausgeweitet und die Bilder modernisiert.
Asterix mini|Typischer Flügelhelm des Asterix
Asterix (, zu , der Asterisk) ist die Hauptfigur der Geschichten. Er zeichnet sich durch einen kleinen, eher schwächlich wirkenden Körperbau aus. Als Krieger bezieht er seine übermenschliche Kraft aus dem Zaubertrank von Miraculix. Seine Stärken sind sein Scharfsinn, Einfallsreichtum und seine Gutmütigkeit.
Als „Star“ und wegen seiner Größe ist der Name Asterix – also Sternchen – bezeichnend. Der Anfangsbuchstabe ‚A‘ wurde für den Namen als Titelheld gewählt, damit der Comic in alphabetischen Listen möglichst weit vorne steht.
Zusammen mit dem Druiden Miraculix bildet er das „Hirn“ des unbezwingbaren gallischen Dorfes und entwickelt die Schachzüge, die den Römern und Julius Caesar in zweierlei Hinsicht Kopfzerbrechen bereiten, da Asterix im Gegensatz zum Druiden auch im Kampfgeschehen aktiv ist. Im Geiste der Résistance wehrt er sich gegen die römische Okkupation und steht in diesem Kampf auch bedrängten Freunden bei. Er untersteht als hauptberuflicher Krieger des Dorfes direkt dem Häuptling Majestix, teilweise auch als Ehrengarde. Als Krieger ist er unverheiratet und lehnt eine Statusänderung ab. Im Umgang mit Obelix, seinem gegensätzlichen Freund, werden auch seine Schwächen deutlich: Er ist manchmal ansatzweise besserwisserisch, leicht reizbar und neigt in Ausnahmefällen zu Depressionen. Trotz dieser charakterlichen Fehler und der Tatsache, dass er vom Erscheinungsbild als Antiheld gelten kann, ist sein Charakter in der Hauptsache doch der eines Helden: Er ist loyal, auch seinem Häuptling gegenüber, dem meistens mit seiner Führerrolle überforderten Gemütsmenschen Majestix, selbstlos, einfühlsam, tapfer und tatendurstig.
Asterix gilt „als nicht mehr so jung, wie er aussieht“ – ausgehend von Anspielungen auf seinen Geburtstag und Informationen aus Kurzgeschichten ist er im Jahr 85 v. Chr. als Sohn von Astronomix und Praline im gallischen Dorf geboren, am selben Tag wie Obelix, also im Jahr 50 v. Chr., dem in der Einleitung genannten Jahr, 35 Jahre alt. Asterix trägt, wie auch Majestix, im Unterschied zu den übrigen Dorfbewohnern ständig ein Schwert. Obwohl er es wegen des Zaubertranks selten braucht, zeigt er sich in den wenigen Situationen wie in Das Geschenk Cäsars, Asterix und der Greif und Asterix und der Kupferkessel als fähiger Schwertkämpfer.
Obelix mini|Obelix, Asterix und Idefix an einer Hausfassade
Obelix (frz. Obélix) ist der ständige Freund und Begleiter von Asterix und von Beruf Produzent und Lieferant von Hinkelsteinen. Er ist als Kind in einen Kessel mit Zaubertrank gefallen, dessen Wirkung bei ihm seitdem anhält und ihm dauerhaft übermenschliche Kräfte verleiht. Er ist groß, kräftig gebaut und beleibt. Er bildet im Körperbau, aber auch mit seiner emotionalen, einfältigen und manchmal derben Art einen starken Kontrast zu Asterix.
Der Name Obelix ist vermutlich lautmalerisch aus dem französischen Wort mit einer entsprechenden Endung wie Astérisque, aus dem Asterix hergeleitet wurde, entstanden. Das griechische Wort Obelisk bezeichnete ursprünglich einen Grillspieß. Es ist ebenfalls möglich, dass er entweder von (im deutschen Sprachraum auch als Obeliskus (†), wiederum das lateinische Wort für ‚Obelisk‘, bezeichnet) oder von , dem Zeichen für Division (÷), herrührt. Beide Namen, Asterix wie Obelix, bezeichnen damit typografische Zeichen, entweder für Anmerkungen zu wissenschaftlichen Texten oder für mathematische Operatoren (mal/geteilt).
mini|Votivblech aus dem Hortfund von Hagenbach mit der Nennung des Andossus, Sohn des Obelexxus
Wider Erwarten zeigte ein archäologischer Fund, dass Obelix tatsächlich einem gallischen Namen ähnelt: Bei Hagenbach, westlich von Karlsruhe, wurde bei Baggerarbeiten in den 1960er Jahren ein Beuteschatz geborgen, den vermutlich Alamannen um das Jahr 275 nach Plünderungen im südgallischen Aquitanien beim Übersetzen über den Rhein verloren. Ein silbernes Votivblech trägt den Namen des Stifters Andossus, Sohn des Obelexxus.Kai Brodersen: Die kleine Welt des großen Galliers. In: Derselbe (Hrsg.): Asterix und seine Zeit. Die große Welt des kleinen Galliers. C. H. Beck, München 2001, ISBN 3-406-45944-7, S. 12–18, hier S. 15–17.
Obelix ist aufgrund seiner anhaltenden übermenschlichen Kraft von besonderer Bedeutung für das Dorf, so wie Asterix auf Grund seiner Schlauheit. Allerdings kann er seine Kraft nur schwer kontrollieren, so dass Türen bereits beim Anklopfen zu Bruch gehen und meterdicke Bäume versehentlich ausgerissen werden. Weil er Nebenwirkungen befürchtet, verbietet Druide Miraculix jede weitere Einnahme des Tranks, worunter Obelix als Gourmand sehr leidet. Nur in besonderen Fällen, in denen ein großer Kraftaufwand nötig ist, wird eine Ausnahme gemacht. Obwohl der Trank laut Miraculix’ Äußerung nur stark, aber nicht unverwundbar macht, empfindet Obelix kaum Schmerzen. So spürt er in Streit um Asterix im Gegensatz zu vielen anderen Personen nichts, als Legionär Taubenus ihm mit der Keule auf den Kopf schlägt, und trägt in Das Geschenk Cäsars keine Schäden davon, als er einen Rammbock in den Bauch bekommt. Obelix mag Essen im Allgemeinen und gebratenes Wildschwein im Besonderen. Er kann unglaubliche Mengen verspeisen, wie in Asterix und der Kupferkessel, wo er anfangs an dem zu Ehren des anderen Stammes veranstalteten Festbanketts die ganze Nacht hindurch Wildschweine verzehrt und bei Morgengrauen noch vor Genuss des letzten Bratens noch Appetit auf Zwiebelsuppe verspürt. Da er seinen Durst normalerweise mit Ziegenmilch stillt, reagiert er empfindlich auf starke Getränke wie Wein. Auch bei schönen Frauen wie etwa Falbala wird er schwach, hat aber mit großer Schüchternheit zu kämpfen. Seine liebsten Freizeitbeschäftigungen sind das Verprügeln von Römern und die Wildschweinjagd, daneben mischt er gern in den Dorfraufereien mit. Obelix reagiert aggressiv auf Hinweise auf seinen Leibesumfang. Sein Hund Idefix ist sein ständiger Begleiter. Obelix trägt bis auf den ersten Band keine Waffen, verwendet aber Hinkelsteine zum Zuschlagen und als Wurfgeschosse. Er gilt nicht als Krieger, sondern als Handwerker und Kaufmann und wird in die politischen Entscheidungen des Dorfes nicht einbezogen, auch wenn er meist dabei anwesend ist. Obelix ist in die französische und, in geringerem Umfang, auch in die deutsche Sprache durch seine Standardbemerkung bzw. eingegangen.
Die auf Anregung Uderzos entstandene Figur des Obelix war ursprünglich von Goscinny nicht vorgesehen, der sich ausschließlich auf seinen Helden Asterix konzentrieren wollte. Daher spielt Obelix in der ersten Geschichte, Asterix der Gallier, nur eine Nebenrolle und ist als Persönlichkeit noch nicht ausgereift. Obelix ist in den ersten Bänden weniger „rundlich“ gezeichnet, und auch der Größenunterschied zu Asterix nahm in den späteren Bänden zu. Obwohl er nicht die Hauptfigur ist (mit der möglichen Ausnahme der Bände Obelix GmbH & Co. KG und Obelix auf Kreuzfahrt), ist Obelix aufgrund seiner menschlichen Schwächen für viele Leser der heimliche Held der Serie. Auch Uderzo hat sich zu ihm als Lieblingsfigur bekannt. Erst im Zusammenspiel von Asterix und Obelix ergibt sich ein Heldenbild, dem die beiden jeweils alleine aufgrund ihrer Mängel nicht gänzlich entsprechen.
Idefix Idefix (frz. Idéfix, Wortspiel mit dem französischen , vgl. Idée fixe) ist der Hund von Obelix. Er hat weißes Fell mit schwarzen Schwanz- und Ohrenspitzen. Seine kleine Gestalt bildet einen auffallenden Kontrast zu Obelix’ massiger Figur. Seit Idefix’ Erscheinen sind die beiden nur selten voneinander getrennt, etwa im Band Asterix als Legionär.
Seinen Namen erhielt er durch einen Wettbewerb unter den Lesern der französischen Jugendzeitschrift Pilote, in der die Asterix-Geschichten zuerst erschienen. Etliche weitere Wortspiele wurden vorgeschlagen, zum Beispiel Papeurdurix (‚Keineangstvornix‘), Trèpetix (‚Sehrkleinix‘) oder Toutousanprix (‚Wauwauohnepreis‘).
Idefix ist die einzige „Hauptfigur“ der Serie, die nicht von Anfang an dabei war. Er taucht erstmals in Tour de France auf, dem fünften Band in der originalen französischen Reihenfolge (in der deutschen Version Band 6). Aus Interesse an deren soeben erworbenem Schinken schließt er sich in Lutetia Asterix und Obelix an und folgt ihnen bis ins Gallierdorf, wo er offenbar von Obelix adoptiert wird. Der Name Idefix erscheint jedoch erst im Folgeband Asterix und Kleopatra.
Anfangs stört sich Asterix noch daran, dass Obelix den Hund mit auf Reisen nimmt, doch schon bald wird Idefix – bis auf vier Ausnahmen – zum unverzichtbaren Begleiter auf dem Weg ins Abenteuer. Auch an heimischen Gefechten mit den Römern beteiligt er sich. Seine Spürnase führt Asterix und Obelix mehrmals zu wichtigen Entdeckungen. Später äußert sich bei Idefix eine übergroße Zuneigung zu Bäumen durch ein spontanes Wehgeheul, wann immer ein Baum – meist unabsichtlich von Obelix – entwurzelt wird. Idefix freundet sich schnell mit anderen Hunden an, zum Beispiel der Dogge von Erik dem Blonden (Die große Überfahrt), aber auch Wölfen (Asterix und der Greif). Zaubertrank hat bei ihm die gleiche Wirkung wie bei Menschen (siehe: Asterix und Kleopatra).
Der im Comic gezeichnete Idefix lässt sich keiner Hunderasse zuordnen; für die Realfilme wurden Tiere der Rasse West Highland White Terrier passend gefärbt.
Seit 2021 wird die animierte, französische TV-Serie Idefix und die Unbeugsamen (frz. Idéfix et les Irréductibles) ausgestrahlt. Sie stellt die Vorgeschichte von Idefix als Straßenhund dar, bevor er auf Asterix und Obelix traf. Diese wird aus der Sicht von Idefix und seinen Freunden Turbine, Sardine und Dertutnix gezeigt, und so können alle Tiere in der Serie sprechen.
Miraculix mini|Festwagen mit Miraculix-Figur
Miraculix (frz. Panoramix, von panoramique, dem frz. Adjektiv zu ‚Panorama‘) ist der Druide des Dorfes; sein deutscher Name ist von ‚Mirakel‘ (aus dem lateinischen miraculum, zu Deutsch ‚Wunder‘) abgeleitet. Er trägt einen langen, weißen Bart, der im Laufe der Jahre/Alben beträchtlich wächst. Seine Kleidung gibt die Farben der Trikolore wieder: blaue Schuhe, weißes Gewand und roter Umhang. Er ist eine Respektsperson, die in der Achtung noch über dem Häuptling steht, dem gegenüber er aber streng loyal ist. Als einziger der männlichen Dorfbewohner beteiligt er sich in der Regel nicht an Kämpfen (zwei Ausnahmen sind zum Beispiel im Band Der große Graben oder in Der Papyrus des Cäsar zu sehen). Einen Großteil seiner Zeit verbringt Miraculix damit, auf Eichen wachsende Misteln mit seiner goldenen Sichel zu schneiden. Daraus und aus diversen anderen geheimen Zutaten braut er den Zaubertrank, der übermenschliche Kräfte verleiht und mit dem sich das Dorf gegen die Übermacht der Römer behaupten kann.