Christoph Philipp Schlott (* 12. Januar 1960 in Frankfurt am Main) ist ein deutscher Historiker,Vgl. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18. Februar 1994, Nr. 41, S. 59. Archäologe,Vgl. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21. Januar 2012, Nr. 18, S. 54. Sachbuchautor und Verleger. Er erforscht die deutsche Demokratiegeschichte und insbesondere die Rolle der Festung Königsteins darin.Vgl. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11. Mai 2019, Nr. 109, S. 51.Vgl. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19. April 2018, Nr. 91, S. 40.

Leben Schlott ist in Falkenstein, einem Stadtteil von Königstein im Taunus, aufgewachsen.

Christoph Schlott besuchte die Taunus-Schule in Königstein im Taunus. Nach seinem Grundwehrdienst studierte zwischen 1979 und 1984 Geschichtswissenschaften (Vor- und Frühgeschichte, Klassische Archäologie, Mittlere und Neuere Geschichte) an den Universitäten Frankfurt und Tübingen unter anderem bei Günther Smolla und Manfred Korfmann mit den Schwerpunkten Latènezeit und Megalith-Kulturen. Seine Abschlussarbeit in Frankfurt behandelt zum ersten Mal in Deutschland den Nachweis eines keltisch-römischen Kampfgeschehens im Zuge der augusteischen Eroberung Germaniens im Jahr 11 vor Christus („Schlachtfeld-Archäologie“).Vgl. Krönke/Schlott: Festung Königstein. Ort europäischer Demokratiegeschichte. Hardcover, Format 30 × 42 cm, vierfarbig. 350 Seiten mit mehr als 380 meist farbigen Abbildungen. ISBN 978-3-944213-19-4.

Schlott lebt und arbeitet zurzeit in Limburg an der Lahn.

Wirken Schlott leitete 1985 und 1986 das Kreis- und Stadtmuseum Dieburg bei Darmstadt,Vgl. „Ein Student als Museumsleiter“. Frankfurt Allgemeine Zeitung, 30. November 1984.Vgl. „Neueröffnung des Kreis- und Stadtmuseums mit international beachteter Ausstellung“. Dieburger Anzeiger, 26. Juli 1985.Vgl. „Die Bürokratie der Götter. Archäologische Fundstücke aus dem alten Mesopotamien“. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15. Mai 1986.Vgl. „Schlott-Report zum Museum“. Dieburger Anzeiger, 10. Mai 1987. und machte sich 1986 selbständig. Wenig später gründete er den Verein ‚Terra Incognita e.V.‘,Vgl. „Geschichte ohne Staub und Mief“. Höchster Kreisblatt, 10. Juli 1988.Vgl. „Den dicken Staub von der Historie fegen. ‚Terra Incognita‘ will Langeweile aus Museen vertreiben, Didaktik wichtig“. Frankfurter Rundschau, 29. März 1989.Vgl. „Forschung: Zeitreisende“. Journal Frankfurt, 11. März 1994. den er bis heute auch als Vorsitzender leitet. Schwerpunkt ist die Beratung öffentlicher Institutionen und die Durchführung kulturhistorischer Projekte. Seit 2020 trägt der Verein den Namen ‚Neuer Königsteiner Kreis e.V.‘ und hat seinen Arbeitsschwerpunkt auf Themen der Demokratiegeschichte fokussiert. Schlott führte mehrere archäologische Grabungen durch: an der Turmburg Falkenstein im Taunus,„Grabungen auf Burg Falkenstein. Für die Heimatkundler Ferien geopfert. Torbau entdeckt, der auf altem Morgenstern-Stich zu sehen ist“. Taunus-Zeitung, 10. Juli 1976.„Neufalkenstein: Turmburg mit mächtigen Mauern“. Taunus-Zeitung, 26. September 1991.„Der Turmstumpf der Nüringer liegt frei. Heimatverein im Taunus öffnet archäologisches Fenster zu den Ursprüngen Falkensteins“. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 1. November 1991. in Steinbach am Taunus,Vgl. „Auf den Spuren der Römer“. Taunus-Zeitung, 22. September 1988.Vgl. „Eine Reihe interessanter Funde. Fachleute: Aus der Zeit um 200 n.Chr./Es lohnt sich, weiterzumachen“. Frankfurter Rundschau, 22. September 1988. am keltischen Heidetränk-Oppidum bei Oberursel,Vgl. „Pferdegeschirr lag am Fuß der Toten. Im Heidetränktal fanden Archäologen der ersten keltischen Leichenbrand“. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 6. Dezember 1984. und initiierte Kooperationen zwischen Hochschulen und lokalen Museen und Heimatvereinen.Vgl. „Studenten vermaßen für Land und Museum. Größte archäologische Vermessung brachte viele wichtige Erkenntnisse“. Dieburger Anzeiger, 23. September 1985.Vgl. „Fachhochschüler stellten Karten mit Bodendenkmälern her. Am Ringwall Maß genommen“. Frankfurter Rundschau, 24. September 1985.

Seit 2016 engagiert er sich in Königstein im Taunus bei der Erforschung und Popularisierung demokratiehistorischer Themen vor Ort.Vgl. „Der Kerker der Demokratie. Christoph Schlott sieht in der Burg ein wichtiges Stück deutscher Geschichte und Potenzial zur Vermarktung“. Taunus-Zeitung, 20. April 2016.Vgl. „Mehr Demokratie wagen. Benedikt Erenz reist im Superwahljahr durch die deutsche Freiheitsgeschichte“. Die Zeit, 4. Mai 2017.Vgl. „Das Gefängnis der ersten Demokraten. Verein Terra Incognita will die Burgruine als Lern- und Gedenkort etablieren“. Frankfurter Rundschau, 11. März 2018.Vgl. „Von Königstein nach Bonn. Veranstaltungen zum Grundgesetz-Jubiläem“. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11. Mai 2019. Dazu zählen der „Ort europäischer Demokratiegeschichte Festung Königstein“ und weitere Orte der deutschen Demokratiegeschichte innerhalb der Stadt.Vgl. „Eine eigene Zeitung für die Festung“. Taunus-Zeitung, 10. Februar 2024.Vgl. „Der Alte, die Kurstadt und der lange Weg zur CDU“. Taunus-Zeitung, 25. August 2023.Vgl. „Historische Quelle aus rosa Papier“. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18. August 2023.

Schlott arbeitete in den vergangenen Jahrzehnten zu zahlreichen Themen der Rhein-Main-Regionalgeschichte vor allem im kulturpolitischen Zusammenhängen, z. B. zum Weltkulturerbe Grube Messel,Vgl. „Ein alter See macht Geschichte. Mit den Urpferdchen in der Grube Messel wird eine Evolutionslücke geschlossen“. Süddeutsche Zeitung, 31. Dezember 1987.Vgl. „Zaghafte Wissenschaftler. Terra Incognita – Gedanken über die Grube Messel“. Frankfurter Rundschau, 10. März 1988.Vgl. „Appell an die Lehrer: Das Heimatmuseum in Karlstein als einen Lernort nutzen“. Main-Echo, 28. Januar 1992.Vgl. „Dettinger Schlacht von 1743 soll beispielhaft Schrecken und Elend des Krieges illustrieren“. Main-Echo, 1. September 1992. beriet und schrieb für Unternehmen und deren Unternehmensgeschichte, z. B. 250 Jahre Bethmann-Bank,Vgl. „Kaiser-Panorama und andere Sehnsüchte im Bethmannhof“. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21. Februar 1997.Vgl. „Bethmann-Bank feierte ihren 250.Geburtstag“. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20. Juli 1998.Vgl. „Spott dem König von Engelland. Musikalischer Rundgang 250 Jahre Bethmann-Bank“. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20. Juli 1998. Landesbank Hessen-Thüringen, 125 Jahre Commerzbank,Vgl. „La Ola mit der größten Bankfiliale. Belegschaftsfest im Stadion“. Frankfurter Rundschau, 12. Juni 1995. 50 Jahre Kreditanstalt für Wiederaufbau, und verschiedene Partner der öffentlichen Hände, bei Verlagen und Kultureinrichtungen.Vgl. „Und dann ein Blick ins Saufanghäuschen. Im Jagdschloss Kranichstein entsteht ein Museum. Fachleute inventarisieren den Bestand“. Darmstädter Echo, 4. April 1992.Vgl. „Konzept Taunusausstellung für Museum“. Taunus-Zeitung, 21. März 1991.Vgl. „Vielversprechendes Beispiel für künftiges Museum“. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 8. März 1991.Vgl. „‘Fortuna‘ soll wachsen. Neues Konzept: Besucherzahl verdreifachen“. Wetzlarer Neue Zeitung, 13. September 2008.

Er organisierte und leitete als Intendant zwischen 1997 und 2019 etwa 275 Themen-Konzerte in der Region.Vgl. „Mozart im Eisstadion. Landestreffen hessischer Hochschul-Sinfonie-Orchester am Wochenende in Bad Nauheim“. Frankfurter Rundschau, 24. Juni 1999.Vgl. „Tonkunst-Akademie bestreitet Premiere. Erstes Landestreffen hessischer Hochschul-Sinfonie-Orchester im Eisstadion“. Wetterauer Zeitung, 19. Juni 1999.Vgl. „Ein Abend im Zeichen spanischer Klänge. Orchester der Universität Kassel konzertierte in Gleiberg“. Gießener Allgemeine, 12. Juli 2005.Vgl. „Ernste Musik in lockerer Atmosphäre: Orchesterfestival 2009 ist geplant“. Nassauische Neue Presse, 27. Juni 2008.„Freundschaft mit Goethe, Sympathie für Weber. Ars Musica Hassiae mit Musik aus dem Verlagshaus André in der Deutschen Bibliothek“. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11. Februar 1999.Vgl. „Von der Marseillaise bis zur Hessen-Hymne. Der Verein Terra Incognita kümmert sich um ungehobene Schätze regionaler Musikgeschichte“. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14. September 1998.Vgl. „Ars Musica Hassiae: Neue Alte Musik. Konzerte seit fünf Jahren“. Frankfurter Rundschau, 3. Dezember 1999.Vgl. „Paukenschläge für die Revolution. Ein Konzert im Saal der Deutschen Bibliothek“. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26. April 1998.Vgl. „Noch ist Gutenberg nicht verloren. Ein Polen-Programm mit einer schottischen Hessen-Hymne, gespielt von der Schlesischen Philharmonie Kattowitz“. Frankfurter Rundschau, 18. Oktober 2000.Vgl. „Fanfaren der Freiheit. Collegium Musicum präsentiert Beethoven, Dvorak und Smetana“. Taunus-Zeitung, 30. Januar 2017.Vgl. „Es tönt wie zur Jagd im herrschaftlichen Wald. Ars Musica Hassiae mit einer originalgetreuen Interpretation“. Gelnhäuser Tageblatt, 9. August 1994.Vgl. „Auf, auf zum fürstlichen Jagen. Collegium Ars Musica Hassiae“. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10. August 1994.

Zwischen 1989 und 2002 konzipierte er zahlreiche kulturhistorische Ausstellungen, darunter in Bad Homburg,Vgl. „Römer, Chatten und Kelten siedelten im Taunus. Ausstellung zeigt die Geschichte des Gebirgszuges“. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26. Juli 1990. Wetzlar,Vgl. „Keltenmetropole in Mittelhessen“. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 8. September 2001. Bad Nauheim, Dreieich, Königstein,Vgl. „Moneta Nova. Silbergeld vor 400 Jahren“. Frankfurter Rundschau, 9. November 1989. Darmstadt,Vgl. „Vielversprechendes Beispiel für künftiges Museum. 150 Jahre Datterich“. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 8. März 1991. Frankfurt,Vgl. „Der Vorrat der Ratsherren. Ausstellung über Ernährungsgeschichte im Palmengarten“. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 9. Juli 1994. WeimarVgl. „Also sprach der Ober-Mops. Eine Weimarer Ausstellung bringt Licht in das Dunkel der Geheimgesellschaften“. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20. Juni 2002. und Heilbronn.Vgl. „Feinschmecker kamen früher kaum auf ihre Kosten. Ausstellung untersucht Speisezettel der Altvorderen“. Stuttgarter Zeitung, 16. Oktober 1992. Dazu zählten Themen wie „Vom Mammutfleisch bis zur Kartoffel“,Vgl. „Mammutsteak aus der Kochgrube. Ausstellung im Frankfurter Palmengarten zeigt die Entwicklung der Ernährungsgeschichte“. Wiesbadener Kurier, 13. Juli 1994. „100 Jahre Walter Kolb“,Vgl. „Ein Mittler zwischen den Demokratien. Gedenken der Stadt an OB Walter Kolb“. Frankfurter Rundschau, 23. Januar 2002. „Geheime Gesellschaft. Weimar und die Freimauererei“,Vgl. „Braver Maurer Goethe“. Der Spiegel, 17.6.1002. „Haus der Länder Villa Rothschild“ (2024)Vgl. „Als die Bundesrepublik in der Königsteiner Wiege lag. Bauzaun-Ausstellung über Grundgesetz-Verhandlungen in Villa Rothschild“. Taunus-Zeitung, 12. Dezember 2024. oder „Die Entstehung der Hessischen Verfassung“ (2025).Vgl. „Der Bauzaun – Medium der Zukunft? Königstein als Pilotgemeinde eines neuen Hessen-Konzeptes“. Kulturelles Erbe Königstein 12,Dezember 2024. Er ist Autor und Herausgeber historischer Illustrierter („1200 Jahre Frankfurt“,Vgl. „Stadtchronik zum Jubiläum. Das ‚Journal Frankfurt‘ stellt Geschichtsillustrierte vor“. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18. Februar 1994. „150 Jahre Paulskirche“,Vgl. „Der Alltag im Revolutionsjahr. Societätsverlag bringt Themenheft zu 1848 heraus“. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31. März 1998. „250 Jahre Goethe“,Vgl. „Mit Goethe durch das Jubiläumsjahr. Ein Magazin aus dem Societätsverlag ehrt den Frankfurter Dichterfürsten zum 250. Geburtstag“. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 5. Juni 1998. „2.000 Jahre Taunus“Vgl. „Lust am Entdecken. Taunus-Illustrierte: Freizeitführer mit historischen Hinweisen und praktischen Tipps“. Darmstädter Echo, 31. August 2002.) und verschiedener Festival-ZeitungenVgl. „Museumszeitung für Hessen“. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 4. August 1988. und Autor historischer sowie naturhistorischer Bücher und Broschüren.