Die Katalonien-Rundfahrt 2023 war die 102. Austragung des spanischen Etappenrennens. Das Radrennen fand vom 20. bis zum 26. März im Rahmen von sieben Etappen statt und war Teil der UCI WorldTour 2023.
In der Gesamtwertung setzte sich Primož Roglič (Jumbo-Visma) mit einem Vorsprung von sechs Sekunden vor Remco Evenepoel (Soudal Quick-Step) durch. Primož Roglič gewann zudem die Punktewertung, während sich Remco Evenepoel die Berg- und Nachwuchswertung sicherte. Den dritten Gesamtrang belegte João Almeida (UAE Team Emirates) mit einem Rückstand von zwei Minuten und elf Sekunden. Die Mannschaftswertung ging an das UAE Team Emirates.
Streckenführung Insgesamt legten die Fahrer auf den sieben Etappen 1185,3 Kilometer zurück. Es standen vier hüglige und drei Bergetappen auf dem Programm, die alle mit einer Bergankunft zu Ende ging. Die Rundfahrt begann in Sant Feliu de Guíxols in der Provinz Girona, ehe es bereits am zweiten Abschnitt in die Pyrenäen ging. Hier fanden zwei Bergankünfte in Vallter (2135 m) und La Molina (1680 m) statt. Die vierte Etappe führte die Fahrer aus den Pyrenäen hinaus und endete in Sabadell im Hinterland von Barcelona. Im Anschluss wurde die Rundfahrt in Tortosa am Ufer des Ebro fortgesetzt, wo die dritte und letzte Bergankunft im Parc Natural dels Ports auf dem Mirador del Portell stattfand. Die Etappenankunft trug den Namen Lo Port (980 m). Nach dem kurzen Abstecher in den südlichen Teil Kataloniens kehrten die Fahrer mit einer hügligen Etappe ins Umland von Barcelona zurück. Am letzten Tag fand der traditionelle Abschluss des Etappenrennens auf einem Rundkurs um den Montjuïc statt. EtappeDatumStreckeTypkm1Mo, 20. März 2023Sant Feliu de Guíxols – Sant Feliu de GuíxolsMittelgebirgsetappe164,62Di, 21. März 2023Mataró – VallterHochgebirgsetappe165,43Mi, 22. März 2023Olost – La MolinaHochgebirgsetappe180,64Do, 23. März 2023Llívia – SabadellMittelgebirgsetappe188,25Fr, 24. März 2023Tortosa – Lo PortHochgebirgsetappe176,66Sa, 25. März 2023Martorell – Molins de ReiMittelgebirgsetappe174,17So, 26. März 2023Barcelona – BarcelonaMittelgebirgsetappe135,8Gesamtdistanz:1185,3
Reglement Im Rahmen der 102. Auflage wurden Trikots für die Gesamtwertung (weiß/grün), Punktewertung (weiß/blau), Bergwertung (weiß/rot) und Nachwuchswertung (weiß/orange) vergeben. Zusätzlich gab es eine Teamwertung und ein Trikot für den besten katalanischen Fahrer (schwarz). Nach jeder Etappe wurde der aktivste Fahrer von einer Jury bestimmt. Dieser trug am anschließenden Etappentag eine grüne Rückennummer.
Für die Teamwertung wurden die Zeiten der drei besten Fahrer pro Etappe zusammengezählt. Während der Etappen gab es die Möglichkeit, Zeitbonifikationen zu gewinnen, um sich in der Gesamtwertung zu verbessern. Die Vergabe der Sekunden sowie der Punkte für die Punkte- und Bergwertung wird in der folgenden Tabelle erklärt: 1.2.3.4.5.6.PlatzPunktewertungZielankunft1064PunkteZwischensprint321Bergwertung'Especial' Kategorie2620161412101. Kategorie10864212. Kategorie53213. Kategorie321BonussekunundenZielankunft1064SekundenZwischensprint321
Teilnehmende Mannschaften und Fahrer Neben den 18 UCI WorldTeams gingen auch 7 UCI ProTeams an den Start. Für jedes Team waren sieben Fahrer startberechtigt, wobei Lucas Plapp (Ineos Grenadiers) die erste Etappe nicht in Angriff nahm. Von den 174 Startern erreichten 130 das Ziel in Barcelona.
Mit Remco Evenepoel (Soudal Quick-Step), Primož Roglič (Jumbo-Visma), Egan Bernal, Geraint Thomas (beide Ineos Grenadiers), Richard Carapaz, Rigoberto Urán (beide EF Education-EasyPost), Adam Yates, João Almeida (beide UAE Team Emirates), Jai Hindley (Bora-hansgrohe), Mikel Landa, Gino Mäder, Jack Haig (alle Bahrain Victorious), Romain Bardet (Team DSM), Ben O’Connor (AG2R Citroën Team), Giulio Ciccone (Trek-Segafredo), Michael Woods (Israel-Premier Tech), Guillaume Martin (Cofidis) und Iván Sosa (Movistar Team) nahmen mehrere starke Gesamtklassementfahrer die Rundfahrt in Angriff. Hinzu kamen mit Cian Uijtdebroeks (Bora-hansgrohe), Tobias Halland Johannessen (Uno-X Pro Cycling Team) und Lenny Martinez (Groupama-FDJ) aufstrebende Talente, die im Kampf um die Gesamtwertung mitmischen konnten.
Aufgrund des anspruchsvollen Terrains starteten mit Kaden Groves (Alpecin-Deceuninck), Bryan Coquard (Cofidis), Hugo Hofstetter (Team Arkéa-Samsic) und Ethan Hayter (Ineos Grenadiers) nur wenige Sprinter. UCI WorldTeamsUCI ProTeamsACTGFCDSMBBHADCIGDJAYCJRASTICWTFSEKPTBVTJVUADEUSBOHMOVIPTCOFSOQLDTEFEARKUXT
Rennverlauf und Ergebnisse
Mit Lucas Plapp (Ineos Grenadiers) ging ein Fahrer nicht an den Start der ersten Etappe. Den Etappensieg auf der ansteigenden Zielgerade sicherte sich Primož Roglič (Jumbo-Visma) vor Remco Evenepoel (Soudal Quick-Step) und Ide Schelling (Bora-hansgrohe). Richard Carapaz (EF Education-EasyPost), Egan Bernal (Ineos Grenadiers) und Gino Mäder (Bahrain Victorious) erreichten das Ziel in der zweiten Gruppe und verloren 10 Sekunden auf den Etappensieger. Im Finale ereignete sich ein Sturz im Hauptfeld in den auch Adam Yates (UAE Team Emirates) involviert war. Der Brite konnte das Rennen zwar fortsetzten liegt nun jedoch bereits über zehn Minuten zurück. Auch Geraint Thomas (Ineos Grenadiers) überquerte den Zielstrich in einer abgehängten Gruppe die einen Rückstand von über einer Minute aufwies. In der Gesamtwertung liegt Primož Roglič aufgrund der Zeitbonifikationen nun vier Sekunden vor Remco Evenepoel.
Die zweite Etappe endete mit einer Bergankunft im Skiort Vallter (2135 m). Esteban Chaves setzte sich rund sieben Kilometer vor dem Ziel im Schlussanstieg ab, wurde jedoch auf dem letzten Kilometer von einer kleinen Gruppe gestellt. In dieser waren mit Primož Roglič, Remco Evenepoel und Giulio Ciccone (Trek-Segafredo) drei Fahrer vertreten. Letzterer setze sich im Sprinz vor dem Gesamtführenden Primož Roglič durch, der das Führungstrikot verteidigte und nun sechs Sekunden vor Remco Evenepoel und Giulio Ciccone liegt. Mit einem Abstand von 11 Sekunden folgten Mikel Landa (Bahrain Victorious) und João Almeida (UAE Team Emirates), der zur Hälfte des Schlussanstiegs aufgrund eines technischen Defekts zurückgefallen war, jedoch wieder zu den anderen Favoriten aufschließen hatte können. In einer weiteren Gruppe folgten Esteban Chaves, Michael Woods (Israel-Premier Tech), Jai Hindley und sein Teamkollege Cian Uijtdebroeks (beide Bora-hansgrohe) mit einem Rückstand von 15 Sekunden. Zu den Verlierern des Tages zählten Egan Bernal, Richard Carapaz die im Ziel einen Rückstand von rund drei Minuten aufwiesen.
Auf der dritten Etappe, die ebenfalls mit einer Bergankunft zu Ende ging, setzten sich Guillaume Martin (Cofidis) und Richard Carapaz zwei Rundfahrt-Spezialisten mit der Ausreißergruppe ab. Beide wurden jedoch im Schlussanstieg eingeholt und büßten in weiterer Folge noch mehr Zeit ein. Rund vier Kilometer vor dem Ziel griff Remco Evenepoel an und einzig Primož Roglič konnte ihm folgen. Die beiden setzten sich von den anderen Favoriten ab, ehe Remco Evenepoel im Zielsprint triumphierte. Der Belgier für auf den letzten Metern eine kleine Lücke auf Primož Roglič heraus, wodurch beide nun zeitgleich an den ersten Positionen der Gesamtwertung lagen. Giulio Ciccone erreichte das Ziel als dritter und führte eine neun Fahrer umfassende Gruppe an, die einen Rückstand von 13 Sekunden aufwies. Der Italiener war somit in der Gesamtwertung weiterhin der erste Verfolger von Primož Roglič und Remco Evenepoel und lag 19 Sekunden zurück.
Die vierte Etappe endete in einem Massensprint, in dem sich Kaden Groves (Alpecin-Deceuninck) vor Bryan Coquard (Cofidis) und Corbin Strong (Israel-Premier Tech) durchsetzte. In der Gesamtwertung kam es zu keinen nennenswerten Veränderungen. Die fünfte Etappe endete mit der dritten und letzten Bergankunft der Rundfahrt. Remco Evenepoel griff rund 4,5 Kilometer vor dem Ziel an, konnte Primož Roglič jedoch nicht distanzieren. Im Zielsprint setzte sich der Gesamtführende durch, wobei Remco Evenepoel auf den letzten 50 Metern sechs Sekunden verlor. Primož Roglič baute aufgrund der Bonussekunden seinen Vorsprung in der Gesamtführung auf 10 Sekunden aus. João Almeida schob sich auf Platz drei, nachdem Giulio Ciccone als elfter fast eineinhalb Minuten verlor. Auf der sechsten Etappe griff Remco Evenepoel im letzten kategorisierten Anstieg an und einzig Primož Roglič konnte ihm folgen. Da Primož Roglič jedoch keine Führungsarbeit leisten wollte, wurden die beiden rund acht Kilometer vor dem Ziel vom Hauptfeld eingeholt. Im Sprint um den Etappensieg setzte sich Kaden Groves erneut gegen Bryan Coquard durch. Der Abstand zwischen Primož Roglič und Remco Evenepoel blieb bei zehn Sekunden, wobei beide fünf Bonussekunden im Verlauf der Etappe gesammelt hatten.
Auf der siebten und letzten Etappe kam es erneut zu einem Duell zwischen den beiden führenden der Gesamtwertung. Nachdem seine Teamkollegen auf den ersten Runden des Rundkurses um den Montjuïc das Tempo forciert hatten, griff Remco Evenepoel rund 30 Kilometer vor dem Ziel an. Primož Roglič folgte seinem Rivalen und auch Marc Soler (UAE Team Emirates) konnte nach der Kuppe zu den beiden Spitzenreitern aufschließen. Auf den letzten drei Runden hielt Remco Evenepoel das Tempo hoch, konnte den gesamtführenden Primož Roglič jedoch nicht abschütteln. Schlussendlich gewann Remco Evenepoel die Etappe, während sich Primož Roglič die Gesamtwertung sicherte. Marc Soler erreichte das Ziel als Etappendritter, hatte jedoch im Finale den Anschluss verloren und wies einen Rückstand von 53 Sekunden auf. Knapp dahinter folgte ein großes Fahrerfeld, in dem sich auch der Gesamtdritte João Almeida befand.
Etappe 1: Sant Feliu de Guíxols – Sant Feliu de Guíxols (164,6 km)
Start- und Zielort der ersten Etappe war der Küstenort Sant Feliu de Guíxols in der Provinz Girona. Die ersten Kilometer führten flach ins Landesinnere nach Cassà de la Selva, wo der erste kategorisierte Anstieg auf den Coll de Santa Pellaia (350 m) begann. Dieser wurde nach 24 gefahrenen Kilometern überquert und war als Steigung der 3. Kategorie klassifiziert. Kurze Zeit später erfolgte mit dem Coll dels Àngels (445 m) eine Bergwertung der 2. Kategorie. Vorbei an Girona ging es nun über Celrà und La Bisbal d’Empordà zum dritten Anstieg des Tages, dem Coll de la Ganga (210 m), dessen Passhöhe nach rund 107 Kilometer erreicht wurde. Hier wurde eine weitere Bergwertung der 3. Kategorie abgenommen. Nach der anschließenden Abfahrt erreichten die Fahrer die Küste, ehe es zurück zum Startort Sant Feliu de Guíxols ging. Nach einem Zwischensprint in Santa Cristina d’Aro wurde mit dem Coll de Romanyà (310 m) die Schlusssteigung in Angriff genommen. Dieser Anstieg der 3. Kategorie führte über 4,6 Kilometer und wies eine durchschnittliche Steigung von 5,6 % auf, ehe die Kuppe rund 25 Kilometer vor dem Ziel überquert wurde. Nach der anschließenden Abfahrt wurde in Calonge i Sant Antoni der zweite Zwischensprint zehn Kilometer vor dem Ziel ausgefahren. Die letzten Kilometer führten über welliges Terrain, wobei die Zielgerade in Sant Feliu de Guíxols leicht anstieg. Ergebnis 1. Etappe PlatzFahrerNationTeamZeit1. Primož RogličJumbo-Visma3:48:17 h (43,26 km/h)2.Remco EvenepoelSoudal Quick-Step"3.Ide SchellingBora-hansgrohe"4.Maxim Van GilsLotto Dstny"5.Giulio CicconeTrek-Segafredo"6.Ethan HayterIneos Grenadiers"7.Dorian GodonAG2R Citroën Team"8.Ilan Van WilderSoudal Quick-Step"9.Milan MentenLotto Dstny"10.Bryan CoquardCofidis"Gesamtwertung nach der 1. Etappe PlatzFahrerNationTeamZeit1. Primož RogličJumbo-Visma3:48:07 h2.Remco EvenepoelSoudal Quick-Step + 0:04 min3.Ide SchellingBora-hansgrohe + 0:06 min4.Maxim Van GilsLotto Dstny + 0:10 min5.Giulio CicconeTrek-Segafredo"6.Ethan HayterIneos Grenadiers"7.Dorian GodonAG2R Citroën Team"8.Ilan Van WilderSoudal Quick-Step"9.Milan MentenLotto Dstny"10.Bryan CoquardCofidis" Etappe 2: Mataró – Vallter (165,4 km)