mini|Nainai-Nagapooshani-Amman-Tempel Der Nainativu-Nagapooshani-Amman-Tempel (tamilisch: நயினாதீவு ஸ்ரீ நாகபூஷணி அம்மன் கோவில், transkribiert: Nayiṉātīvu Sri Nākapūshaṇi Am'maṉ Kōyil, auch Nainai-Sri-Nagapooshani-Amman-Tempel) ist ein Hindutempel auf der zu Sri Lanka gehörenden Insel Nainativu. Er ist der weiblichen Gottheit Sri Nagapooshani Amman geweiht.
Göttin Sri Nagapooshani Amman mini|Die Göttin Nagapooshani Amman Nach den Shaktas war am Anfang das Feuer, die Personifizierung der göttlichen Mutter Amman. Aus diesem Feuer entstand das Universum, das von der Göttin Bhuvaneshwari regiert wird. Im Sonnensystem innerhalb der Milchstraße befindet sich die Erde. Südlich vom Berg Kailash, im Indischen Ozean, wo die Wellen sanft schaukeln, liegt die Insel Sri Lanka, dessen Krone in der Palkstraße im Nordwesten des Landes die sieben Klanginseln ausmacht, zu der auch Nainativu gehört. Zu unbekannter Zeit begann die Verehrung der Göttin Sri Nagapooshani Amman auf dieser Insel.
Die Göttin Nainai Sri Nagapooshani Amman („Heilige Muttergöttin von Nainativu, die von der Schlange verehrt wurde“) wird von den Insulanern und deren Familien und Nachkommen, auch wenn sie nicht mehr dort leben, verehrt. Sie ist also eine ethnozentrische Göttin. Der Tempel wird jährlich von mehr als hunderttausend Pilgern besucht.
Der Name der Göttin hat verschiedene Schreibweisen: நாகபூசணி, நாகபூஷணி, நாகபூஸணி, நாகபூஜணி (wobei der S-Laut eine unterschiedliche Betonung aufweist). Dementsprechend gibt es auch verschiedene Transliterationen, die im Ausland genutzt werden: Nagapooshani, Nagapoosani, Naagapoosany, Naakaboosani, Nakapucani, Naagapuschani.
Mantra zur Meditation der Göttin - Dhyana Shloka +Das Dhyana Shloka der Sri Nagapooshani AmmanVerstamilische Lautschrift aus dem SanskritLautschrift aus dem TamilischenÜbersetzung1நயினைத்த்வீப நிவாஸிநீம் நதிகிருதாம் ஆனந்த சந்தாயினீம்nayinaidvipe nivasinim natikirutaam ananta santayanimDie Herrscherin von Allem, die in Nainativu residiert2பக்தாரீஷ்ட நிவாரிணீம் விதிசுதைர் நாகைப் புரா பூஜிதாம்bhaktarishta nivarinim vitisutayir naakai puraa puujitaamdiejenige, die nach dem Willen der Gläubigen handelt, da die Schlange vor langer Zeit3நாகானாம் ஜனநீதி லோகவதனைக்கியாதாம் சுபாம் சாஸ்வதாம்naagaanaam jananiti lokavasanaikyatam supaam saasvataameine heilige Blume zur Allmächtigen Mutter opferte. Das Volk auf der Erde wird mit der Herzigkeit der Mutter belohnt.4நௌமித்வாம் பரதேவதாம் மம மனோபீஷ்டார்த்த சித்திப்பிரதாம்naumitvaam paratevataam mama mano pishdaarta sittipratamEs gibt keine andere Mutter, die höher als du gestellt ist.
Weitere Mantras, die der Göttin gewidmet sind tamilische Lautschrift aus dem SanskritLautschrift aus dem TamilischenÜbersetzungஓம் ஸ்ரீ நாகபூஷணாம் பிகாயை நமோ நம:om sri nagapooshanaam bikayai namo nama:Gegrüßt seist du, oh Schlangengöttin!ஸர்வ மங்கல மாங்கல்யே ஸிவே ஸர்வார்த ஸாதிகே, ஷரண்யே த்ரயம்பகே கௌரி நாராயணி நமோஸ்துதேsarva mangala mangalye shive sarvatra sadhike saranyae tryambike gowri narayani namostuteVerehrung der dreiäugigen Mutter Narayani. Sie bringt Glück und erfüllt alle Wünsche des Suchers (sowohl materielle als auch spirituelle).நாகபூஷணி தேவ்யை நம:nagapooshani devyai nama:Verehret die Schlangengöttin!நாக ராஜேஸ்வரீய நமாலாய புஷ்பம் சமர்ப்பயாமிnaga rajeshwariya namalaya pushpam samarpayamiLasset uns die Blumen an die Schlangenkönigin opfern!ஸரணாகத தீனார்த பரித்ராண பராயணே, ஸர்வஸ் யார்த்தி ஹரே தேவி நாராயணி நமோஸ்துதேsharanagata dinarta paritrana parayane
sarvas yarti hare devi
narayani namostuteEhrerbietung der Göttin Narayani,
welche die Verzweifelten und in Not Geratenen,
die bei ihr Zuflucht suchen, rettet.
Gegrüßt seist du, oh Devi, die du die Leiden deiner Verehrer/innen beseitigst.புவனேஸ்வரியாய வித்மஹே, இந்திராட்சை தீமகி,
தன்னோ நாகபூசண்யை பிரசோதயாட்bhuvaneshwaryaya vidmahe indraxyai dheemahi tanno nagapooshanyai prachodayatAnfangs war sie die Göttin Bhuvaneshwari, welche sich als Indrakshi, zu Nagapooshani vollendete.யா தேவி ஸர்வ பூதேஷு
நாகபூஷணி திஸ்திதா
நமஸ்தஸ்யை நமஸ்தஸ்யை நமஸ்தஸ்யை நமோ நம:ya devi sarva bhuteshu nagapooshani tistitha namastasyai namastasyai namastasyai namo namah:Diejenige, die in Allem steckt, ist Nagapooshani. Gegrüßt seist du, gegrüßt seist du, gegrüßt seist du!
Tägliche Verehrung der Göttin
Nainai Sri Nagapooshani Amman wird täglich in sechs Pujas (Gottesdiensten) verehrt. Jede besteht aus einem abhishekam (heilige Waschung), alangaram (Schmückung), naivedyam (Opfergabe) und deepa aradhanai (Feuerritual). Die Pujas werden von Musik von nathaswaram (Flöte) und tavil (Schlagwerk) begleitet. Religiöse Texte aus den Veden werden durch die Priester rezitiert. Pilger verbeugen sich vor dem Zentralschrein.
Es gibt bis zu 15 Priester im Tempel, die täglich und insbesondere an Festtagen Pujas durchführen. Wie in vielen Tempeln sind dies Angehörige der shivaistischen Adishaivas, einer brahmanischen Unterkaste.
Die 3,5 km² große Insel Nainativu, auf der der Tempel liegt, ist für die Pilger seit jeher nur mit Schiffen erreichbar. Diese fahren vom Hafen Kurrikaduwan ab.
Legenden des Tempels Eine der Legenden des Tempels besagt, dass Indra von Gautama Maharishi verflucht wurde und auf die Insel Nainativu floh. Indra ging mit der Ehefrau Gautamas, Ahalya, fremd und wurde daraufhin verflucht. Er bekam tausende Vulven und floh auf die Insel, um nicht verspottet zu werden. Er begann dort die Göttin Bhuvaneshwari als Statue zu bauen, sie zu weihen und sie zu verehren. Er tat dies, um Bhuvaneshwaris Segen zu erhalten, damit der Fluch entweiche. Die Göttin änderte die Vulven zu Augen und nahm den Namen „Indrakshi“ an (wörtlich: Indra-äugige). mini|Legende der Schlange und Garuda Eine andere Legende besagt, dass eine Kobra von der benachbarten Insel Puliyanthivu mit einer Lotusblume im Maul nach Nainativu schwamm, um die Göttin Bhuvaneshwari dort zu verehren. Ein Adler (Garuda) sah die Kobra und wollte sie fressen. Aus Angst schlug die Schlange sich selber auf einen Stein ein: dieser Stein heißt heute "Paambu Sutriya Kal" (= Stein an dem sich die Schlange erschlug), er soll sich etwa 500 m vor der Küste Nainativus befinden. Der Adler Garuda befand sich auf einem anderen Stein etwas weiter weg - "Garudan Kal" (= Stein des Adlers"). Ein Händler (Maanikan) aus dem Chola-Königreich (ein Verehrer Bhuvaneshwaris) sah dieses Ereignis auf dem Weg nach Naka Nadu in der Palkstraße. Er bat den Adler, die Schlange in Ruhe zu lassen. Der Adler stimmte zu unter der Bedingung, dass der Händler einen schönen Tempel bauen würde und die Göttin als Nagapooshani verehrte. Der Händler stimmte zu und baute den Tempel. Der Adler tauchte dreimal in den Ozean, um sich für seine Sünden gegen die Schlangen zu entschuldigen.Alai Kadal Thandi - Lied über dieses Ereignis
Shakti Peetha Die Berühmtheit des Tempels steigerte sich, als Guru Adi Shankaracharya den Tempel in seinem „Shakti Peetha Stotra“ erwähnte und hier eine weitere Legende zum Ursprung des Tempels erzählte:
Sati heiratete Shiva, aber Shivas Vater Daksha wollte nicht, dass er sie heiratet. Daksha organisierte ein Feuerritual, ohne die beiden einzuladen, jedoch kam Sati dorthin. Daksha beleidigte Shiva und versuchte Sati zu überzeugen. Sati konnte die Beleidigungen an ihren Ehemann nicht mehr ertragen und brachte sich als Opfer um.
Shiva wurde wütend und erschuf Veerabhadra und Bhadrakali, wilde Wesen, die alles in Chaos brachten. Ihnen sind zu Ehren Tempel geweiht (der Nainai Virabhadra Tempel und der Nainai-Kali-Amman-Tempel). Virabhadra brachte nämlich Daksha um.
Einige Überlieferungen behaupten, dass ein wütender Shiva den furchteinflößenden und ehrfurchtgebietenden Tandava-Tanz mit der toten Sati auf den Schultern ausübte. Während des Tanzes zerbrach der Körper und die Körperteile fielen auf verschiedene Orte der Erde. Eine andere Überlieferung meint, dass Shiva den Körper Satis auf die Schultern legte und vor Trauer um die Welt rannte. Vishnu nutze seinen Sudarshana Chakra (eine Waffe mit vielen Zacken), um die Leiche zu zerstückeln.
Beide Überlieferungen berichten, dass Satis Körper in 64 Stücke geteilt wurde und auf die Erde fiel. Diese 64 Stätten werden Shakti Peetha (= „Sitz von Shakti“) genannt. Diese Tempel sind in verschiedenen Formen der allmächtigen Göttin geweiht und wurden Zentren zur Verehrung der Göttin von Shaktas (Hindus, die an eine weibliche allmächtige Göttin glauben).
Der Nainai-Nagapooshani-Amman-Tempel ist der Ort, wo geglaubt wird, dass das Fußkettchen von Sati fiel. Die Fußkettchen haben für die Verehrung von Shakti eine große Bedeutung. Dieses Ornament wird außerdem im berühmten Epos Silapathikaram erwähnt - wo die Geschichte mit einem Fußkettchen beginnt und endet. mini|Tempel, an dem die Göttin während der Invasion der Portugiesen gelagert wurde Geschichte Der Tempel wird im Manimegalai erwähnt, einem Epos, welcher zu den alten Epen der tamilischen Kultur gehört.
Er wurde durch die Portugiesen im Jahr 1620 zerstört. Eine Legende besagt, dass die heiligen geweihten Statuen der Göttin während der Zerstörung in Bäumen in Sicherheit gebracht worden sind.
Der heutige Tempel wurde von etwa 1720 bis 1790 gebaut.
Aufbau des Tempelkomplexes Der Tempelkomplex besteht aus vier Gopurams (Tempeltürme/-eingänge), dem Zentralschrein Garbhagriha und einer Reihe von Tempelhallen für verschiedene Zwecke. Er wird von dem Weg Ammana Veedhi umgeben und begrenzt. Er soll nach heutigem Stand bis zu 10.000 Statuen beinhalten. Der Tempelkomplex ist wie ein großes Mandala aufgebaut, dessen Eigenschaften nach dem Glauben der Pilger durch mehrere Umrundungen des Zentralschreins aktiviert werden.
Weihungen Mahakumbhabhishekam ist ein Fest, welches alle 12 Jahre gefeiert wird, um die Energien in einem Hindutempel zu erfrischen.
Die erste Erbauung des Tempels fand 1788 unter der Führung von Ramalingar Ramachandirar statt. Zu dieser Zeit kamen zum Tempelfest etwa 10.000 Pilger. Im Jahre 1935 erbaute Velanai Somasuntharamaniyam den Ostgopuram. Der Tempel war wie jeder andere auch aufgebaut. Er hatte einen Zentralschrein, Vorraum und einen Hauptraum. Im Januar 1951 begannen durch Kaaraikudi M Chellakannu Sthapatis der Bau des großen Tempels. Am 26. April 1951 wurde der Tempel eingeweiht. Weitere Weihungen fanden am 3. Juni 1963 und am 28. August 1983 statt.
Zuletzt fand die Kumbhabhishekam am 24. Januar 2024 statt. Die nächste Wiedereinweihung wird im Jahre 2036 erfolgen.
Zentralschrein Garbhagriha mini|Die Göttin wird mit Licht bestrahlt.mini|Eine Skizze der SkulpturDie geweihte Statue von Sri Nagapooshani Amman im Garbhagriha, das Heiligtum. Der moolasthana oder auch garbhagriha (= „Gebärmutterkammer“) ist der Zentralschrein der Göttin Nagapooshani Amman und ihres Gatten Nayinar Swami (eine Form Shivas). Der Schrein wurde nach alter dravidischer Hinduarchitektur gebaut. Die innere Wand des Tempels und die äußere Wand des Schreins formen sich zu einem pradakshina (Pfad) um den garbhagriha. Der Eingang ist mit vielen Gemälden, Skulpturen und Öllampen dekoriert. Über dem garbhagriha erhebt sich ein drei Meter hoher Turm. Der garbhagriha hat zwei Zugänge: den Haupteingang, nach Osten geöffnet wie bei allen Hindutempeln, und einer nach Süden. Ein bemerkenswertes Detail ist, dass Shiva und Shakti nebeneinander platziert und somit gleichgestellt worden sind. Dies ist einzigartig, da sonst in allen Tempeln einzelne Schreine angefertigt werden.
Vor dem Garbhagriha gibt es den Dwajasthambham (kodi maram = Fahnenmast), der ursprünglich aus Silber bestand, aber während der Renovierung im Jahr 2012 durch Messing ersetzt wurde.
Tempeltürme Die etwa 6 bis 7,5 Meter hohen Tempeltürme wurden von 2010 bis 2012 renoviert und einheitlich bemalt.
Rajarajagopuram mini|Rajarajagopuram mini|Nandi, zum Tempel gerichtet